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München - Herz-Jesu-Kirche

München - Herz-Jesu-Kirche
Die in ihrer Gesamthöhe von vierzehn Metern portalgleich zu öffnende Südfassade bildet, wenn sich die Tore hydraulisch zur Seite bewegen, eine faszinierende Geste der Einladung.
Der Glaskünstler Alexander Beleschenko schuf ein Alphabet aus Nägeln, in Anklang an die Kreuzigung und die Wunden Christi. Für jeden Buchstaben des lateinischen Alphabets kreierte er eine eigene Nagelkonfiguration und „bedruckte“ damit die quadratischen Glasfenster. Zusammengesetzt ergeben sie Texte der Johannespassion nach der deutschen Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift.
Die Schriftzeichen mit den Nagelmotiven lassen an die Keilschrift aus dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris denken. Mesopotamien ist die Wiege jener Hochkulturen des vorderen Orients, von denen eine ganze Reihe altestamentarischer Erzählungen aus dem Buch Genesis Kunde geben (Schöpfung, Sintflut, Abraham etc.). Somit schlagen die Kirchenportale einen Bogen zurück bis zu den Wurzeln der christlich-jüdischen Erzähltraditionen und lassen den weiten Horizont erkennen, unter dem der Überlieferungsprozess der Heiligen Schrift steht.

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