FOR PAM. FOR THE BELIEF THAT WE CAN LEARN MORE FROM UNUSUAL TRAVELERS THAN FROM ORDINARY ANSWERS.
Kapitel 4: Der Pakt im Schnee
Chantal-Monique Heinz starrte den Heiler aus glühenden Augen an.
Sie saß im eiskalten Schnee, die Finger tief in den gefrorenen Boden gekrallt, und atmete schwere, weiße Dampfwolken in die Nacht.
Sie wollte ihn hassen. Sie wollte ihm die Axt, die er da so lässig in der Hand hielt, quer durch sein selbstgefälliges Gesicht ziehen.
Aber sie konnte nicht. Weil er recht hatte. Verdammt noch mal, der Kerl hatte einfach recht.
„Du bist ein echtes Raubein, Krause“, presste sie zwischen den Zähnen hervor, aber das Gift war weg.
Es war nur noch die nackte, erschöpfte Wahrheit einer Frau, die am Ende ihrer Kräfte war.
Marcel-Etienne Krause verzog keine Miene.
Er steckte die schwere Streitaxt unter den Arm, trat einen Schritt näher und reichte ihr seine freie Hand.
Eine riesige, tätowierte Pranke.
Chantal-Monique blickte auf seine Hand. Einen langen, quälenden Moment lang zögerte sie.
Ihre Berliner Schnauze, ihr Stolz, ihre jahrelange harte Schale – alles in ihr schrie danach, die Hand wegzuschlagen und lieber im Schnee zu erfrieren.
Doch dann sah sie hoch in seine stahlgrauen Augen. Da war kein Spott. Da war kein Triumph.
Da war nur die unerschütterliche Geduld eines Mannes, der wusste, wie schwer es war, die eigene Schwäche zuzugeben.
Langsam, fast unmerklich, lösten sich ihre Finger aus dem Schnee.
Sie streckte die Hand aus und legte ihre schmale, vernarbte Handfläche in seine.
Kein Kräftemessen. Kein Stolz. Nur das stumme Eingeständnis: Ich schaff das nicht allein.
In diesem Moment, während der Wind um ihre Ohren peitschte und die Kälte durch ihre Kleidung kroch, entstand zwischen der kaputten Kriegerin und dem weisen Heiler ein tiefes Vertrauen.
Es war ein Pakt. Er würde ihre Wunden flicken, und sie würde seine Stille bewachen.
Marcel-Etienne packte fest zu, zog sie mit einem einzigen, mühelosen Ruck auf die Beine und legte ihren gesunden Arm um seine breite Schulter.
Er trug sie nicht wie eine Prinzessin, er stützte sie wie einen verletzten Kameraden auf dem Schlachtfeld.
Zusammen schleppten sie sich zurück in die Wärme der Hütte.
Marcel-Etienne trat die kaputte Tür mit dem Stiefel hinter ihnen zu und schob den Riegel vor.
Er setzte sie behutsam auf die Bettkante und stellte die Streitaxt in Griffweite daneben.
Dann holte er eine frische Decke, warf sie ihr über die Schultern und reichte ihr eine neue Schale dampfender Hühnersuppe.
Chantal-Monique wickelte sich fest in die Felle, strich sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht und starrte in die Brühe.
„Morgen früh will ick aber Speck da drin haben, Krause“, murmelte sie, ohne ihn anzusehen, während ihre Stimme schon gefährlich schwer vor Müdigkeit klang.
Marcel-Etienne trat zurück an den Tisch, nahm sein Kräutermesser und setzte den Schleifstein wieder an.
Schrubb. Schrubb.
„Den Speck kriegste, jutes Mädchen“, sagte er leise, und das vertraute Geräusch erfüllte die Hütte wie ein Versprechen.
„Schlaf jetzt.“
Die Hütte wurde still.
Nur das leise Knacken des Ofens war noch zu hören.
Aus Richtung Spree trug die Nacht das lange, heisere Lachen einer Möwe herüber.
Hinter dem Ofen kam Bewegung auf.
Ein zotteliges Fellpaket streckte sich ausgiebig, gähnte so herzzerreißend, als hätte es den ganzen Tag Schwerstarbeit verrichtet, und trottete mit gemächlichen Schritten durch die Hütte.
Törk blieb neben dem Bett stehen.
Lange betrachtete er die schlafende Kriegerin.
Seine Ohren zuckten kaum merklich. Er schnupperte einmal in ihre Richtung, als wollte er sich vergewissern, dass sie nun endlich zur Ruhe gekommen war.
Dann hob er den Kopf und sah zu Marcel-Etienne hinüber.
Der Heiler erwiderte den Blick, lächelte müde und erhob sich wortlos.
Er öffnete die Holztür.
Kühle Nachtluft strömte in die Hütte.
„Ja...“, sagte Marcel-Etienne leise.
Er kraulte Törk kurz hinter den Ohren.
„Ich liebe dich auch, mein Freund.“
Törk verschwand hinaus in die Nacht.
Auf dem alten Obstbaum saßen bereits die Raben.
Einen Moment später verschwanden der Hund und die Raben lautlos in den Nebeln des Friedrichshains.
Ende

IT IS GROWTH OF SPIRIT AND SOUL
OOHHH ICH DENKE, WENN WIR EHRLICH SIND, WISSEN WIR ALLE, DASS DAS BÖSE, ABER SO NOTWENDIGE MOMENT, UM LOSZULASSEN, UNSEREN STOLZ ZU VERLASSEN. ERST ENDLICH AUF EIN BESSERES FEINERES NIVEAU ERHÖHT ZU WERDEN
ES IST WACHSTUM VON GEIST UND SEELE
Kayleigh club has replied to Pam J clubaber bassd scho ;-)
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