Es ist festzustellen, dass überführte Dopingsünder keinesfalls zu ihrem Vergehen selbst Stellung beziehen, sondern mit immer neuen Erklärungsversuchen überraschen. So ist zu hinterfragen, ob ein durchzechter Vorabend die ideale Vorbereitung für einen Sieg einer schweren Bergetappe sein kann. Floyd Landis dürfte sicher sein, dass es hier Glaubwürdigkeitsprobleme geben könnte. Es wurden EPO-Kekse für die Großmutter in Kolumbien als Grund für das Mitführen von Dopingmedikamenten angegeben oder Verletzungen und Krankheiten angegeben, die die Einnahme diverser Mittel rechtfertigten. Generell sind Sportler anderer Disziplinen auch nicht einfallslos in ihren Verteidigungsstrategien. Auffällig ist jedoch die hohe Anzahl an Asthmatikern und chronisch Kranken unter den Radsportlern.
Mittelbar Betroffene eines Dopingfalls, also bspw. Mannschaftskameraden, verhalten sich grundsätzlich loyal zu ihren beschuldigten oder überführten Kollegen. So wird etwa ein Etappensieg dem Sünder gewidmet oder beteuert, dass man trotz der klaren Beweislage an seine Unschuld glaube. Selbst direkte Konkurrenten erklären offiziell, ihnen sei lieber, der Beschuldigte sei unschuldig.
Fast kein Fahrer spricht dagegen von Betrug. Immerhin ist das der Fall, wenn ein Fahrer durch die Einnahme unerlaubter Mittel ein Rennen gewinnt und ein sauberer Athlet nicht. Es gibt zwei mögliche Gründe für solch ein Verhalten: Der Fahrer fürchtet Sanktionen durch andere Fahrer oder er ist selbst gedopt und nur nicht überführt worden. Ein vollkommen eindeutiges Bild hingegen ergeben die Aussagen ehemaliger Radsportler, die dieses Thema aufgreifen, z.B. weil sie selbst überführt wurden. Meistens sprechen sie von vollkommen flächendeckendem und systematischem Doping, entweder im eigenen Team oder gar im gesamten Fahrerfeld.
(Quelle: Wikipedia)
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