Als ich Montenegro besuchte, hatte es sich weitgehende Autonomie von Serbien erstritten. Man setzte auf den Tourismus als Aufbauhilfe für die Staatsfinanzen. Deutsche "Entwicklungshelfer" hatten zwar massive Pläne unter anderem für eine riesige Hotelanlage mit 20.000 (!!!) Betten am längsten Strand des Landes. Kritiker bemändelten demgegenüber, dass niemand bereit sei, bei dem Aufbau einer Müllentsorgung zu helfen. Russische Investoren dagegen bauten ehemalige sozialistische Hotelbauten zu Luxusunterkünften um. Im Land auf dem Balkan mit seinen sehr ursprünglichen Regionen herrschte Goldgräberstimmung.
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Mit 622.000 Einwohnern und knapp 14.000 Quadratkilometern ist es einer der kleinsten Staaten Europas. Nach dem ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Mittelmächte wurde Montenegro Teil des neuen Königreichs Jugoslawien. Als italienischer Marionettenstaat wurde Montenegro im Zweiten Weltkrieg wiedererrichtet. Nach dem Krieg wurde Montenegro eine der sechs Teilrepubliken (mit leicht veränderter Karte) eine der sechs Teilrepubliken der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien. Bei einem Referendum 1992 (nach dem Austritt Kroatiens und Sloweniens aus dem Staatsverbund Jugoslawien) votierten mehr als 95 Prozent der Bevölkerung dafür, dass Montenegro in der Bundesrepublik Jugoslawien verbleiben würde. Nach den Jugoslawienkriegen wollte die Bevölkerung politische Isolation und Kriegsfolgen nicht mehr mittragen, die Differenzen zwischen Montenegro und Serbien wuchsen. Die Regierung strebte ebenfalls die Ablösung von Serbien an. Der Druck der EU verhinderte 2002 noch einmal die Sezession, ein loser Staatenverbund von Serbien und Montenegro wurde gegründet. Am 21. Mai 2006 wurde bei einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Staates Montenegro die erforderliche Stimmenmehrheit für eine Unabhängigkeit knapp erreicht. Während die OSZE "weitgehend internationale Standards" bei der wahl bescheinigte, kritisierte die Opposition, dass 250.000 Montenegriner mit ständigem Wohnsitz in Serbien bei nur knapp 500.000 registrierten Wählern vom Referendum ausgeschlossen waren. Am 3. Juni 2006 wurde die Unabhängigkeit erklärt. Kurz darauf gratulierten Kroatien und die UNO.
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