Die St. Gallus-Kirche liegt am Ortsausgang von Derendingen Richtung Weilheim in einem wunderschönen Friedhof mit einem wundervollen Blick über das Neckartal zur Wurmlinger Kapelle.
Als man 1979 die Derendinger St. Gallus-Kirche grundlegend renovierte und eine Fußbodenheizung einbaute, ordnete das Landesdenkmalamt eine archäologische Untersuchung an. Faszinierendes wurde festgestellt: Es wurden Mauerreste aus der alemannischen Zeit (7. Jahrhundert) gefunden. So ist der Name dieser Kirche verständlich. Sie geht wahrscheinlich auf eine iro-schottische Gründung zurück und trägt den Namen des Mönches Gallus, der rheinaufwärts bis in die Schweiz nach St. Gallen kam. Verschiedene Vorgängerkirchen hinterließen ihre Grundmauern. In spätgotischer Zeit wurde 1514 eine Steinkirche gebaut, die aber einer Brandkatastrophe am 8.12.1560 zum Opfer fiel. Das heutige Bauwerk wurde von 1561 bis 1563 errichtet. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde durch eine Luftmine das Dach schwer beschädigt. 1947 konnte die Kirche wieder benutzt werden. Bei der großen Renovierung 1979 versuchte man, der alten Geschichte dieser Kirche gerecht zu werden. Im Kirchenschiff wurde die ursprüngliche Kassettendecke wieder hergestellt und im Chorraum das spätgotische Netzgewölbe wieder farblich gestaltet.
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