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Museum der Dinge

Museum der Dinge
Gemeischaftsempfänger VE 301, 1938
Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25
D-10999 Berlin

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Demetrius Chryssikos
Demetrius Chryssikos
Mehrere Gründe bewogen die Strategen des Dritten Reiches dazu, einen billigen Massenempfänger auf den Markt zu bringen. Als 1933 die NSDAP stärkste Partei in Deutschland wird und Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wird, wurde der Partei und Regierung schnell bewußt, daß die Bevölkerung nur durch einen massiven Ausbau des Rundfunknetzes erreicht werden konnte.
Für heutige Verhältnisse ist diese Situation nur schwer verständlich. Heute sind die Medien unser ständiger Begleiter. Wichtige Ereignisse, auch im letzten Winkel der Erde, werden binnen weniger Minuten weltweit verbreitet. 1933 jedoch war der eigene Rundfunkempfänger ein Luxusartikel, welcher sich nur wenige leisten konnten. Es gab daher keine geeignete Möglichkeit, das Volk schnell und lückenlos zu unterrichten. Ein billiges Radio mußte her, welches sich jeder Arbeiter leisten konnte. Nur so war sichergestellt, daß die Reden von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und dem "Führer" auch im letzten Wohnzimmer gehört wurden. Aus diesem Grund wurde der Gemeinschaftsempfänger entwickelt.
Aber auch die heimische Industrie sollte von dem Gerät profitieren. Um die kränkelnde Holzindustrie in Thüringen zu unterstützen, wurde die Gleichspannungs- und Batterieversion in ein (teureres) Holzgehäuse eingebaut. Jedoch waren die großen Radiogerätehersteller von der Idee anfänglich nicht gerade begeistert. Der Preis der Geräte wurde vorgeschrieben. 76,- RM sollte ein Gerät kosten. 65,- RM die Batterieversion. An einen Gewinn war fast nicht zu denken. Später brachte die große Stückzahl dann doch noch geringfügige Gewinne mit sich, so daß auch die Industrie mit dem VE leben konnte. Besonders die kleineren Hersteller profitierten von der Herstellung des VE's.
2 years ago.
Demetrius Chryssikos
Demetrius Chryssikos
Statt der üblichen 200 bis 400 Reichsmark (RM) für einen Radioapparat der gehobenen Klasse konnte der Volksempfänger für 76 RM erworben werden. Nur 35 RM kostete ab 1938 der als "Goebbels' Schnauze" titulierte "Deutsche Kleinempfänger". Trotz einer vergleichsweise hohen monatlichen Rundfunkgebühr von 2 RM erhöhte sich die Ausstattung der deutschen Haushalte mit Radiogeräten zwischen 1933 und 1941 von 25 auf 65 Prozent.
2 years ago.