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Zeughaus Berlin

Zeughaus Berlin
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Demetrius Chryssikos
Demetrius Chryssikos
Das Zeughaus ist das älteste erhaltene Gebäude am Boulevard Unter den Linden in Berlin und datiert aus der Epoche des Barock. Es wurde als Waffenarsenal (Zeughaus) erbaut. Heute beherbergt es das Deutsche Historische Museum.
Schon 1667 verfügte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der Große Kurfürst) in seinem politischen Testament, dass „ein schönes Zeughaus allda angelegt werden muss“. Der Pariser Hof- und Stararchitekt François Blondel wurde mit der Anfertigung eines Entwurfs beauftragt, den er bis 1685 einreichte. Ein Standort in unmittelbarer Nähe der Berliner Befestigungsanlagen und allgemeine Vorstellungen zum Bau wurden festgelegt, allein - es fehlte das Geld. Erst am 28. Mai 1695 ließ Kurfürst Friedrich III. den Grundstein legen. Seine militärischen Erfolge und schließlich die Krönung zum König in Preußen (1701) beförderten die Absicht, Berlin als Residenzstadt mit repräsentativen Gebäuden zu schmücken.
Erster Baumeister war Johann Arnold Nering, der bereits 1688 mit der Planung beauftragt worden war. Nach Nerings frühem Tod 1695 wurde Martin Grünberg sein Nachfolger, fühlte sich aber schon 1698 überlastet durch seine vielfältigen Aufgaben als Hofbaumeister und bat um seine Entlassung vom Zeughausbau. Ende März 1698 übernahm Andreas Schlüter die Bauleitung. Der hatte als Bildhauer großen Anteil an der Ausgestaltung des Zeughauses - sein Beitrag als Architekt blieb unbedeutend, seine Entwürfe gingen kaum über die Planung Nerings hinaus und mussten von seinem Nachfolger überarbeitet werden. Schlüter wies auf bautechnische Mängel hin, die er vorgefunden hatte, eine Untersuchung wurde durchgeführt und blieb ohne Folgen, am 5. August 1699 stürzte ein Pfeiler des Ostflügels ein. Die Schuldfrage war wegen des häufigen Wechsels der Baumeister nicht eindeutig zu klären, offensichtlich aber reichten Schlüters Maßnahmen nicht aus, die Misere zu beheben.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde im Zeughaus eine große Ausstellung über die Rolle Deutschlands im Ersten Weltkrieg eingerichtet. Im Lichthof hielt Hitler seine jährliche Rede zum Heldengedenktag im März. Am 21. März 1943 wollte sich Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff zusammen mit Hitler bei einem Rundgang durch eine Ausstellung in die Luft sprengen. Als Instrument der Kriegspropaganda blieb das Zeughaus bis September 1944 geöffnet. Gegen Kriegsende wurden Teile der Sammlungen ausgelagert; dabei entstanden große Lücken in den Beständen. Gegen Kriegsende erlitt das Gebäude selbst schwere Schäden durch Bomben und Granaten. Die Fassaden wurden mehrfach durchbrochen, das Dachgeschoss brannte aus, ein großer Teil der Skulpturen verglühte im Feuer.
23 months ago.
Demetrius Chryssikos
Demetrius Chryssikos
1945 verfügte die Alliierte Kommandantur das Ende des Kriegsmuseums Zeughaus in Berlin. Der Wiederaufbau des Gebäudes begann 1948 und dauerte bis 1967. Zunächst war eine Nutzung als „Haus der Kultur“ beabsichtigt. Das Haus sollte in seiner ursprünglichen Form, ohne die Ein- und Umbauten des 19. Jahrhunderts, wiederhergestellt werden. Nachdem sich die Bausubstanz rasch als bedeutend schlechter erwiesen hatte als angenommen, begann 1950 die vollständige „Entkernung“ des Zeughauses: Das Innere wurde durch eine Konstruktion aus Stahl und Beton ersetzt, erhalten blieben nur die Außenmauern. Ebenfalls 1950 wurde beschlossen, im Zeughaus das Museum für Deutsche Geschichte (MfDG) unterzubringen.[7] Es war vom Zentralkomitee der SED gegründet worden und sollte als zentrales Geschichtsmuseum der DDR das marxistisch-leninistische Geschichtsbild vermitteln. Diesen Auftrag erfüllte es durch intensive Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit. Im September 1990, unmittelbar vor der Deutschen Wiedervereinigung, wurde es von der letzten Regierung der DDR aufgelöst. Danach ging das repräsentative Gebäude an das 1987 von der Bundesregierung und der Stadt Berlin (West) gegründete Deutsche Historische Museum (DHM) über, die umfangreichen Bestände des MfDG wurden übernommen, die meisten Mitarbeiter des Museums hingegen nicht. Nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten wird das Zeughaus seit 2003 wieder vom Deutschen Historischen Museum genutzt. Die Eröffnung der neuen Dauerausstellung erfolgte am 2. Juni 2006.
23 months ago.