mich interessiert die inschrift des grabsteins. leider reichen meine lateinkenntnise nicht für eine vollständige übersetzung aus. kann jemand dabei behilflich sein? hier ist mal mein bisheriger bescheidener übersetzungsversuch:
F. – eine kurzform von „hoc funeralis est“ (im sinne von „hier ist begraben“)?
CINERIBUS IOA. BERNH. – … „die asche [von] johannes (joachim?) bernhard“
SEVBERTHI – „seuberth“
NOT. REP. CCAMBIAL – … „angesehener kaufmann“ (?)
AN. MDCCXXVIII. DXVII IVLII – „im Jahr 1728.“ – „517“ (?) – „des juli“
BEATE DEFUNCT – kurzform von „curriculum vitae beate defunct“ (?)
A. – „von/durch“ (unbekannte abkürzung?)
VIDUA MOESTISSIMA – „die äußerst traurige witwe“ (?)
POSITUM – „aufgestellt“ (?)
AN. MDCCXXXVII – „im Jahr 1737“
besonderes kopfzerbrechen bereitet mir die zahl 517 in zeile fünf. ein schreibfehler? davon abgesehen scheint mir die inschrift im vergleich zu anderen grabsteinen aus der zeit eher so „dahingehudelt“ zu sein; vermutlich eine eher preisgünstige ausführung. auffällig ist außerdem der zeitraum von neun jahren zwischen den beiden jahresangaben. hmmm …
Posted 8 weeks ago.
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frank edited this comment 8 weeks ago.
Ich kann leider kein Latein, aber der Unterschied in den Jahreszahlen kann doch einfach daran liegen, dass man die Inschrift aus irgendwelchen Gruenden erst sehr viel spaeter angebracht hat: 'Verstorben im Jahr xxx, Inschrift angebracht im Jahr xxx"?
aus einem kommentar bei mir im blog: "Ich habe in Paderborn immerhin das Altsprachliche ehrwürdige Gymnasium Theodorianum besucht von 1943 -1953 -(1 Jahr durch den Krieg verloren) und danach Katholische Theologie studiert"
das relief ist in der tat nicht dahingehudelt; es wirkt auf mich aber so als sei es vom steinmetz „für die schublade“ (oder meinetwegen für den „katalog“) angefertigt worden, denn die symbole darauf – sanduhr, totenschädel und öllampe – sind eher generischer natur. sowas ist für die entstehungszeit – besonders für das grabmal eines mutmaßlich hochangesehenen kaufmanns (die inschrift suggeriert das) – eher ungewöhnlich. „katalogware“ eben.
die beschriftung wurde mutmaßlich später hinzugefügt und ist, im vergleich mit zeitgenössischen grabinschriften auf demselben friedhof mit vergleichsweise geringerem aufwand angefertigt worden – die anderen inschriften auf dem peterskirchhof aus dieser zeit sind in schriftbild und „layout“ wesentlich sorgfältiger und detaillierter ausgeführt. daher mein eindruck des „dahingehudeltseins“.
in kombination mit dem zeitlichen abstand der aufgeführten jahreszahlen wirft sowas für mich fragen auf: wollte da eine womöglich verarmte witwe nachträglich die ernsthaftigkeit ihrer trauer beweisen oder wurde ein vielleicht vorhandener original-grabstein durch irgendwelche umstände beschädigt oder zerstört und durch diesen ersetzt? diese inschrift wurde nach meinem urteilsvermögen jedenfalls von jemandem ausgeführt, der es mit den proportionen des textes nicht allzu genau nahm, und der sich – bei all meinem küchenlatein – dabei möglicherweise ein paarmal „verschrieben“ hat.
Posted 8 weeks ago.
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frank edited this comment 8 weeks ago.
Ich glaube der typ hiess Seyberth (Seibert), das "u" sieht eigentlich mehr wie ein "y" aus. Am ende hängt anscheinend noch ein "t", also Seybertht, aber das war wahrscheinlich ein meisselfehler ;-) Oder Seyberth hatte in seinem leben gerne tee getrunken und man wollte das hier vermerken.
War die Beate Defunct eigentlich seine frau oder die freundin? Dem namen nach waren sie wohl nicht verheiratet, scheint aber die grosse liebe gewesen sein, weil sie beide in einem grab liegen ;-))
frankpro says:
F. – eine kurzform von „hoc funeralis est“ (im sinne von „hier ist begraben“)?
CINERIBUS IOA. BERNH. – … „die asche [von] johannes (joachim?) bernhard“
SEVBERTHI – „seuberth“
NOT. REP. CCAMBIAL – … „angesehener kaufmann“ (?)
AN. MDCCXXVIII. DXVII IVLII – „im Jahr 1728.“ – „517“ (?) – „des juli“
BEATE DEFUNCT – kurzform von „curriculum vitae beate defunct“ (?)
A. – „von/durch“ (unbekannte abkürzung?)
VIDUA MOESTISSIMA – „die äußerst traurige witwe“ (?)
POSITUM – „aufgestellt“ (?)
AN. MDCCXXXVII – „im Jahr 1737“
besonderes kopfzerbrechen bereitet mir die zahl 517 in zeile fünf. ein schreibfehler? davon abgesehen scheint mir die inschrift im vergleich zu anderen grabsteinen aus der zeit eher so „dahingehudelt“ zu sein; vermutlich eine eher preisgünstige ausführung. auffällig ist außerdem der zeitraum von neun jahren zwischen den beiden jahresangaben. hmmm …
frank edited this comment 8 weeks ago.
Emmi says:
Pandarinepro says:
diejacquipro says:
aus einem kommentar bei mir im blog: "Ich habe in Paderborn immerhin das Altsprachliche ehrwürdige Gymnasium Theodorianum besucht von 1943 -1953 -(1 Jahr durch den Krieg verloren) und danach Katholische Theologie studiert"
frankpro replies:
lichtundschattenpro says:
frankpro replies:
die beschriftung wurde mutmaßlich später hinzugefügt und ist, im vergleich mit zeitgenössischen grabinschriften auf demselben friedhof mit vergleichsweise geringerem aufwand angefertigt worden – die anderen inschriften auf dem peterskirchhof aus dieser zeit sind in schriftbild und „layout“ wesentlich sorgfältiger und detaillierter ausgeführt. daher mein eindruck des „dahingehudeltseins“.
in kombination mit dem zeitlichen abstand der aufgeführten jahreszahlen wirft sowas für mich fragen auf: wollte da eine womöglich verarmte witwe nachträglich die ernsthaftigkeit ihrer trauer beweisen oder wurde ein vielleicht vorhandener original-grabstein durch irgendwelche umstände beschädigt oder zerstört und durch diesen ersetzt? diese inschrift wurde nach meinem urteilsvermögen jedenfalls von jemandem ausgeführt, der es mit den proportionen des textes nicht allzu genau nahm, und der sich – bei all meinem küchenlatein – dabei möglicherweise ein paarmal „verschrieben“ hat.
frank edited this comment 8 weeks ago.
Harri Lainepro replies:
Lillian Virginia Mountweazel replies:
Harri Lainepro replies:
Lillian Virginia Mountweazel says:
War die Beate Defunct eigentlich seine frau oder die freundin? Dem namen nach waren sie wohl nicht verheiratet, scheint aber die grosse liebe gewesen sein, weil sie beide in einem grab liegen ;-))