Worum geht es in Ihrem Buch?” Eigentlich eine ganz normale harmlose Frage, die der NDR-TALKSHOW- Moderator da Charlotte Roche stellt. Eigentlich. Die Antwort ist dann nicht mehr ganz so harmlos. Zwiespältig. Das würde darauf ankommen, ob sie es jemandem erzählen müsste, der das Buch nicht lesen sollte (z.B. ihrer Mutter), der würde sie einfach sagen, dass es nur um weibliche Selbstbefriedigung ginge und um sonst nichts.

Der Moderator will aber wissen, was sie ihm sagen würde, damit er das Buch liest. Nun, das Buch eigne sich hervorragend als Wichsvorlage, und natürlich könnte man(n) noch viel über den weiblichen Körper lernen.

Nun gut, dachte ich mir, wenn die direkt kann, kann ich auch direkt. Gegen eine gute Wichsvorlage hatte ich noch nie etwas einzuwenden. Und ich muss ja gestehen: Auf Charlotte Roche steh ich total. Ja, ich weiß, ich bin da nicht der einzige Mann, aber es ist nun mal so. Ich habe ihr sogar mal eine Kurzgeschichte gemailt, aber sie hat nie geantwortet... Kurz und gut: Mit einem Glas Wein machte ich es mir also gemütlich und klickte auf den Link, der mir die ersten fünf Seiten von „Feuchtgebiete "versprach.

Was dann kam, war dies: Solange ich denken kann, habe ich Hämorrhoiden. Viele, viele Jahre habe ich gedacht, ich dürfte das keinem sagen. Weil Hämorrhoiden doch nur bei Opas wachsen.

Nein, ich hab nicht daneben gegriffen. Ja, das sind Feuchtgebiete (! ).Die allerersten zwei Sätze! Und es geht so weiter. Eine Frau (Name und Alter werden auf den ersten fünf Seiten noch nicht bekannt) erzählt von ihrem Arschproblem. Super! Dann muss ich das mit meinem Eichelkäse ja auch nicht mehr für mich behalten, oder?

Charlotte, jetzt mal ganz im Ernst: Ich glaube an deine Fähigkeiten, und ich weiß, was du alles durchgemacht hast, ich liebe deine anarchische Art. Die Tat oder Wahrheit-Spielchen mit Promis, die man im Internet findet, sind das Beste, was ich seit langem gesehen habe, und ich würde dich gerne öfter im TV sehen. Aber bitte: Lass das Schreiben! Ja, ich gebe zu, ich habe nur die ersten fünf Seiten gelesen –mehr war technisch nicht machbar. Aber ich glaube, ich hätte freiwillig ohnehin und auch nicht weiter gelesen.

Natürlich versuchst du, zu provozieren, das kannst du sehr gut. Aber, Charlotte, was du einfach nicht kannst, ist schreiben. Ich fürchte, über das Buch wäre niemals geredet worden, wenn jemand anderes, der nicht so bekannt ist, es geschrieben hätte.

 

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