Die Restaurierung an der Zeidner Prause - Orgel wurde im Juni 2013, vom Orgelbauer Hermann Binder in einer weiteren Arbeitsetappe fortgesetzt. Für das Näherbringen der Gesamtstruktur des Instruments zum ursprünglichen Prause Original wurden auch einige Veränderungen durchgeführt. So erreicht die Zeidner Orgel nun seit 230 Jahren den 5. Zustand an Umbau, Erweiterung oder Verbesserung.


Aus seinem Tätigkeitsbericht über die erfolgten Arbeiten an der Zeidner Orgel sind folgende Notizen entnommen:

a. Pedalwerk:
Die Arbeiten betreffen die Fortführung der vorgeschlagenen Veränderungen im Pedalwerk.
• Verlagerung (Versetzung)des Gedacktbasses 8‘ auf eine neue Schleife und das Einrichten einer Mixtur 4 fach an der Stelle des aufgelösten Dulcian 8‘.


• Neuanfertigung von einem Paar Pfeifenstöcken (C- Seite, Cis- Seite), die auch die Posaune 8‘ aufnehmen.
• Alle Stöcke erhielten neue Schleifendichtungen.
• Anfertigen von zusätzlichen Stöcken (5 Stück) zum Aufbänken dieser Pfeifen, damit Platz für Posaune 8‘ entsteht und eine Verbesserung der Klangabstrahlung von Gedacktbass 8‘ und den dahinter stehenden Subbass 16‘ gewährleistet wird.


• Für die Mixtur 4 fach wurden die Stöcke des Dulcian 8‘ umgearbeitet, so dass eine vorteilhafte Pfeifenaufstellung gefunden wird, die es ermöglicht, das Stimmen der Posaune 16‘ durchzuführen. Gleichzeitig erhielt die Mixtur drei Huckepackschleifen zum Vorprogrammieren der Mixturzusammensetzungen.


• Anfertigen von Anhängevorrichtungen für die Holzpfeifen in historischer Art mit Keilen.


• Die Mixtur erhielt Rastbretter, die Posaune Rastbretter und Anhängeleisten.
• Werkstattmontage dieser Register.
• Arbeiten an der Posaune 8‘, Anfertigen von Stutzen und Einpassen in die Bleiköpfe.
• Vorintonieren der Posaune in der Werkstatt so weit wie möglich.

b. Registermechanik:
• Ergänzungen für die Registerknöpfe bestehend aus farblich abgestuften profilierten Knopfenden mit Messingbeschlägen.
• Bei der Montage im Juni wurde die Bewegung der neuen Registerelemente vom Registerknopf bis zur Schleife eingepasst und reguliert.
• Veränderungen der Registerknöpfe.


c. Gehäuseergänzungen:
• Neue Ornamenttafeln für den Spieltisch.
• Farbfassung und Fertigstellung des Notenpultes.
• Notenpultbeleuchtung.
• Gittertüren für das Rückpositiv.
• Gitter zum Einsetzen im rückwärtigen Teil der Orgel.
• Farbfassung vom rückwärtigen Gehäuse.





Reinigung
• Gründliche Reinigung im Gehäuse und unter der Balganlage.

Zeiden, 18. Juni 2013

Hermann Binder, Orgelbauer

Weitere Reparaturarbeiten ( Abdichtung ) wurden durchgeführt am Blaseblag.

Während der Restaurierung kam ein kurioses Bild zum Vorschein. Es handelt sich um eine Orgelbemalung an einer der unteren Seitenplatten (rechts), die zwei Personen darstellen. Orgelbauer Prause mit erhobenem Zeigefinger und ein Geselle ? Nun, die Antwort lautet folgendermaßen: es handelt sich um den Maler Johann Oelhahn, ähnlich dargestellt an mehreren Prause- Orgeln (zB. Gürteln).




(Achtung - Baustelle: weitere Textteile werden demnächst ergänzt und neue Fotos hinzugefügt!)