Auch hier hat jetzt der Herbst die Oberhand gewonnen. Die warmen Tage sind vorbei und nachts friert es z. T. schon! Das ist dafür nun die beste Zeit, um den Indian Summer live mitzuerleben!!! Schon in unserer Straße kann ich bunte Blätter und Bäume in den schönsten Farben sehen! Aber um das noch ein bisschen schöner zu erleben, sind wir an diesem WE nach New Hampshire zu den White Mountains gefahren. Dort ist sozusagen das Mekka der bunten Maple-Leaves-Gucker.

In der Früh um 8 ging´s im 3er-Gespann los Richtung Norden. Bereits auf der Fahrt durch Cambridge, Arlington, Somerville usw. strahlten uns gelbe, orange und rote Blätter entgegen - und das bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein! Es konnte nur noch besser werden!

Nach rund 4 Stunden Fahrt und etlichen Zwischenstopps, um Fotos zu schiessen, erreichten wir unser Ziel - den National Forest am Kancamagus Highway. Das ist zwar der berüchtigte Touri-Pfad, aber uns war´s wurscht - wir wollten bunte Bäume sehen! Und die sahen wir dann auch! Entlang des Swift Rivers standen sie in ihren prachtvollen Blätterkleidern. Einfach nur toll anzusehen! Aber damit war´s ja nicht getan. Wir sind dann noch den Boulder Trail gelaufen (einen von diversen Wanderpfaden), ein rund 3 Meilen langer Rundweg auf einen Gipfel. Auf unserem Weg nach oben kam mir die ein oder andere Geographie-Exkursion in den Sinn! Der Unterschied ist, dass diese Exkursionen in Deutschland waren und man dort die Wege in etwas längeren Schleifen und somit sehr viel flacher zum Gipfel ansteigen lässt. Der Amerikaner dagegen dachte sich wohl: ich wähl den kürzesten Weg nach oben! Dass man dann einen Anstieg von weiß Gott wie viel Prozent Steigung in Kauf nimmt, ist dann auch egal! So kamen wir dann nach fast 1 Stunde kraxeln (aber der Pfad war wirklich schön, das muss gesagt sein!) auf dem Gipfel an (ich glaub, der war ca. 700 bis 800 m hoch) - und hatten eine Wahnsinns-Aussicht!!! Die Plackerei hatte sich mal sowas von gelohnt! Der Blick auf die White Mountains war einfach grandios, wunderschön, spektakulär, unbeschreiblich... Die Sonne schien wunderbar auf die Berge, so dass die Bäume in ihren Farben schillerten (z. T. sind die Bäume auch noch sehr grün gewesen, der Indian Summer beginnt je nach Lage und Höhe anders und dauert dementsprechend auch unterschiedlich lang). Und von dort oben konnte man auch auf den Swift River sehen, so dass wir ungefähr wussten, wie hoch wir wirklich geklettert sind! Der Abstieg war dann nicht mehr wild. Unten angekommen sind wir dann den Kancamagus Highway gefahren - die längsten 50 Meilen unseres Lebens, wie Uschi uns sagte. Das hängt damit zusammen, dass man praktisch alle 10 Meter anhalten kann, sich schöne Bäume, Landschaften und sonstiges anschauen (u.a. noch nen Wasserfall!) und fotografieren kann. Und tatsächlich, wir haben etliche Stopps gemacht, um uns diese beeindruckende Natur anzuschauen, und haben dann bestimmt fast 3 Stunden für den Weg gebraucht! Das Gute ist, dass die Tour im National Forest stattfand und somit keine Imbissbuden, Werbeschilder u.ä. auf dem Weg waren und unsere Fotos verschandeln konnten.

Als die Sonne immer tiefer sank und es wieder merklich kühler wurde, haben wir uns dann auch wieder auf den Heimweg gemacht. Aber ich kann nur sagen, dass dieser Tag unvergesslich bleibt!