Es gibt diese gefürchteten Orte wohl überall, die auch gewissermaßen interessant scheinen, die ganz anders sind, als sterile Bars im Zentrum einer Stadt. Gestern hat eine mutige Gruppe einen dieser Orte besucht: die U2-Bar im entlegenen Viertel Pihlajamäki – eine Kneipe,

… deren Stammkundschaft schon mittags vorm Eingang verweilt und eher tätowiert ist.

… wo die Bedienung kaum Englisch spricht, dafür das Bier aber nur 3.80 kostet.

… in die ein Vater seine Tochter niemals allein hingehen lassen würde, weil zweifelhafte Besucher unmissverständlich auf sie zeigen oder sie aufdringlich umkreisen.

… in der Finnlands Jugend Dart & Billard lernt.

… wo sich das Aroma des Hopfengetränkes mit dem dominanten Geruch des Toilettendesinfektionsmittels mischt.

… wo amerikanische Action-Filme an die Wand projiziert werden, ohne Ton, dafür mit finnischem Untertitel und gelegentlich vor dem Hintergrund einheimischer Karaoke-Popsongs, die zum Besten gegeben werden.

… wo ein Kind des Viertels aus seinem 22 Jahre geführten Tagebuch vorliest.

… in der ein zugezogener Restaurantbesitzer den Norweger als Nicht-Finnen zu identifizieren weiß, weil dieser seine Hände nach dem Toilettengang wäscht.

… in der eine Gruppe Austauschstudenten trotz allem Schrägen mehr Spaß hatte, als im dressed-up Club des City-Centers.

Wir kommen wieder!