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Ich bin gerade in Helsinki/Finnland... I'am currently in Helsinki/Finland... Olen Helsingissä/Suomessa nyt...

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May 28, 2008

Schnecke ist gut

verspiegelter Nachtnebel
verspiegelter Nachtnebel
Kaum ist das Studium hier beeendet, eine Woche mit good old friend Benjamin verbracht und ein Wochenende im Helsinki gechillt - zum World Village Festival, bei dem die Stadt Kultur spendiert, um Weltgewandtheit demonstrieren - geht's auch schon los... aber nicht zurück nach Germany, sondern flink raus aus dem Zimmer. Die kommenden Wochen versuche ich mich als Schnecke, das Haus auf dem Rücken. Die Schleimspur lasse ich aber zuerst weg, die Abdrücke der Wanderstiefel sollen genügen. Dafür nehme ich eine Dauerpackung Gottvertrauen mit, ich habe nämlich noch keine Ahnung, was mich abschließend in diesem Land erwartet...
Hiermit ist das Projekt Finnland-Blog beendet.

Man sieht sich / see you / nähdään!

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May 5, 2008

frühlingshafte Totalumkrempelung

Liebe Leute, der Frühling startet durch - aber flink!

Geburtstagskind
Geburtstagskind
So viel Bewegung scheint sich zu orientieren an den vielen Großstädtern, die seit 1.5 Wochen in Helsinki’s Freizeitpark Linnanmäki strömen, um sich von seltsamen Gerätschaften extrem beschleunigen zu lassen. Oder der Frühling möchte mit seinem dominant frischen Auftreten Sektliebhaberin Myriam wochenlang zum Geburtstag gratulieren…

Linnanmäki
Linnanmäki
Wasserstop
Wasserstop
Rollercoster
Rollercoster
Allestrommler
Allestrommler

Eine andere Erklärung für die grüne Totalumkrempelung der Stadt liegt aber auch sehr nahe: Vappu! Der finnische 1. Mai, finnischer Karneval. Bei so vielen knallenden Sektkorken kann einfach kein Winterschlaf andauern. Wie dem auch sei, Sonne steht der Stadt gut, die Menschen lächeln jetzt sogar und sind auf der Straße zu sehen! Traditionell wird um 18 Uhr des Vappu-Vorabends die nixenartige Statue im Hafen von Studenten gewaschen, Seifenschaum dekoriert noch Tage danach den zugehörigen Brunnen. Gekrönt wird das Haupt der nackten Frau mit einer matrosenmützenartigen Schulabschlussmütze, und alle graduierten Beistehenden zücken ebenfalls ihre Kopfbedeckung – die Leute jung oder alt, die Hüte strahlend weiß oder undefinierbar braun. Der restliche Abend wird damit zugebracht, die steifen Winterkörper alkoholisch weichzuspülen. Doch überraschenderweise habe ich niemanden sich prügeln sehen. Trotzdem ist der erste Mai hauptsächlich der Erholung gewidmet: bei Picknick im Park, den sich mindestens alle sozialen Schichten teilen, auf Decken lümmelnd oder an gedeckten Tafeln sitzend. Eine soziale Trennlinie existiert allerdings noch: die zwischen Leergutverursachern und -einsammlern…

Seifenblasen blasen
Seifenblasen blasen
es ist angerichtet
es ist angerichtet
Alles muss raus!
Alles muss raus!
Seaside
Seaside
Mölkky
Mölkky
is ja interessant
is ja interessant
Wo bist du eigentlich?
Wo bist du eigentlich?
hier kommt die...
hier kommt die...
ein Paar
ein Paar
chillig
chillig
einladend
einladend
Hallo&Foto
Hallo&Foto
rotweiß
rotweiß
Stillleben
Stillleben
yeah!
yeah!
Krönung einer Nackten
Krönung einer Nackten
Leergutsammler deluxe
Leergutsammler deluxe
sitzen
sitzen
Leergutsammler
Leergutsammler
Lieferung
Lieferung

 

NationalTrias
NationalTrias
Außerhalb des Parks schlüpfe ich übrigens in beide Leergut-Rollen, wie auf meinem Fensterbett unschwer zu erkennen ist. Auf dem zugehörigen Foto ist zusammengeführt, was meiner Meinung nach den Menschen hier symbolisch und praktisch Einheit bringt: Flagge, Natur, Leichtbier…
Die Flagge war an der höchsten Stelle, doch momentan wetteifern die Blätter am Baum und der goldene Bierdosenturm um Vormachtstellung. Es bleibt spannend, auch wenn ich Kooperation begrüßen würde! Aber mir scheint, ich kann daran nichts ändern – selbst die Elstern vorm Fenster verteidigen ihr Nest seit Wochen aggressiv und laut gegen Eichhörnchen und Nebelkrähen…

Wer sich fragt, was ich sonst so treibe, der schaue diese drei Indizien für Prüfungsvorbereitungsflucht an:

Korvapuusti
Korvapuusti
Ruisleipä
Ruisleipä
Hafenbier
Hafenbier
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April 11, 2008

Weltpüree

Wohlfühlzug
Wohlfühlzug
Was sind das für Zeiten? Auf harmlosen Mooswiesen versinkt man. Kinder dürfen sich auch in Zügen wohl fühlen (siehe Foto). Manche Franzosen mögen weder Käse noch Wein, mache Russen trinken keinen Vodka! Einkaufen kann man ohnehin an jedem Tag…

 

Saunawurst
Saunawurst
Letzteres löst zwar die gewissermaßen sinnvolle Wochenstruktur auf, aber die Wohnheimssauna hat eine neue geschenkt: Werk- und Ruhetage werden von Sauna- und Nicht-Saunatagen abgelöst. Erstaunlicherweise kann saunatags ein kaltes Bier im heißen Raum sehr angenehm sein. Nur die makkara (finnische Würstchen, auf dem Saunaofen erhitzt) sollte man, falls gemocht, doch besser nach dem Saunieren essen, denn irgendwie schließen sich Schwitzen und Verdauen aus. Folglich fehlt ein wesentlicher Aspekt des Schweißbades, die neue Wochenstruktur geht den Verdauungssaftbach hinunter, man steht wieder mit einem Fuß im Weltpüree.
hiking, finnish way
hiking, finnish way

Die überraschende Sache mit den sozialen Kategorien ist meiner Meinung nach kein Problem. Ich versuch’s einfach mal einen Satz lang ohne. Also, in diesem Gebiet, dessen zugehöriges nationales Gebilde nach dem Ende der Welt (Finnland) oder Sumpf (suomi) benannt ist, haben Menschen (ganz allgemein) tatsächlich die Gelegenheit, Frühjahressonne zu genießen.

Modeelement
Modeelement
Aber der Eintrag hier ist Weltpüree benannt, intuitiv passt das nicht mit Struktur & Konsequenz zusammen. Außerdem gibt’s auch in Püree manchmal Klumpen. Darum: Die Finnen sind pragmatisch!!!! Hier geht man in Gummistiefeln wandern und an schneematschigen Tagen sogar in die Oper, dem zufolge hat sich der Gummistiefel auch zum Modeelement entwickelt.

3 Menschen, 15m Sandstrand
3 Menschen, 15m Sandstrand
here comes the sun
here comes the sun
goldblau
goldblau
stufenweise
stufenweise
Sonnenbank
Sonnenbank

Und nun, da ich einmal die Konsequenz außeracht gelassen habe, beziehe ich mich im neuen Abschnitt auch nicht mehr auf die Einleitung. Stattdessen teile ich euch völlig zusammenhangslos mit, dass der Wald hier sonnig und neblig ist, grün und grau, felsig und moosig, ausgestattet mit outdoor-Klo oder nicht, ursprünglich oder abgeholzt. Darin unterwegs zu sein ist meist toll, mit Besuch, Mitstudenten oder allein.

Nebelwanderung
Nebelwanderung
See im Nebel
See im Nebel
drüben
drüben
Moos&Flechten
Moos&Flechten
Sonnenwanderung
Sonnenwanderung
ExWald
ExWald
mieser Moor!
mieser Moor!
outdoor-Klo
outdoor-Klo

Jetzt wird es Zeit für einen Vergleich, Achtung, aufgepasst!
Die Verbotsschilder, die ich bisher gesehen habe, sind so variationsreich, wie die Musiker auf dieser Jamsessionbühne, letzten Sonntag… ach nein, nichtsaunatags.

!
!
!
!
!
!
shadow woman
shadow woman
Jamsession
Jamsession
Jamsession
Jamsession

 

 
Was mich schließlich noch bewegt, ist folgende Frage: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Weltpüree, spiegelnden Kugeln und Skate-Tänzern?
Spiegelkugel
Spiegelkugel
Hütchentanz
Hütchentanz
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March 21, 2008

Schritt für Schritt...

Bereits mehrere Wochen habe ich mich nicht mehr blogmäßig gemeldet. Doch hat mich weder der lappländische Winter postum gefesselt, noch brachialer Frühling indoor-Aktivitäten unterbunden. Die Wahrheit liegt dazwischen, in nervenaufreibender Textschreiberei unter dem Motto "irgendwas – aber mit Quellenangaben" und vielen tausend Reise-Schritten. Allerdings berichte ich nur über letzteres, wenngleich ich auch bereit wäre, verkritztelte Konzeptblätter meiner Studiererei in Kopie zur Verfügung zu stellen...

Malifu
Malifu
Jedenfalls: Nach der Lapplandreise hatte ich nicht mehr damit gerechnet, viele Bäume unter Schneehaube zu sehen. Aber was wäre das Leben ohne Überraschung? Nun hatte sich aber der Winter (wieso eigentlich nicht "die"?) noch einmal in Schneeteppichform unter die Füße des hohen Leipziger Besuchs gelegt. Malifu war hier! Und das gab Anlass, in die nahe Naturparkwildnis aufzubrechen und zu viert eine total abgelegene, stereotype Blockhütte (mökki) am See zu bewohnen: mit Holzfeuer & Saunahütte. Ein Abenteuer…
Das Fazit von diesem Wanderausflug war für mich: nie wieder ohne Kompass und angemessenes Kartenmaterial! Außerdem ist’s nicht sonderlich ergiebig, Trinkwasser zu schmelzen.

Post
Post
mökki
mökki
mökki
mökki
Suchbild
Suchbild
Naturpark unverkitscht
Naturpark unverkitscht
Naturpark
Naturpark
erst
erst
dann
dann

 

Schiffshierarchie
Schiffshierarchie
Eine Woche später bin ich in die Besucherrolle geschlüpft: bei Pitti in Stockholm. Doch dazu gehörte zunächst meine erste Fahrt auf einem großen Schiff, der Mariella. In der interessanten Schiffshierarchie war ich natürlich ganz untern untergebracht, Deck 2. Selbst die Fahrzeuge sind über mir. Breitere Treppen mit goldenem Geländer kommen irgendwo oben… Aber es war ein finnisches Schiff, und da hier Statusunterschiede nicht so wichtig genommen werden wie in anderen Ländern, gab's auch den baulichen Ausgleich: die Schiffssauna (natürlich vorhanden!) ganz unten.
Profifotograf
Profifotograf
Eigentlich hatte ich ’nen prächtigen Sonnenaufgang überm Meer erwartet, aber den gibt’s vielleicht nur in der Luxusklasse. Stattdessen ist abends Himmel und Meer grau verschmolzen und im vernieselten Morgengrauen sind Unmengen an Schären vorbeigezogen. Diese kleinen Inseln haben mich fasziniert - oft sitzt auch auf der Kleinsten noch eine Hütte!

Sunshine from Spain
Sunshine from Spain
Verlauf
Verlauf
Schären im Morgengrauen
Schären im Morgengrauen
Schäre
Schäre

Altstadtgasse
Altstadtgasse
Stockholm ist mit seinen bunten Altstadtgassen, Boutiquen und Galerien ganz anders als Helsinki und echt gemütlich. Was zum Hingucken! Aber mit der Zeit wird’s etwas zu steril, überwacht wird auch an jeder Ecke, verlodderte Menschen aus dem Bahnhofsbild entfernt… Bei Pitti im WG-mäßigen Wohnheim ging’s sozialer zu, gemeinsam Kochen, Kosten, Diskutieren. Natürlich gab’s auch die obligatorischen Zettelnachrichten in der Küche. Wo sich eher Ronja Räubertochter zuhause fühlt, haben wir auch erlebt: der schwedische Urwald. Und dahinter kommt dann wieder ein chicer Küstenort aus Holzhütten bzw. -villen.

Keramik
Keramik
Tür?
Tür?
Knut!
Knut!
WG-Kommunikation
WG-Kommunikation
Ronja's Wald + Pitti
Ronja's Wald + Pitti
Ronja's Wald
Ronja's Wald
Ronja's Wald
Ronja's Wald
Bus stop?
Bus stop?
Dalarö
Dalarö
Pavillon, 360°
Pavillon, 360°
Vogelhaus
Vogelhaus
Dalarö
Dalarö
Dalarö
Dalarö
Dalarö
Dalarö
VoKü
VoKü
Helmut Hahn
Helmut Hahn
Kinderwagen ja&nein
Kinderwagen ja&nein
Steinbaum
Steinbaum
Stockholm
Stockholm
Sunset
Sunset
5x24 Dosen, tax free
5x24 Dosen, tax free

So, und nun, wieder eine Woche später, ist Ostern. Schnee liegt auch in Helsinki nicht mehr, aber windig-frostig ist’s noch (oder mal wieder) – was man besonders auf den vorgelagerten Festungsinseln (suomenlinna) spürt. Trotzdem scheint der Frühling schrittweise zu kommen, denn die Stadtreinigung hat bereits den Streusand fein säuberlich zusammengefegt. Vielleicht gibt’s in einem so einem traditionell protestantischen Land auch ein Deal mit Gott: nach Ostern keinen Schnee? Aber am Karfreitagmorgen fahren die Großstädter noch fleißig Schlittschuh im Zentrum und bei Sonnenschein. Außerdem ist’s der Tag von Mämmi. Das ist allerdings keine wichtige Person (equality-day um Powerfrau Minna Canth war am Mittwoch), sondern ein unansehnlicher Desert-Haufen, ein Roggenpudding mit sehr eigenem Geschmack, aber angenehm. Naja, ich mag auch Vollkornbrot.

Fotofoto
Fotofoto
Suomenlinna
Suomenlinna

Suomenlinna
Suomenlinna

 

Osterlamm?
Osterlamm?

Nun bleibt nur noch zu sagen: Prost Osterlamm!
Und (als kleine Zungenübung): Hyvää Pääsiäistä! Frohe Ostern!

 

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March 2nd, 2008

"Kein Lappen in Lappland"

Ich bin zurück und habe die knackige Kälte überlebt. Ich würde jedoch annehmen, dass sie alles zum Erstarren bringt. Tatsächlich hat sie aber alte Erinnerungen aus der Gedächtnisrumpelkammer, Abteilung verheizte Naturphänomene, wieder belebt: Seen mit einer tragfähigen Eisdecke; das laute Knirschen, geht man über eine feste Schneedecke; das Gefühl, die Nasenflügel frieren zusammen, atmet man zu heftig ein…

Vorfahrt für Sonnenlicht
Vorfahrt für Sonnenlicht
good morning
good morning

Doch vor all dem rollte eine Nacht im Zug dahin, eine lehrreiche Nacht im Sitzabteil: Denn zukünftig werde ich eine Augenbinde gegen die permanente Beleuchtung einpacken; ein Kissen, das verhindert, dass sich meine Wirbelsäule der Armlehne anpasst; Gehörschutz gegen mächtige Schnarchgeräusche und das Lallen eines Betrunkenen, der sich schließlich helfen lassen muss, seinen Rucksack auf den Rücken zu manövrieren. Und da ich, so ausgerüstet, tief schlafen würde, einen Wecker, um nicht das frische und tiefe Morgenblauen zu verpassen.

nighttrain
nighttrain
nighttrain
nighttrain
snow mobiles
snow mobiles
Schneefreude
Schneefreude

 

Bevor sich unsere Gruppe über den Polarkreis bei Rovaniemi gewagt hat, konnten wir noch im Museum Arktikum allerlei über die Eiswelt erfahren, z.B. dass Elche einfach riesig sind. Später am arctic circle ist von den stillen Weiten der Taiga noch nichts zu sehen, denn hier wohnt der Weihnachtsmann samt seinen Elfen und tausend Touri-Shops.

Arktikum
Arktikum
Arktikum
Arktikum
Bus fährt am gelben Zeichen
Bus fährt am gelben Zeichen
janusköpfig
janusköpfig
was für'n Mann...
was für'n Mann...
arctic circle
arctic circle
arctic circle
arctic circle
1/2 reindeer
1/2 reindeer
hohoho
hohoho
komische Elfen und ich
komische Elfen und ich
Schneespaß
Schneespaß
Schneespaß
Schneespaß
Eisblock
Eisblock
Santa Village - Post Office
Santa Village - Post Office
Rovaniemi Hbf
Rovaniemi Hbf

 

Im goldenen Spätnachmittagslicht kamen wir dann aber doch im idyllischen Hüttendorf an, das von einer netten Familie mit zwei Kindern und einigen Hunden betrieben wird und an einem kleinen See liegt.

Ankunft des Schattens
Ankunft des Schattens
Ankunft
Ankunft
Schutzzaun
Schutzzaun
Windfisch
Windfisch

 

Was macht man nun in Mitten von Schnee und Nadelgehölz?

… morgens den Blick aus dem Küchenfenster genießen. Ist man vom Staunen noch nicht wach, dann hilft ein Schritt vor die Tür und eine Hand voll Schnee im Gesicht.

vom Frühstückstisch
vom Frühstückstisch
kristall
kristall

 

… die outdoor-Aktivitäten des Tages planen, den Hosentaschenwärmer nahe zum Fotoapparat packen, sich hinaus begeben und geduldig abwarten, bis jeder bereit zum Aufbruch ist. Dann ist ein paar Stunden Staunen angesagt, und gelegentliches Orientieren – erholsam, wenn alle die Position total falsch einschätzen.

Staunen
Staunen
Startschwierigkeiten
Startschwierigkeiten
treuer Begleiter, humpelnd
treuer Begleiter, humpelnd
undefinierbare Ebene
undefinierbare Ebene
orientierungslos
orientierungslos
yeah
yeah
Elch-Haar-Peeling?
Elch-Haar-Peeling?
Fluss & Zuckergussbaum
Fluss & Zuckergussbaum
Huckelpiste
Huckelpiste
Spuren
Spuren
traurig
traurig
4
4
Spuren
Spuren
STOP?
STOP?
Frostmahlzeit
Frostmahlzeit

Baustelle
Baustelle

Proportionen
Proportionen
ice fishing
ice fishing
praktisch
praktisch

 

… am Abend saunieren, erneut staunen, dass der Wechsel von +100°C in den -20°C frischen Schnee recht angenehm ist, am offenen Kaminfeuer aufwärmen. Leicht bekleidet wieder nach draußen stürzen, um die Nordlichter zu bewundern.

die Alternative
die Alternative
in der Saunahütte
in der Saunahütte

 

… vor dem Kaminfeuer im Blockhaus (mit Käsemesser aber ohne Lappen) Rätselgeschichten lösen oder einfach nur das geil-knoblauchige Essen zu verdauen.

Kaminfeuer
Kaminfeuer
im Blockhaus
im Blockhaus
Blockhütte
Blockhütte
Lasereiszapfen
Lasereiszapfen

 

…am Morgen der Abreise bei -28 bis -34°C (unterschiedliche Angaben) ein Abschiedsgruppenfoto im Sonnenaufgang fast mit den Fingern der Kamerahand bezahlen. Im warmen Bus kommen die Schmerzen und machen es unmöglich, zu bewundern, wie sich die Sonne über die Baumkronen erhebt.

-30°C
-30°C
Rovaniemi
Rovaniemi
aus dem Zug
aus dem Zug
Industrie
Industrie

 

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February 23, 2008

Hermann Hesse naiv, Integrationsgrillen noch unfertig

Eismuster
Eismuster
Bevor ich mich mit einigen Mit-Erasmusianern und 3 Schichten Hose auf den Weg in den Norden des Nordens mache, möchte ich der Nachwelt noch ein paar Fotos hinterlassen, denn: Wer weiß, vielleicht verirren wir uns in den Weiten Lapplands, schwitzen uns in der Sauna zu Tode, rutschen ins Eisangelloch oder dienen den Huskys als Futter…
Nein, ich bin nicht wahn-sinnig geworden! Aber habe trotzdem Lkw-Ladungen voller frischer finnischer SchülerInnen gesehen, die, gerade aus der Bildungsfabrik kommend, mit Candies um sich werfen. Das ganze Spektakel findet am Valentinstag statt, ist der letzte Schultag vor der Prüfungszeit und heißt Penkarit. Et voilà, des photos:

Lieferung
Lieferung
Lieferung
Lieferung
Süßigkeiten
Süßigkeiten
fotofoto
fotofoto

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Schöner Gedanke, jedoch war Hermann Hesse zu naiv. Ich bin mir sicher, dass wir uns Weltfrieden zurechtleben können. Aber einen entspannten Grillabend bei frostigen Temperaturen, die fleißig von Wind unterstützt werden? Nein! Wahn-sinnige Hitzewallungen wären da willkommen, fanden aber nicht den Weg in den Innenhof. Tja, also war das German Barbecue im Sinne des Kulturaustausches nicht entspannt – lustig und geschmacklich repräsentativ dennoch: Bratwurst, Bier, Senf, Ketchup, Sauerkraut, Kartoffelbrei, Nudelsalat… Übrigens, weil mich Identitäten auch gerade in Sozialpsycho beschäftigen: Nach langen Überlegungen ist nur die Grillkultur das, was meine Soziale Identität als „Deutscher“ ausmachen kann. Sprache? Wird z.B. auch in Österreich gesprochen. Eine reiche Brotauswahl? Gibt’s auch in Finland… und so weiter.

Ich kann mit dem Minimalkonsens Grillen leben und werde von nun an für ein Integrationsgrillen eintreten, das aber keine Assimilierung darstellen darf… Hm, die Idee ist noch etwas unfertig. Sollte mir aber trotzdem schon die Ausbürgerung drohen, muss ich mich eben im Sinne von Funny van Dannen integrieren.

Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen

 

Die Tutorinnen
Die Tutorinnen
Die Frage, was zu einer Gruppenzugehörigkeit führt, ist wirklich verzwackt! Und hängt von der Perspektive ab: Dass doch nicht alle Finnen des Englischen mächtig sind, hat mich ja schon am ersten Tag überrascht. Bis jetzt scheinen alle Sport&Fisch zu mögen, aber Salmiakki? Riikka, eine der Tutorinnen während unserer Einführungstage, mag die salzige Lakritz ganz und gar nicht, während ich schon ernsthafte Suchtanzeichen zeige und meine Lieblingssorte gefunden habe. Riikka fühlt sich aber trotzdem als Finnin, dabei war sie noch nicht mal in der beholzhäuserten Stadt Porvoo, die die zweitälteste Finnlands ist… kompliziert. Egal, hier kommen zugehörigen Fotos:

 

Cam mit Mütze
Cam mit Mütze
Tokio Hotel!
Tokio Hotel!
Rostlauben
Rostlauben
Rostlauben
Rostlauben
Rostlauben
Rostlauben
Eis
Eis
Fotomalerei
Fotomalerei
Fotomalerei
Fotomalerei
krumm
krumm
Here comes the sun
Here comes the sun
bunte Holzhäuser
bunte Holzhäuser
Eisbasketball?
Eisbasketball?
Kontrast
Kontrast
?
?
don't skate
don't skate
Eismuster
Eismuster
Eistest
Eistest
Glückauf am finnischen Fluss?
Glückauf am finnischen Fluss?
Reggae & Antik
Reggae & Antik
Gasse
Gasse
hit the wall, boy
hit the wall, boy
aus dem Bus
aus dem Bus
aus dem Bus
aus dem Bus

Übrigens scheint es in diesem Ländchen mehr Kameras als Einwohner zu geben, darum will ich diese auch der Ablichtung würdigen

Nicht durchleuchten!
Nicht durchleuchten!
Gott sieht alles
Gott sieht alles
Busbahnhof
Busbahnhof
Hauptsache 'ne Cam.
Hauptsache 'ne Cam.
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February 9, 2008

Dialektik, drei f.f.F. & Kartoffelschälanweisung

learning center
learning center
Nachdem ich nun schon über einen Monat im finnischen „Bildungsparadies“ bin, jedoch momentan Äpfel mit Migrationshintergrund aus Deutschland esse, möchte ich etwas über die Studiensituation zu berichten. Es ist an der Zeit dazu, auch weil in der Zeit (haha, Kioski, 5.95 EUR) so schön über die deutsche Bildung hergezogen wird. Dort steht dann z.B., dass die Universitäten zu provinziell sind und Professoren unattraktiv wenig verdienen. Ich schlendere mit diesen Worten im kapuzenbedeckten Hinterkopf durch die University of Helsinki und mir wird bald klar: die Finnen lassen sich ihre Hochschulen was kosten! Daran, dass das die Fakultät für Verhaltenswissenschaften hoch auf dem Berge thront und das Sozialpsycho-Anwesen an ein Gutshof erinnert, kann man das nicht erkennen – wohl aber an der materiellen Ausstattung im „Alexandria learning center“. In dem offen und hell wirkenden Gebäudekomplex sind da etagenweise Computer-Arbeitsstationen zu finden, jede/r StudentInn hat ein freies Druckkontingent von 600 Seiten pro Semester, Gruppenarbeitsräume stehen zu Verfügung, usw. Den Namen nach der antiken Bibliothek zu wählen ist natürlich etwas anmaßend, trotzdem hoffe ich, dass sie ihrem Vorbild nicht in den Feuertod folgt – wäre u.a. auch schade um all den Kaffee, der, selbstverständlich mit an die Leseplätze gebracht, in Koffeindampf aufgehen würde.
Interaktiv
Interaktiv
Wie international ausgerichtet das Unileben hier ist, zeigen neben schwedischen Kursen (wegen der offiziellen Zweisprachigkeit des Landes) auch die englischen Veranstaltungen. Diese sind nämlich ein ganz selbstverständlicher Teil des Lehrangebotes und nicht nur für die Austauschstudenten gedacht. Daher komme ich auch in Kontakt mit einheimischen StudentInnen - wie gerade im Gender-Seminar: Wie lassen wir Geschlechtsunterschiede in der alltäglichen Interaktion entstehen? Bei angenehm interaktiver Gestaltung und Gruppenarbeit konzentrieren sich drei freundliche finnische Feministinnen und ich dazu auf den Schulkontext. Wenn ich dann diesen Unialltag mit dem in Leipzig vergleiche, kommt mir das Urteil von den „provinziellen“ deutschen Hochschulen plausibel vor.
Hochschulpolitik
Hochschulpolitik
Aber es gibt auch verbindende Momente! Einer ist mir in Form von kritischen hiesigen StudentInnen begegnet. Ein paar Leute mit humanistischem Bildungsideal, die im Kühlnass stehen und, mit Transpis und Megaphon ausgestattet, Hochschulpolitik kritisieren. Die Regierung überlegt, Studiengebühren einzuführen; Hochschulen werden zu Unternehmen… Na, wem kommt das bekannt vor?

Psychologie
Psychologie
Psychologie
Psychologie
Sozialpsychologie
Sozialpsychologie

Auch wichtig, aber angenehmer ist da ein anderer Bereich des Studierlebens: die Mensa.
Hier ist sie das Paradies für Individualisten. Man bezahlt für das Kern-Gericht und kann dann kombinieren, was Magen&Geschmackwahrnehmung zulassen: Die Beilagen (meist Reis und Pellkartoffeln, aber auch Rosmarin-Ofenkartoffeln haben schon ihren Duft verbreitet) in Fruchtsaft schwenken, sich einen Ketchup-Rotebeete-Salat auf den Teller richten und mit Olivenöl übergießen, drei verschiedene Brotsorten wahlweise in Voll- oder fettarme Milch krümeln, oder das Putenschnitzel mit einer Schicht aus veganem Brotaufstrich abdecken – anything goes. Aber die ausgelegte Kartoffelschälanweisung ist mir persönlich dann doch etwas zu paternalistisch.

Mensa
Mensa
Mensa
Mensa
Kartoffelschälanweisung
Kartoffelschälanweisung

Nach so einem gesunden Mittagessen habe ich dann wieder genügend Energie, mich mit Kulturvergleich oder finnischen Schimpfwörtern zu beschäftigen. Um eine Pause einzulegen gehe ich später in das nahe und gemütliche Uni-Café, genieße FairTrade-Kaffee mit gefairtradetem Braunen Zucker und würzige FairTrade-Zartbitterschokolade. In einem aktuellen Artikel der Zeit (diesmal kein Wortspiel, immer noch 5.95 EUR am Kioski) erweist sich die neoliberale Schulzeitverkürzung in Deutschland als „pädagogisches Desaster“. Doch vom verstressten Zeitgeist habe ich momentan Abstand (räumlich und mental), was mich mit einem beschwingten Glücksgefühl durch den Freitagnachmittag gehen lässtzumindest solang sich dieser Zeitgeist versteckt hält.

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February 3rd, 2008

Dezenter Zusammenhang von Fischen oder Fotos

 

Winterspaziergang - auch eine Art Gewalt
Winterspaziergang - auch eine…
Winterspaziergang - braune Pampabrühe
Winterspaziergang - braune Pam…
Winterspaziergang - Beton
Winterspaziergang - Beton
Winterspaziergang - Alter Schwede!
Winterspaziergang - Alter Schw…
Am Ufer
Am Ufer

Der Kaulbarsch* und der Lachs

Man sagt, dass einmal der Kaulbarsch und der Lachs unterhalb eines Wasserfalles eine Wette eingingen, wer von ihnen den Wasserfall hinaufschwimmen könnte.
Der Kaulbarsch verfiel auf den schlauen Gedanken, seinen Schwanz mit einem Haar an den Lachs festzubinden. Als nun der Lachs oben war, schaute er sich nach dem Kaulbarsch um. Ja, da steckte dieser hinter dem Schwanze des Lachses, schwamm schnell nach vorn und rief: "Ei, hier bin ich schon."
Und da hatte er die Wette gewonnen.

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Am Ufer
Am Ufer
komische Kinos
komische Kinos
Alte Kabelfabrik / Kaapelitehdas
Alte Kabelfabrik / Kaapelitehd…
Am Ufer
Am Ufer
komische Kinos
komische Kinos
komische Kinos
komische Kinos

* Barsch ist der häufigste Fisch Finnlands, jährlich werden davon ca. 10 Millionen kg gefangen... usw. Ob die 5.3 Millionen Finnen so clever sind wie der Kaulbarsch im Märchen, das kann ich noch nicht beurteilen.


Zu den Fotos, im Urzeigersinn...

Der Winterspaziergang. Hier muss man nicht unterhalb eines Wasserfalles herumplanschen, um Natur zu sehen! Dazu reicht ein 15min Fußweg, nichts erinnert dann daran, dass man noch in einer Landeshauptstadt ist.
Der Sonnenaufgang. Für dieses Foto musste ich nur einen Hinterausgang benutzen und ein paar Schritte durch den Schnee gehen. Die Faben sind ungepimpt.
Die komischen Kinos. Letztes Wochenende war ein umfangreiches Dokumentarfilmfestival in Helsinki, die über 100 Werke liefen u.a. in diesen eigenartigen Sälen.
Die Alte Kabelfabrik. Dort, im westlichen Zentrum und am Wasser gelegen, war ich heute. Die Gebäude sind mit Museen gefüllt. Im Finnish Museum of Photography habe ich heute beeindruckende Aufnahmen von Hannes Heikura gesehen, die irgendwo zwischen Dokumentation und Kunst spielen.
Wenn ihr den KAAPELI-Schriftzug am Gebäude seht, seid ihr übrigens einer angenehmen Wortmindetheit begegnet - wie musiikki, friikki, bussi oder broileri. Solltet ihr also in Not sein und einen finnischen Begriff benötigen, dann versucht mal dies: mindestens einen Vokal oder Konsonanten länger aussprechen (auch wenn's schwierig ist) + ein i anhängen.


Und nun ein Blick auf die Straße...

street music
street music
street music
street music
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January 21, 2008

1.5 Stunden emotionale Schnapsgarage, 2 Stunden Tonelli’s-Ersatz

Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…
Im Land der tausend Seen sehen sich 84% der Bürger als lutherisch-christlich, ein erstaunlich hoher Anteil. Aber es wäre nicht Finnland, wenn’s nicht einen Haken an der Sache gäbe, der zum Schmunzeln anregt. Denn nur 4% der Finnen sind wöchentlich Kirchgänger! Und gestern war ich in einer Kirche, die noch niedriger ist, als dieser Anteil: die Tempelkirche (temppeliaukion kirkko). 1968, als der Rest der Welt an Frieden dachte, wurde das Bauwerk mal eben in den Fels gesprengt… klingt gewaltig, sieht von mancher Seite auch gewaltig aus („Eine feste Burg ist unser Gott“?). Der Helsinki-Reiseführer weiß es auch gut zu beschreiben: „Von außen ist die flache Kuppel kaum zu sehen, und auch der Eingang vom diskreten Charme einer Tiefgarage lässt nicht ahnen, welch fantastischen Eindruck das Innere bietet: rauer Fels, eine von Betonrippen getragene Kupferdachkuppel und eine schlichte Einrichtung liefern eine eindringliche Bühne für den sich ständig ändernden Lichteinfall.“ Und in dieser Umgebung fand ein evangelikaler Gottesdienst in englischer Sprache statt – wie’s sich gehört mit reichlich emotionalen Lobpreisliedern, die sich aber, von Flügel und Violine begleitet, bei den hervorragenden akustischen Eigenschaften der Kirche gut machen. Dass das Abendmahl auch etwas anders wird, hätte ich beim Anblick des Geschirrs in Espressokannenästhetik ahnen müssen. Auf die Praxis, sich hinzuknien, während man Blut und Leib Christi empfängt, konnte ich mich ja vorbereiten – schließlich bin ich nicht als erster nach vorn gestürmt. Aber dass mir statt Wein oder Traubensaft eine konzentrierte alkoholische Flüssigkeit (Likör, Weinbrand, Schnaps?) gereicht wird, hat mich doch einigermaßen erstaunt! Zum Espressodesign passt’s allemal…

Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…
Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…
Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…
Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…
Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…
Tempelkirche / temppeliaukion kirkko
Tempelkirche / temppeliaukion…

Als ich wieder nüchtern und im Wohnheim war, kam eine Meute MitaustauschstudentInnen vorbei, um gemeinsam Touristguides zu studieren und kleine Pizzen auf viele Öfen zu verteilen. Nachdem die Mägen gefüllt waren, ist der musikdurstige Teil der Gruppe in den Club Liberté gegangen: zur all sonntäglichen Jamsession. Die Sessionband hat mit groovigen Auftaktsstücken ganz im Stil von Medeski, Martin & Wood bzw. John Scofield und einigen Blues- und Jazzsongs mein Herz höher schlagen lassen und mein Gesicht mit einem zufriedenen Lächeln überzogen. Wer also überlegt, nach Helsinki zu gehen, sich aber nicht vom Leipziger Tonelli’s trennen kann, dem kann ich getrost sagen: es gibt Ersatz! Sogar eine finnische Version performativ herumturkelnder Betrunkener habe ich gesichtet. Schade ist nur, dass man die Kommentare nicht versteht, die zwischen Musikern und altbekannten Zuhörern hin- und herfliegen.

Pizza
Pizza
Studieren der City Guides
Studieren der City Guides
Session im Club Liberté
Session im Club Liberté
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January 13, 2008

in the middle of nowhere

Die U2-Bar.
Die U2-Bar.
Es gibt diese gefürchteten Orte wohl überall, die auch gewissermaßen interessant scheinen, die ganz anders sind, als sterile Bars im Zentrum einer Stadt. Gestern hat eine mutige Gruppe einen dieser Orte besucht: die U2-Bar im entlegenen Viertel Pihlajamäki – eine Kneipe,

… deren Stammkundschaft schon mittags vorm Eingang verweilt und eher tätowiert ist.

… wo die Bedienung kaum Englisch spricht, dafür das Bier aber nur 3.80 kostet.

… in die ein Vater seine Tochter niemals allein hingehen lassen würde, weil zweifelhafte Besucher unmissverständlich auf sie zeigen oder sie aufdringlich umkreisen.

… in der Finnlands Jugend Dart & Billard lernt.

… wo sich das Aroma des Hopfengetränkes mit dem dominanten Geruch des Toilettendesinfektionsmittels mischt.

… wo amerikanische Action-Filme an die Wand projiziert werden, ohne Ton, dafür mit finnischem Untertitel und gelegentlich vor dem Hintergrund einheimischer Karaoke-Popsongs, die zum Besten gegeben werden.

… wo ein Kind des Viertels aus seinem 22 Jahre geführten Tagebuch vorliest.

… in der ein zugezogener Restaurantbesitzer den Norweger als Nicht-Finnen zu identifizieren weiß, weil dieser seine Hände nach dem Toilettengang wäscht.

… in der eine Gruppe Austauschstudenten trotz allem Schrägen mehr Spaß hatte, als im dressed-up Club des City-Centers.

Wir kommen wieder!

Dart in der U2-Bar
Dart in der U2-Bar
22 Jahre middle-of-nowhere ;-)
22 Jahre middle-of-nowhere ;-)

 

U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
U2-Bar again
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January 13, 2008

Hereinspaziert…

Die Schlange...
Die Schlange...
Die Einführungswoche ist vorüber, geblieben ist nach vielen Stunden vor allem eine beträchtliche Anzahl von Infomaterialen. Wer Wohnheime kennt, ahnt eventuell, wie gut sich Broschüren als Farbtupfer machen! Die tägliche Informationsbeschallung ab 9 Uhr morgens waren allerdings gut organisiert, hat wirklich genügend Bereiche des studentischen Alltags abgedeckt und lässt mich nun glauben: „Vielleicht sind die Finnen manchmal die richtigen Klischee-Deutschen…“ Denn zu beachten hat man diese und jene Regeln, Ämter zu besuchen, im Wohnheim ja nicht zu laut zu sein – und dies wirklich ernst zu nehmen!!!
Achtung Übergewicht
Achtung Übergewicht
Für Auflockerung sorgten dabei diverse Unikate, wie der IT-Verantwortliche T.J. (die Kombination aus Udo Lindenberg und Robin Williams in „Good Morning Vietnam“), ein smart-eloquenter Vertreter des lokalen Debattierklubs oder der Unichor der Sozialwissenschaften, der uns das finnische Happy Birthday (paljon onnea vaan) beigebracht hat. Alle älteren Offiziellen haben übrigens ausnahmslos ein paar Kilo mehr auf den Knochen, was auffällig mit einem Schild im Bus zusammenpasst…

Der Reflektor
Der Reflektor
Zur guten Organisation der Einführungstage zählen auch die Tutoren, StudentInnen, die uns bereitwillig an alle wichtigen Ort in der Stadt geführt haben – so viel menschlicher Beistand, der etwas kollidiert mit neuen, Hightech-ausgestatteten Uni-Gebäuden und einer Bibliothek, bei der man nicht mal beim Buchleihen oder -zurückgeben mit Menschen kommunizieren muss. Ja, hier ist es keine Seltenheit, wenn sich selbst Freunde mal eine viertel Stunde anschweigen… Nahezu ein Muss sind dafür kleine Reflektoren, die an der Jacke baumeln und nicht nur Erstklässler davor retten, angefahren zu werden! Und da die Uni sehr reich ist, hat die Fakultät sogar eigene. Natürlich habe ich voller Stolz mein Exemplar angebracht

Glögg
Glögg
Wir essen
Wir essen
Keksverkostung
Keksverkostung

Bierparadies Finnland
Bierparadies Finnland
Jenseits des Organisatorischen kommt ERASMUS-feeling auf, denn mindestens Europa kommt zusammen, wenn zur Willkommensparty „reindeer balls“ serviert werden, zusammen gegessen und gekocht wird oder man den alkoholfreien Glühweinverschnitt (Glögg) genießt. Ein wahres Bierparadies stellt Finnland hingegen für zwei lockere Norweger (Henrik & Christoffer) dar, andere Alkoholpreise gewohnt sind. Wir haben neben den chicen Bars im Zentrum auch das studentische Viertel Kallio besucht, wo im Club Liberté der Barkeeper ein Stück Weltgewandtheit gezeigt hat. Denn er konnte genau einschätzen, für wen die Preise ungewohnt hoch oder niedrig sind. Die sphärische Musik aus Frauenstimme und Harmoniumtönen kommt aber an allen Ohren an, egal aus welchen nationalen Grenzen diese stammen.

hungrig
hungrig
WelcomeParty
WelcomeParty
WelcomeParty
WelcomeParty

 

Published at 20:05 ( 2 comments / 119 visits )
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January 7, 2008

Gelandet im goldenen Umluftkühlschrank

Güldenes Meer
Güldenes Meer
Schaut euch das an! Dieses schräge Wintersonnenlicht, das die See samt Wolken vergüldet… Das Fest der Sinne ging weiter, als ich am Freitag in Helsinki gelandet war – ja, zwischen Bäumen tat sich wirklich ein Flughafen auf. Die Stimmung hier erinnerte aber eher an ein ruhiges, sächsisches Wohnzimmer zur besten Nachmittagszeit. Denn die Luft war von Kaffee- und Kuchenduft erfüllt statt von Stress. Ein Mitreisender bemerkte verständlicher Weise: „Hier ist die Welt in Ordnung.“ Mit der Annahme bin ich ja hier angereist, bis ich erfahren musste, dass im glanzvollen Pisa-Checkerland der Taxifahrer vorm Flughafen kein Englisch sprechen konnte! Stereotype fetzten… Er war aber positiv überrascht, als ich ihm finnisch mitteilen konnte, dass ich hier studiere etc. Mit dem Taxi war ich rechtzeitig im Zentrum, um meinen Wohnungsschlüssel vor Büroschluss abzuholen, sonst hätte ich keine Bleibe gehabt. Nach einer knappen halben Stunde Busfahrt ohne Haltestellenanzeigen oder –ansagen standen da zwei Luxemburgerinnen+Gepäck auf der Straße, Myriam und Estelle. Wir hatten das gleiche Ziel und haben uns gemeinsam auf die Suche begeben… und später gleich eine finnische Kneipe besucht. Erste Feststellungen zum Bier (olut): es ist zwar preislich mit irischem Gebräu vergleichbar, hat aber nahezu keinen Schaum; außerdem wird die Stärke mit einer römischen Zahl hinter dem Namen angegeben, z.B. Karhu IV. Fieser Weise ist auch Alkohol drin, wo ich beim Einkauf keinen vermutet hatte – in fruchtig etikettierten Flaschen nämlich. Dabei wolle ich nur irgendeine Limonade, der Plastiktrinkflasche wegen, bekam aber eine Art Cider…

Innenhof
Innenhof

In dem nahen Supermarkt stehen Spielautomaten gleich hinter den Kassen, rege genutzt von Jung und Alt. Ich scheine hier in einer Art Leipzig-Grünau Helsinkis gelandet zu sein, mit einschlägigen Bars und Platten-Ästhetik. Beim Sonnenschein der ersten Tage sah das aber sehr nett aus! Gestern zogen aber flink Wolken über die Stadt und versahen alles mit einer Schneedecke, nu is Winter. Die moderaten -5°C fühlen sich bei windigen Verhältnissen richtig eisig an, was dem Text einen Teil des Titels geschenkt hat.

 

Danke / kiitos
Danke / kiitos
Aber im goldenen Umluftkühlschrank kann ich mich trotzdem freuen! Besonders, nachdem so viele Leute an meinen (vergleichsweise einsamen) Geburtstag gedacht haben. Danke/Kiitos! In diesem kiitos erlebt ihr übrigens Globalisierung live. Gesalzenen Sonnenblumenkerne hergestellt irgendwo im Mittleren Osten, importiert nach Deutschland, auf Usedom getragen und verladen in eine Vliestasche, per Bahn, Auto und Flugzeug nach Helsinki transportiert und nun arrangiert auf der Mappe des Begrüßungspaketes für Austauschstudenten…

Bis bald, morgen beginnen die Einführungstage!

 

 

Der erste Einkauf
Der erste Einkauf
Schlittschuhlauf im Zentrum
Schlittschuhlauf im Zentrum
Der letzte Tag der Weihnachtszeit
Der letzte Tag der Weihnachtsz…
Filzkrippe
Filzkrippe
Wohnheim
Wohnheim

 

 

Published at 22:14 ( 4 comments / 181 visits )
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