| May 2009 | ||||||||
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Die germanischen Stämme im nebligen Norden bekamen das klare Blau des Himmels nur selten zu Gesicht. Ihnen verkündete das Gänseblümchen mit dem Öffnen seines Blütenkelches die Anwesenheit des Sonnengottes Baldur. Sie gaben ihm den Namen "Baldurs Auge" oder "Baldurs Braue", auch die Volksnamen Augenblümchen oder Sonnenblümchen geben einen Hinweis auf diese Assoziation.
Die Blume aus dem Zaubergarten Freyas blüht unverzagt fast das ganze Jahr hindurch. Nur bei Nacht und schlechtem Wetter hält sie ihre Blüten fest verschlossen.
Das kleine anrührende Pflänzchen, das unseren Ahnen heilig war, wird von den Kindern sehr geliebt. Mit wahrer Begeisterung flechten sie daraus Zöpfe oder winden kleine Kränze.
In der Blumensprache des Mittelalters konnte jeder der Götter und übersinnlichen Mächte von einer Pflanze repräsentiert werden. So war das bescheidene Pflänzchen bei den Kelten der heiligen Margarete geweiht und gehörte als "Blume der Bauernpatronin" zum einfachen Volk.
Erst später kam es zu ungeahntem Ruhm, als es vom französischen König Ludwig IX. (1214-1270) zusammen mit der Lilie in sein Wappen aufgenommen wurde. Dazu ließ er sich einen Ring mit einem geflochtenen Blütenkranz anfertigen.
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