winter*kind Published on November 25, 2008
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Schneeschaufler typisiert :)

Tuesday November 25, 2008 at 01:16PM

Zeit zum Schneeschaufeln... also ists Zeit, die Schaufler in eine Typschublade zu stecken :)

Der Rücksichtslose:

(Fr)Osthalle - Indoor Winter
(Fr)Osthalle - Indoor Winter
Total vermummt und eingepackt schlurft er griesgrämig aus dem Haus, schnappt sich die Schneeschaufel und los gehts. Wie von der Tarantel gestochen mit gesenkten Blick schippt er seine Einfahrt frei. Wichtig ist ihm, dass jedes Körnchen Schnee sein Hab und Gut verlässt. Darum sieht auch seine Einfahrt wie aus einem „Schöner Wohnen“- Katalog fotografiert aus.
Hingegen türmt sich der Schnee des Mister R. links und rechts vorm Zaun der jeweiligen Nachbarn. Und natürlich hat auch der Straßengraben an Schneehöhe gewonnen. Mümmelnd schimpft er über den „depperten“ Schneepflug, der ihm die ganze Einfahrt zuschüttet und wählt schon im Geiste die Nummer des Bürgermeisters um ihn zum 100sten Male in kürzester Zeit zu quälen bzw. nerven. Immer wieder kann man auch das Wort „Polüzeu“ hören. Hat er sein Werk beendet, schaut er noch mal finster in die (Nachbars)runde und stapft dann wieder in sein „heiliges“Haus.


Der Angeber

Zuerst öffnet sich eine moderne große Doppelgarage. Dann fällt mit einem lauten Knall die Haustüre des 400 m2 Anwesen ins Schloss. So, jetzt hat auch der letzte Nachbar mitbekommen, dass Herr A. seine sauteuren 4 Luxuswände verlassen hat. Danach wird aus der Jackentasche ein silberner Flachmann hervorgezaubert und ein doppelter Schluck daraus genommen. Noch mal in alle Richtungen geblinzelt bevor er mit seinen weißen Fell-(Hansi Hinterseer) Stiefeln in der Garage verschwindet. Nur um dort nicht 1 Mal, nein gleich 2,3 und 4 Mal sein privates Spielzeug mit Höllenlärm zu starten. Tim Taylor würde sagen die Schneefräse Luxor 580.
Und danach fräst er hocherhobenen Hauptes mit einer Leidenschaft seine Einfahrt frei. Bewundernd schauen immer wieder Frau und Kinder aus dem Fenster und himmeln den Herrn des Hauses an.


Der Faule

Eilig und missmutig verlässt er sein Haus. Wäre es doch drinnen beim warmen Kachelofen so gemütlich. Aber nein, es muss ja schneien. Also wird er wohl oder übel zumindest die Garage ausschaufeln. Lustlos winkt er dem Nachbarn zu und fängt mit dem ungeliebten Werk an. Da ihm das Schnee schaufeln ein Dorn im Auge ist, besitzt er eine 3-Fach große Schaufel. Damit geht alles ein bisschen schneller. 4-5 Mal schiebt er den Schnee aus der Einfahrt weg, bis zumindest die halbe Garage so halbwegs frei von dem weißen Zeug ist.
Die andere Hälfte der Doppelgarage kann ja Frau F. wegschippen, wenn sie mit ihrem Auto das Haus verlassen muss. Er kommt zumindest in die Arbeit- das ist das Wichtigste. Nach nicht mal 15 Minuten ist Herr F. auch schon wieder in seinem Heim verschwunden.


Der Eifrige/Hilfsbereite

Bestens bekleidet mit Schianzug, Goretex-Handschuhe, Wollhaube und Sch neestiefel schickt er gleich einmal einen fröhlichen Gruß an die Nachbarschaft. Mit feurigem Elan, dass einem nur beim bloßen Zusehen schon schwindelig und schlecht wird fängt er zum schippen an. Auf den Lippen immer ein Liedchen pfeifend. Man sieht ihm die Freude an der Arbeit an. Die ganze Einfahrt wird „pipifein“ geräumt. Die großen Flächen mit der 2-Fach Schaufel, die Ecken, Kanten und Gehwege mit der kleinen Kompakten.
Zwischendurch marschiert er noch zu der Nachbarin und hilft der armen Frau beim Schaufeln. Im Endeffekt schippt er ihr dann noch die ganze Garage aus. Und verborgt in seinem Eifer seine Schneeschaufelsammlung an die ganze Nachbarschaft. Da Herr XY von Gegenüber schon über 80 Jahre ist, wird dem netten Rentner auch noch der Gehweg schneefrei gemacht. Schippexzesse von 2 Stunden und mehr sind bei dem Prototyp keine Seltenheit.
Bis er dann zufrieden und glücklich wieder in seinem Heim verschwindet.


Der Lustlose

Mit Mp3-auf den Ohren steuert er im „Schlurfgang“ seine Schneeschaufel an. Die Kopfhörer sind schön unter der Mütze verstaut, die Musik auf Lautstärke 30 gedreht und die Nachbarn mit einem kurzen Händeheben begrüßt.
Schnell, im Takte der Musik wird die Einfahrt leergeschippt. Naja, leer ist etwas anderes. Soviel, dass zumindest die Autos aus der Garage fahren können und der Gehweg zur Haustüre nicht zur gefährlichen Knochenbrecher-Rutschbahn wird.
Ist er fertig, verschwindet er genauso schnell wieder, wie er aufgetaucht ist.


Der Redselige

Wenns mal wieder länger dauert...
Wenns mal wieder länger dauert…
Gefürchtet wie die Pest in der ganzen Nachbarschaft. Taucht dieser Typ zum Schaufeln auf, haben fast alle Nachbarn wie auf einem Schlag den Kopf gesenkt und sind mit einem Feuereifer in ihre Schipparbeit vertieft.
Herr R benötigt Stunden um seine Einfahrt freizuschaufeln. Darum schickt ihn Frau R schon Stunden vor dem Mittagessen zum Schippen. Fröhlich und mit einem lauten „Hallooooo“ begrüßt er alle Nachbarn und fängt zum Arbeiten an.
Komischerweise an den Grundstückseiten, an denen auch die Nachbarschaft ihre Arbeit verrichtet. Sollte sich einer davon mal eine kleine Verschnaufpause gönnen, so sieht Herr R. seine Chance und schlägt rücksichtslos zu. Er bequasselt den armen Nachbarn bis zum „Nimmerleinstag“. Ist er mit dem armen Tropf fertig, hat er schon sein nächstes Opfer im Visier. Zwischendurch zischt er gerne mal ein Bierchen, dass ihm seine Stimmbänder wieder richtig schön einölt. Danach bequasselt der „anstrengende Herr R. gleich den nächsten Nachbarn seiner Wahl. Undsoweiter, undsofort…..

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17 Comments / add your comment?

Pandarinepro says:
Fazit: Es lohnt sich, beim Hauskauf darauf zu achten, dass man mindestens einen hilfsbereiten Nachbarn hat ...
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Tante Käthepro says:
Hübsch!!
Ich vermisse hier in Hannover genau diese Leutchen: Hier hat [nahezu] jeder Hausbesitzer eine Firma mit der Gehwegreinigung beauftragt---wie prosaisch!
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
Hier müsste der Vermieter auch dafür sorgen.. manchmal macht er das auch. Zum Glück haben wir nicht so viel Schnee, und weil jetzt gerade die Strassen schwarz sind, schnappe ich mir mein zerfetztes Rad und traue mich raus...
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro replies:
Aus rein versicherungstechnischen Gruenden, nehme ich mal an. Immerhin kann man ja heutzutage ganz schoen zur Kasse gebeten werden, falls da doch mal jemand ausrutscht - und es ist auch nicht jeder rund um die Uhr zu Hause, um 24 Stunden lang frisch gefallenen Schnee wegzuschippen ...

Als ich meinen Laden noch hatte, bin ich mal bei hoellischem Glatteis losgefahren (und prompt im Strassengraben gelandet!), weil ich den Gehweg vor dem Laden frei machen MUSSTE. Niemand ausser mir war an dem Tag unterwegs, aber ich konnte mir einfach nicht leisten, verklagt zu werden.
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
Paul hats heute morgen ordentlich hingelegt - an der neuen, schönen Bushaltestelle vor der Tür. Vorher war es eine Buckelpiste, die Bauzäune sind gerade so erst verschwunden und unsere Parkplätze eben erst wieder freigegeben. Jetzt ist eine felgenfeindliche Kante eingebaut und irgendwie ists viel rutschiger als vor der Bauerei...
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro replies:
Beschwer dich bei der Stadtverwaltung!

Vielleicht bekommt Paul einen warmen Haendedruck vom Buergermeister ...
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
Den hat er im Sommer schon bekommen - bei 35 Grad im Schatten hatte er ein Date mit dem OBM in irgendeiner Bretterhütte. Eigentlich könnte man sich direkt beim Verkehrsminister beschweren - das war hier ja vor dem Ministerposten der Oberbürgermeister. Auch mit dem hatte Paul irgendwann in seiner Grundschulzeit zu tun... ;)
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
pehei replies:
Eventuell aber auch das kaputte Rad von der Versicherung der Stadtverwaltung ersetzt. Es kann also wirklich nützlich sein.
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
missverständnis... ich meinte dieses winterrad
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Cezar /Kaiserpro says:
Ulknudel:) Ich hab' echt gegrient:) Es reizt mich, das zu übersetzen:)...
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
Tu dir keinen Zwang an, das sichert das eine oder andere Grinsen mehr :)
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Cezar /Kaiserpro says:
Damit es auch die Esperantisten in aller Welt lesen können, habe ich es angefangen zu übersetzen, jeden Tag wird ein neuer Typ folgen, bis wir fertig sind:)...nicht mit der Welt, nur mit dem Thema:) www.ipernity.com/blog/cezar/110436

Dein CEZ!

PS: Die Texte sind äussert amüsant, klasse! Jetzt weiss ich warum du (ein) Winter****kind bist :)!!!
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Cezar /Kaiser edited this comment 11 months ago.
Curlgirl says:
Bei uns ist der Typ ein extra Gewissenhafter: Bei einem Neuschnee-Befall von 0,3 cm am Sonntag Morgen war bereits 8 Uhr der Gehweg beräumt - nicht ohne alle zu wecken, weil natürlich schweres Gerät mit Stahlkante ran musste!
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
hast du ein glück - stell dir vor du hättest um 7 uhr rausgemusst... da wärste glatt im tiefschnee versunken :)
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Mona Lisa says:
da kann ich ja echt mensch bleiben. bei uns wird nicht geschneeschaufelt. :-))

... und ja, der lustlose ist mir am sympathischsten.
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
winter*kindpro replies:
Sollte hier irgendwann mal Schnee vorbeigeguckt kommen, werde ich wachen und gucken, wer schaufelt :)
Posted 11 months ago. ( permalink / translate )
Hildegard Rasch says:
na gut, dass es hier in Chile nicht schneit, ( nur auf den Bergen, da gehen ja nur die Shifahrer hin,aber die haben ja mit Schneeschaufeln nichts zu tun... ) Friesenphilosofie...
Posted 10 months ago. ( permalink / translate )

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