Wenn mich etwas „beschäftig“, dann will ich auch wissen, was dahinter steckt. Da bin ich der kleine Junge, dem es nicht reicht zu wissen, dass die Uhr die Zeit anzeigt, nein da bin ich der kleine Junge, der die Uhr aufschraubt und nach sieht warum.

Genau so ist es mit Dingen, die mich beruflich wie privat beschäftigen. Mir reicht es eben nicht zu wissen, dass es so ist, sondern ich will wissen warum. Mir reicht es auch nicht, zu wissen warum jemand etwas tut, nein ich will wissen was dahinter steckt. Denn nur so kann ich verstehen und Verständnis haben.

Dann setzte ich aber auch Dinge und Erkenntnisse in gestaltender Form um. Und so komme ich zu dem Projekt, das mich auch beschäftigt.

Zur Zeit lese ich das Buch «Der Lilith-Komplex» von Hans Joachim Maaz. Hier werden anhand der beiden mythischen Figuren Eva und Lilith, die Probleme aufgezeigt, die sich durch den Wiederspruch zwischen beschützender Mutterrolle (Eva) und selbstbestimmten Handeln (Lilith) ergeben. Viele Frauen versuchen ja in das Rollenbild der Mutter und braven Ehefrau zu passen.


"In der bildenden Kunst werden Adam und Eva in der Regel zu-
sammen als Paar dargestellt, wobei die Künstler ab der Renaissance an ihnen vor
allem ihr anatomisches Wissen und Können demonstrieren konnten."
Gisela Breitling - Zu ihrer Position
im feministischen Kunstdiskurs der 1970er und 1980er Jahre

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht aber auch, dass hier nicht alles zusammen passt. Da gibt es Mütter, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmern, ihrem Gatten perfekt den Haushalt führen. Kurzum die auf dem ersten Blick die Bilderbuchfrau verkörpern. Ein Ideal aus alten Zeiten. Doch brechen diese Bilderbuchfrauen auch mal aus. Fasching oder die nächste Party werden genutzt, um extrem sexy auf zutreten, mit anderen zu flirten, aber ja nicht in dem Kreis in dem man als die perfekte Hausfrau und Mutter gilt.

Bei einer Bekannten, welche schnell ein Portrait für eine Internetseite haben wollte, konnte ich diese zwei Seiten wunderbar beobachten. Nach zwei, drei Aufnahmen war das Portrait für ihre Internetseite gemacht. Die seriöse Hausfrau und Mutter, wie wir sie kennen. Doch dann kam die Frau zum Vorschein, die es satt hat sich nach ihrem Karrieremann zu richten, sich alleine um Haus und die Kinder zu kümmern, zu wissen, das der Gatte bei jeder Geschäftsreise fremd geht. Jetzt legte sie das Gesicht an den Tag, dass zeigte, ich will mein eigenes Leben und die Jugendliebe die ich neulich traf würde ich nicht von der Bettkante stoßen.



Lilith von John Collier Lady ----- Lilit von Dante Gabriel Rosseti

Die Veränderung war sehr interessant und seither wächst in mir der Gedanke genau das in Bildern festzuhalten. Die von der Gesellschaft abverlangte Rolle und das wahre, selbstbestimmte Ich einer Frau.

Ich weiß zwar nicht, ob dies hier der geeignete Ort ist, aber ich will es nicht unversucht lassen. Vielleicht hat die ein oder andere Frau Lust sich auf dieses Projekt einzulassen. Mit einem Model hier zu arbeiten, würde alles ad absurdum führen.

Noch bin ich mir über eine genaue Umsetzung im Unklaren. Klar ist jedoch, wenn dann arbeite ich mit Modellverträgen auf TfP-Basis. Das heißt wer bei dem Projekt mitmacht erhält natürlich auch große Abzüge.

Natürlich freue ich mich auch über Anregungen und Meinungen.