Am vergangenen Montag (22.10.) hat die Stadt Köln den Startschuss für den ersten Bürgerhaushalt in einer bundesdeutschen Millionenstadt gegeben. Auf der eigens eingerichteten Internetseite können bis zum 19. November Vorschläge abgegeben werden, wo die Stadt sparen und wo Geld investiert werden sollte. Kritiker bemängeln, dass nur Vorschläge zu drei Themenbereichen abgegeben werden können - nämlich zu den Bereichen „Sport“, „Straßen, Wege und Plätze“ und „Grünanlagen“, dadurch blieben wichtige Themen unberücksichtigt. Die Stadt Köln hingegen sieht in der Beschränkung, die sich durch eine Umfrage ergeben habe (die meisten der Befragten hätten sich zu diesen Themen äußern wollen), die Chance auf die Vorschläge eingehen zu können. Die einhundert "populärsten" bzw. meist diskutierten Vorschläge aus den jeweiligen Bereichen sollen geprüft und - wenn möglich - im städtischen Haushalt 2008 berücksichtigt werden. Kann ein Bürgerhaushalt das geschwundene Interesse an politischen Entscheidungsprozessen wiederbeleben oder wird es eine Aktion für die ohnehin Interessierten bleiben? Dies ist eine der Frage, die mich in den letzten Tagen beschäftigte.