| August 2009 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sun | Mon | Tue | Wed | Thu | Fri | Sat | ||
| 1 | ||||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | ||
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | ||
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | ||
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | ||
| 30 | 31 | |||||||
Wirtschaft und Ethik, Umweltbewusstsein, globale und persönliche Verantwortung
(Public Talk mit dem Dalai Lama, Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Prof. Dr. Mojib Latif, Prof. Götz Werner am 1.8.09 in der Frankfurter Commerzbank Arena, Moderation Gert Scobel)
In seinem Eröffnungsvortrag des ersten Public Talks stellte der Dalai Lama zunächst fest das die Welt kleiner geworden ist. Wir sind mittlerweile gezwungen global zu denken. Es ist wesentlich sich immer wieder daran zu erinnern, dass alle Menschen glücklich sein wollen. Alten Konzepte wie „das sind wir und das sind die anderen“, haben im Zeitalter der Globalisierung keinen Bestand mehr. Weiterhin führte er aus, dass jeder Mensch seine eigene Wahrnehmung hat und seinen ihm eigenen Blickwinkel auf die Welt. Deswegen dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir in erster Linie alle Menschen sind. Unsere Zukunft hängt davon ab, ob wir lernen uns als Teil EINER Welt zu verstehen.
Herr Latif, der einer der renommiertesten und populärsten Klimaforscher ist, begann seinen Beitrag damit zu betonen, dass das Klima „nur“ eins unserer vielen Umweltprobleme ist. Die Waldzerstörung um Weideland zu schaffen und die Bodenerosion sind weitere drängende Probleme. Insgesamt kann man sagen dass das Hauptproblem, die fehlende Nachhaltigkeit ist. Über den Klimawandel kann man aus heutiger Sicht zu 100% wissenschaftlich belegt sagen, dass CO2 zur globalen Erwärmung führt und dass der Mensch die alleinige Verantwortung trägt. Auch wenn in den verschiedensten Medien Meinungen auftauchen, die das Gegenteil behaupten, so ist es trotzdem wissenschaftlicher Konsens. Der Wert an CO2 der in unserer Atmosphäre ist, war noch nie so hoch wie jetzt. Des Weiteren kann man sagen, dass die Erderwärmung nicht mehr aufzuhalten ist. Wenn wir so weiter machen, erhöht sich die Temperatur in den nächsten 100 Jahren im Jahresmittel um 5 Grad. Man versucht deswegen die Erderwärmung so zu begrenzen, dass sie sich maximal um 2 Grad erhöht. Bei mehr als 2 Grad gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das ganze komplexe System kippt. Eine Folge wäre dann zum Beispiel, dass der ganze grönländische Eispanzer schmilzt und damit der Meeresspiegel um 7 Meter steigt.
Herr Brodbeck, der Profesor für Volkswirtschaft, Volkswirtschaftspolitik, Betriebsstatistik und Kreativitätstechniken ist sagte zu erst einmal, dass das Grundproblem die Zinsen seien. Die ganze Welt handelt wie „ein Geist“, da alle in Geld rechnen. Kinder können in Mathe total schlecht sein, wie sie Geld ausgeben wissen sie. Das führt dazu, dass das Geld einen Schleier über die menschlichen Beziehungen legt. Hinzu kommt die Gier jedes einzelnen, der auf Sonderangebote u. ä. schaut. Dabei haben alle Religionen Gier als nicht förderlich dargestellt. Trotzdem werden wir zu mehr Wettbewerb erzogen. Die derzeitige Finanzkrise zeigt drei Dinge: 1. Plötzlich ist Zusammenhalt möglich; 2. Plötzlich ist ganz viel Geld da; 3. Plötzlich ist ein „Neues Denken“ da.
Das „Neue Denken“ brauchen wir. Weiterhin führte er aus das Geld nicht arbeitet. Erschreckend in diesem Zusammenhang ist, dass der Wert aller derzeitigen Derivate mit denen gehandelt wird, das 11fache des Weltsozialproduktes beträgt. Es ist ethisch vertretbar die Zinsen zu reduzieren. Durch das ganze Wachstum haben wir ein ökologisches Problem und auf menschlicher Seite die Gier als Ursache von Leiden. Das was durch Geld verdient wird, schafft nicht mehr Wohlstand, sondern ist nur eine gigantische Umverteilung von Arm zu Reich, weswegen die Armut in den letzten Jahren zugenommen hat.
Herr Werner schloss sich der Einschätzung an, dass Geld nicht arbeitet. Seine Frage ist aber, ob wir als Menschen wirklich bereit sind, allen anderen Menschen an unserem Reichtum zu beteiligen. Alle Menschen sollten ihre Grundbedürfnisse befriedigen können und ein Grundeinkommen haben. Wichtig ist auch, dass wir in Bildung investieren und die beginnt schon im Kindergarten.
Dazu erwähnte Herr Latif, dass wir immer noch Energie erzeugen, wie die Steinzeitmenschen, in dem wir einfach was verbrennen. Dabei hat die Sonnenenergie erheblich mehr Potenzial und das muss stimuliert werden.
Herr Werner meinte dazu, dass dazu der Mensch erst sein Potenzial verwirklichen sollte. Dies kann er aber erst wenn er ein Grundeinkommen hat. Viele negative Dinge werden produziert, weil die Menschen das Einkommen brauchen. Eine wahre Freiheit zum „Nein“ sagen kann sich erst entwickeln, wenn jeder genügend zum Leben hat.
Der Dalai Lama führte dazu aus, dass es in auch wichtig ist auf das Bevölkerungswachstum zu achten. Wie viel Menschen kann die Erde tatsächlich ernähren? Des Weiteren sagte er, dass es immer einen bestimmten Prozentsatz negativer Auswirkungen bei allem was ein Mensch tut gibt. Deswegen findet er es wichtig sich zu fragen, welche Nebenwirkungen können wir in welchem Maße akzeptieren. Dazu ist es notwendig Mitgefühl zu entwickeln und sich in einer Geisteshaltung zu schulen, die sich fragt welche Motivation meine Handlungen haben und die Gewohnheiten hinterfragt. Auch der Dalai Lama findet, dass Erziehung und Bildung ganz wesentliche Punkte sind. Durch den Menschen verursachte Probleme lassen sich auch durch den Menschen lösen, aber es braucht Aktion. Wir sollten auf die Wissenschaftler hören, wobei es einfacher ist Fehler zu sehen, aber schwierig Lösungen zu finden.
Herr Brodbeck erklärte dann, dass Geld mittlerweile wirklich ein Eigenleben führt und die Politik gefragt ist. Das weltweite Bankensystem muss reformiert und kontrolliert werden. Alle Regelungen gab es schon mal nach der letzten Weltwirtschaftskrise und diese wurden dann über die Jahre alle wieder abgeschafft, weil einige Ökonomen meinten der Markt werde schon alles regulieren. Geldgier ist was total verrücktes, egal ob man 2 oder 2 Millionen Euro hat, man will immer noch mehr.
Der Dalai Lama merkte dazu an, dass viel am politischen Willen scheitert über Ländergrenzen hinweg zu handeln.
Links zu den Personen:
http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de
http://www.unternimm-die-zukunft.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Mojib_Latif
Send a message
Search for members