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August 1st, 2009

Public Talk mit dem Dalai Lama #1



Wirtschaft und Ethik, Umweltbewusstsein, globale und persönliche Verantwortung

(Public Talk mit dem Dalai Lama, Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Prof. Dr. Mojib Latif, Prof. Götz Werner am 1.8.09 in der Frankfurter Commerzbank Arena, Moderation Gert Scobel)



In seinem Eröffnungsvortrag des ersten Public Talks stellte der Dalai Lama zunächst fest das die Welt kleiner geworden ist. Wir sind mittlerweile gezwungen global zu denken. Es ist wesentlich sich immer wieder daran zu erinnern, dass alle Menschen glücklich sein wollen. Alten Konzepte wie „das sind wir und das sind die anderen“, haben im Zeitalter der Globalisierung keinen Bestand mehr. Weiterhin führte er aus, dass jeder Mensch seine eigene Wahrnehmung hat und seinen ihm eigenen Blickwinkel auf die Welt. Deswegen dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir in erster Linie alle Menschen sind. Unsere Zukunft hängt davon ab, ob wir lernen uns als Teil EINER Welt zu verstehen.

Herr Latif, der einer der renommiertesten und populärsten Klimaforscher ist, begann seinen Beitrag damit zu betonen, dass das Klima „nur“ eins unserer vielen Umweltprobleme ist. Die Waldzerstörung um Weideland zu schaffen und die Bodenerosion sind weitere drängende Probleme. Insgesamt kann man sagen dass das Hauptproblem, die fehlende Nachhaltigkeit ist. Über den Klimawandel kann man aus heutiger Sicht zu 100% wissenschaftlich belegt sagen, dass CO2 zur globalen Erwärmung führt und dass der Mensch die alleinige Verantwortung trägt. Auch wenn in den verschiedensten Medien Meinungen auftauchen, die das Gegenteil behaupten, so ist es trotzdem wissenschaftlicher Konsens. Der Wert an CO2 der in unserer Atmosphäre ist, war noch nie so hoch wie jetzt. Des Weiteren kann man sagen, dass die Erderwärmung nicht mehr aufzuhalten ist. Wenn wir so weiter machen, erhöht sich die Temperatur in den nächsten 100 Jahren im Jahresmittel um 5 Grad. Man versucht deswegen die Erderwärmung so zu begrenzen, dass sie sich maximal um 2 Grad erhöht. Bei mehr als 2 Grad gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das ganze komplexe System kippt. Eine Folge wäre dann zum Beispiel, dass der ganze grönländische Eispanzer schmilzt und damit der Meeresspiegel um 7 Meter steigt.

Herr Brodbeck, der Profesor für Volkswirtschaft, Volkswirtschaftspolitik, Betriebsstatistik und Kreativitätstechniken ist sagte zu erst einmal, dass das Grundproblem die Zinsen seien. Die ganze Welt handelt wie „ein Geist“, da alle in Geld rechnen. Kinder können in Mathe total schlecht sein, wie sie Geld ausgeben wissen sie. Das führt dazu, dass das Geld einen Schleier über die menschlichen Beziehungen legt. Hinzu kommt die Gier jedes einzelnen, der auf Sonderangebote u. ä. schaut. Dabei haben alle Religionen Gier als nicht förderlich dargestellt. Trotzdem werden wir zu mehr Wettbewerb erzogen. Die derzeitige Finanzkrise zeigt drei Dinge: 1. Plötzlich ist Zusammenhalt möglich; 2. Plötzlich ist ganz viel Geld da; 3. Plötzlich ist ein „Neues Denken“ da.

Das „Neue Denken“ brauchen wir. Weiterhin führte er aus das Geld nicht arbeitet. Erschreckend in diesem Zusammenhang ist, dass der Wert aller derzeitigen Derivate mit denen gehandelt wird, das 11fache des Weltsozialproduktes beträgt. Es ist ethisch vertretbar die Zinsen zu reduzieren. Durch das ganze Wachstum haben wir ein ökologisches Problem und auf menschlicher Seite die Gier als Ursache von Leiden. Das was durch Geld verdient wird, schafft nicht mehr Wohlstand, sondern ist nur eine gigantische Umverteilung von Arm zu Reich, weswegen die Armut in den letzten Jahren zugenommen hat.

Herr Werner schloss sich der Einschätzung an, dass Geld nicht arbeitet. Seine Frage ist aber, ob wir als Menschen wirklich bereit sind, allen anderen Menschen an unserem Reichtum zu beteiligen. Alle Menschen sollten ihre Grundbedürfnisse befriedigen können und ein Grundeinkommen haben. Wichtig ist auch, dass wir in Bildung investieren und die beginnt schon im Kindergarten.

Dazu erwähnte Herr Latif, dass wir immer noch Energie erzeugen, wie die Steinzeitmenschen, in dem wir einfach was verbrennen. Dabei hat die Sonnenenergie erheblich mehr Potenzial und das muss stimuliert werden.

Herr Werner meinte dazu, dass dazu der Mensch erst sein Potenzial verwirklichen sollte. Dies kann er aber erst wenn er ein Grundeinkommen hat. Viele negative Dinge werden produziert, weil die Menschen das Einkommen brauchen. Eine wahre Freiheit zum „Nein“ sagen kann sich erst entwickeln, wenn jeder genügend zum Leben hat.

Der Dalai Lama führte dazu aus, dass es in auch wichtig ist auf das Bevölkerungswachstum zu achten. Wie viel Menschen kann die Erde tatsächlich ernähren? Des Weiteren sagte er, dass es immer einen bestimmten Prozentsatz negativer Auswirkungen bei allem was ein Mensch tut gibt. Deswegen findet er es wichtig sich zu fragen, welche Nebenwirkungen können wir in welchem Maße akzeptieren. Dazu ist es notwendig Mitgefühl zu entwickeln und sich in einer Geisteshaltung zu schulen, die sich fragt welche Motivation meine Handlungen haben und die Gewohnheiten hinterfragt. Auch der Dalai Lama findet, dass Erziehung und Bildung ganz wesentliche Punkte sind. Durch den Menschen verursachte Probleme lassen sich auch durch den Menschen lösen, aber es braucht Aktion. Wir sollten auf die Wissenschaftler hören, wobei es einfacher ist Fehler zu sehen, aber schwierig Lösungen zu finden.

Herr Brodbeck erklärte dann, dass Geld mittlerweile wirklich ein Eigenleben führt und die Politik gefragt ist. Das weltweite Bankensystem muss reformiert und kontrolliert werden. Alle Regelungen gab es schon mal nach der letzten Weltwirtschaftskrise und diese wurden dann über die Jahre alle wieder abgeschafft, weil einige Ökonomen meinten der Markt werde schon alles regulieren. Geldgier ist was total verrücktes, egal ob man 2 oder 2 Millionen Euro hat, man will immer noch mehr.

Der Dalai Lama merkte dazu an, dass viel am politischen Willen scheitert über Ländergrenzen hinweg zu handeln.

Links zu den Personen:

http://www.khbrodbeck.homepage.t-online.de

http://www.unternimm-die-zukunft.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Mojib_Latif





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August 2nd, 2009

Public Talk mit dem Dalai Lama #2



Hirnforschung und die Wirkung der Meditation auf unser Bewusstsein

(Public Talk mit dem Dalai Lama, Prof. Dr. Tania Singer, Prof. Dr. Gerald Hüther und Matthieu Ricard am 1.8.09 in der Frankfurter Commerzbank Arena, Moderation Gert Scobel)



In seinem Einführungsvortrag begann der Dalai Lama, dass der Buddhismus die Destruktivität auf der Welt verringern will. Dazu gehören gestörte Emotionen wie Neid, Hass und Gier. Kultivieren möchte er dagegen Mitgefühl, Zuneigung, Innere Stärke und Frieden. Dazu dienen die verschiedenen Techniken, die im Buddhismus im Lauf der Jahrhunderte entwickelt worden. Buddhisten glauben an das Gesetz der Kausalität, also an Ursache und Wirkung, weswegen sie es wichtig finden an der Wurzel anzusetzen. Des Weiteren führte der Dalai Lama aus, dass wir zwar als Menschheit hier im Westen viel dafür getan haben unseren materiellen Wohlstand zu entwickeln, aber was ist mit dem inneren Wohlbefinden? Materieller Wohlstand garantiert kein inneres Wohlbefinden. Deswegen ist der Dalai Lama sehr interessiert an einen Austausch mit den Wissenschaften, weil er der Meinung ist, dass der Buddhismus und die Wissenschaften sich gegenseitig befruchten können.

Frau Singer, die an der Universität in Zürich, die Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens erforscht führte aus, dass die Hirnforschung feststellt, dass wir alle miteinander in Resonanz und Wechselwirkung sind. Seit ein paar Jahren ist die Forschung über Empathie und Mitgefühl wissenschaftlich akzeptiert. Man stellt fest, dass im Hirn nicht bestimmte Areale betroffen sind, sondern immer ganze Netzwerke. Gleichzeitig wird auch Herz, Immunsystem und Kreislauf. mit untersucht um herauszufinden welche Auswirkungen Mitgefühl und Empathie darauf haben.

Herr Hüther, der zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands zählt, sagt dass wir an einer neuen Stelle des Verständnisses in den Wissenschaften stehen. Bis lang hat man eher alles getrennt untersucht, mittlerweile merkt man, dass doch alles zusammen hängt. Neue Erfahrungen bewirken neue Vernetzungen im Gehirn. In unserem Gehirn sind größere potentielle Gefühle angelegt. Zum Beispiel ist Dankbarkeit ein Gefühl was man lernen muss, aber auch wieder verlieren kann, wenn man es nicht kultiviert. Wenn Kinder bei Menschen aufwachsen, wo es bestimmte Gefühle nicht gibt, werden sie es nicht lernen. Auch für Mitgefühl gibt es keine genetische Veranlagung. Mitgefühl ist eine Kulturleistung, wie der aufrechte Gang oder Sprache, die gibt es nur so lange, wie es Menschen gibt, die es vorleben.

Herr Ricard, der seit langer Zeit buddhistischer Mönch ist und sich als „Versuchsobjekt“ als langjähriger Praktizierender den Wissenschaften zur Verfügung stellt sagte dazu das die Wissenschaften zu wenig Aufmerksamkeit auf all die positiven Sachen in uns gelegt haben. Meditation will Einsichten kultivieren und uns helfen unseren eigenen Geist zu verstehen.

Frau Singer sagte dazu, dass die Hirnforschung lange Zeit nur Gedächtnis oder Motorik untersucht hat. Sie weiß sehr wenig über unsere Positiven Gefühle. Das hängt damit zusammen, dass die Wissenschaftler sich nicht trauten subjektive Erfahrungen zu untersuchen, da sie ein bestimmtes Bild von Objektivität haben. Es gab gerade eine Testreihe mit Menschen die 3 Monate intensives Mitgefühlstraining praktiziert haben. Da konnte man feststellen, dass ihr Immunsystem gestärkt wurde und sie besser mit Stress umgehen konnten.

Der Dalai Lama führte weiterhin aus das Liebe und Mitgefühl universelle Werte sind. Was wir brauchen ist mehr Offenheit und Ehrlichkeit, da diese die Grundlage für Vertrauen sind. Dies ist die Grundlage für menschlichen Kontakt. Das Potenzial dafür ist vorhanden. Ein Wissenschaftler hat mal zu ihm gesagt, dass unsere gestörten Emotionen unser Immunsystem auffressen. Die Entwicklung sollte im Kindergarten beginnen. Es wäre auch gut Kinder und Jugendliche auf die wissenschaftlichen Ergebnisse aufmerksam zu machen.

Herr Hüther drückte darauf hin sehr drastisch aus, dass Kinder mit mehr Potenzial auf die Welt kommen und davon ist, nach dem sie erzogen worden. wenig zu sehen. Er betonte, dass auch alte Menschen noch ganz viel Potenzial haben. Er schlug vor, dass wir jeden Tag einen Menschen einladen und ermutigen, dass er sich öffnet. Dadurch helfen wir uns gegenseitig und bereiten den Weg von der Ressourcenausnutzungsgesellschaft zur Potenzialentfaltungsgesellschaft.

Herr Ricard merkte dazu an, dass die Hirnforschung zeigt, dass wir mitfühlen, wenn wir mit Leid konfrontiert werden. Wenn wir Liebe und Mitgefühl entwickeln wollen, dann dürfen wir uns nicht vom Leiden distanzieren. Beides muss trainiert werden. Techniken lernt man in dem man sehr einfach lebt. Wir lernen alles zu beobachten, machen kleine Schritte, nehmen uns Zeit und nutzen die Macht der Gewohnheit.

Der Dalai Lama betonte auch, wie wichtig die Kraft der Gewohnheit ist. Er schlug vor Situationen mit Abstand zu analysieren und sich die Nachteile von z.B. Ärger und die Vorteile von z.B. Mitgefühl sich klar zu machen.

Frau Singer führte als weiteres Forschungsergebnis an, dass Menschen, die in einem dreimonatigen Retreat intensiv meditierten einen besseren Aufmerksamkeitsfokus haben. Ihre Aufmerksamkeit ist nicht mehr klebrig, das heißt sie können viele Reize nach einander so wahrnehmen, wie sie sind, ohne an einem hängen zu bleiben. Auch an diesen Menschen wurde die Reduzierung von Stress festgestellt. Mittlerweile ist man dazu übergegangen bei depressiven Menschen zusätzlich zur Therapie und medikamentöser Behandlung Meditation begleitend anzubieten. Diese hilft sehr dabei Abstand zu dem ganzen negativen Gedankenkreisen zu gewinnen.

Herr Hüther drückte zum Schluss aus, dass Meditation uns hilft unsere innere Kraft zu entwickeln und wir nicht nur mit anderen achtsamer werden, sondern auch mit uns selbst.



Links zu den Personen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_H%C3%BCther

http://de.wikipedia.org/wiki/Matthieu_Ricard

http://www.socialbehavior.uzh.ch/singer.html

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August 3rd, 2009

Public Talk mit dem Dalai Lama #3

Innerer und äußerer Frieden

(Public Talk mit dem Dalai Lama, Pater Anselm Grün und Tetsugen Bernard Glassman Roshi am 2.8.09 in der Frankfurter Commerzbank Arena, Moderation Gert Scobel)



Der Dalai Lama begann seinen Vortrag mit der Aussage, dass äußerer Frieden von inneren Frieden abhänge. Es ist unrealistisch, dass es nie Konflikte geben werde, wichtig ist, wie wir im Inneren damit umgehen. Er sagte dass es möglich ist trotz widriger äußerer Umstände inneren Frieden zu bewahren.

Pater Anselm Grün führte dazu aus, dass wir Frieden schließen müssen mit allen Kräften die in uns sind. Wir sollen nicht gegen uns kämpfen. Frieden verlangt die Freiheit und entsteht durch die Ohnmacht der Liebe und nicht durch die Macht der Stärke.

Roshi Glassman, der im jüdischen Milieu aufwuchs, erklärte das die Wurzel des jüdischen Shalom Shelem ist. Dies könne man übersetzen mit ganz machen oder die Fragmente zusammen fügen. Er betonte das Zen das ganze Leben sei. Seit 30 Jahren versucht er mit vielen Menschen durch einen sozial engagierten Buddhismus inneren Frieden durch äußeren Frieden zu erzielen.

Pater Anselm Grün erklärte das Gebet auch nach Außen gehen muss. Gebet, was nicht das eigene Verhalten ändert ist ein narzisstisches Gebet. Es wird keinen Frieden oder Gerechtigkeit geben, wenn sich nicht Innen und Außen gegenseitig befruchten.

Roshi Glassmann erzählte von einem alten Zen-Meister, der sagte, dass wir die Erleuchtung einer Person daran messen können, wie sehr diese Person der Welt und anderen Menschen dient. Hilfreich, in Bezug darauf was wir konkret machen können, findet er als erstes Nicht-Wissen. Wir können immer wieder an Orte gehen, wo wir nichts wissen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist „Zeugnis ablegen“ und anderen Menschen zuzuhören. Zu fragen was los ist. Völlig offen in eine Situation hineingehen. Wenn wir in uns eindringen lassen was ist, entsteht Handlung von ganz allein. Das gilt ganz besonders für schwierige Situationen, mit diesen können wir auch meditieren.

Der Dalai Lama betonte das alle unterschiedlichen Religionen eine Botschaft haben: Toleranz und Mitgefühl. Aus buddhistischer Sicht ist die Selbstsucht eine Wurzel, warum wir keinen inneren Frieden finden. Deswegen sollten wir versuchen unseren Egoismus zu verringern. Weiterhin sagte er, dass der Glauben an einen Gott oder an Allah ein subtiles Mittel ist, die Selbstsucht zu verringern und einen ähnlichen Effekt hat wie Meditation. Er findet es wichtig zu unterscheiden zwischen der Person die handelt und der Handlung. Auf der Ebene der Person sind wir alle gleich, trotzdem können wir eine Handlung verurteilen. Es ist notwendig schädliche Handlungen zu benennen, aber dabei sollten wir nicht den Respekt vor der Person verlieren. Schädliche Handlungen entstehen aus negativer Motivation und getrübten Emotionen. Jede Person ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen worden, wer Gott oder Allah respektiert muss auch die ganze Schöpfung respektieren.

Pater Anselm Grün betonte dass die christliche Botschaft von der Feindesliebe nicht heißt dass ich mir alles gefallen lassen soll, sondern dass ich im anderen immer noch das Gute sehe. Feindschaft ist meistens eine Projektion. Jesus sagte, dass wir an das Gute in den anderen glauben sollen um sie zu segnen. In dem ich den anderen segne vertraue ich der Kraft des Gebetes und Gottes Heiligkeit. Augustinus sagte dazu: „ Ich solle Bruder und Schwester lieben aber den Fehler hassen“. Ohne Feindesliebe können wir keinen äußeren Frieden schließen. Das Gottesbild und das Selbstbild korrespondieren. Wenn ich ein Bild von einem strafenden Gott habe, so werde auch ich mich strafen. Wenn ich ein perfektes Selbstbild habe, so glaube ich an einen kontrollierenden Gott.

Roshi Glassman erzählte, dass er seit langem versucht neue Praxiswege zu erforschen. 1996 machte er sein erstes Retreat im KZ Auschwitz, Dazu lud er Menschen aus den verschiedensten Kulturen ein, wie Buddhisten, Juden, Christen, Sinti & Roma und weitere. Alle hatten vorher die Auffassung, dass wir Brüder und Schwestern seien. Aber an so einen Ort wie Auschwitz kamen dann sehr viele heftige Emotionen hoch. Zum Beispiel sollten alle Teilnehmer an einen Abend tanzen, viele fragten dann aber: „Wie können wir an diesem Ort tanzen?“. Durch die gemeinsame Praxis entstand dann aber ein Heilungsprozess, der dazu geführt hat das sich am Ende wirklich alle als Familie gefühlt haben. Am Anfang waren es nur Worte, am Ende war es wirklich da. Wir haben mehr Möglichkeiten als wir nutzen. Am Anfang sind innerer und äußerer Frieden verschieden, am Ende nicht mehr.

Pater Anselm Grün zitierte Jesus der sagte: „Selig sind die, die Frieden stiften. Sie sind Söhne und Töchter Gottes.“ Wenn Spiritualität nicht nach Außen geht und anfängt die Welt zu ändern, so ist es keine Spiritualität. Es ist wunderbar in der Meditation inneren Frieden zu fühlen, aber was ist, wenn ich mit Konflikten oder der Umweltverschmutzung in Berührung komme? Nur im Tun zeigt sich wie die Meditation ist oder ob die Meditation nur zum Genießen da ist. Auch in unserer Arbeit geht es um dasselbe wie im Gebet: Liebe, Hingabe und Egolosigkeit. Wie unsere Arbeit wirkt hängt davon ab, ob sie aus dem heiligen Geist entsteht oder aus unserem Ego.

Das führte Roshi Glassman dazu zu fragen was Arbeit eigentlich ist. Wenn sein Vater damals ins Büro ging so wurde gesagt, dass er zur Arbeit geht. Seine Mutter blieb zu Hause und kümmerte sich um die Kinder und den Haushalt, da redete dann keiner von Arbeit. Was ist also Arbeit?

Dazu sagte der Dalai Lama, dass ein Arbeitsloser keineswegs ein Mensch sei, der nicht mehr tut. Er führt ja trotzdem den ganzen Tag Handlungen aus. Des Weiteren führte er aus, dass es nicht ausreicht wenn wir nur im Kloster oder Tempel sitzen, wir müssen unsere Einsichten in die Gesellschaft tragen. Er hat immer die Christen um ihr soziales Engagement bewundert, die Buddhisten tun sich schwer damit, aber in dieser Hinsicht muss was passieren. Wenn man sich dafür entscheidet zu praktizieren, dann ist es wichtig ernsthaft zu praktizieren und die Praxis an sich selbst anzuwenden. Wenn er manchmal durch die Einkaufsstraßen geht und was Interessantes sieht möchte er es manchmal kaufen. Er fragt sich aber in diesem Moment immer: „Brauche ich das wirklich?“, „Ist es wirklich notwendig dies zu besitzen?“. So können auch wir dies uns immer wieder fragen. Weiterhin müssen wir auch andere Wege finden um Menschen, die nicht religiös sind zu erreichen. Dies gehe nur ohne religiöses Konzept.

Pater Anselm Grün sagte das wir durch Moralisieren nur ein schlechtes Gewissen erzeugen, dies ändere den Menschen aber nicht. Wir sollten uns fragen welche Werte wir achten. Er glaube daran, dass in allen Menschen die Sehnsucht nach Frieden ist. Er kann nur für diesen Wert werben in dem er an die Menschen glaube. Aber wir werden nicht alle erreichen, trotzdem ist es notwendig immer an das Gute im Menschen zu glauben.

Roshi Glassman sagte zum Schluss dass sich die Dinge langsam ändern, es kommen zum Beispiel immer mehr Menschen zum Dalai Lama um seine Botschaft zu hören.

Links zu den Personnen:

http://www.zenpeacemakers.org

http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Gr%C3%BCn

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August 9, 2009

ein foto, ein song... andersrum #17 *the winner is*

#17 hat begonnen! Den Song hat Fisheye Pi ausgesucht und ich hoffe ihr findet was passendes dazu.

Bitte stellt eure Bilder hier in medium rein, nummeriert sie mit #1, #2, #3...u.s.w. Schön wäre es, wenn ihr einen Link auf diesen Blog unter euer Bild setzt. In einer Woche stimmen wir dann ab. Das ihr nur eure eigenen Bilder reinstellt, versteht sich hoffentlich von selbst...



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August 11, 2009

Bitte gib mir Dein leckerstes Kuchenrezept!

Am Sonntag kommt Schwiegermama nach 3 Wochen Urlaub zurück und ich würde gern zur Begrüßung einen Kuchen backen. Irgendwie inspirieren mich meine Koch-/Backbücher gerade nicht so. Freu mich über Vorschläge, kann gern auch was aufwänderiges sein, nur nicht zu süß.

Danke... falls was dabei ist was mir gefällt, werde ich es fotografisch dokumentieren :-))

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August 22, 2009

ein foto, ein song... andersrum #18 *the winner is*

#18 hat begonnen! Den Song hat Wiki Tango ausgesucht und ich hoffe ihr findet was passendes dazu.

Bitte stellt eure Bilder hier in medium rein, nummeriert sie mit #1, #2, #3...u.s.w. Schön wäre es, wenn ihr einen Link auf diesen Blog unter euer Bild setzt. Die Abstimmrunde wird dann am 30.8. abends starten.. Das ihr nur eure eigenen Bilder reinstellt, versteht sich hoffentlich von selbst...



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August 28, 2009

Coldplay

Gestern hatte das Warten ein Ende und Aruna und ich sind nach Düsseldorf gefahren. Vor dem Konzert haben wir die Gelegenheit genutzt uns mal den Mediahafen anzusehen. Dieser hat mich wirklich sehr begeistert, tolle Architektur, die neu und alt schön verbindet.

Dann sind wir weiter in die Esprit Arena und da wir recht früh da waren, ergatterten wir einen Platz im ersten Drittel des Innenraumes. Die erste Vorband waren die "Kilians". Die haben nicht so meinen Geschmack getroffen, der Sänger erinnerte mich live zu sehr an "Oasis". Sonst wirkten sie aber ganz sympathisch und humorvoll. Hier mal eine Hörprobe:

Die zweite Vorband waren dann "Howling Bells" aus Australien. Deren Musik mag ich schon mehr, aber die sind meines Erachtens mehr was für kleine Clubs oder zum in Ruhe zu Hause hören. Auch hier mal eine Hörprobe.

Dann wurde die Bühne umgebaut und die Spannung stieg ins unermessliche bis Coldplay die Bühne enterten. Die Jungs sind wirklich eine Super-live-Band und jeden Euro der Konzertkarte wert gewesen. Wir standen ziemlich weit vorn und konnten ganz gut sehen, die Stimmung im Stadion war fantastisch. Die Band wird man leider nicht mehr im kleinen Rahmen sehen können, aber es lohnt sich sie live zu sehen. Ich hatte ja vorher echt Bedenken auch wegen des Sounds, da hörte man ja aus Frankfurts Commerzbank-Arena schreckliche Geschichten. Aber der Sound war super gut. Das ganze Konzert war klasse organisiert, die U-Bahnen danach fuhren z.B. im 2-Minutentakt, auch da könnten sich manch andere Veranstalter eine Scheibe abschneiden. Alles in allem ein sehr gelungener Abend.

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