Das lang im Voraus geplante Campingwochenende am Kulkwitzer See in Leipzig - kurz Kulki - stand bevor. Die Gruppe bestand aus einem großen Haufen von Nichttauchern und einer Handvoll Taucher. Zumindest unter der Voraussetzung, dass jeder, der sein Tauchzeug noch ins Auto bekommt, tauchen gehen könnte. Aber dazu später mehr.
Zwei Platzbesetzer wurden am Donnerstag mit Van und Hänger vorausgeschickt, um den Platz für die Gruppe zu besetzen. Nachdem der Claim abgesteckt war, machten sich die Beiden an die nachbereitenden Arbeiten. Da beim Van die Batterie durch die einrichtenden Maßnahmen etwas geschwächt war, hatten sie die dufte Idee, die Batterie wieder durch den Motor laden zu lassen. Gesagt getan. Auto an, Türen zu, das verdiente "ich habe es geschafft"-Bier geöffnet und warten. Dann plötzlich - klack, die Zentralverriegelung sichert das Auto. Mist - Auto zu, Schlüssel drin, kein Zweitschlüssel bei. Gott sei dank, man kennt ja jemanden, der sehr hilfsbereit ist. Diesen kurz angerufen und gebeten, schnell noch mal zu Hause vorbei zu fahren, um den Zweitschlüssel für den Van zu holen und dann den Armen zum Campen für eine Nacht eingeladen, gelockt mit einem Belohnungsbier. - Und der Kollege macht das auch! Dickes Danke an dieser Stelle!!!
Ich hatte zu dieser Zeit leider noch andere Probleme. Aber dann war es endlich Freitag früh und es konnte los gehen. Naja fast, denn hier kam das Platzproblem im Auto zum Tragen. Angesagt war ja ein Erholungswochenende mit vorwiegend Nichttauchenden, da muss eine Menge mit. So stand ich vor einem riesen Berg Sachen, die alle ins Auto sollten und begann zu zweifeln. Ich drehte mich noch einmal in alle Richtungen um, um zu sehen, ob mich jemand beobachtet und tat dann das, aus meiner Sicht, einzig logische, ich packte zuerst die Tauchsachen ein.... Dann dachte ich, zelten und Freizeitspaß ist auch noch dran, was muß noch mit? Und dann packte ich in der Reihenfolge der Wertigkeit die nächsten Sachen dazu. Zuerst das Zelt, dann die wichtigsten Sachen (soviele braucht man ja beim Zelten wirklich nicht), dann das Mobiliar (Tisch, Stuhl) und dann das Freizeitgelumpe (Fahrrad, Rollschuhe....) und siehe da, mit ein wenig drücken und einem kurzen Luft anhalten (ob die Heckscheibe beim Zuschlagen bersten würde, wenn sie denn überhaupt zu geht) war dann tatsächlich alles drin. Geschafft! - Ab nach Leipzig zum Kulki, Kurzurlaub ich komme!
Das Wochenende war dann ein voller Erfolg in jeder Hinsicht. Wie gewohnt, ein super Komfort auf dem Zeltplatz, wunderbare Freizeitangebote drum herum, lange Radwege um den See luden zum Radeln und Rollschuhlaufen ein. Der See selbst bot Baden, Boot fahren, Surfen, Wasserski und natürlich TAUCHEN.
Es ist der Taucherfraktion gelungen, vier Tauchgänge einzuschieben. Wenn man bedenkt, wieviel Taucher auf dem Zeltplatz zeitweise unterwegs waren, war es überraschend, wie wenige andere Taucher wir unter Wasser getroffen haben. Das lag aber wahrscheinlich am Tagesablauf, der eben nicht vorwiegend auf Tauchen ausgelegt war. So konnte ich beim baden belustigt mit anschauen, wie sich rund 40 Taucher am Einstieg drängelten, während zu "unseren" Zeiten (zwei Nachttauchgänge, zwei späte Mittagstauchgänge) sich maximal noch ein Team im Einstiegsbereich befand.
Das Programm unserer Tauchgänge: einmal Nachttauchen im Seegras, wunderbare Fischvielfalt (beim gegenseitig aufessen); am ersten Mittagstauchgang ein Besuch der Plattformen, ist schon gigantisch was da "versenkt" wurde; ein weiterer früher Nachttauchgang zur Unterwasser-Kapelle, durch Navigation sofort gefunden!!!! und aus Freude darüber haben alle mal die Glocke geläutet; und zum Abschluss, die Barkasse, auch mit Punktlandung. Auf der Internetseite der Leipziger Delfine könnt Ihr noch mehr zu den taucherischen Attraktionen erfahren.
Die Sichtweiten waren um die 10 m, am Einstieg etwas trüber. Das lag aber wohl an den vielen Tauchern, die da vor uns durchgewalzt sind. Beim Baden empfand man das Wasser wirklich kalt, beim Tauchen war das, dank Trockentauchanzug kein Problem. Jedoch machte selbiger den 500 m langen Fußmarsch vom Zelt zur Einstiegsstelle bei 32 °C zur Tortur. Wenn man aber erst mal im Wasser war, kühlte man schnell wieder ab. die Unterwasserfotos sind leider nicht unbedingt der Hit, das lag aber vorwiegend an den schwierigen bzw. schlechten Lichtverhältnissen. Hier gibt es einige Unterwasserbilder zu sehen.
Insgesamt war dieses Wochenende ein schöner Kompromiss zwischen den Interessen der in der Mehrheit vorhandenen Nichttaucher und der Taucher, bei dem jeder auf seine Kosten kam. Den Kulkwitzer See kann man für solch ein Wochenende nur ausdrücklich empfehlen.