Bei meinem "Spaziergang" über die Elbwiesen in Höhe der Baustelle der Waldschlösschenbrücke, waren die äußeren Umstände eher nicht geeignet um Hochgefühle hervorzurufen, den es regnete in Strömen und es war diesig. So entschloss ich mich zum wiederholten Male das Unmögliche zu versuchen, nämlich von dieser Stelle einen Blick auf die Dresdner Stadtsilhouette zu erhaschen - vergeblich.
Da sah ich die Mandarinenten, zwei Männchen und ein Weibchen. Durch ihre markante, leuchtende Farbgebung hoben sich die Herren wohltuend von der trostlosen Kulisse des Tages ab. Und was taten die beiden nicht alles, um der Dame ihres Herzens zu gefallen. Das einzige Problem war eindeutig, es war genau Herr zuviel in der Runde, damit sich ein zweisames Glück einstellen konnte. Was taten sie nicht alles um der Dame zu gefallen, sie umschwärmten sie und versuchten gleichzeitig den jeweiligen Nebenbuhler abzudrängen.


Interessant war die Wendung die sich ergab, als ich ein paar Brotstückchen ins Wasser warf. Die störten die Dreier-Idylle in höchstem Maße und in einer Art, wie ich es nicht erwartet hätte. So verjagten die beiden Herren zuerst in plötzlichem Einvernehmen das Weibchen vom Futter, um sich danach selbst darum zu streiten. Als das Brot alle war, stellte sich ziemlich schnell die Anfangssituation ein.
Es ist wohl im Tierreich ähnlich wie bei den Menschen, eine Versuchung ist nur so lange die Größte, bis eine noch größere kommt, der man erliegt und der Verstand völlig aussetzt.