Nach rückengequälter, kaum durchschlafener Nacht, in der ich gegen halb eins mal aufstand, um einen herrlichen Sternhimmel mit immerhin vier Schnuppen zu bewundern, ging es um halb neun runter Richtung Helmstedt.
Ich genoss die Fahrt über ruhige Straßen an Sonnenblumen- und Windrad-Feldern vorbei.
Kurz vor Oebisfelde überquerte ich die alte Grenze zwischen zwei Welten. Heute trennt sie zwar nur noch zwei Bundesländer von einander, aber es sieht “drüben” immer noch anders aus.
Gerade hier in der Altmark scheint die Zeit auch ein bisschen stehen geblieben zu sein. Es gibt noch viele unrenovierte Häuser, etliche Kopfsteinpflasterstraßen. Beetzendorf war da ein typischen Beispiel. Und es gibt viele stillgelegte Bahnstrecken. In dem erwähnten Beetzendorf ist es besonders krass. Dort kreutzten sich mal mehrere Linien der Altmärkischen Kleinbahn.
Jetzt ist der Bahnhof verfallen, die Gleisanlagen überwuchert. Aber tatsächlich wurde 2004 aus Versehen ein durchgehendes Gleis abgebaut. Nun soll es wieder hergerichtet werden, damit wieder Zugverkehr möglich wird.
Ich komme durch Ferchau, einen Ort, den es auf meiner Karte nicht gibt - und so sieht er aus. Aber es gibt Menschen hier, die mich mit großen Augen anschauen ;-)
UNterwegs staune ich über einen großen Schwarm Kiebitze...
Eine schnurgerade Bahnstrecke zwingt mich zum Fotografieren.
Kurz hinter Seebenau wird es sehr spannend. Der Feldweg führt durch eine herrlich einsame Landschaft.
Und plötzlich sehe ich links neben mir auf dem Acker viele viele Kraniche stehen, die sich langsam von mir entfernen, um Richtung Seebenau davonzuschweben.
Vor mir auf dem Weg schaut ein Reh nach dem Rechten.
Ich fahre ergriffen auf einem alten Plattenweg der DDR-Grenzorgane weiter.
Ein Wachturm weist mir den Weg durch das Gewirr der Plattenwege zur ehemaligen Grenze zwischen Ost und West. Drüben ist es auch einsam, aber tatsächlich etwas vertrauter. Die Orte haben Namen wie Steine, Mammoißel, Schwiepke, Meuchefiz, Göttien, Tolstefanz…
Kurz vor dem Ziel zischt es an meinem Hinterrad. Naja, 10 Minuten Unterbrechung zum Flicken. Es war aber auch schon eine Tortur für die Reifen. Schließlich erreiche ich Dannenberg, baue mein Zelt auf, dusche und fahre in den Ort, um mir ein Baguette zum Abendbrot zu schießen…