Man nehme:

  • Harry Rowohlt mit kurzen Haaren sowie ohne Brille am Schlagzeug
  • Am Keyboard und für dümmliche Pseudo-Coolness zuständig: ein Adrian Brody-Verschnitt mit einer Frisur, die eine Mischung aus Ron Wood und Limahl darstellt, und mit so engem Hemd, dass die Knöpfe sicherlich am Brustbein festgetackert sind
  • einen äußerst gelangweilt dreinblickenden Bassisten
  • einen echten Blues-Brothers-Band-Gitarristen
  • und natürlich Frau Katzenkraft

und.fertig ist... das Line-Up für den Auftritt von Cat Power. So jedenfalls könnte man die einzelnen Bandmitglieder beschreiben. Und wieder mal war's ein ganz vorzügliches Konzert, wobei die Stimme der Sängerin live noch viel besser rüberkommt als in der Konserve. Aufgrund der richtigen Band, die Frau Katzenkraft begleiten durfte, hatten die Stücke z.T. auch wesentlich mehr Drive als die Konservenpendants. Manchmal ging's einfach 1-A-70er-mäßig ab, so dass man eigentlich sofort alle Arme von sich werfen und loshüpfen wollte... was aber aufgrund der Unmengen von dicht gedrängten Menschen um einen herum nicht ansatzweise möglich war. Knapp über 1000 Leute werden's wohl auf dem Konzert gewesen sein.

Ansonsten gab's viel ruhige Stücke, fast schon mit Chanson-Charakter. Konnte ich alle noch nicht so ganz auseinander halten, weil ich bisher noch nicht so viel Lieder von ihre kenne, d.h. das klang z.T. alles etwas "gleich" für mich. Entgegen früheren Konzerten, bei denen die Sängerin auch schon mal mittendrin heulend von der Bühne ging oder den ganzen Auftritt mit dem Rücken zum Publikum absolvierte, war sie diesmal gut drauf und hat einen fast umgesungen mit ihrer Stimme. Mannomann. Noch eins dieser Stimmwunder.

Der instrumentenbedienende Teil der Band war insgesamt technische Sptzenklasse, wobei vor allem der Schlagzeuger und der Gitarrist herausstachen. Nur Meister Pseudocool ("Adrian Brody", siehe oben) war vom Auftreten her die Lächerlichkeit in Person und ein Paradebeispiel für Leute, die das Thema "Coolness" betreffend nochmal bitte auf Los zurückgehen, das megaenge Hemd wechseln, ihre Frisur normalisieren und nicht demonstrativ das Tambourin schwingend eine Fluppe auf der Bühne anzünden. Gott, war das albern.

Ganz seltsam war auch, dass es gar keine Zugabe gab. Das übliche Spiel entfiel also.

Aber es gefiel trotzdem insgsamt, jawoll.

PS: Nichts gegen Adrian Brody, das ist ein hervorragender Schauspieler, aber dieser Musiker sah dem einfach sauähnlich.