(engl: The DSL-Hunter)
Es ist vollbracht, das Internet hat mich wieder. Aber was für eine Tortur! Die ganzen DSL-Anbieter hierzulande sind ja eigentlich keine DSL-Anbieter, sondern DSL-Verweigerer, so wie die verkaufen.
Auch wenn es so manchen Leuten sicherlich noch deutlich schlimer erging hier die Geschichte einer DSL-Odyssee im Detail und ohne die beteiligten Akteure direkt zu benennen:
Am Anfang der ganzen Chose stand der anstehende Umzug in eine neue Wohnung. Das bedeutete: ein DSL-Anschluss musste her (als Neukunde, also kein Anbieterwechsel oder DSL-Umzug). Als erstes habe ich es bei Lewis Carrol versucht, der nach dem Schreiben seines Wunderland-Romans ins DSL-Geschäft eingestiegen ist. Warum da? Weil die Vormieterin auch bei denen war und ich dachte: "hey, das macht die Sache vielleicht einfach, wenn das der gleiche Anbieter ist, und außerdem haben die kurze Kündigungsfristen". Also auf ins Wunderland und bestellt. Das war irgendwann vor Weihnachten. Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr bei der Arbeit erzählte mir dann ein Kollege, dass man im Wunderland ein Einwahlsoftware benötigt (statt wie alle die anderen einen Router anzubieten, der das alles integriert hat). "Einwahlsoftware??? Argh! Steinzeit!!" schrie ich, weil das nämlich immer heißt: nur für Windows, vielleicht noch für Apple, aber bestimmt nicht für Linux (da bin ich zu Hause). Ein Blick in das Kleingedruckte auf der Rückseite der FAQ auf der Homepage des Wunderlands bestätigte mir das dann auch, wobei ich dort noch zusätzlich erfuhr, dass man ohne die beknackte Einwahlsoftware vielleicht auch mit Linux reinkommt. Na danke. Schnell storniert und den nächsten Anbieter gesucht.
Es gibt ja Stars, die sind aus Fleisch und Blut, also echte Menschen, während andere Stars nie wirklich existiert haben. So z.B. der große King Kong. Der ist ein Star, hat sich später mit DSL selbstständig gemacht und ist damit plötzlich ganz schön wirklich geworden. Den empfahl mir nun jemand: King Kong, den großen Star. Kurzer Check auf deren Seite, wo man die PLZ eingeben muss, und: "wir können Ihnen DSL anbieten". Toll, auf ein Neues. Inzwischen war der Umzug in die neue Wohnung Anfang Januar über die Bühne gegangen und ich hockte internetlos da rum und starrte die Wände an. Mitte Januar stapfte dann schnaufend und durch King Kong in Gang gesetzt ein dicker Techniker die Treppe zu meiner Wohnung hinauf, um meinen Anschluss vorzubereiten. "Wieso müssen eigentlich alle im 2. Stock oder noch weiter oben wohnen" fluchte er atemlos. "Das machen viele in einer Stadt diese Größe, außerdem ist Treppensteigen doch ganz gesund", entgegnete ich, und er sofort. "Jaja, das sagen alle. Machen Sie das mal jeden Tag, das ist schlecht für den Kreislauf!" Da war ich dann doch sprachlos. Aber egal, er war jedenfalls da, nestelte irgendwie an der Telefondose rum und verschwand wieder (nicht, bevor er nochmal gute 15 Minuten benötigte, um alle meine Daten, die er schon als Ausdruck von King Kong vorliegen hatte, und die damit aus einem Digitalgerät namens Computer stammten, nochmals auf ein Telekom-Formular handschriftlich zu übertragen... kein Wunder, dass die alle mit den DSL-Anschlüssen nicht hinterher kommen). Er verschwand also. Ich hoffte. Eine Woche später meldete sich dann King Kong per E.-Mail und stornierte meinen Auftrag mit den Worten "wir können sie da gar nicht anschließen". Ääääh..... ja. Wie war das noch mit dem Check auf deren Homepage, der mir sagte, in meiner Gegend können sie mich anschließen? Was für ein Haufen verranzter Idioten.
Es war nun schon fast Ende Januar. Nachdem King Kong sich also selbst erledigt hatte ging die Suche wieder los. Kurzfristig dachte ich noch an Heidi Kabel, die macht ja nu auch in DSL, aber das hätte vielleicht bedeutet, dass man 3 Steinkohletagebaubagger aus diversen Kohleabbaugebieten hätte abziehen müssen, um hier die Wege, Straßen, Autobahnen und den Kiessee aufzureißen, damit die erforderlichen Datenübertragungsleinen von der Straße in meine Wohnung hätten verlegt werden können. Darauf hatte ich dann doch keine Lust.
Das Große Rosa Überwachungsschweinchen kam von vornherein nicht in Frage, und genausowenig habe ich Anbieter wie Troposhären-DSL oder H2O oder so in Betracht gezogen.
Zu guter Letzt blieb in den ganzen DSL-Bewertungslisten von den größeren Anbietern nicht mehr viel übrig, und so landete ich bei Adam Riese (wer heute so alles in DSL macht...). Bei dem war ich früher schon mal und das lief eigentlich immer, aber inzwischen sind die Bewertungen von denen im Keller und mehrere Leute berichteten mir persönlich über ihre schlechten Erfahrungen. Aber: Schulter gezuckt und auf ins Abenteuer. Was konnte schon noch passieren? Alles. Doch ein Techniker (diesmal jung und sportlich die Treppe immer gleich 2-Stufen-nehmend) kam, schaltete, schrieb nicht nochmal alles ab, war nach 5 Minuten schon wieder weg und es funktioniert einfach. Noch... Jedenfalls isses also endlich da, das Internet, bei mir zu Hause. Welcome back! How are ya?