john hedgecoe, einführung in die kunst der fotografie - untertitel bildkomposition kameratechnik filmverarbeitung. so sperrig und wenig motivierend kommt das im original 1979 erschienene werk in der dt. übersetzung daher. etwas nostalgisch, aber sehr gut verständlich geht hedgecoe an die einzelnen themen heran. nicht umsonst gilt das werk als ein meilenstein in der fotografischen fachliteratur. selbst einem alten hasen wie mir lockt er noch ein aha hervor. diverse skitzen wie z.b. zur erklärung von blende und schärfentiefe habe ich in derart gnialer selbsterklärender art bisher noch nirgends zuvor gefunden.

leicht irritiert zum teil der doch recht hohe anteil an schwarzweiß darstellungen. 1979 gab es immerhin schon für jeden erschwingliche "buntfilme".  nach gewiser zeit erklärt sich jedoch oft anhand der motive, und der sw-eigenen redutzierung "aufs wesentliche", warum nicht durchweg farbig bebildert wurde.

grob unterteilt ist das werk von hedgecoe in folgende bereiche:

  1. umgang mit der kamera
  2. belichtungsprobleme
  3. ruhe und bewegung im bild
  4. das bildelement licht
  5. bildkomposition
  6. anwendungsbeispiele
  7. filmverarbeitung
  8. technischer leitfaden

so gegeliedert ist eindeutig ein bogen von allgemein technischem, über gestaltung und anwendung zurück zur technik gespannt. im blickfeld der damals üblichen analog photographie wird letztendlich auch der entstehungsprozess eines abuges/dia durchlaufen. immer gespickt mit informationen , welche sich öfter als man denkt auch ins digitale zeitalter hinüber retten lassen. von klasischen "weisheiten" zu bildkomposition oder diversen techniken mal ganz abgesehen.

lohnt es? sofern man das buch, wie ich, für 2,50 im antiquariat bekommt - zugreifen! persönlich würde die schmerzgrenze vermutlich bei etwa 15EUR liegen. je nach zustand!  spass macht es auf jeden fall, auch trotz des wenig ansprechenden titels. die im original vorherschende leichtigkeit mit der die themeanschaulich behandelt werden, ist in der übersetzung weitestgehend erhalten gebieben. manchmal will man spontan zur cam greifen und das gelesene umsetzen. in digitalen zeiten eigentlich schon fast ein muss. also, lohnt es? JA!