Im Radio sprechen sie von der Wiedervereinigung, welche wir heute feiern. Wann sagt denen mal jemand, dass nix wiedervereinigt wurde. Es war schlicht und einfach ein “Beitritt” zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik, ähnlich dem des Saargebietes 1955.
|
| An der Grenze |
Ich glaube der zweite Weg wäre besser und würdevoller gewesen. Was ich in diesem Zusammenhang noch bemerktenswert fand, das man von der jetzt “vorherrschenden Lehre” sprach. Irgendwie würde es mich schon interessieren, wie das Ganze mal in 100 Jahren in den Geschichtsbüchern steht, gibt es doch schon heute erhebliche Wissenslücken dazu.
Von einer wirklichen Einheit, welche zu feiern wäre, kann man auch nicht unbedint sprechen, solange die Politik und die deutsche Rechtsprechung noch immer Unterschiede zwichen den alten und den beigetretenen Ländern macht. Da passt es dann auch, dass Politiker wieder den Solizuschlag ins Gespräch bringen, der zur Überraschung einiger gar nicht vollständig im Osten ankommt oder dann sogar zweckfremd verwedet wird. Wen wundert es also, dass es nicht so richtig vorwärts geht?
Der einzig wirkliche Grund heute zu feiern wäre der, dass ich durch die “Wende” viele tolle Menschen kennen lernte, die ich heute zu meinen Freunden zähle. translate into English
Send a message
Search for members

Tante Käthepro says:
Ich habe mich angestrengt nach unserer feindlichen Übernahme; habe versucht, den "Ossi" zu verstehen--und bin öfter gescheitert , habe hilflos und fassungslos
den Wutausbrüchen der enttäuschten "Neubürger" zuhören müssen und gleichzeitig neidisch auf das geschaut, was der Westen nicht hatte: "Euer" Nachbarschaftsgefühl, "Eure" Hilfsbereitschaft, "Euer" Organisationstalent, aus dem Mangel geboren; "Euer" Schulsystem, "Eure" Ausbildung.
Vereinigt? Nein, sind wir immer noch nicht. Und werden es auch so schnell nicht sein.
(Obwohl es mir so geht Wie Dir: Ich habe viele fesselnde Leute kennengelernt....)
Aber wie sagt Katrin Sass?
"Die einen wuchsen mit den Russen auf und die anderen mit den Amerikanern - und dennoch, indem wir jetzt über das Gleiche lachen, gehören wir zusammen."
In diesem Sinne: PROST!
;-))
Thueringerpro replies:
Ich müsste noch erwähnen, dass ich nur so meine Frau kennenlernte. Sie aus Unterranken, ich aus Thüringen. DAS war ne wirkliche "Vereinigung". ;)
Chatty says:
deja says:
Das ist für mich das schlimmste.
Und was die Leute hier nicht begreifen (wollen), ist die Tatsache das damals Menschen auf die Straße gegangen sind, um für eine bestimmte Sache einzutreten. Im wirklichen Sinne eine Revolution. Und sowas geht hier nicht in (viele) Köpfe.
Das interessante dabei ist, dass sie nicht nur gegenüber den "Ossis" so sind, sondern gegenüber allen "Ost"-Staaten, z.B. Polen oder Tschechien.
Es war schon immer so, dass sich der Osten für den Westen mehr interessiert hat, als umgekehrt, und manchmal denke ich, dass die Unwissenheit vor dem Unbekannten Osten den Leuten etwas Angst macht und sie deshalb so reagieren. Und Neid ist mit Sicherheit auch dabei. Ich bin gerne in allen Bundesländern und es ist schön alles kennenzulernen und zu erleben. Die Leute sollten sich tatsächlich mehr interessieren und erfreuen an dem, was in den 17 Jahren geschaffen wurde.
In diesem Sinne werde ich morgen wieder über die neue A71 fahren :-)
Thueringerpro says:
Wegen der Sache "Neid" hatten wir letztens die Diskussion. Auf was in den neuen Ländern könnte man neidisch sein? Höhere Arbeistlosigkeit? Niedrigere Löhne?
Meine Schwiegermutter (81, Bayern) sprach da die hohen Renten für die "DDR'ler" an. Wie soll man ihr aber verständlich machen, dass Frauen in der DDR meist Vollzeit gearbeitet haben. Reine Hausfrauen waren doch eher die Ausnahme. Für unsere und folgende Genarationen sieht es nicht so rosig aus. Heute niedrigere Löhne, später geringere Renten, wenn überhaupt noch. Und bei manchen st es scheinbar auch noch nicht angkommen, dass die arbeitende Bevölkerung hier genauso ihren Solidaritätszuschlag entrichtet.
deja says:
Und ein Neid, auf Dinge, die offensichtlich besser waren, als sie jetzt und hier sind. Aber viele wollen das nicht zugeben, also sind sie still und heimlich neidisch...
Ich bin froh, das alles so gekommen ist, weil ich heute im Grunde tun und lassen kann, was ich will und mich so entwickeln kann, wie ich will.
Es gab aber durchaus auch Dinge, bei denen ich dafür wäre (und mit Sicherheit eben viele in den alten Ländern auch), dass sie wieder eingeführt werden würden. Aber hier will es eben kaum einer zugeben, weil es ja "von drüben" ist und das muss schlecht sein...
Solange Zeitungen 17 Jahre nach dem Zusammenschluß immer noch von "Ost" und "West" reden, Mieten und Renten vergleichen, wird es nichts werden mit EINEM Deutschland.
Sumppinoita says: