Im Radio sprechen sie von der Wiedervereinigung, welche wir heute feiern. Wann sagt denen mal jemand, dass nix wiedervereinigt wurde. Es war schlicht und einfach ein “Beitritt” zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik, ähnlich dem des Saargebietes 1955.

Das Grundgesetz bot in seiner alten Fassung zwei Möglichkeiten der Wiedervereinigung: Die Wiedervereinigung durch den Beitritt von anderen Teilen Deutschlands gemäß Artikel 23 Satz 2 GG) sowie die Wiedervereinigung durch Inkrafttreten einer Verfassung, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist, gemäß Artikel 146 GG.

Ich glaube der zweite Weg wäre besser und würdevoller gewesen. Was ich in diesem Zusammenhang noch bemerktenswert fand, das man von der jetzt “vorherrschenden Lehre” sprach. Irgendwie würde es mich schon interessieren, wie das Ganze mal in 100 Jahren in den Geschichtsbüchern steht, gibt es doch schon heute erhebliche Wissenslücken dazu.

Von einer wirklichen Einheit, welche zu feiern wäre, kann man auch nicht unbedint sprechen, solange die Politik und die deutsche Rechtsprechung noch immer Unterschiede zwichen den alten und den beigetretenen Ländern macht. Da passt es dann auch, dass Politiker wieder den Solizuschlag ins Gespräch bringen, der zur Überraschung einiger gar nicht vollständig im Osten ankommt oder dann sogar zweckfremd verwedet wird. Wen wundert es also, dass es nicht so richtig vorwärts geht?

Der einzig wirkliche Grund heute zu feiern wäre der, dass ich durch die “Wende” viele tolle Menschen kennen lernte, die ich heute zu meinen Freunden zähle.