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Moosbuckels Welt-man wird doch noch träumen dürfen...

Gedanken, Fragen, manchmal Antworten; immer nur lose gebündelt und selten durchstrukturiert.

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August 20, 08

# 6 "Einsamkeit hat ihren Preis"--oder wie ich lernte, das Baltikum zu lieben

Kaunas wartet auf uns—was weiß ich eigentlich über die Stadt?

Wenig: Sie liegt am Zusammenfluss von Nemunas und Neris, ist ursprünglich eine litauische Burg gewesen, die immer wieder vom Deutschritterorden zerstört und immer wieder von den Litauern aufgebaut wurde.

Als die Deutschritter 1410 in der berühmten Schlacht bei Grunwald einen auf den Nüschel bekamen und sich endgültig geschlagen geben mussten, wurde Kaunas eine mächtige Handelsstadt und wurde zwischenzeitlich sogar mal Hauptstadt Litauens.

Sie ist Kunstmetropole, Universitätsstadt und hat eine große Fußgängerzone.

Na, dann mal los!

Wir sind recht früh auf den Beinen, die Sonne scheint und es verspricht, heiß zu werden. Kaunas ist die erste wirklich größere Stadt, die wir in Litauen sehen—und wir sehen eine Menge!

Breite Boulevards mit den üblichen europäisch-einheitlichen Geschäften und mit gestylten Upper-10.000-Kunden

Prachtstraße
; und dann die Einkaufsstraßen der kleinen Leute: die heruntergekommenen und ärmlichen Straßen mit ihren Fressbuden und Garküchen; mit schäbigen Spielsalons und illegalen Märkten.
.
in der Altstadt
Ich fotografiere wie aufgedreht; oft lasse ich die Kamera vor dem Bauch und peile nur ungenau mit Schärfe und Höhe, weil ich Leute nicht verschrecken will.
von hinten....
1 Lita

Balkonpflanzen :-)
Süßes
Konditorei

Aber das ist kaum nötig: Es begegnet uns Ruhe und Gelassenheit, denn jeder sieht uns die Fremden an, da braucht es kein Versteckspiel. Überhaupt: die ungeheure Freundlichkeit, dieses fröhliche Auf-den-Menschen-Zugehen ist einzigartig und herzerwärmend und scheint ein litauischer Charakterzug zu sein---prima!

Wir klappern die Sehenswürdigkeiten ab, die „man gesehen haben muss“

Wer das ist?
Der hier war mir lieber!
Doppeltouri
[Ich erspare jedem die fünftausendste Fotografie der Kathedrale oder die zweihundertste Ablichtung der Burg], machen hin und wieder ein Kaffeepäuschen, haben dann endlich aber doch Hunger---und landen nach einiger Suche im besch***ensten Lokal in Kaunas……mit Friteusen-Tiefkühl-Kost und Einheitspommes. Himmelherrgott, da wäre ja sogar der unausweichliche McDoof besser gewesen!

Egal, man kann nicht immer Glück haben.-

Käse, Gurken, Eier--
Klatsch & Tratsch

Jungvolk um uns herum, viele Studenten bestimmen das Stadtbild. Hübsche Mädchen, so weit das Auge reicht

Stille, bis auf das Zwitschern…
, kaum Touristen, und wenn, dann in großen Bus-Pulks, hauptsächlich deutsch sprechend. In den Andenkenläden sehen wir neben schreiend lächerlichem Kitsch massenweise Bernsteinschmuck und –gebrauchsgegenstände: so viel Bernstein kann es doch unmöglich geben? Da ich unsicher bin und auch vermute, das alles grenzenlos überteuert ist, lasse ich mein Portemonnaie stecken. Was mich viel mehr reizt: Wäsche, Hemden, Hosen, Blusen aus Flachs und Leinen und Baumwoll-Leinen-Gemisch zu spottbilligen Preisen. Ich streiche um die Stände herum, aber noch bin ich nicht so weit—immerhin werden wir noch ein paar Tage in Litauen sein und da kommt ja auch noch das weitaus größere Vilnius….

Abends kehren wir mit platten Füßen, stumpfen Augen und hundemüde in unser Luxus-Apartment zurück. Ich wasche noch schnell das Notwendigste, während Norbert uns in der Küche einen Imbiss zubereitet, dann fallen wir einfach um----

……………………

20.7.2008

Heute ist Sonntag, Vilnius ist etwas mehr als 100 fast flache Autobahn-Kilometer von uns entfernt und in Litauen dürfen Radfahrer auf der Autobahn fahren---also??

Richtig!

Vielleicht schaffen wir es unter diesen günstigen Bedingungen an einem Tag?

Um 9:00 h Abfahrt.

ein Bankgebäude
Vorbei an den Industriebauten und –anlagen, an Autotransportern vollbeladen mit westlichen Automobilen, vorbei an zweifelhaften „Restaurants“ mit zweifelhaften jungen „Damen“ davor...

Zunächst lässt sich alles gut an: trockenes Wetter, nur spärlicher Verkehr, und als wir uns gegen 11:00 h auf die Autobahn einfädeln, wartet auf uns ein breiter Standstreifen; gut und sauber asphaltiert. Anfängliche Befürchtungen, dass es Radfahrern eben doch nicht erlaubt ist, werden zerstreut, als uns ein PKW der Autobahnpolizei überholt und uns weiter nicht beachtet….

Alles läuft rund und wir genießen das schnelle Vorankommen—kein Wunder, wenn man 15-20 km/h fahren kann!

Autobahn--noch ist sie recht l…
Autobahn-Raststätte

Aber nach etwa 4 Stunden wird der Verkehr immer stärker und es kommen vermehrt LKWs dazu. Der Krach nervt ungeheuer, und obwohl wir keinerlei ernsthafter Bedrohung ausgesetzt sind, werden wir langsam nervös—keine gute Voraussetzung für eine ruhige Fahrt.

Dazu kommt noch leise einsetzender Landregen: alle vorbeifahrenden Autos spritzen uns unweigerlich von oben bis unten nass.

Norbert schlägt vor, bei VIEVIS abzu“tauchen“ auf eine Nebenstrecke nach TRAKAI, wo auf der Karte ein Zeltplatz vermerkt ist—der einzige weit und breit. Und obwohl der Regen mittlerweile aufhört, biegen wir an der Ausfahrt ab.

Man sagt,...
Als wir bemerken, dass dort auch noch ein richtiges kleines Zentrum mit Supermarkt, Busbahnhof und Tankstelle ist, versorgen wir uns im Supermarkt mit dem Nötigsten und wollen zum Ausziehen der nassen Regenkleidung in den Aufenthaltsraum des Busbahnhofs. Aber kaum öffnen wir die Tür, prallen wir entsetzt zurück: Drinnen sitzt eine alte (?) Frau, gekleidet in Lumpen, Gummistiefel an den Füßen, betrunken oder verwirrt-- und verbreitet einen derart infernalischen Gestank, dass man sich in dem großen Raum nicht aufhalten kann. Da wird mir auch klar, warum die Wartenden nicht drinnen sitzen, sondern draußen herumstehen….

Wir machen, dass wir wegkommen.

Fisch-Restaurant unterwegs
Gut, dass der Zaun dazwischen…

Über die ruhige Landstraße erreichen wir schnell den eingezeichneten Platz mit Blick über den See und die Burg von TRAKAI. Trakai ist ein Städtchen, in dem Karäer wohnen; Juden, die den Talmud ablehnen und eine eigene Sprache haben. Aber dafür haben wir im Augenblick weder Auge noch Ohr—wir wollen nur noch schnell das Zelt aufbauen, bevor der Regen wieder stärker wird; wir wollen etwas essen und wir wollen ruhig einschlafen, um endlich das Gesause der Autobahn-LKWs aus dem Kopf zu kriegen….

Trakai
Trakai
Wir sitzen noch eine Weile in dem hübschen Restaurant am See, schauen der untergehenden Sonne auf die Mütze und verschieben die Entscheidung „Trakai-ja oder nein“ auf morgen.—

…………………….

Morgens schon ganz früh aufgewacht! Es ist trocken und wir sehen kein Wölkchen am Himmel, also schnell das Zelt eingepackt und ab! Die Strecke um den See herum ist malerisch-wild und romantisch; immer wieder blickt die Burg zwischen den Bäumen hervor. Unsere Entscheidung ist „Trakai-nein“, denn Vilnius lockt…

Dann wird’s eng auf der Straße: Wir sind nicht mehr weit entfernt von der Stadt und die „Piste“ ist autobahnähnlich ausgebaut—leider nur mit schmalem Standstreifen und hoher Asphalt-Abbruchkante…etwas, das ich über alles ‚liebe’: Einmal nicht aufgepasst und ich lande auf der Nase. Im besten Fall auf der Nase. An alles andere mag man nicht denken.

Die LKWs (es ist Montag!) brausen dicht an uns vorbei; können gar nicht anders, denn es gibt nicht genug Platz für alle.

Gegen 11 h stecken wir mitten im dichtesten Verkehr auf der Vilniusser Stadtautobahn; um uns herum Betrieb wie in einem Hornissenschwarm, wenn wir die Fahrspur wechseln müssen, riskieren wir Kopf und Kragen. Einmal gerate ich fast in Panik, als wir -auf der rechten Fahrbahn mit Vorfahrt- eingekeilt werden von anderen PKWs, die von rechts einfädeln wollen und denen wir natürlich viel zu langsam fahren: Wildes Gehupe ist die Folge. Als ob ich dann schneller fahren könnte…[Schade, das alles hätte ich so gern geknipst!!!]

Wir haben eine kleine Straßenkarte der Stadt griffbereit im Gepäck, aber wir können sie nicht zu Rate ziehen, weil es keinen Platz am Straßenrand gibt, um mal eben reinzugucken. Einige Straßennamen hatte ich mir jedoch gemerkt und als ich einen davon plötzlich rechts sehe, schere ich aus, biege ab—und stehe perfekt ein paar Querstraßen entfernt von dem Youth Hostel, das wir uns aufgeschrieben hatten. Norbert hält sich brav hinter mir und so sind wir dem Zubringer-Chaos prächtig entkommen.

© Published at 14:04 ( 16 comments / 42 visits )
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August 19, 08

# 5 "Einsamkeit hat ihren Preis" --oder wie ich lernte, das Baltikum zu lieben

Bed & Breakfast in Jurbark…
Gästebuch

Eine ruhige Nacht, ein Frühstück in der Sonne von Jurbarkas, ein freundliches „Adieu“ der Wirtsleute—weg sind wir.

Es ist sonnig und wird zunehmend heißer, das 30er Sonnenschutzmittel findet zum ersten Mal Anwendung: Wir schmieren uns ein; die Angst vor Sonnenbränden ist groß.

Um uns herum tut sich nicht viel, die Straße rollt sich problemlos vor uns ab und wir warten mit Spannung darauf, endlich mal den Nemunas zu sehen, der hier die Grenze zwischen Russland und Litauen bildet. Drüben, etwa 2 km weit weg, ab und zu Wachtürme, ein Hubschrauber donnert mit ohrenbetäubendem Knattern über uns hinweg—dann Ruhe, Stille, Einsamkeit.

Am Nemunas
Immer wieder mal taucht eine kleine Burg auf oder ein Herrensitz aus alter Zeit; längst verfallen--oder eine kleine Kirche mit bayrisch anmutenden Zwiebeltürmchen:
Zwiebel
Nimm den Hintern da weg!
Wir könnten uns ebenso im Altmühltal oder im Allgäu aufhalten; in Nordhessen oder an der Werra: landschaftlich sehen wir keinen Unterschied--wenn da nicht immer wieder diese schrill angestrichenen Holzhäuser zu sehen wären, mit den wunderhübschen bunten Blumen davor.
Milka-Haus

Endlich öffnet sich das Flusstal und wir haben Sicht auf den imposanten Fluss, der sich ab jetzt zu uns gesellt; ruhig, gemächlich begleitet er den Straßenverlauf und wird uns den ganzen Tag nicht mehr verlassen.

Nemunas

Wir müssen Vorräte auffüllen und wir müssen es bald tun, denn wir wissen nicht, wann wir wieder die Möglichkeit bekommen. Und als wir ein Ortsschild sehen : „RAUDONE links ab, 0.5 km mit 12% (!) Steigung“, haben wir keine Wahl: Rauf auf den Berg….Natürlich müssen wir schieben, selbst das fällt unendlich schwer, und nach dem 500 m Bergauf-Stemmen stehen wir beide mit hochroten Köpfen und völlig erledigt auf dem schläfrig in der Mittagshitze dösenden Marktplatz von Randone…

Aber das Lebensmittelgeschäft ist geöffnet, und eine eilfertig hin- und herhuschende Inhaberin versorgt uns mit allem, auf das wir zeigen. Ich würde gern länger in dem Laden bleiben; wie alle Geschäfte in Litauen ist er ausgerüstet mit einer hochmodernen Klimaanlage—aber es warten schon andere Kunden hinter uns und wir müssen raus in die Hitze. Randone hat eine kleine Festung mit einem schattigen Park; ein beliebtes Ziel für Ausflügler.

Randone

Wir folgen den Wegweisern und finden im Park einen Picknickplatz, wo wir unterm dichten Blätterdach ein improvisiertes Mittagessen fabrizieren. Am nächsten Plätzchen hat sich eine kleine Hochzeitsgesellschaft niedergelassen und feiert ausgelassen den großen Tag. Ich mache ein paar Fotos von den jungen Leuten und bekomme zum Dank ein Glas Schnaps und ein Stück Hochzeitskuchen—wir tauschen für die Übersendung der Fotos unsere eMail-Adressen aus: Voilà, Martynas: hier bist du; zusammen mit Deiner wunderschönen jungen Frau und ihrer bezaubernden Freundin!

Hochzeit
Die Braut und ihre Freundin
Martynas...

...und danke für den Hochzeitskuchen, der zwar wunderlich aussieht und eher wie eine verunglückte Luftschlange wirkt, aber hervorragend schmeckt!

Hochzeitskuchen

Weiterfahrt: immer am Fluss entlang. Bis KAUNAS werden wir es nicht mehr schaffen, aber VILKIJA scheint akzeptabel zu sein. Man bedeutet uns im Ort jedoch, dass es weder Hotel noch Campingplatz gebe, deshalb: Weiter!

Im nächsten Ort werden wir zu einem Hotel geleitet, das es nicht mehr gibt (das passiert sehr oft in Litauen) und im 3. Ort gibt es das Hotel noch, aber dort tagt gerade eine riesige Hochzeitsgesellschaft: bei dem Krach könnten wir auch direkt an der Straße übernachten—der Effekt wäre derselbe. Also: Weiter.

Mittlerweile ist es zwar schon reichlich spät, aber bis Kaunas laut Schild nur noch knappe 20 km, das schaffen wir auch noch.

Abends gegen 21 h passieren wir das Ortseingangsschild "KAUNAS" und tasten uns durch ein paar Umleitungen an den Ortskern vor. Mitten in einer recht rasanten Schussfahrt auf der 4-spurigen Schnellstraße höre ich plötzlich nur von hinten den lauten Befehl “LINKS REIN!“ , reagiere und gehorche völlig blind—und stehe im Hof eines nagelneu errichteten Youth Hostels. Norbert hatte aus den Augenwinkeln das Hinweisschild gesehen, an dem ich vorbeigefahren wäre.

Nach 10 Minuten residieren wir in einem 8-Bett-Zimmer ganz allein und breiten uns dort erstmal majestätisch aus. Aber mehr als Ausziehen, Duschen, Essen ist nicht drin—wir fallen unmittelbar in Tiefschlaf….--

© Published at 10:37 ( 55 comments / 107 visits )
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August 13, 08

# 4 "Einsamkeit hat ihren Preis"--oder wie ich lernte, das Baltikum zu lieben

Eine traumhaft ruhige Strecke: Wir können im Vorbeiradeln die kleinen Seitenstraßen einsehen, die beiderseits der 141 in die Dörfer führen, und wir beschließen, auch heute hier auf der Durchgangsstraße zu bleiben: Die Abzweiger sind pure Sandfallen. Dagegen ist die 141 ruhig und ohne großen Stress zu befahren: alle 10 Minuten mal ein Auto und die Straße so breit, dass wir zeitweise nebeneinander (!) herfahren können—sonst ein Unding und sehr gefährlich.

Es erwischt uns ein ungeheuer heftiger Regenguss; einer von vielen, die noch kommen werden: Zunächst segelt irgendeine heimtückisch kleine Wolke über dich hinweg; ganz unschuldig. Es tröpfelt ein wenig, nur 4 oder 5 Tröpfchen, die du kaum registrierst, denn die Wolke ist viel zu klein, um großartig Regen zu transportieren. Denkst du. In Sekundenschnelle bricht es über dich herein, senkrecht von oben kommen eimerweise Wasserschübe—wenn du nicht schnell genug die Regenschutzkleidung angezogen hast, kannst du es gleich bleiben lassen... Dabei bleibt die Umgebungstemperatur angenehme 19 – 20°C warm, so dass alles schnell wieder trocknet, was du –nach etwa 10 Minuten Dauerguss- wieder ausziehen musst.

Das machen wir dann auch; in POGEGAI (Pogegen) gibt’s Kaffee-und Trockenpause: Die Inhaber des kleinen Cafés erlauben uns freundlich lächelnd das Umziehen.

Weiter geht’s; oft durch kleine Waldstücke, durch etwas größere Felder und duftende Wiesen. Wir sehen immer mal wieder Frauen, die zum Melken der Kühe mit dem Fahrrad zu den Tieren hinfahren und dann mit den vollen Eimern auf dem Fahrrad wieder zurück zum Hof unterwegs sind: Bei nur einer oder 2 Kühen pro Familie lohnt es sich nicht, die Kühe zum Melken irgendwohin zu treiben.

Melken
Abtransport der Milch

Ab und zu überqueren wir ein Flüsschen, das so winzig ist, dass es auf unserer Karte nicht verzeichnet ist, aber es sind imposante Steinbrücken, die man ihm erbaut hat.

uralte Brücken

An einer Bushaltestelle registriere ich eine "öffentliche Toilette"---ich habe es vorgezogen, sie nur zu fotografieren: Benutzen konnte ich sie nicht.......

??

Es ist erst unser zweiter Tag, dafür kommen wir gut voran. Normalerweise mache ich gern mal den Schlappen, bis ich mich eingefahren habe. Wahrscheinlich liegt es an dem doch recht kühlen Wetter, dass mir das jetzt nicht passiert: Die Sonne kommt immer wieder hinter den Wolken hervor, aber eine frische Brise treibt uns voran, schiebt uns in die gewünschte Richtung. Zwischendurch, im dichten Wald, rollen wir lautlos durch die Landschaft; wir sind allein auf der Welt…..

Farben

Ein kleines Dorf mit einem Hotel taucht vor uns auf: VIELKYSKIAI. Die Hotelterrasse winkt mit Schatten unter großen Schirmen direkt an der Straße—wir folgen den Verlockungen und machen Pause mit kalter Suppe und ? – klar: Pankuki, Es ist still hier im Dorf: In der Restaurantküche dudelt leise ein Radio, draußen in einem Zwinger bellt eine Hund—sonst hört man nichts. Bis plötzlich ein lautes Geratter, Geschnaufe und Gekeuche die kleine Anhöhe zum Hotel hinaufstöhnt:

Riech mal.....:-(
Ein altersschwacher quietschblauer LKW aus Sowjetzeiten, beladen mit einem großen Metalltank. Während wir uns noch lachend fragen, was der wohl in seinem Tank transportiert, bekommen wir die Antwort per Nase gleich geliefert: Die Fahrer des LKW leeren vor unseren Nasen und Augen, gewissermaßen neben unseren Tellern, die Hotel-Sickergrube.

Ein mächtiger Sch****e-Gestank legt sich auf alles, was erreichbar ist und vergällt uns aber wirklich jeden Schluck und jeden Bissen. C’est la vie…..

Den Geruch hatte ich noch Stunden später in der Nase; ja, er weht mir gerade wieder über die Tastatur………--

Bis JURBARKAS (Georgenburg) und einem annehmbaren Nachtquartier sind es nachmittags noch 30 km, und mein Hintern fängt an zu protestieren, aber die angenehme Route und unser hervorragendes Vorankommen treibt uns an. Gegen 17:30 h erreichen wir endlich (!) sichtbar den Nemunas und werden direkt am Beginn der Stadt von einem „B&B“-Schild in eine knuffige kleine Privatpension geleitet, die wir gern akzeptieren.

Bed & Breakfast in Jurbark…
Im Garten dürfen wir zum Trocknen das pitschnasse Zelt aufschlagen; wir selbst nehmen uns ein Zimmerchen mit Gemeinschaftsküche,
Zimmerchen
und in einem wüsten Durcheinander von Deutsch, Englisch und Russisch erzählen wir den Wirtsleuten von unserer bisherigen Route.-

Wir sind früh genug im Ort, um abends noch eine kleine Besichtigung zu machen: eine alte Befestigung vom Deutschen Orden, war mal von Russland annektiert, hatte eine große Judengemeinde, ist Fundort eines Massengrabes.

Jurbarkas abends
Jüdischer Friedhof

Und wieder fällt die Sauberkeit dieses Ortes auf, die Ordnung auf der Straße und vor und hinter den Häusern….


© Published at 20:07 ( 48 comments / 145 visits )
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August 13, 08

# 3 "Einsamkeit hat ihren Preis"--oder wie ich lernte, das Baltikum zu lieben

 

Wir hatten uns für heute morgen den (Funk-)Wecker gestellt, der hat uns aber schmählich im Stich gelassen: Anscheinend ist das deutsche Signal aus Braunschweig (? Frankfurt?) so stark, dass es ihn auch hier oben beeinflussen kann: Er zeigt unerschütterlich die deutsche Zeit an und weckt uns so eine litauische Stunde später.

Macht nix, wenn wir so fest schlafen, dann war das auch nötig.—

Nach einem opulenten Hausmacherfrühstück verlassen wir unsere ersten Gastgeber und nehmen die Straße wieder unter die Räder—bei diesig-trübem Wetter und Aussicht auf Regen. Zum Glück ist es nicht kalt, also erübrigen sich Windjacke und lange Hose.

Die recht langweilige Landschaft zieht an uns vorbei, etwas eintönig und ohne große Sehenswürdigkeiten. Aber der Duft!! Der Duft, der uns immer wieder in die Nase weht; nach Dill, nach Sommerblumen und frisch gemähtem Gras……Große Felder gibt es hier nicht: Jedes Häuschen hat seinen Garten um sich herum, in dem in Reih und Glied die Gemüsepflanzen wachsen, in dem eine unendliche Fülle von sorgfältig gepflegten Blumenrabatten und üppig blühenden Büschen die materielle Armut vergessen lässt, in der die Menschen hier anscheinend leben müssen.

Farbenfroh

Unsere nächste Station ist das 20km entfernte SILUTE (Heydekrug), einstmals Kreisstadt und Verwaltungssitz des Dorfes, aus dem mein Vater kommt. Hübsch sieht alles aus, aufgeräumt, sauber, ordentlich,  fast „geleckt“ – seltsam, dass darauf so großer Wert gelegt wird. Das mutet fast „preußisch“ an. Als mein Vater hier aufwuchs, standen Kreisstadt und sein Dorf unter litauischer Oberhoheit; das „Preußische“ muss also noch älter sein…..

in Silute
alte Fassade
alte Fassade
Anbau

Wir machen Rast in einem kleinen Hotelrestaurant und verspeisen eine vorzügliche „Tagessuppe“ (wieder mit diesem herrlichen dunklen Brot dabei!) und eine großzügige Portion „pankuki“ (muss ich übersetzen?). Ich sorge für ein paar Fotos und weiter geht’s, nach JUKNAICIAI, um dort ein wenig auf längst vergessenen Vaterspuren zu ‚wandeln’.

Im Netz hatte ich mich schon immer mal informiert und erfahren, dass dieses einstmals gottverlassene Dorf am Rande des „Deutschen Reiches“ nach dem 2.Weltkrieg  eine Musterkolchose geworden war; unermesslich reich an Ländereien und Vieh. Dass dorthin die Mitglieder anderer Sowjosen und Kolchosen geschickt wurden, um ihnen vorzuführen, wie man’s macht, und dass neben dem alten Dorf eine komplett neue Mustersiedlung entstanden war.  Mittlerweile soll hier ein pompöses Hotel entstanden sein, in dem „Wellness“ großgeschrieben wird.

Die „Mustersiedlung“ sehen wir dann auch, und sie ist erstaunlich gut in Schuss: Es gibt eine Schule, eine Kirche, ein Gemeindehaus, viele 3-4-stöckige Siedlungshäuser; alle verhältnismäßig gut gepflegt und in großzügigen Grünanlagen mit vielen blühenden Blumen drum herum, und mit Steinplatten-Wegen ohne Unkraut miteinander verbunden ---aber das ehemals stolze Wellness-Hotel http://www.silute.lt/juknaiciai/Vokiskai/puslapiai/titulinis.htm sieht so schrecklich aus, dass ich es nicht fotografiert habe: Anscheinend hat es irgendwann gebrannt und es ist nie wieder etwas daran gemacht worden: So verfällt es nun langsam und bricht immer mehr in sich zusammen….--

Bitteschön, WO IST DAS ALTE DORF?

wie vor 100 Jahren
fröhlich

Wir suchen die alte Siedlung, die sich hinter der Sowjose versteckt, und erst weit hinten, an der Eisenbahnstrecke entlang, kann man Teile des alten Jugnaten erkennen: Blumenumrankte Holzhäuser, ein einzelner Backsteinbau (das Bürgermeisteramt…), und direkt neben den Schienen der Bahnhof mit 2 alten Häuschen.

Bahnhofsgebäude
Juknaiciai

Mir ist ganz beklommen zumute, als ich mir vorstelle, wie oft wohl  mein Vater als Junge hier am Schienenstrang gestanden oder gesessen hat und davon geträumt hat, aus dem zu engen Elternhaus herauszukommen.

Juknaiciai
Juknaiciai
Ich will mich vor Legendenbildung hüten, aber da ich weiß, dass mein Großvater Bahnbeamter dort war, nehme ich an, dass die 12-köpfige Familie in einem dieser beiden Häuser gewohnt hat. Mein Vater hat nie davon gesprochen, aber meine Mutter, die mal einen Sommer lang „dort oben“ bei ihrer litauischen Schwiegermutter gelebt hat, schwärmte mir immer von dieser Zeit vor, beschrieb in allen Einzelheiten das Leben dort, hat es immer bedauert, nie wieder dorthin gekommen zu sein.

Ich habe einen dicken Kloß im Hals…..

 

Um Fotos zu machen, muss ich auf das Grundstück—mit Herzklopfen. Ein Auto steht davor, aber ich sehe keinen Menschen. Wahrscheinlich ist tagsüber jeder „auf Arbeit“ in der Stadt—halt, da kommt doch tatsächlich ein alter Mann aus dem Haus. Er geht am Stock, geduckt, humpelnd, schwerfällig in Filzpantinen, trägt eine speckige graue Schlägermütze, grinst mich freundlich an und zeigt mir dabei den Mund voll silberner(?) Zähne. Ich grüße ihn (und ertappe mich dabei, dass ich einen Knicks mache…), spreche ihn auf Englisch an, aber er versteht natürlich  nicht. Ich versuchs russisch: „Kennen Sie noch die Familie Sxxx?“  Er nickt heftig, wird ernst und bedeutet mir mit einem Schwall von russischen Worten und gleichzeitig in Zeichensprache, dass sie alle tot sind---natürlich, wie sollte es auch anders sein! Schon die Generation meines Vaters hat den Ort im Krieg verlassen. (Mein Vater selbst schon weit vor dem Krieg als junger Mann.)

Er spricht meinen Nachnamen aber anders aus, dehnt ihn und hängt noch ein „-ai“ hinten dran. Mag sein, dass das litauische Verfremdungen sind….

Ich danke ihm, reiche ihm die Hand zum Abschied (vergesse vor lauter Kloß im Hals das Fotografieren) und stolpere zum Rad zurück, wo Norbert auf mich gewartet hat.—

………………………………………

Am Spätnachmittag, gegen 16:30 h, reißt die Wolkendecke auf und der blaue Himmel zeigt sich—endlich!

*klick*
Wir machen eine ausgiebige Rast an einem hölzernen Mahnmal
Die Ameisenburg
in ZEMALKIEMIS, bis wir von den aggressiven Ameisen vertrieben werden, dann rollen wir problemlos weiter durch die Hitze. Es gibt mehr Wald, die Grundstücke haben nun auch Zäune, hin und wieder stehen Kühe auf den Wiesen. Immer auf der 141 geht es weiter: rechts die russische Grenze (bis Sovjetsk =TILSIT sind es mal eben 7 km) und der unsichtbare Nemunas; nur erkennbar an dem breiten Waldstreifen am Ufer; links ab und zu ein litauisches Dörfchen, verschlafen in der Einöde.

Bis KAUNAS: Noch etwa 150 km….

Gegen Abend passieren wir ein Schild mit den Symbolen für Hotelübernachtung, Camping und dem gekreuzten Besteck für „Restaurant“: DAS ist es, was uns jetzt gut passen würde! Nach 7 km haben wir es erreicht: ein wunderschönes abgeschiedenes Ferienresort mitten im Wald, nur etwa 100 m von der Landstraße entfernt: „Sena giria“ nennt es sich, was so viel heißt wie „alter Wald“. [Nein, ich kann nicht plötzlich litauisch, das stand auf der auch englischsprachigen Speisekarte….:-)]

Es sieht alles ganz vornehm aus, einen Platz zum Zelten können wir gar nicht erkennen, nur das langgestreckte Hotel mit einzelnen Ferienhäusern. Aber auf meine Frage lässt man uns umsonst (!) auf einer Wiese das Zelt aufstellen; nur für die Benutzung der Duschen und Toiletten müssen wir 5 Litas (etwa 1 Euro) bezahlen. Wir hatten keine Lust zu kochen und haben dort im Restaurant gegessen—entgegen unseren Vermutungen sehr preisgünstig und lecker!—

Sena Giria

In der Nacht werde ich von leise einsetzendem Regen geweckt. Ich genieße das Tröpfeln aufs Zeltdach zuerst, aber wie es so geht: Das Müssenmüssen kommt wie das Amen in der Kirche…Noch während ich mich mental darauf vorbereite, aus dem muckeligen Schlafsack rauszumüssen, öffnen sich wie aufein geheimes Kommando alle Schleusen dort oben am Himmel und es prasselt mächtig aufs Zelt herab---wer kann blasentechnisch so einem Wassergeräusch länger als  10 Minuten widerstehen?  Ich nicht!

Also mal überlegen, wie ich das am elegantesten hinbekomme, ohne zu viel Nässe ins Zelt zu transportieren: Jacke anziehen? Hose anziehen? Handtuch überstreifen bis zu den Sanitärräumen?  Alles würde triefnass werden und bis morgen nicht getrocknet sein.

Alles wird wieder verworfen—der Druck auf die Blase nimmt enorme Ausmaße an---ich halt’s nicht aus:

Nackt und bloß schmeiße ich mich 10 m vom Zelt entfernt in die Büsche und lasse den Regen gottergeben über mich hinwegrauschen.

(Die Tatsache, dass der Schlafsack am nächsten Morgen trocken war und ich auch den Rest der Nacht wohlig warm schnell abgetrocknet bin, gab mir Recht…)

…………….

Am nächsten morgen müssen wir improvisieren: Es regnet, immer in kleinen Schauern kommt es herunter; kerzengerade und ohne Wind, lauwarm. Eigentlich angenehm, aber wir wollen doch keine nassen Sachen einpacken müssen!

Also tragen wir blitzschnell alle Packtaschen zu dem Vorraum des Duschhauses und kochen uns dort den Kaffee. Wir frühstücken unser Müsli bei weichem Tröpfelregen, 19°C und unvergleichlich warmem Licht……

 

 

 

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August 12, 08

#2 "Einsamkeit hat ihren Preis" -- oder wie ich lernte, das Baltikum zu lieben

 

 

Wir werden von einer etwas barschen Stimme aus dem Lautsprecher in der Decke geweckt: Die Truck Driver möchten doch bitte zum Frühstück in die XYZ-Bar kommen.

Zuerst verstehen wir nicht und fahren hastig aus den Federn (der Deutsche im Urlaub fürchtet ja immer, das Buffet sei nicht ausreichend für alle….), dann schauen wir auf die Uhr: Erst 7:40 h, und das Frühstück wird erst ab 9:00 h serviert.

Erleichtert kuscheln wir noch ein wenig und schauen auf das Meer hinaus –Welch ein Anblick!-, dann fällt mir siedendheiß ein: In Litauen werden die Uhren noch mal eine Stunde vorgestellt: es ist bereits kurz vor 9!

Also nix mit Weiterkuscheln—Aufstehen, duschen, Frühstück fassen!

Tatsächlich, da wartet die lange Reihe der Touris schon vor dem Tresen, mit Tabletts in der Hand und dem gierigen Funkeln in den Augen. Und was es da alles gibt! Würstchen, Rührei, Nudelsalat (!), Käsewurstbrotmarmeladehonigbutterquarkcornflakes---mir wird ganz anders….

Ich kann mich tatsächlich beherrschen, nehme mir nur (nur?) 1 Brötchen und dieses sagenumwobene schwarze Brot (das ist kein Schwarzbrot!) mit ein wenig Aufschnitt und Butter, aber dafür Kaffee satt. 5.50 € müssen wir dafür löhnen; das erscheint uns wenig, ist aber, wie wir später im Vergleich feststellen, für litauische Verhältnisse ein Vermögen.

Ich habe im Frühstücksraum genügend Zeit, mir mal alle Mitreisenden anzuschauen. Bis auf einen Reisebus aus Flensburg mit lauter Damen und Herren im gesetzten Alter (Huch, das bin ich ja auch!) sind es mehr Litauer als Deutsche. Wir stellen erstaunt fest, dass wir die einzigen Radtouristen sind: Unsere Räder stehen einsam in einer Ecke festgetäut auf dem LKW-Deck….

Wetter: Sonne, leichter Ostwind, kleine Pufferplätzchen-Wolken; also hervorragende Bedingungen. Wir warten oben an Deck auf das Auftauchen der Küstenlinie („Wer zuerst was sieht, kriegt einen Kaffee spendiert!“) und ich gewinne: gegen 10:30 h sieht man die "Skyline",

Die Silhouette Klaipédas
das erste Positionslicht grüßt uns,
Mole
und an Steuerbord gleitet langsam die Kurische Nehrung  vorbei.

Kurische Nehrung

Aber der Hafen erscheint mir interessanter:

Passt!
Ballett

 

Wir dürfen fernab des Autogewusels mit den Rädern vom Schiff herunter, müssen noch den Zoll passieren, werden von den Passagieren der anderen Autos angestaunt wie wilde Tiere im Zoo—ab auf die einzige Durchgangsstraße, die vom Hafen Richtung Norden in die Stadt führt: der Ritt geht los; wie gehabt. Eine Überlandstraße mit LKW- und PKW-Fahrern, die wie eine wilde Horde an uns vorbeibrausen; laut hupend, weil wir nicht schnell genug Platz machen und die Räder über von der Hitze aufgeworfenen Asphalt balancieren müssen. Sagte ich jemals, dass die Polen ‚wie Sau’ fahren? Liebe polnische Autofahrer, hiermit leiste ich Abbitte!

Sargnägel
Erbstück

Eine gute Stunde geht das so, vorbei an riesigen Hafenanlagen, die kein Ende nehmen wollen. Die Beschilderung aus dem Gewirr heraus ist gut und bald tauchen die ersten sozialistischen Wohnblocks auf--und verlassen uns auch in der zweiten Stunde nicht mehr: Endlose „prospektas“ (=breitest angelegte „Boulevards“)  mit riesigen Mietskasernen und gepflegten Grünanlagen dazwischen. Aber der Straßenbelag ist für uns lebensgefährlich: tiefe Löcher im Asphalt, hochstehende Kanaldeckel, aufgeworfene Rillen und Riefen, in denen auch unsere 50er Breit-Reifen stecken bleiben können—ein salto mortale—ach was:  -letale!- wäre die Folge. Wir kurven vorsichtig um jede Falle herum, aber langsam macht sich schon Hunger (und Kaffeedurst) breit, und wir haben doch noch kein Geld getauscht.

Also raus zur nächsten Bank, die sind hier zahlreich vertreten. Norbert will sich direkt Geld aus dem „Bankomat“en ziehen, ich möchte aber auch Bargeld wechseln; wir wollen vergleichen, was günstiger ist. Also nimmt er einen 50-€-Schein von mir mit und verschwindet. Ich passe draußen an einem schattigen Plätzchen auf die Räder auf----und sitze da, eine geschlagene Dreiviertelstunde (!!) lang. Kurz bevor ich eine Vermisstenmeldung aufgeben will, kommt er wieder; genervt: Man muss in den Banken wohl Nummern ziehen; wie in kommunalen Behörden oft. Dann sitzt man erst einmal da herum.. Und wartet. Und wartet. Und wartet…..und das alles nur, weil ich unbedingt Bargeld gewechselt haben wollte….In Erwartung einer geharnischten Schimpfkanonade ziehe ich den Kopf ein, aber er ist viel zu erleichtert, endlich ins Freie zu dürfen…

Wir essen in einem Bistro erst einmal eine Kleinigkeit und genießen die Pause vom Lärm.

Mittlerweile ist es schon etwa 14 h, aber das Zentrum mit dem Youth Hostel und seinem (vorbestellten) Zimmer  ist nicht mehr weit. Und tatsächlich: Als wir an dem heruntergekommenen Haus klingeln, öffnet sich die Tür und eine freundlich lächelnde junge Frau heißt uns willkommen—bedeutet uns jedoch in einigermaßen korrektem Englisch, dass sie keine Zimmer frei habe. AUTSCH! Das haut uns von den Füßen, denn wir wollten von hier aus noch am selben Tag auf die Kurische Nehrung; und wenn dort schon nicht bis in deren  Süden nach NIDA, so doch wenigstens mal „kucken gehen“.

Aber die Stadt ist voll mit Touristen; und wer schon einmal versucht hat, in der Hochsaison mit bepacktem Rad in einer engen Altstadt von Hotel zu Hotel nach einem Zimmer zu fragen, der wird mich verstehen, dass wir zu solch einer Suche keine Lust mehr hatten—Nehrung hin oder her. Es gibt 2 Campingplätze hier: der eine ist 21 km hinter Klaipéda im Norden, der andere 55 km im Süden, auf der Kurischen Nehrung…Also weichen wir zähneknirschend—und müssen jetzt, da wir Richtung Süden nach SILUTE (Heydekrug) weiterwollen, denselben (!!) Weg wieder aus der Stadt herausfahren.

Aber wir gewöhnen uns an den Verkehr, werden dickfelliger, sitzen die litauischen Fahrkünste einfach aus, und die Fahrt zurück und auf die Straße 141 wird unkomplizierter.

Gegen 18 h werde ich meistens unruhig, wenn ich noch nicht weiß, wo wir die Nacht verbringen werden, aber das ist hier anders: Die Uhren gehen 2 (!) Stunden vor, die Nächte sind  hell und das Fahren bis 21 h wird kein Problem werden.  

Um18 h sind wir noch 25 km von SILUTE und einem eventuellen Hotel entfernt auf dem platten Land.

Wiese

Aber wir strampeln einfach weiter, es wird schon was kommen. Das Glück ist uns hold: Nach 5 km sehen wir an der Straße ein blaugrundiges Schild: Ein Haus mit einem Dachgiebel, auf dem sich 2 Flaggen(?) kreuzen, darunter die km-Angabe: 800 m. Wir haben so ein Schild noch nie gesehen und folgen ihm auf die Sandpiste neben der Straße: Ha! Da am Ende des Weges liegt ein Grundstück mit Tennisplätzen und 2 großen Gebäuden, und da steht auch noch mal das Schild---hoffentlich bedeutet es nicht „Tennislehrer gesucht“ oder so….

Nein: Wir klingeln und haben durchaus richtig gefolgert: Es steht für „Privatunterkunft“ und die buchen wir auch….

Blick aus dem Fenster
Wir bekommen erst einmal eine Kanne Kaffee, sitzen auf der Terrasse und essen unsere Notration dazu. Später kommen noch die freundlichen Vermieter und wir verständigen uns mit Händen und Füßen….
unsere ersten Gastgeber

Das Schild aber sollte uns auf der Fahrt durch Litauen noch oft begegnen!

 

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August 10, 08

#1 "Einsamkeit hat ihren Preis"—oder wie ich lernte, das Baltikum zu lieben

 

Es sollte eine komplette Rundtour werden; eingangs eine gemütliche und nervenschonende (und für mich recht kostspielige) Anreise mit dem Schiff  nach KLAIPEDA (Memel), und dann von dort mit den Rädern nicht dem großen Touri-Tross nach Norden an der Küste entlang folgend, sondern Richtung Südosten ins Inland, am Nemunas (an der Memel) entlang nach KAUNAS und weiter nach VILNIUS. [Wir hatten uns für diese ungewöhnliche Route entschieden, weil ich auf den Spuren meiner „roots“ war:  Ich wollte den Geburtsort meines Vaters sehen, das etwa 60 km südlich von Klaipeda entfernte JUGNAICIAI (Jugnaten)]

Von VILNIUS aus war dann das große (und grobe) Ziel Lettland und weiter Estland—wie auch immer, das hatten wir nicht großartig geplant und überlegt. Es gibt Straßen, Busse, Bahnen; also los... Wir waren wie immer gut ausgerüstet; die Räder waren in der Inspektion gewesen und wir beide sind topfit. Wir wissen vom vergangenen Jahr, was uns „im Ostblock“ erwartet und sind doch eigentlich „alte Hasen“, nicht?

 

In Kiel erwarteten uns wie verabredet

Shoot the shooter...
Anne
Bixxy mit Norbert
Bixxy, Anne, Ele und Rita, die uns ein wenig die Stadt zeigten und mit denen wir herumalberten: Schön war das, als Einstimmung auf die „große Fahrt“…..Kiel hat viele Männer aus Gusseisen
Kiel
freche Möwen
Emma
Kiel
  einen hübschen kleinen "Innen"-Yachthafen (verbessert mich, wenn er anders heißt!)
Im "Hafen" ?
Hafen

und ein VAPIANO mit leckerem Essen....

 

 

Die  etwa 24-stündige Schiffspassage war so ruhig und gelassen wie erwartet und erhofft (Norbert hat’s nicht so mit schwankenden Schiffen, ich hätte gern ein wenig mehr Wellengang gehabt…); bei herrlichem Sonnenschein haben wir  nur die Mahl- und Schlafzeiten unter Deck verbracht—der Rest der Zeit galt dem gepflegten Nichtstun auf dem Sonnendeck—und dem Kräftesammeln für das, was da auf uns zukam (von dem wir aber nichts  wussten: Gut so!….)

Die Kajüte auf dem Schiff
Auf der Fähre
Adieu, Deutschland!
...dann ist Schluss.

………

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July 3rd, 08

Les petites soeurs sont arrivées

 Le bonheur de rencontrer le bercail à l’étranger……

:……Oh, comment nous nous sommes réjouites quand une main nous a libérées du carton “touristique” et quand nous avons vu les "grandes"....

les trois

Nous voilà arrivées — mais comment tu l'as fait que le voyage n’a duré que 24 heures?

 

les petites

Eh, bien, tout est ok, mais maintenant quelque chose de sérieux: Tu sais que nos grandes soeurs ne font que des bêtises? Elles veulent tout savoir, veulent tout voir et cavalcadent dans toute l’habitation quand “Tat’ Kat” n’est pas là……et, quand elle rentre à la maison à midi, il lui faut les chercher!!

Elles se cachent partout, dans la cuisine

la lampe
,

dans la salle de bains

la salle de bains 2

—je les ai même trouvées devant la porte de la chambre à coucher!!

la chambre à coucher

la secrétaire
Elles veulent être secrétaire et dérangent le bureau--
la bibliothèque
Elles jettent les livres de la bibliothèque à terre!

le telefone
Elles téléphonent à n'importe qui--Dieu merci qu'elles ne sachent pas les indicatifs de France...!

Elles ont une conduite inacceptable! Et, ce qu’il faut encore critiquer: Elles mangent trop! La cuisine allemande leur plaît—et on le voit déjà…..elles ont pris des kilos  et ça suffit maintenant……

Mais ne t’en tracasse pas, nous deux, nous allons changer ça!

Nous avons écouté qu’on va nous emmener a un voyage---nous petites sont mieux pour ça que les grandes-----Yippie!!!!! Imagine, nous deux en course pour le baltique!

Aurais-tu cru ça, quand tu nous a faites??

Deux grands bisous d' ici!!

 

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June 26, 08

Chère maman,

nous voilà enfin arrivées dans notre nouvelle résidence! C’est très joli ici, même s’il n’ y a pas de jardin ni de mer! Mais le soleil brille et notre “Tat' Kat” nous a adoptées comme il faut!!

 

Tu vois qu’elle a tout de suite signé le certificate….

...

 

La première chose qu’on a vu/entendu, c’était son éclat de rire –encore à la poste!!—quand elle a ouvert le petit paquet et nous a tirées dehors- tout prudamment... c’était vraiment gentil , après ce voyage long et ennuyant.--

Elle est complètement différente de toi: grande et avec des cheveux blondes. Nous sommes directement allées à bicyclette avec elle et nous croyons qu’elle est sympa, parce qu’elle nous a laissées faire notre gymnastique sur tous les meubles dans l’apartement……

Les JouJouilles en Allemagne
Elle nous a montrées toute l’habitation, et on pense qu’ il y a assez de place pour nous!
joujou 8

Je t’envoie quelques photos, où on peut voir ce qu’on a déjà fait.

 

Elle a dit qu’il y a encore un homme qui vit avec elle---nous sommes très curieuses de le connaître quand il arrive de l'école: Il est prof.

Oh—Oh!!....

Maman, sois sûre que nous avons trouvé ici une vie très agréable et qu’on nous donne tout l’amour qu’il faut pour vivre une vie joujouilleuse!!

JouJou 9

 

(Ich habe heute 2 dieser handgefertigten Püppchen von je 22 cm Höhe bekommen und bin ganz begeistert. Sie sind sorgfältig "gewickelt" nach Art von Voodoo-Puppen;  fröhlich in ihren Farbkompositionen, hervorragend geeignet als Talisman.... Carol (www.ipernity.com/home/joujouilledansleko) nimmt für diese Größe --sie werden in Wunschfarben gemacht-- 10 Euro/Stück plus Porto und Verpackung 6 Euro. Hübsche kleine Glücksbringer!!! eine davon wird die Tour nach Norden mitmachen....)

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June 16, 08

Erdgas ist geruchlos......

 

....deshalb wird dem Haushaltserdgas ein Geruchsstoff zugefügt, damit wir merken, wenn Gas ausströmt.

……………………………………………………………………………………………..

Unser Haus hatte einen turbulenten Nachmittag: Die junge Nachbarin neben uns hat, nach gerade mal 3 Ehejahren, heute ihren Mann verlassen. Sie musste sich gewaltsam Zutritt zur eigenen Wohnung verschaffen, weil ihr Mann nicht öffnete. Also kam sie mit Verstärkung in Form von mehreren jungen Kerls an, ließ Schloss und Tür durch einen Schlüsseldienst aufbrechen und räumte dann ihre Habe aus, während ihr Noch-Mann sich verzweifelt im Schlafzimmer verschanzte und verbarrikadierte, für nichts und niemanden zu sprechen war:

 

Das Haus hat seine kleine Sensation.

 

Aber 4 Stunden später ist auch das vergessen, es herrscht wieder die allgemeine kleinbürgerliche Ruhe---bis plötzlich mein Lieblingsnachbar aus der ersten Etage mit weit aufgerissenen Augen zu uns hochgestürmt kommt: „Hier riecht’s nach Gas! Fenster auf! Türen auf! Kein elektrisches Gerät einschalten!“

Ich bin misstrauisch und schnüffele durch die Etagen: „Nö, hier riecht’s eigentlich nur nach Knofel!“, aber auch der mir Anvertraute mit seinem extrem feinen und verlässlichen Näschen erschnuppert Gas--und er ist bei weitem nicht so aufgeregt.

Was tun? Immerhin wohnt nebenan ein verzweifelter, gerade verlassener Ehemann…..?

 

Na gut, ich rufe die 110 an, erkläre die Situation und die befehlen uns, sofort die Wohnngen zu verlassen, die notwendigsten Papiere mitzunehmen und auf der Straße alles Weitere abzuwarten; sie versprechen, die Feuerwehr sofort zu benachrichtigen. Die kommt tatsächlich fast im selben Augenblick um die Ecke—mit dem ganz großen Gerät: 4 Löschzüge, 1 Notarztwagen, ein „Einsatzleitung“-Bus und ichweißnichtwieviele Feuerwehrleute mit Hacken und Schaufeln und Atemgerät-----ich dachte, mich trifft der Schlag…….das alles in unserer winzigen Straße.

 

Wir erklären, warum wir Verdacht geschöpft haben und warum wir glauben, dass es aus der gerade leergeräumten Wohnung kommen könnte. Die Roten stürmen die Treppe rauf—das Haus ist in Windeseile komplett gefüllt mit Feuerwehr –dass die sich nicht gegenseitig behindern?

In der Zwischenzeit füllt sich die Straße mit Schaulustigen und wir werden gefragt, was denn los sei. Es sieht tatsächlich grimmig aus, beängstigend. Aber insgeheim bin ich froh, dass alle „Offiziellen“ so schnell zur Stelle sind.

Wir müssen unsere Personalien angeben :“Wer hat hier die Polizei angerufen?“ und werden noch mal befragt---denn zum Glück hat sich unsere Befürchtung als blinder Alarm herausgestellt: Der Mann ist gar nicht zu Hause und das, was wir gerochen haben, war wirklich nur Knoblauch: In der ersten Etage brutzelte sich eine Mieterin eine geballte Ladung davon..----

Übrig bleiben eine aufgebrochene Wohnungstür und die Frage: Wonach riecht Erdgas?

 

 

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May 31, 08

Grillspaß am Önkelstieg

Neues aus Stenkelfeld?

 

Sonntag, 11. Juni, 11:03

In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg nutzt der Berufsschullehrer Herman S. ein kurzes Zwischenhoch. Die schmale Rauchsäule aus seinem mit zwei tiefgefrorenen Thüringern belegten Holzkohlegrill wird zum verheerenden Signal an die Nachbarschaft. Der überraschende Startschuss in die Grillsaison bringt die gesamte Siedlung völlig unerwartet in Zugzwang.

Sonntag 11:17

Aufgrund von Rohstoffmangel erfolgen nur vereinzelte Konter von den Nachbargrundstücken. Halbherzige Experimente mit Fleischkonserven und gemischtem Aufschnitt in Alufolie schlagen fehl. Der beißende Geruch einer angebrannten Mortadella erstickt dann letzte Hemmungen.

11:30

Die verzweifelten Rufe der Rentnerin Emilie H. nach ihrem verschwundenen, mehrfach preisgekrönten Zwergfasan "Hänschen" verhallen ungehört. Zur selben Zeit schmückt der arbeitslose Rohrleger Otto W. liebevoll den Kopf seiner sechsjährigen Tochter mit einer langen, gelben Schwanzfeder während auf seiner hastig improvisierten Feuerstelle eine nachlässig gerupfte Vogelleiche schmort.

12:06

Neid und Missgunst der gesamten Anwohnerschaft richten sich auf den üppig belegten Tessiner Rundgrill des Bordellbesitzers Kurt S. Wie üblich kann ihm auch dieses Mal eine Straftat nicht nachgewiesen werden, sodass die Strafanzeige vom zweiten Vorsitzenden des Kaninchenzüchtervereins "die Steher" über den Diebstahl seiner zwanzig gekürten Riesenrammler der Rasse "Varus Rustikus" gegen Unbekannt formuliert wird.

12:21

In einem benachbarten Waldgrundstück bemerkt der Direktor des dort kampierenden kleinen Wanderzirkus Schöller das Verschwinden des ausgewachsenen Nilpferdbullen "Romeo".

12:40

Wegen der Größe des von seinen Söhnen erbeuteten Grillguts erweitert Luftwaffenmajor außer Dienst Ottfried von F. seinen Bratenrost mit Stahlmatten von einer nahegelegenen Großbaustelle auf zehn Quadratmeter. Als Zündhilfe für die durchfeuchteten Birkenstämme kommt erstmals ein bislang unerprobter Raketentreibstoff aus seiner einstigen Dienststelle zum Einsatz. Die hundertfünfzig Liter Hydrometanolnitrat aus dem Kampfjägerbattallion "Petra Kelly" werden, wie sich augenblicklich zeigt, dem langjährigen Forschungsaufwand gerecht.

12:42

Beim ökomenischen Gottesdienst "Brot für die Welt" in der 16 km entfernten Sottrupper St.-Johannes-Kathedrale ist soeben der Choral "Bittet, so wird Euch gegeben" verklungen, als ein 3 Tonnen schweres, goldbraun gebackenes Nilpferdfilet krachend das schwere Kupferdach des Hauptschiffs durchschlägt und auf der mundgemeißelten Elfenbeinorgel aus dem 14. Jahrhundert landet. Mit bewundernswertem Improvisationstalent verkündet Bischof Krögel seiner staunenden Gemeinde, der Herr sei bisweilen auch zu Scherzen aufgelegt.

12:50

Die Reihenhaussiedlung ist von zwei Hundertschaften der Polizei umstellt. Die vom gefesselten Tierpfleger des Wanderzirkus Schöller abgegebene Täterbeschreibung: Hawaiihemd, hellgraue Shorts, Tennissocken, dunkelbraune Herrensandalen der Marke "Ötztaler Wanderspaß" engt den Kreis der Verdächtigen auf ca. 400 ein. Durch dunkle Rauchschwaden und verkohlte Tierkadaver taumeln Familienväter zur Vernehmung, Menschen wie du und ich, die mal ganz spontan am Sonntag grillen wollten.

 

 

 

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May 28, 08

Du willst Lehrer werden? Dann hör' mal gut zu!

58 Jahre wird mein Lebensgefährte N. dieses Jahr alt: Ein pädagogischer Haudegen, über 30 Jahre im Beruf, immer " an der Front" eingesetzt und mit allen Wassern gewaschen. Er war seinen Schülern mehr als einmal Vaterersatz, jedoch kein pflaumenweicher Kuschelpädagoge, sondern einer der unerbittlich fordert, aber eben auch fördert.

Im vergangenen Jahr musste er die Schule wechseln (in Hannover lässt man die Hauptschule 'sterben' und deshalb werden Strukturen aufgebrochen) und wurde Klassenlehrer einer verkommenen und verrohten 10. Klasse; Schüler, die anderswo nicht mehr aufgenommen worden waren--ein zusammen gewürfelter Haufen. Auch hier hat er sich eingesetzt und glaubte doch, bei vielen Erfolg gehabt zu haben--bis gestern.

Da kam er 2 Stunden