Das neue Cross-Rad steht schon seit ein paar Wochen in der Garage und wartet....wartet auf seinen großen Showdown, damit es mir zeigen kann, wie sehr meine Kondition gelitten hat.
Und der erste Auftritt am Benther Berg vor 14 Tagen, mit seinen abrupten kurzen Steigungen, hat mir dann auch prompt gezeigt, dass ich --Rohloff-verwöhnt-- das Schalten erst wieder lernen muss, wenn ich nicht mitten in der Steigung durch Schaltfehler hängenbleiben will. So ein Schaltfehler kann sich nämlich so gewaltig rächen, dass man den Berg bis zum Ausgangspunkt wieder runter muss: Man kommt einfach nicht mehr drauf aufs Rad....

Aber nach einigen Übungen ging es dann auch schon wieder, und Mittwoch Morgen in aller Frühe schmissen wir den bereits am Vorabend gepackten VW-Lastenesel an und düsten ins Hessische, wo auf der Burg Ludwigstein schon das reservierte Zimmer in der JH wartete.

Als ich 2 Stunden später sah, was mich dort an Mittelgebirge ("Mittel????") erwartete, wurde mir angst und bange: Ich Rübenpampa-Radler soll da rauf? Never!

Hoch oben über dem Werra-Tal thront seit dem 15. Jahrhundert die hessische Burg Ludwigstein, sozusagen eine "Stammburg" der deutschen Jugendbewegung; mit Jugendherberge, Zeltplatz, Schwimmbad, Standesamt und Kerker--was braucht man mehr....;-)










Ihr gegenüber liegt auf der thüringischen Seite die Ruine der Burg Hanstein; finster und drohend.
















Diese 2-Burgen-Ecke soll der Ausgangspunkt sein für 2 Tage Training "am Berg" bzw. Training mit einem Cross-Rad überhaupt--ein völlig anderes Fahrgefühl, weil man mit so einem 12-kg-Rad völlig ohne Zusatz-Gewicht natürlich ganz anders sausen kann. [.....wenn's nicht gerade bergauf geht....]

Um es gleich vorweg zu sagen: Den Steilaufgang zur Burg haben wir uns sicherheitshalber gespart: 18% Steigung für den Anfang sind ein bisschen viel verlangt. Wir haben also an beiden Tagen die Räder am Auto gelassen und den Wagen morgens am Fuße des Burgberges postiert. Erst dort sind wir zu unseren "Test"fahrten losgezogen, haben dann abends --mit Puddingbeinen-- die Räder wieder draufgestellt und sind diesen letzten km hochgefahren statt geradelt. :-)

Tja, und dann ging es los. Mittwoch war an der Werra ein Traumwetter; es war kalt, klar und sonnig, aber von Kälte hab' ich sowas von gar nichts bemerkt: Ich war dauerschweißgebadet, die Radkleidung konnte gar nicht so schnell im Fahrtwind trocknen, wie ich schwitzte....;-)

Und man sollte sich das nun nicht so vorstellen, dass wir besonders schnell fuhren: Mehr als 15-18 km/h auf den ebenen Strecken sicher nicht. Aber wie viele ebene Strecken gab's denn da? Es ging dauernd auf und ab; und so herrlich die Schussfahrten sind (Ich habe zum ersten Mal in meinem Radfahrer-Leben 38.5 km/h erreicht): Es kommt mit tödlicher Sicherheit der nächste Hügel---von "Berg" will ich mal gar nicht reden.
Am Donnerstag wurde es dann richtig heftig: Es kam Sturm auf; vermischt mit ein wenig Regen, und egal, in welche Richtugn wir unterwegs waren, wir hatten IMMER Gegenwind......ein Kennzeichen dieser Region, wie uns die Wirtin beim mittäglichen "Rostbrät'l" bestätigte: Der Wind fegt um die Hügel herum, und an jeder Kurve bläst er aus einer anderen Richtung.

Wir pendelten in und um das Werratal immer zwischen den beiden Bundesländern Hessen und Thüringen, und wir haben in diesen 2 kurzen Tagen unendlich viel gesehen und gelernt.
Jetzt warten wir hier zu Hause das miese Wetter ab, feiern noch 2 Geburtstage plus Besuch aus Mallorca, und dann schauen wir mal, was die Wettervorhersage für Donnerstag bis Samstag meint.

Ostern, wenn sich der gemeine BRD-ler auf der Straße staut, legen wir dann wieder hier zu Hause die Puddingbeine hoch--vielleicht sind es dann ja keine Puddingbeine mehr.....