Es ist zunächst eine ruhige und schnelle Fahrt über die autobahnähnlich ausgebaute Küstenrandstraße, die „via baltica“. Wir kommen bestens voran, da nur wenig motorisierter Verkehr an uns vorbeibraust.
Dann jedoch wird es unsanfter und laut. Wir bleiben aber auf der Schnellstraße; schließlich wollen wir nicht lange in Lettland bleiben, sondern so unkompliziert wie möglich nach Estland kommen.
Bushaltestelle
Münchhausen
Es ist kühl, regnerisch, Wolkenfetzen rasen über uns hinweg und bringen immer mal wieder einen Schauer mit sich. Wir müssen öfter anhalten, um die Regenkleidung an- oder wieder auszuziehen(…oder um einen Kaffee trinken zu gehen...), aber wir fressen Kilometer um Kilometer.
lettisches Bauen
Ab dem Abzweig nach Pabazi, dem ehemaligen Katharinenbad, fangen wir mit der Campingplatz-Suche an. Wir haben eine Liste dabei, die uns genug Plätze verspricht, aber schon jetzt merken wir, dass sie ihre Versprechen nicht einlösen kann: gut die Hälfte der aufgelisteten Übernachtungsmöglichkeiten stimmt nicht mehr: Geschlossen, verriegelt--Krise? In Saulkrasti jedoch finden wir eine ‚tourist information’, in der uns eine hübsche Lady den Weg zu einem „Biwakplatz“ beschreibt; weit draußen vor dem kleinen Badeort, der sicher auch schon bessere Zeiten gesehen hat….
Wir finden den Platz: Tatsächlich, nichts als eine große Wiese mit 2 Holz-Ferienhäusern (besetzt) und einem großen Familienzelt (auch besetzt). Eine Freiluftdusche entpuppt sich als Potemkinsches Dorf, denn es gibt dort kein Wasser. Das Plumpsklo am Zaunrand jedoch verfügt sogar über 2 Sitzplätze: getrennt nach „Damen“ und „Herren“ oder etwa „schon voll“ und „noch leer“ ? Zum Glück gibt es einen Wasserkran für alle, an einer der Hütten.
Wir versuchen, einen „Platzwart“ ausfindig zu machen, aber es gibt keinen; wir dürfen einfach so hier bleiben. Schnell spannen wir das Zelt, und unter den wachsamen Augen der Zeltbewohner verstauen wir unser Gepäck in den Apsiden, dann schwingen wir uns auf die Räder, um im Ort noch etwas Essbares zu erwischen.—
Mit den Zutaten zaubert der LOML ein duftendes Abendbrot. Er nennt es "Lettischer Dillkartoffeltopf", ich nenne es einfach nur "Lecker!"....
Essen nachher
Essen vorher
Als es gegen 21 h anfängt zu regnen, kriechen wir in die Schlafsäcke und fallen sofort in Tiefschlaf.--
....................
Am anderen Morgen weckt mich das Geräusch eines Fußballs, von einem Kind versehentlich aufs Zelt gekickt. Auf mein unwilliges Gebrumm aus den Tiefen des Schlafsackes folgt ein verschämt-leises "Entschuldigung!" auf russisch, anschließend schnelles Getrappel auf dem Rasen, um den Ball aus unserem Greif-Bereich zu holen. Wer weiß, vielleicht klauen ja die Ausländer den Ball...:-)
Einmal wach, können wir auch genauso gut frühstücken. Der Himmel verspricht sowieso nichts Gutes und es es ist empfindlich kalt geworden. Ich ziehe alles an, was ich an warmer Kleidung mitgenommen habe.
Während wir unser Müsli vertilgen, fängt es leise an zu tröpfeln--schnell springen wir auf und bauen in Windeseile das Zelt ab, denn ein nasses Zelt heißt unnötiges Transportgewicht.--
Wir folgen wieder der Via Baltica, die immer autobahnähnlicher wird. Aber bei mäßigem Verkehr ist gut mit den Reifen schnurren, und die kühle Luft macht es uns leicht.
Üpsilon
Küste
Nirgends bemerkt man, dass wir nicht mehr als 1 - 2km zur Küste parallel radeln: Wir sind von dichtem Mischwald umgeben, die (asphaltierte!) Strecke spult sich schnurgerade vor uns ab. Nur selten werden wir von Autos überholt, die gischtsprühend das Wasser aus den Straßenpfützen über uns werfen. Letten halt. Das kennen wir ja schon......;-)
Am späten Nachmittag erreichen wir Salacgriva und hoffen dort auf den Campingplatz--der auch nicht mehr existiert. Es gibt aber eine Sport-Gesamtschule mit einem "students' dormitory", in dem wir ein 4-Bett-Zimmer mit Dusche und WC für lächerliche 6 Euro bekommen: Dafür brauchen wir das Zelt nicht herauszuholen; das ist fast genauso billig wie ein Zeltplatz. Die pummelige kleine Verwalterin spricht Russisch und zeigt und erklärt uns freundlich, gutgelaunt und geduldig alles, was wir wissen möchten. Als das Schloss unserer Zimmertür klemmt und wir beim Hinausgehen nicht abschließen können, repariert sie mit dem LOML zusammen den Schließer: Gummihammer und Köpfchen...;-)
Kochen können wir dort nicht, aber wir kaufen uns Brot, Wurst, Käse und Joghurt für ein kaltes Abendbrot, genießen unser Essen bei offenem Fenster und betrachten die jungen Leute, die jetzt, im abendlichen Sonnenschein, überall auf dem Campus herumschwirren. "Bett"zeit für die Schüler ist um 22 h, dem schließen wir uns an; zufrieden, dass wir die 170 km bis zur estnischen Grenze in nur wenig mehr als 2 Tagen geschafft haben.-
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A.Meise says:
Tante Käthepro replies:
A.Meise replies:
Tante Käthepro replies:
Ach, glaub' doch, watte willß.
:-DD
pehei replies:
Pandarinepro says:
Und was sind denn Apsiden?
Tante Käthepro replies:
.............
Edit:
Das ist ja ganz einfach!!! Danke für den Tipp...
.............................
Apsiden--->Apsis; sind die beiden "runden Enden" des Zelts, in denen man Gepäck verstaut. Kuckstu hier.Rechts ist die eine Apsis, auf der anderen Seite ist noch so eine. Schlafen kann man nur in der "Röhre", die natürlich nochmal abgeteilt ist in Form eines Innenzelts.
Tante Käthe edited this comment 4 months ago.
Pandarinepro replies:
hermannfjpro says:
Tante Käthepro replies:
Und hier kam es eben etwas flinker.
.-)
Varinpro says:
--
Seen in varin home page (?)
nochjemand says:
Welcome Back!
Tante Käthepro replies:
Danke!
Namastepro says:
christel.kpro says:
Tante Käthepro replies:
:-DDD