Da Dr. Lawrence J. Peter ein Amerikaner ist, findet sich dieses Gesetz auch unter "Peter's Principle". Es steht gleichberechtigt neben Murphy's Law und dem Parkinsonschen Gesetz. Es besagt schlicht und einfach, daß jeder solange befördert wird, bis er eine Position erreicht, die er absolut nicht ausfüllen kann.

Ich möchte Ihnen das anhand eines altehrwürdigen Beispiels erklären, das natürlich in den Tagen des "Lean Management", der flachen Hierarchien und der Produktionsautomatisierung ein wenig überholt ist. Franz Zell fängt bei einer längst nicht mehr existierenden Autofirma wie beispielsweise Borgward am Fließband an. Er ist ein angelernter Arbeiter und wir befinden uns in den Fünfzigern, als noch niemand wußte, daß man für eine Karriere in Deutschland den MBA einer amerikanischen Universität haben muß.

Herr Zell schraubt ein paar Teile im Motorblock zusammen und er macht das großartig. Das fällt seinen Vorgesetzten auf und - damals wurde gute Arbeit noch anerkannt - sie befördern ihn zum Vorarbeiter. Jetzt hat Herr Zell andere Aufgaben. Er ist kein einfacher Schrauber mehr, sondern muß anderen Arbeitern zeigen, wie sie selbst gute Schrauber werden können. Außerdem springt Herr Zell ein, wenn einer aus seiner Gruppe mal auf die Toilette muß. Vorher hat er zu 100% geschraubt, also drei bis fünf Handgriffe ausgeführt. Jetzt muß er alle 50 Handgriffe seiner Arbeitsgruppe beherrschen und das so gut, daß er diese sogar bei seinen Kollegen verbessern kann. Bestenfalls schraubt Herr Zell jetzt noch zu 60% selbst.

Aber Herr Zell ist gut und meistert auch das noch. Folglich wird er zum Schichtleiter befördert. Jetzt hat er 60 Mann unter sich und ein kleines Büro in der Werkshalle. Schrauben wird er nur noch ganz selten, dafür muß er sich darum sorgen, daß seine Leute arbeiten können. Er muß die Wartungszyklen seiner Maschinen überwachen, Materialanforderungen ausfüllen, die Urlaubsplanung verwalten - von dem großartigen Schrauber ist nichts mehr übrig, höchstens ein übellauniger Chef, der den Leuten am Band liebend gerne zeigt, daß er es besser könnte. So ein richtig guter Schichtleiter ist er auch nicht, also wird er nicht mehr befördert, nicht einmal in den Fünfzigern.

Leider sind Geschichten wie die des Herrn Zell nicht auf die Fünfziger beschränkt. Nehmen wir einmal eine Frau Hermine Pilz. Die Dame ist fleißig, legt ein gutes Abitur hin und studiert Rechtswissenschaften. Sie bewegt sich jetzt zu 100% auf dem Gebiet ihrer Kompetenz: sie kann sehr gut auswendig lernen. Wer die Meinung seiner Professoren inhaliert und diese gut formuliert in den Klausuren nachbeten kann, bekommt eine gute Note und darf in den Staatsdienst. Frau Pilz wird als Staatsanwältin eingestellt und schließlich verbeamtet. Staatsanwälte sind in Deutschland an Weisungen gebunden und funktionieren wie Automaten: Man füttert einen Sachverhalt ein, dann kopieren sie aus vergleichbaren Fällen eine Anklageschrift zusammen und spucken diese aus. Viel zu denken braucht Frau Pilz nicht, es genügt, die auswendig gelernten Gesetze zu berücksichtigen und aus dem großen Textfundus die Bausteine zusammenzusetzen. Gut, dazu kommen noch die Auftritte in den Verhandlungen, aber zu 80% bewegt sich die Dame auf dem Feld ihrer Kompetenz.

Es geht nicht mehr ganz so schnell wie in den Fünfzigern, aber bei Beamten gibt es noch die Regelbeförderung. Als Oberstaatsanwältin wird es ein wenig schwieriger, jetzt muß sie hin und wieder mal im Internet nach Texten suchen und Fachbücher wälzen, aber das kann sie, das hat sie gelernt. Noch ist sie bei 70% ihrer Kompetenz. Die nächste Stufe ist die Richterin am Amtsgericht. Jetzt muß Frau Pilz etwas tun, was sie zuvor nie tun mußte: sie muß entscheiden. Sie muß sich Argumente anhören, diese abwägen und zu einem Urteil kommen. Dann muß sie noch eine Strafzumessung finden - völlig andere Arbeiten, als sie bisher gewohnt ist. Sie verläßt damit die Ebene ihrer Kompetenz. Das merkt schon ein Laie an den Urteilen, doch die Dame ist verbeamtet, sie darf weitermachen.

Ach ja - das deutsche Beamtenwesen umgeht das Peter-Prinzip mit seinen Regelbeförderungen. Hier werden Leute sogar dann noch befördert, wenn sie schon auf der erreichten Ebene völlig unfähig sind, die Aufgaben zu erfüllen. Zwangspensioniert wird bei uns niemand wegen Unfähigkeit, sondern nur wegen unpassender politischer Ansichten. Wer das vermeidet, kann weiterhin Schaden anrichten.

Die Ursache solcher Fehlkonstruktionen liegt in unserem politischen System. Auch hier wirkt das Peter-Prinzip. Wer nach oben kommen will, muß sich in seiner Partei durchsetzen. Das heißt, er muß zuerst den eigenen Ortsverband überreden, ihn als Delegierten zu wählen. Gut, das ist nicht allzu schwer, Ortsvorsitzender wird normalerweise jemand, der glaubhaft versichert, zweimal im Jahr ein Mitgliedertreffen abhalten und dabei die Bierversorgung sichern zu können. Ortsvorsitzende haben wenig zu sagen, aber dafür ein wenig Arbeit, weil die Partei ja verwaltet werden möchte. Die Kompetenz, die nach oben führt, ist der Verhandlungs-Nahkampf, also die Absprache unter vier Augen bzw. im kleinen Kreis.

Mit dieser Kompetenz geht es weiter nach oben, auf Kreis- und Bezirksebene. Haben Sie bereits gemerkt, wieso die Regelbeförderung für Beamte so hilfreich ist? Nein? Oh... Also, wie man an der Zusammensetzung der Parlamente leicht sieht, die ungefähr zur Hälfte aus Beamten bestehen, hilft eine Beamtenstelle sehr beim politischen Aufstieg. Jetzt stellen Sie sich bitte einmal vor, mit wie vielen Leuten Sie in den Verhandlungs-Nahkampf einsteigen müssen, um Kreisvorsitzender zu werden. Nun ja, das kommt auf den Kreis und die Partei an, in einer sogenannten "Volkspartei" sind es eher hundert als zwanzig. Sie haben also recht viel zu tun, können sich folglich nicht so intensiv um Ihren Beruf kümmern. Da trifft es sich doch gut, daß Sie als Beamter trotzdem befördert werden, nicht wahr?

Sehen Sie, alles ganz einfach und logisch.

Jetzt kommt der nächste Schritt, denn Kreisvorsitzende werden leider nicht von der Partei bezahlt. Was darf es denn sein? Ein Oberbürgermeister-Posten? Ein Landtags-Mandat? Der Einzug in den Bundestag? Sicher, die Parteimitglieder stimmen darüber ab, doch über wen sie abstimmen dürfen, wird in Hinterzimmern entschieden, im Verhandlungs-Nahkampf. Unser Partei-Fuzzi bewegt sich folglich noch immer auf der Ebene seiner Kompetenz. Zumindest, solange er keine Reden halten muß.

Hat er jedoch Erfolg, dann... Also, am schlimmsten ist es, wenn der Partei-Bonze Oberbürgermeister wird. Sicher, auch da wird vieles im Hinterzimmer verhandelt, das nennt sich dann zwar ganz offiziell Büro, aber es geschieht trotzdem unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Nur führt der Oberbürgermeister eine Stadtverwaltung - in einigen Bundesländern hat man das jedoch verstanden und beschäftigt für die richtige Arbeit einen Stadtdirektor, während der Oberbürgermeister Sonntagsreden hält und neugebaute Toilettenhäuschen einweiht.

Als verantwortlicher Oberbürgermeister erreicht der Partei-Funktionär sofort sein Peter-Plateau, also jene Position, für die ihm jede Befähigung fehlt, sie auszufüllen. Als Musterbeamter, der seinen Staats-Job als Versorgungsbasis für seine politische Karriere ansieht, hat er nicht allzuviel gelernt. Als Parteifunktionär ging es darum, andere Parteifunktionäre geschickt auszumanövrieren, um sich selbst nach oben zu kämpfen. Jetzt muß er plötzlich Entscheidungen treffen, die geballten Sachverstand erfordern. Aber wo soll der arme Partei-Fuzzi das gelernt haben? Das sind dann die Leute, bei denen sich die Partei später fassungslos fragt, wieso diese schon nach einer Amtsperiode wieder abgewählt worden sind. Hier in Würzburg haben wir das gerade erlebt.

Im Land- oder Bundestag ist das Klima für Partei-Fuzzis deutlich angenehmer. Von einem Schwanzlurch - Hinterbänkler trifft es ja nicht, wenn das Parlament wie üblich schwach besucht ist, dürfen die gerne ganz vorne sitzen - erwartet niemand, daß er Politik versteht. Es reicht vollkommen, das, was in der Parteizeitung steht, mit eigenen Worten unters Volk zu bringen und ansonsten immer so abzustimmen, wie es die Partei verlangt. Das eine schafft ein dressierter Papagei genauso, für die andere Funktion bräuchte man einen Schäferhund, also gibt es kein Peter-Plateau, weil keinerlei Kompetenz verlangt wird.

Obwohl, es gibt eine kleine Falle. Wer als Schwanzlurch nicht begreift, daß er keine Lizenz zum Denken hat, wird von der Partei aus dem Mandat gekegelt. Oh, das geht nicht blitzschnell, es sei denn, es wurde eine eigene Meinung über Israel geäußert. Im Normalfall gibt es vorher die Vier-Augen-Gespräche, in denen der Wackelkandidat darüber aufgeklärt wird, wie er zum Wohl seiner Partei sein eigenes Fortkommen fördern kann und welche Meinung dazu notwendig ist. Diese kleine Kernkompetenz braucht ein Parlamentarier nun einmal.

Zumindest zu 90% bleibt der der Partei-Funktionär als Schwanzlurch im Bereich seiner Kompetenz. Über sein weiteres Fortkommen entscheiden die Hinterzimmer, die jedoch jetzt eine Publikumswirkung erwarten. Volltrunkenes Dahinstammeln auf der Rednerbühne mag im Ortsverein angehen, aber wer so den Herrn Parteivorsitzenden ankündigt, erwirbt sich damit keine Förderung von oben. Die kleinen Tricks ("Das ist eine sehr gute Frage. Ich stimme Ihnen zu, daß wir hier großen Diskussionsbedarf haben. Ich werde dieses Thema im Parteipräsidium zur Sprache bringen und mich energisch für eine praktikable Lösung einsetzen.") bekommt selbst ein Schwanzlurch in Parteischulungen beigebracht.

Es gibt viele nette Pöstchen, die im Hinterzimmer ausgekungelt werden, Landesgruppenchef oder Fraktionsvorsitz, Staatssekretär oder Minister - nur die besten Verhandler kommen an die Futterkrippen. Dann müssen Leute, die dienen, buckeln und gehorchen können, plötzlich führen - und schon haben sie ihr Peter-Plateau erreicht. Also wundern Sie sich nicht über die fehlende fachliche Kompetenz von Landwirtschafts-, Umwelt- oder Verkehrsministern, die sind wegen völlig anderer Fähigkeiten auf diesen Posten gelangt, als sie nötig wären, um diesen auszufüllen.

Ja, das Peter-Prinzip ist unerbittlich. Beim Militär hat man das längst erkannt, deshalb gibt es unterschiedliche Laufbahnen für Offiziere und Unteroffiziere. Ein General muß Schlachten gewinnen, nicht wie ein Gefreiter durch besonders sauberen Schuhputz auffallen oder wie ein Feldwebel Rekruten zusammenbrüllen. "Wer führen will, muß gehorchen können"? Welch ein Unsinn! Wir haben eine Bundeskanzlerin, die wunderbar gehorchen kann, früher der SED und Honecker, dann ihrem Mentor Kohl, zeitweise Stoiber und heute ihren Führungsoffizieren Bush und Olmert. Mag man ihren "Machtinstinkt" noch so sehr rühmen, sowohl als Parteichefin als auch als Bundeskanzlerin ist sie auf ihrem Peter-Plateau angelangt, weil sie die Ebene ihrer Kompetenz längst verlassen hat.

Das Gegenbeispiel ist "Joschka" Fischer. Der Mann war und ist unfähig, sich unterzuordnen. Er hat in der Schule versagt und im Beruf, sein größter Erfolg war es, Anführer einer Straßenschlägerbande zu werden. Bei den Grünen bot sich ihm die einmalige Chance, gleich oben einzusteigen, ohne die parteiübliche Kompetenz der Unterordnung und des Hinterzimmer-Marathons zu besitzen. Ein Mann mit Rasierklingen in den Ellbogen hat die harmlosen Öko-Aktivisten so schnell abserviert, daß diese kaum dazu kamen, ihre Wunden zu lecken. Als Umweltminister von Hessen und als Außenminister in Berlin hat er wenig gekonnt, das Amt auszufüllen lag jenseits seiner Kompetenz. Dafür konnte er die Grünen herumscheuchen wie eine Schafherde, über die Köpfe der Parteiführung hinweg.

Das Peter-Prinzip treffen wir sehr oft an. Ein guter Lehrer wird Schuldirektor, dann steht er kaum noch vor der Klasse und hat zahlreiche Aufgaben, für die ein Verwaltungsfachmann besser geeignet wäre. Warum gibt man dem Schulleiter nicht einen solchen an die Seite, in der Laufbahn des gehobenen Dienstes, den "Schul-Manager", der sich um die ausreichende Bevorratung von Toiletten-Papier kümmert, während der Oberstudiendirektor seine Erfahrungen an die Lehrkräfte weitergibt?

Das Peter-Prinzip wirkt jedoch auch beim Direkteinstieg in eine hohe Position, ohne vorherige Beförderung. Wer in seinem Studium der Betriebswirtschaft nachgewiesen hat, daß er die Lehren seiner Professoren zitieren kann, darf gleich auf der Leitungsebene in einem Unternehmen einsteigen, ohne einen Hauch von Praxis erworben zu haben. Weil der "Diplomkaufmann" noch zu bieder klingt, muß es heute ein "Master of Business Administration" sein (MBA, Meister der Unternehmens-Verwaltung). Ausgebildete Verwaltungsfachleute sollen ein Unternehmen führen? Wir sehen das Ergebnis, es sind die bekannten "Nieten in Nadelstreifen".

Warum ausgerechnet Verwaltungsfachleute und Erbsenzähler (Buchhalter / "Controller") besonders geeignet sein sollen, Unternehmen zu führen, habe ich nie verstanden. Was diese Leute wirklich können, ist Verträge aushandeln, vorzugsweise ihre eigenen Verträge. Deshalb steigen die Vorstandsgehälter unaufhörlich, es gibt Erfolgsprämien, selbst wenn die Firma Verluste einfährt, und am Ende lassen sich diese Herrschaften bei ihrem Rauswurf wegen Versagens noch mit Abfindungen überschütten. Genau das haben sie gelernt, hier sind sie kompetent, doch bei den Aufgaben, für die sie eingestellt worden sind, erleben sie ihr Peter-Plateau.

Im Privatleben gibt es Möglichkeiten, das Peter-Prinzip zu umschiffen. Abgesehen davon, daß heute sowieso kaum jemand befördert wird, kann man eine Beförderung aktiv vermeiden. Dr. Peter hat sich zu diesem Zweck hin und wieder "versehentlich" auf den Parkplatz seines Vorgesetzten gestellt, harmlose "Vergehen", die jedoch in ihrer Summe dazu führten, daß er bei Beförderungen übergangen wurde.

Wer auf untergeordneter Ebene nicht kompetent ist, also nicht gehorchen kann, braucht nicht auf eine Beförderung zu hoffen. Er kann auf eine Krise warten, um dabei seine Fähigkeiten zu beweisen, oder er macht seinen eigenen Laden auf. Wer selbständig ist, hebt sich damit auf die Leitungsebene. Anders gesagt: Wenn ich die besten Brötchen der Stadt backen will, genügt es, in einer Bäckerei zu arbeiten. Wenn ich jedoch die beste Bäckerei der Stadt haben will, muß ich nicht einmal backen können, sondern die richtigen Leute einstellen und sie so behandeln, daß sie die beste Leistung erbringen.

Das Peter-Prinzip wirkt unerbittlich, ob wir nun wollen oder nicht. Wir können nur entscheiden, ob wir es mißachten oder zu unserem Vorteil benutzen. Solange eine Karriere bedeutet, daß ein Fachmann mit Führungsaufgaben betraut wird und schließlich vor lauter Verwaltung nicht mehr dazu kommt, das zu tun, was er am besten kann, heben wir kompetente Leute auf ihr Peter-Plateau und lassen sie dort versauern, anstatt gute Leistung mit den richtigen Aufgaben zu belohnen. Ein Entwicklungsingenieur mit 50.000 Euro Jahresgehalt sollte Oberingenieur mit 70.000 Euro und schließlich Chefingenieur mit 100.000 Euro werden, dabei aber immer am "Reißbrett" stehen, anstatt als Gruppen- und Abteilungsleiter über Urlaubsplänen zu brüten.

Verwaltungsfachleute sollten verwalten, nicht führen. Richtiges Führen lernt man nicht an Fallbeispielen im Oberseminar, sondern in der Praxis. Der ideale Chef muß meine Arbeit nicht besser können als ich, sondern dafür sorgen, daß ich meine Arbeit gerne und mit Freuden erledige. Er muß wissen, was ich tue, aber sich hüten, mir ständig in meine Arbeit hineinzureden.

Es erfordert jedoch ein gesellschaftliches Umdenken. "Ich habe zwanzig, hundert, tausend Mann unter mir" - das besagt wenig über das Können des Einzelnen. Dies ist altes, hierarchisches Denken, das wir uns nicht mehr leisten sollten. Hier trifft Peter auf Parkinson, weil jeder versucht, die Zahl seiner Vorgesetzten zu verringern und die Zahl seiner Untergebenen zu erhöhen, solange das die einzige Möglichkeit ist, in seiner Karriere voranzukommen.

Leider sind die Hierarchien nur in Zeiten von Krisen und Umbrüchen durchlässig. Vom künftigen Chef wird die Ochsentour erwartet, das Sich-hoch-Dienen, was entweder zum Aufstieg in die Unfähigkeit führt, oder die Talente auf der falschen, untergeordneten Ebene verschwendet.

Es gibt in der deutschen Geschichte Beispiele. Der wirtschaftliche Aufschwung ab 1933 und ab1948 erfolgte, weil plötzlich die richtigen Leute an die richtigen Positionen gelangt sind. Legendäre Kriegsgeneräle wie Rommel oder Guderian, versauerten zuvor lange Jahre als Hauptmann oder Major, bis der Krieg sie von Geführten zu Führern werden ließ. In ruhigen, ereignislosen Zeiten steigen hingegen die Nieten ganz nach oben, Leute, die Chrysler kaufen oder die Telekom-Aktien zu Milliardengräbern werden lassen, eben keine Führer, sondern Geführte, deren beste Leistung im Abschluß des Abfindungsvertrags nach dem viel zu spät erfolgten Rauswurf besteht.

Was uns diese Herrschaften beschert, ist das Peter-Prinzip, die Beförderung für das, was man kann, nicht für das, was man können sollte. Diese Gewohnheit kostet uns eine Menge Geld und doch wird sie überall praktiziert, weil es letztlich die Versager selbst sind, die in friedlichen Zeiten über die Beförderung ihrer Nachfolger entscheiden - und ebenfalls wieder Versager berufen.

© Michael Winkler - http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html