Zum Glück ist das ein Gefühl, das jeder von uns kennt. Es stellt sich mit schöner Regelmäßigkeit ein, um uns zu signalisieren, daß es Zeit wird für die nächste wohlschmeckende Mahlzeit, aber auch als hochwillkommene Auszeichnung für Heldenmut im Kampf der selbstauferlegten Enthaltsamkeit für eine jugendlichere Figur. Höchstens wenn übertriebenes hungern bei Jugendlichen auftritt, oder eben bei beweglichen Kleiderständern und Skispringern für die Karriere, nehmen wir satten Wohlstandsbürger zur Kenntnis, daß man mit Hunger auch ein klein wenig übertreiben kann.

Nur zur Weihnachtszeit, wenn uns von allen Seiten Spendenaufrufe ins Haus flattern, wird der Hunger ein wenig intensiver thematisiert. In Afrika sterben Jahr für Jahr 30 Millionen Menschen an Hunger, aber das Existenzrecht Israels ist für die Nachrichten viel wichtiger. Es gibt ja auch keinen Zentralrat der hungernden Afrikaner in Deutschland, der die Festbankette unserer Politiker stört. Wir bauen in Deutschland lieber Monumente für Tote einer fernen Vergangenheit, entschädigen bereitwillig Urenkel selbsterklärter Opfer, anstatt dieses Geld zu nutzen, um in der Gegenwart Leben zu retten. Und die Spenden der Bevölkerung? Die finanzieren erst einmal einen Apparat, dann die Werbung, um diese Spenden einzuholen, dann noch ein paar hochwichtige Funktionäre und sollte noch etwas übrig bleiben, ein paar vereinzelte und sorgfältig ausgewählte Vorzeige-Hungeropfer.

Hunger ist angenehm, für jene, die nicht hungern. Hungernde bluten nicht, sie schreien nicht, sie werden apathisch und irgendwann liegen sie tot herum und warten geduldig auf ihre Entsorgung. Proteste und Aufstände gibt es nur, wenn die Menschen noch die Kraft dazu haben. Deshalb ist es gefährlich, Hunger fatalistisch hinzunehmen.

Immerhin, der Hunger hat es in den letzten Wochen tatsächlich in die Nachrichten geschafft, denn der Hunger nimmt weltweit zu. Auf dieser schönen Welt geschieht nur ganz selten etwas ohne Ursache, ohne Planung oder massive Fehler. Nicht einmal Tibeter gehen ohne einen organisierenden westlichen Geheimdienst auf die Straße, um gegen den olympischen Fackellauf zu protestieren.

Formal liegt die Ursache darin, daß es mehr Menschen als Nahrungsmittel gibt. Unsere welterfahrene Bundeskanzlerin hat bereits erkannt, daß 300 Millionen Inder, die sich plötzlich anmaßen, zweimal am Tag zu essen, für diese Nahrungsmittelknappheit verantwortlich sind. Das ist natürlich Hochschulmathematik einer Frau Doktor fdj, denn mit dem einfachen Dreisatz läßt sich schlecht begründen, wieso zwei Milliarden Menschen hungern, weil 300 Millionen 50% mehr essen.

Abseits der Weisheit einer Frau Doktor Bundeskanzlerin stellt sich die Lage ein wenig anders dar. Da gibt es richtig reiche Staaten, vor allem in der EU, wo das Deutschland der Frau Merkel traditionell alles und jeden bezahlt. Mit diesem Geld werden Nahrungsmittel heruntersubventioniert und irgendwo auf der Welt preisgünstig verkauft. So preisgünstig, daß die lokalen Kleinbauern ihre eigenen Produkte nicht mehr verkaufen können, weil sie zu teuer sind. Die Kleinbauern geben deshalb auf und ihre Felder verwildern.

Natürlich ist es nicht die EU allein, die so vorgeht. Nicht einmal Deutschland kann soviel Geld bezahlen, wie weltweit Agrarprodukte subventioniert werden. Vor allem die USA, als weltgrößte Agrarnation, hat lange Zeit viel und gerne exportiert. Sie mußten es ja auch, denn amerikanische Industrieprodukte gibt es kaum und wenn, sind sie zumeist nicht konkurrenzfähig. Das nennt man imperialistische Marktwirtschaft.

Seit einigen Jahren gewinnen jedoch "grüne" Politiker immer mehr an Einfluß. Das sind Leute, die selbst gerne um die Welt fliegen und in richtig großen Dienstwagen auf Kosten des Steuerzahlers herumkutschiert werden, aber gleichzeitig allen Mitmenschen einreden wollen, daß dies furchtbar schlecht und tunlichst zu unterlassen sei. Um ihr eigenes Fehlverhalten ein wenig zu kaschieren, wurden "Biotreibstoffe" entwickelt. Diese Biotreibstoffe werden bevorzugt aus Nahrungsmitteln gewonnen, in unseren Breiten aus Raps, Weizen oder Mais.

Damit die Bauern jene Pflanzen anbauen, denen die Grünen ihr gutes Gewissen abgewinnen möchten, wird dieses Verhalten mit Geld gefördert, also die Produktion subventioniert. Das heißt, dank der grünen Marktwirtschaft produzieren die Bauern jetzt für die Tankfüllungen der schweren Dienstwagen. Wenn bis zu 97% der überschüssigen amerikanischen Maisernte nicht mehr auf dem Weltmarkt landen, sondern in den Tankstellen, dann fehlen die Nahrungsmittel gerade dort, wo das Imperium zuvor die örtlichen Bauern niedergemäht hat.

Als Erfolg auch der europäischen Politik fallen sowohl die früheren Kleinbauern als auch die subventionierten Nahrungsmittel von außen aus. Das heißt, die Menschen haben nichts zu essen, sie müssen folglich hungern. Nicht bei uns, den Verursachern, sondern weit weg, in Afrika, wo die Leute schon immer gehungert haben.

Wobei natürlich auch das seine Ursachen hat. Togo, Kamerun, Tansania und Namibia gehören zu den ruhigen und einigermaßen gut situierten Staaten in Afrika, während Simbabwe, Nigeria, Kongo oder Tschad gute Beispiele für unruhige Staaten sind. Was wir in Afrika erleben, sind Spätfolgen des europäischen Kolonialismus'. In den einschlägigen Fernseh-Dokumödien wird heute über die deutschen Kolonialherren hergezogen, besonders gerne mit dem abfälligen Hinweis, daß die Kolonien dem Reich mehr gekostet als eingebracht hätten.

Letzteres ist durchaus richtig. Im Gegensatz zu den anderen Kolonialherren haben die Deutschen ihre Kolonien aufgebaut, in ihnen investiert, statt sie einfach auszuplündern. Solche Investitionen kosten erst einmal Geld. Sogar Bayern, jenes Bundesland, das heute gerne den Rest der BRD schulmeistert, war nach dem Krieg gute 30 Jahre ein Zuschußgebiet - jene 30 Jahre, welche die deutschen Kolonialherren gehabt hatten, um ihr Afrika aufzubauen.

Die heutigen Unruhestaaten in Afrika sind zugleich die Hungerstaaten, allesamt Produkte der Kolonialwirtschaft, von Engländern und Franzosen, aber auch von Belgiern, Portugiesen und Spaniern. Das, was von der Kolonialzeit übrig geblieben ist, wurde anschließend gezielt zerstört. Rhodesien, ein blühendes Land, das Nahrungsmittel im Überfluß erzeugt hatte, wurde auf internationalem Druck zum schwarzafrikanischen Simbabwe, einem Land, das durch eine groteske Inflation und die Ausmordung weißer Farmer in bitterste Not geraten ist.

Südafrika war einmal ein prosperierendes Industrieland, das einzige in Afrika. In den 70ern war Südafrika allerdings nicht als Hort der Stabilität und des Wohlstands in den Schlagzeilen, sondern als "der Apartheitsstaat", als Land, in dem zugewanderte Kolonialherren die einheimische Bevölkerung entrechten und unterdrücken - nach dieser Definition wäre Israel übrigens auch ein Apartheitsstaat, aber das kümmert niemanden. Der damalige Apartheitsstaat hat mittlerweile eine schwarze Regierung, glänzt durch hohe Kriminalitätsraten und industriellen Niedergang.

Afrika ist noch immer ein reicher, fruchtbarer Kontinent, der jedoch wie eh und je ausgebeutet und unterdrückt wird. Heute sind es nicht mehr die Truppen der Kolonialmächte, die zumindest über einen Rest Anständigkeit und Zivilisiertheit verfügt hatten, welche die Bewohner mit Terror überziehen und jede Entwicklung im Keim ersticken, sondern lokale Räuberbanden, in denen Kinder als gnadenlose Mörder mißbraucht werden. Ausgerüstet und gestützt werden diese Truppen von den Geheimdiensten der Großmächte ebenso wie von Konzernen, die damit ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen fördern.

Hunger und Tod in Afrika werden von außen gefördert, sind ein Jahrtausendverbrechen durch zahlreiche Völker der Erde, vor allem von jenen, die sich selbst als zivilisiert betrachten. Der längst geächtete Sklavenhandel war gegen das, was heute die Hochfinanz in Afrika treibt, eine Hilfsaktion der Heilsarmee.

Auch der Hunger selbst ist eine direkte Folge der Manipulationen der dunkeln Finanzmächte. Ob es uns gefällt oder nicht, die Weltleitwährung ist noch immer der Dollar. Dieser Dollar ist mittlerweile verrottet bis ins Mark, sein Fall längst abzusehen, aber noch immer beherrscht er die Weltwarenströme. Ägypter und Haitianer müssen ihre Lebensmittelimporte mit wertloser werdenden Dollar bezahlen, ohne selbst mehr von diesem grünen Zeugs einzunehmen. Zerbröselnder Dollar bedeutet steigende Preise und diese führen zu Hunger im Land.

Was so harmlos "Finanzkrise" oder "Bankenkrise" genannt wird, als beträfe es nur den reichen Teil der Weltbevölkerung, sorgt für Hunger bei den Ärmsten der Welt. Die unaufhörlichen Kriege des Dunklen Imperiums bringen nicht nur Tod und unsägliches Leid in den Irak und nach Afghanistan, sie treiben die Ölpreise auf der ganzen Welt, bewirken Hunger in Afrika und Aufstände in Haiti. Dort, auf der kleinen, nebensächlichen Insel, wurde bereits die Regierung gestürzt. Wie lange hält sich noch der US-Satrap Mubarak in einem hungernden Ägypten? Nach ihm kommt die islamische Republik.

Als Mittel gegen den Hunger wird nicht die einheimische Landwirtschaft mit ihrer über Jahrhunderte gewachsenen Erfahrung im nachhaltigen Landbau propagiert, sondern die Mittel satanischer Konzerne. Kapitalintensive Großplantagen, mit massivem Maschineneinsatz bewirtschaftet, mit der chemischen Keule gedüngt und vor minderwertiger Biologie geschützt ("Unkraut" und "Schädlinge"), auf denen denaturierte Pflanzen wachsen, die kein Saatgut hervorbringen und so die Völker in immerwährende Schuldsklaverei führen.

Das Rezept ist uralt, es wurde schon in Rom erfolgreich praktiziert: Die gesunde, bodenständige Bauernschaft wurde um ihre kleinen Höfe gebracht, statt dessen wurde die Nahrung durch Sklavenarbeit auf den Latifundien der Superreichen erzeugt. Die Nachkommen ehemals freier und stolzer Menschen wurden zum Proletariat in der Großstadt Rom, abhängiges Stimmvieh, mißbrauchbar für politische Kampagnen und anfällig für eingeschleppte Untergrundkulte aus dem Orient. Das römische Reich, die mächtigste Supermacht der Antike, erstarb in einem Winseln; an ihre Stelle trat das "finstere" Mittelalter.

Es genügt jedoch nicht, daß die satanischen Konzerne die Landwirtschaft der Hungerstaaten zu Grunde richten, die Geier der Weltbörsen werden selbst aktiv, für die auch Hunger nur ein Geschäft darstellt. Wer essen will, muß dafür bezahlen. Deshalb kaufen Spekulanten vorhandene Nahrungsmittel ebenso auf wie künftige Ernten. Dann, wenn die Bevölkerung hungert, der Staat auf internationale Hilfen angewiesen ist, gibt es die Lebensmittel nur noch bei den Spekulanten. Geld stinkt nicht, es blutet nicht, es hungert nicht - es füllt nur die Taschen derer, die schon jetzt übergenug zusammengerafft haben. Menschen hingegen stinken, werden krank, bluten, hungern - aber diese Menschen sind weit weg, nur Zahlenkolonnen in den elektronischen Kontenbüchern. Finanzhaie sind ehrbare Menschen, gut angezogen, mit den besten Manieren, gottesfürchtig, die perfekten Täter, weit weg von ihren Opfern.

Die Kaufleute des Todes handeln mit allem, Waffen und Dünger, Drogen und Saatgut, solange sich daran verdienen läßt. Selten werden die Tricks so legendär, wie jener der Rothschilds, die einen falschen Ausgang der Schlacht von Waterloo verbreitet hatten, um billig an die Papiere der Londoner Börse zu kommen. Die Toten und Ruinierten solcher Manipulationen werden nie entschädigt, über sie schweigt die Geschichte.

Oh, das ist nicht neu, so handelten Menschen schon zu allen Zeiten. Aber früher hatten die Täter noch Gesichter, die Hungernden wußten, wem sie ihr Schicksal schuldeten - und konnten sich an ihnen vergreifen, wenn es zu arg geworden ist. Heute sind die Schuldigen gesichtslos, sitzen in New York an der Wall Street oder in Chicago an der Terminbörse. Aber auch für die Schuldigen ist das Spiel anonym, denn die sehen nur ihre Tabellenkalkulationen, sie konzentrieren sich auf die Zahlen, nicht die Nachrichten, die diese Zahlen auslösen.

Die Börsen der Welt sind zu Kasinos der Skrupellosigkeit verkommen, in denen mit höchsten Einsätzen und geringsten Risiken gespielt wird. 50.000 Euro Schulden werden zu einem familiären Martyrium, 50 Milliarden Euro Schulden werden mit einem freundlichen Lächeln an den Staat weitergereicht, auf daß der Steuerzahler sie begleichen möchte. Und, bitteschön, in aller Diskretion, damit die ehrbaren Kaufleute nicht bei ihrer Arbeit gestört werden.

In früheren Zeiten wurde über den nicht vorhandenen Ehrenkodex der jüdischen Kaufleute hergezogen, doch nach ihrem Ehrenkodex beurteilt gibt es heute nur noch jüdische Kaufleute. Große Firmen wie die Telekom werden geschützt, hier ist der Staat zur Stelle, aber Kleinanleger, die von solchen Firmen um Teile ihrer Altersvorsorge gebracht werden, sind auf sich selbst gestellt.

Der Hunger in Ägypten wird nicht dadurch ausgelöst, daß es keinen Weizen für Brot mehr gibt, sondern durch zu hohe Preise für das daraus gebackene Brot. Ägypten ist nur scheinbar weit weg, denn auch bei uns steigen die Lebensmittelpreise unaufhörlich. Luxusgüter, auf die niemand angewiesen ist, stagnieren im Preis, Dinge, die jeder täglich benötigt, werden immer teuerer. Da hilft keine staatliche Gesundbeterei der Inflationsrate, wenn jeder ständig am eigenen Geldbeutel merkt, was wahrhaftig geschieht.

Sagt Ihnen die Kartoffelsorte "Linda" etwas? Sie war bei Verbrauchern beliebt, ließ sich gut anpflanzen und war ein dankbares Produkt. Nur nicht für den Konzern, der sie einst gezüchtet hatte, denn dessen Markenschutz war abgelaufen. Deshalb hatte Linda zu verschwinden, zu Gunsten neuerer, einträglicher Sorten, für die noch Abgaben zu leisten sind. Die Gentechnik auf den Feldern wird von offizieller Seite gefördert, das Saatgut der satanischen Konzerne kommt auch in Deutschland auf die Felder - und es landet auf Ihren Tellern.

Für den schlimmsten aller Fälle wurde unverändertes Saatgut in einem Weltuntergangs-Tresor auf Spitzbergen eingelagert. Wenn drei Viertel der Menschheit verhungert sind, hingerafft durch Seuchen oder Bürgerkriege, dann wird von dem sicheren Schließfach der Schatz gehoben, damit die Sieger aus den Hungerkriegen sich dieses Sieges genüßlich erfreuen können.

Hunger läßt sich ertragen, wenn alle hungern. Doch wer spürt, wie ihm der Hunger die Gedärme zernagt, und dabei mit ansehen muß, wie glücklichere Menschen im Überfluß prassen, der wird aggressiv. Werbung weckt Bedürfnisse, genau dafür wird sie produziert. Doch diese Bedürfnisse schlagen in Ärger um, wenn die Werbung nur noch vorführt, was sich der Zuseher nicht mehr leisten kann. Bei einem Hungeraufstand kann sich niemand in einem Kamin verstecken, um auf wundersame Weise gerettet zu werden, denn die Hungrigen schauen in den Kamin, um dort nach Räucherwürsten zu suchen.

Der Hunger nach dem Krieg hatte eine andere Qualität, er betraf alle, bis auf die wenigen, die sich mit den Besatzern gut stellen konnten. Dieser Hunger war von den Siegern verordnet worden, als Strafe, als Vernichtungsmittel gegen ein besiegtes Volk, das es gewagt hatte, seine Existenz zu verteidigen. Der neue Hunger wird ein ausgeplündertes, betrogenes Volk treffen, Privilegierte von Gewöhnlichen trennen. Und er wird eine angebliche Gemeinschaft spalten, die sich nie zu einer wirklichen Gemeinschaft entwickeln durfte.

Die CIA hat bereits eine Studie erstellt, nach der es in zwölf Jahren in Europa Ausschreitungen bis hin zum Bürgerkrieg geben wird, zwischen den Migranten und den letzten Einheimischen, um die Macht in unseren alten Städten, die dann nicht mehr die unseren sein werden. Unsere Politik nimmt das nicht nur gelassen zur Kenntnis, sondern tut weiterhin alles, um diese Zustände herbeizuführen.

Aber wird es wirklich noch zwölf Jahre dauern? Die Globalisierung stößt nicht etwa an ihre Grenzen, sie ist dabei, völlig zu scheitern. Sie konzentriert den Wohlstand in den Händen einiger weniger, während sie der Mehrzahl der Menschen Not und Mangel beschert, gewachsene Strukturen zerschlägt, Entwurzelte produziert und uralte Nationen zerstört.

Wie spielt die Klimakatastrophe in diesem Szenario mit? Welche Klimakatastrophe denn? Jene Erderwärmung, die China den kältesten Winter aller Zeiten beschert hat? Ja, diese hat die Reisernte in China beeinträchtigt. Pflanzenschädlinge reisen bequem im Flugzeug, Tierarten werden eingeschleppt, aus Dummheit wie aus Profitgier. Oh ja, die Katastrophe ist menschengemacht - aber nicht durch jene einfachen Menschen, die sich dafür heute einschränken sollen, sondern von den Herren im feinen Anzug, die Urwälder abholzen lassen, um irgendwelche Plantagen zu errichten. Kahlgeschlagene Wälder halten keinen Mutterboden zurück, der einfach fortgeschwemmt wird. Mangrovensümpfe sind nicht nur artenreiche Biotope, sie überstehen zudem Stürme und Tsunamis weitaus besser als Palmöl-Plantagen.

Der Hunger ist ein Indikator für eine aus den Fugen geratene Welt. Die feinen diskreten Geschäfte schüren Unruhen und Kriege, doch was auf den ersten Blick weit weg erscheint, wird uns alle erreichen. Haiti ist einen Urlaubsflug entfernt, von Ägypten trennt uns das Mittelmeer, doch dort sind unsere Schiffe, mitten im Krisengebiet.

In meinen Tageskommentaren gebe ich immer den Ölpreis an. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Öl steckt in jeder Kartoffel und in jeder Rolle Klopapier. Was immer Sie einkaufen, es wurde per Lkw in den Laden geliefert, zuvor mit Landmaschinen auf den Feldern angebaut und vielleicht sogar per Flugzeug ins Land geschafft. Der Dünger wird im Chemiewerk produziert, ebenso die Medikamente, die erst die Massentierhaltung ermöglichen. Ob Sie mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, auch hier fließt der Ölpreis ein.

Wie lange wird sich Ihre Arbeit noch lohnen? Wie lange können Sie sich mit Ihrer Arbeit noch ernähren? Wann steigen die Preise auch bei uns so weit, daß die Mehrzahl der Menschen sich einschränken muß? Wann wird der Hunger nicht mehr freiwillig auf sich genommen, um etwas für die Figur zu tun?

Die Zeiten werden nicht besser - und unsere Politiker erst recht nicht!

© Michael Winkler     - http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html