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September 1st, 2009

Weinwanderung von Seusslitz nach Meißen (1)

Auftakt in Seußlitz

Schloss Seußlitz
Schloss Seußlitz
Vor 800 Jahren etwa lebte ein wenig elbabwärts von Meißen am rechten Ufer Otto von Suselitz in einer Wasserburg. Die Zeiten damals waren wild - Wälder, Burgen und Dörfer wurden mit all denen, die dort lebten, verkauft oder verschenkt. Die Wasserburg des Herrn von Suselitz ging auch diesen Weg, fungierte 42 Jahre als Jagdresidenz von Heinrich dem Erlauchten, bevor der Markgraf von Meißen statt dort Hof abzuhalten das Anwesen nebst 17 zugehörigen Dörfern den Klarissinnen als Nonnenkloster stiftete. Eben jener weise und gütige Heinrich der Erlauchte schenkte dem Kloster aber nicht nur Haus und Dörfer, sondern auch drei Weinberge - und weil er das tat, wissen wir, dass es hier in Seußlitz und in Diesbar (dem nächsten Dorf elbaufwärts) seit 1272 Wein gibt.

Besenwirtschaft
Besenwirtschaft
Das ist das absolut vollwertige Halbwissen, mit dem man eine Wanderung vom Anfang des Sächsischen Weinwanderwegs bis nach Meißen starten kann. Den zweiten Teil des Halbwissens kann man sich ja bei der ersten Station anlesen, die man nicht ganzjährig besuchen kann: Die Klarissenklause ist eine Besenwirtschaft, die von den beiden Hobbywinzern Alexa und Bernd Raum aber recht professionell betrieben wird.

Klarissenklause
Klarissenklause
Bei einem Traminer ("unser engagiertester Wein", sagte die Chefin - also nahmen wir den und waren nicht enttäuscht) in der traubenbehangenen Laube erleben wir das wunderbare Paralleluniversum von Hoch- und Najakultur. Die Chefin macht nämlich nicht nur Wein, sondern sie singt auch. Ute Freudenbergs "Jugendliebe" zu unserer Begrüßung, später auch Songs wie "This is the Life" von Amy Macdonald zum Beispiel. Nichts für stille Genießer, aber den meisten Gästen gefällt ja derlei Alleinunterhaltung ganz gut. Die Hochkultur steht im Reiseführer und handelt vom Nonnenkloster, das nach der Reformation weltlich wurde und vom Geheimen Rat am Hofe des Kurfürsten Moritz von Sachsen Dr. Simon von Pistoris 1546 zu einem Wohnschloss umgebaut wurde.

Kirche von George Bähr
Kirche von George Bähr
So richtig schön wurde Schloss Seußlitz aber erst, als die Bünaus kamen. Wer in sächsischer Heimatkunde aufgepasst hat, kennt den Namen: Die Bünaus haben auch auf Schloss Weesenstein wunderbare Spuren hinterlassen. Graf Heinrich von Bünau, der 1722 Schloss Seußlitz kaufte, beauftragte auch nicht irgendjemanden mit dem Umbau, sondern George Bähr, den Erbauer der Dresdner Frauenkirche. Und so entstand ein wunderschönes barockes Schloss mit integrierter Kirche und zwei Parks: einer im englischen und einer im französischen Stil.

Heinrichsburg
Heinrichsburg
Gegenüber vom Park sehen wir, leicht bergauf, die Heinrichsburg. Und die erklimmen wir jetzt! Zweimal sechs Figuren geleiten uns optisch zum zweigeschossiges Gartenhaus, das ebenfalls nach Plänen George Bährs erstand und nach Heinrich von Bünau benannt ist. Die Figuren versinnbildlichen die Monate - man muss das nicht raten, denn es steht auf den Sockeln (Anmerkung für Penible: Von einer Figur ist es nur noch der Sockel. Welchen Monat lassen wir aus?). Vielleicht wendet man sich in Gedanken jetzt nochmal dem Park zu und denkt sich: Ob die vier Skulpturen dort wohl???? - Na klar: Das sind die vier Jahreszeiten!

Von der Heinrichsburg aus führt ein Wanderweg parallel zur Elbe Richtung Meißen. Den nehmen wir - nicht ohne dann und wann ein wenig abzuweichen, denn es gibt viel zu entdecken!

[Zum Nachwandern die Karte bei Google Maps]

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September 2nd, 2009

Weinwanderung von Seusslitz nach Meißen (2)

Oberhalb der Elbe
– und schnell mal runter für ein, zwei Pausen...

Der Sächsische Weinwanderweg führt uns zuerst von Seußlitz zur Goldkuppe. Linker Hand stehen die Reben - selten genug in Sachsen - auf nur leicht hügeliger sanft gewellter Landschaft. Sieht man mal nach rechts, geht's im Steilhang runter bis kurz vor die Elbe. Der Weg ist breit und sonnig - die Sachsen benutzen das schöne Wort Demse für das hier oft extrem warm-feuchte Klima. Wir waren am Tag des offenen Weinguts unterwegs und hatten mit dem Wetter Glück: Wolken schoben sich vor die Sonne, aber es regnete nicht. So ließ es sich gut laufen!

Beim Herrn Lehmann
Beim Herrn Lehmann
Unterhalb dieses Wegstücks befindet sich das Weingut von Joachim Lehmann. Das lassen wir heute ausnahmsweise einmal aus - aber nur auf der Wanderung, nicht hier im Text! Die Weinstube mit dem wundersamen Schließtag Donnerstag gehört nämlich eigentlich zum Pflichtprogramm in Diesbar-Seußlitz. Zum einen, weil es hier vor allem im Sommer im Gästegarten sehr lauschig ist, zum anderen weil der Herr Lehmann einen passablen Wein macht. Keine großen Weine, aber ehrliche. Für die Küche gilt ähnliches: Das ist weit entfernt von irgendeinem Gourmettempel - aber immer wieder lecker, irgendwie. Wir nähern uns Lehmann's Weinstuben bevorzugt mit dem Dampfschiff (es hält quasi vor der Tür) und kommen dann irgendwie mit Bus und Bahn heim...

Wir winken also nur runter und gehen weiter. Wunderbare weite Blicke über die Elblandschaft öffnen sich. Schilder warnen davor, rechts nicht allzuweit vom Weg abzukommen, weil es steil runtergeht. Ach, denke ich an diesem Wahlsonntag, würden doch die Sachsen diesen Hinweis auch in der Politik beherzigen! Tun sie aber nicht und geben den Nazis blind und beherzt Stimmen (in einigen Regionen, nicht in dieser, bis zu knapp 20 Prozent) - das verstehe wer will, ich nicht.

Rotwein in spe
Rotwein in spe
Beim Wandern sehen wir trotz des Tags des offenen Weinguts wenig Leute - die meisten sind wohl mit dem Auto gekommen und kutschieren beschwingt von Probe zu Probe. Auch das verstehe wer will... Zu entdecken ist für die auch nicht viel. Zum Beispiel das halb offene Tor, das ein wenig an die Abbruchkante heranführt und der Kamera erstmals rote Trauben vor die Linse bringt. Ein Weg führte runter - aber den gingen wir vorsichtshalber nicht. Man weiß ja nie, ob es unten auch ein Tor gibt...

Wir tapern also weiter auf dem Wanderweg, der sich nicht nur dem Wein widmet, sondern auch ein archäologischer ist. Also haben schlaue Menschen verständliche Tafeln (für die Lektorinnen unter den Leserinnen: Tafeln mit verständlichen Texten) aufgestellt, so dass man ein wenig schlauer heim kommt. Bei der Goldkuppe lerne ich beispielsweise, dass sie mit 18 ha Innenfläche die größe Burganlage Sachsens aus vorgeschichtlicher Zeit sei. Ohne Schild hätte ich nicht mal gemerkt, dass da überhaupt was ist bzw. war!

Dafür entdecken wir ein Schild, dass uns stutzig macht: "Wanderweg" besagt es, aber irgendwie sieht es so gar nicht offiziell aus. Da gehen wir lang! Meine Theorie: Am Ende des Weges gibt es einen Winzer, der diesen Weg durch seinen Weinberg ausgezeichnet hat, damit die Leute zu ihm kommen. Es geht gleich durch ein Tor mit einem feinen Schild: Man möge es doch bitte schließen, um Wildschäden zu vermeiden. Mit freundlichen Grüßen, die VEG (Z) Weinbau Radebeul. Das zentral geleitete Volkseigene Gut gibt's so seit 20 Jahren nicht mehr - aber warum ein neues Schild besorgen? Was drauf steht, stimmt ja!

Elsaß an der Elbe
Elsaß an der Elbe
Der Weg durch den ehedem volkseigenen Grund war angenehm und führte - welch Überraschung - zu einem Gasthaus! Am "Brummochsenloch", wie die Gegend hier heißt, tut sich urplötzlich ein Stück Elsass auf: Das Restaurant L'ami Fritz fügt sich prima ins Sächsische ein, und die Flammkuchen gingen weg wie warme Semmeln, wenn das blöde Sprachbild gestattet ist. Die beiden Herren, die die Bedienung im Garten schmissen, waren supernett drauf - und wir tranken natürlich elsässischen Wein zum Flammkuchen (den sächsischen von Jan Ulrich, den es hier auch gibt, gönnten wir uns nur wenige Minuten später im Weingut von Jan Ulrich). Die Karte war vielversprechend - und wir werden sicher einmal gezielt hierhin gehen, um mehr Elsass im Meissener Land zu genießen!

In vino veritas?
In vino veritas?
Das nächste Stück der Wanderung war das härteste: Nach ungefähr fünf Minuten erreichten wir nämlich das Weingut Jan Ulrich, und da das ein vorab geplanter Anlaufpunkt war, konnten wir ihn nicht auslassen! Jan und Carola Ulrich haben noch kurz vor der Wende in Wackerbarth Winzer gelernt, sich danach im Fränkischen fortgebildet und sich 1992 in Diesbar selbstständig gemacht. Sie vermarkten ihre naturnah ausgebauten Weine mit Geschick und nicht ohne Erfolg. Vor dem Winzerhof standen Liegestühle mit Blick auf die Elbe: Das war genau jene heiter-gelassene Atmosphäre, die wir lieben! Der von uns getrunkene Kerner war - Verzeihung! - ein schöner sommerlicher Saufwein. Im Hof des Weinguts war übrigens Remmidemmy - nichts für uns, aber viele lieben ja dieses Kontrastprogramm.

Nach so viel Müßiggang wollten wir nun etwas für die Füße tun: Zadel lautete das nächste Ziel, und das waren mehr als fünf Minuten zu laufen...

[Zum Nachwandern die Karte bei Google Maps]

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September 4, 2009

Weinwanderung von Seusslitz nach Meißen (3)

Durch den Golkwald nach Zadel

Aus dem Brummochsenloch auf die Höhe des Weinwanderwegs hinauf ist es nicht wirklich anstrengend. Aber nach zwei vinophoben Pausen sind auch kleine Steigungen zu spüren. Selbst gewähltes Elend nennt man das - wobei die Pausen in Wirklichkeit gar kein Elend waren, im Gegenteil: Sie waren selbst gewählte Erheiterung!

Elbe
Elbe
Der Anstieg durch den Wald ist Balsam für die Nase: Es riecht gut, die Luft ist milde, die Demse (wer Teil zwei verpasst hat: schöne Bezeichnung für unschönes feucht-schwüles Klima) hat hier Eintrittsverbot. Nach kurzer Zeit jedoch öffnet sich der Wald und macht einem Weinfeld Platz. Und wo die Leute Wein anbauen, ist es gemütlich warm! Vor allem aber eröffnen sich tolle Blicke - hinterm großen halboffenen Tor stehen Rebstöcke mit roten und grünen Trauben. Ein Schild verrät: Die Familie Keydel baut hier Goldriesling (gibt's nur noch in Sachsen, soviel ich weiß), Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder, Traminer, Riesling und Spätburgunder an. Aber vor allem der Blick über den Wein hat es in sich: Die Elbe beliebt hier einen großen Bogen zu machen und schlängelt sich also gemächlich durch die sanft hügelige Landschaft. Wir hatten Glück: Ein Dampfer tuckerte elbabwärts und bot dem Auge Halt im Glitzerwasser.

Im Weinberg
Im Weinberg
Eine überdachte Holzterasse mit zwei handvoll Leuten weiter unten erregte unsere Aufmerksamkeit. "Du willst doch nicht schon wieder...?" hub Sylke an und war sichtlich erleichtert, als ich sächsisch klar und präzise "Nu!" antwortete. "Nu" kann Vieles heißen, aber es ist immer positiv besetzt. Also hieß es in diesem Fall: Na klar doch! Ich wandte mich also forschen Schritts der Terasse zu und merkte schon, wie besorgt die Leute da oben mich kommen sahen. Nervös, als ob ich ein Meuchelmörder sei, verfolgten sie mein Kommen - aber ich ließ mich nicht erschüttern, erklomm die zwei Stufen und grüßte freundlich: Ob das hier eine private Party sei oder ob zwei durstige Wanderer gegen Entrichtung eines entsprechenden Obulus vielleicht je ein Glas Wein...???

Der Herr, der bislang als einzig Stehender das Wort geführt hatte, rang ein wenig mit sich selbst. Nun ja, es sei - eher privat. Was auch hieß: Wir könnten nichts bekommen. Weder so noch gegen Geld. Aber fotografieren dürften wir, na klar doch, gerne. Ein wenig enttäuscht und doch in einigen Vorurteilen bestätigt zog ich, freundlich "Schade, dann nicht! Ahoj!" sagend, von hinnen. In Italien, da bin ich mir sicher, wäre das so nicht passiert - da hätten wir jeder ein Glas bekommen. Wahrscheinlich sogar umsonst...

Herbstfeld
Herbstfeld
Nun war es ja nicht so, dass wir tatsächlich gerade den Status von Verdurstenden hatten, weswegen wir mit einem kräftigen "Aber egal!" uns wieder der Archäologie widmeten, die uns auf einem Schild mit dem Burgberg von Löbsaal vertraut machte. Die Burg wurde im 18. Jahrhundert vor Christi gebaut - wir bewegen uns hier auf ausgetretenen Pfaden! Das Dorf Löbsal ist unspektakulär, liegt aber sehr zentral am Kreuzungspunkt etlicher (Wander-)Wege. Vorbildliche Ausschilderung kann auch verwirrend sein: Unser Ziel Zadel war zweimal ausgewiesen - und wir entschieden uns prompt für den falschen Weg: Wir hätten nicht nach "Golk / Neumühle / Zadel" gehen sollen, sondern nur nach "Golk". Weil wir's nicht taten, liefen wir eine (nahezu unbefahrene) Straße entlang, statt auf gemütlicheren und kürzeren Pfaden direkt durch den Wald zu laufen, der hier Golk heißt. Der Golkwald - 180 ha groß und mit Sehenswürdigkeiten wie den „Heidengräbern“ und dem Nonnenstein ausgestattet, könnte also noch einmal ein separates Ziel sein, zumal der "Winzerhof" auch auf der nicht gegangenen Wegstrecke liegt. Und dieser Winzerhof hängt mit dem L'ami Fritz zusammen... Also schaun mer mal...

Rosa Grütze
Rosa Grütze
Aber jede Gehpanne hat auch was für sich. Wer weiß, ob wir ohne unseren kleinen Umweg am Friseursalon für Damen & Herren von Karla Grütze vorbeigekommen wären? In altrosa Schreibschrift steht diese Information auf beiger Hauswand. EInladend sieht das nicht aus, aber das ist ja nur ein äußerer Eindruck. Die Dörfler rundum werden es vielleicht sogar schön finden, einen Salon nahebei zu haben - und auch wenn der Name Karla Grütze zu allerlei Wortspielen verleitet, hat das nichts über die Qualität der Scherenkunst zu sagen.

Spieglein Spieglein...
Spieglein Spieglein...
Noch ein Kilometer bis Zadel! Das Elbweindorf mit der ältesten urkundlich bezeugten Weinbautradition (Weinbau ist dort seit 1218 nachweisbar) ist eine der besten Adressen für Wein in Sachsen: das Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe - mit dem Weinkeller, einem Restaurant, einem Verkaufsladen und einem Restaurant - findet man hier neben der Kirche. Der Prinz und sein Weingut haben dem Dorf hinter dem Hügel (denn das ist die Bedeutung des slawischen Wortes Zadel!) gut getan, es aus dem Dornröschenschlaf geweckt.



Zweifache Dreierprobe
Zweifache Dreierprobe
Im Freiraum des Vierseithofs sitzen die Weinkennerinnen und Weinkenner. Wir gönnen uns die Dreierprobe mit einem 2008er Müller-Thurgau, einer trockenen Weissburgunder Spätlese, ebenfalls Jahrgang 2008, sowie einer 2007er Rotwein-Cuvee. Irgendjemand überrascht, dass das hier um Längen besser war als alles zuvor Getrunkene zusammen? Wir waren es nicht! Ein Mann am Saxophon sorgte als Alleinunterhalter dezent für Stimmung, das Niveau war dem Trinkgenuss angepasst. Allerdings wurden hier - wie wohl auch andernorts am Tag des offenen Weinguts - um 18 Uhr alle Aktivitäten außer der des Wegräumens eingestellt. Feiern stelle ich mir irgendwie immer anders vor.

Prinzliches Tor
Prinzliches Tor
Der Weg von Zadel nach und zur Karpfenschänke (ein Ortsteil mit gleichnamiger Gaststätte) und weiter nach Meißen führt über den Friedhof der Ortskirche von Zadel und dann durch Weinberge des Prinz zur Lippe. Man erkennt die natürlich an den schmiedeeisernen Toren, die das Lippesche Wappen mit der Rose tragen. Aber man merkt auch sonst, dass die Weinberge hier anders bewirtschaftet werden: Rosen wachsen hier - und sie sind mehr als eine Geste ans Familienwappen, sie sind (auch) aus ökologischen Gründen gepflanzt. Und man sieht abgeschnittene Trauben am Boden: Fleißig rückzuschneiden, um die Qualität des Weines zu verbessern - das machen nur die Großen. Das macht mehr Arbeit, das bringt weniger Wein. Aber dafür deutlich besseren.

[Zum Nachwandern die Karte bei Google Maps]

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September 7, 2009

Wenn der Koch überarbeitet ist...

Das Restaurant Brüders wird in Görlitz als Geheimtipp gehandelt

Brüders
Brüders
Görlitz ist nicht nur die östlichste Stadt Deutschlands, sie ist auch eine im touristischen Aufschwung. Als Folge davon haben auch Restaurants eine Chance, die allein von und mit den Einheimischen nicht leben könnten. Die Frage ist nur, ob sie diese Chance nutzen...

„Brüders“ heißt das Restaurant, das es seit September 2008 in der Brüderstraße gibt – allerbeste Lage mit Blick auf Ober- wie Untermarkt also. Uns wurde es von Görlitzern als „Geheimtipp“ genannt, mit Hinweis auf die köstliche Senf-Champagner-Suppe.

Wir gingen also hin und erlebten die erste positive Überraschung: Es war ein Sonntag, es war halb drei, der Laden leer, die Servicekraft telefonierte, der Koch stand nichts tuend hinter der Theke. „Können wir noch etwas essen?“ - „Ja, natürlich!“ Sprach's und entschwand in die Küche, die Bedienung stellte ihr Telefonat ein und brachte die Karte: Na, geht doch, nix da Servicewüste!

Das Ambiente ist zurückhaltend modern: Im Gewölbe (nichts Besonderes in Görlitz!) machen sich die fein eingedeckten dunkelbraunen Tische und die (bequemen) Korbsessel gut, draußen sitzt man ähnlich stylish, wenn das Wetter mitspielt.

Die Karte ist klein, zwei Seiten (sie war wohl schon mal doppelt so groß, aber ich mag kleine Karten – sie sind ein Indiz, wenn auch kein Garant, für frische Ware). Wir bestellten natürlich die „Feine Champagner-Senfrahmsuppe mit Senfkörnern“. Ob da wirklich Champagner drin war? Spuren vielleicht, aber der Rotisseur-Senf übertönte sie, so dass es eine angenehme, aber keineswegs sensationelle Suppe war. Die zweite Suppe, „Kresseschaum mit Streifen vom geräucherten Lachs“, schmeckte hingegen passabel – gut gewürzt, wenn auch keineswegs schaumig aufgeschlagen, wie der Name vermuten ließ.

Der „Gemüsespieß vom Grill mit grobem Meersalz Knoblauchbrot“ hatte ein deutliches Übergewicht von getrockneten Tomaten, wir vermissten Auberginen und/oder rote Paprika. Aber er war wenigstens das, als was er auf der Karte stand: Ein Gemüsespieß (mit, übrigens, fein gewürztem Dipp). Aber die „Flusskrebsschwänze mit Sommergemüse im Omelett“, die auch draußen an der Tafel als Spezialität für die „Solide internationale Küche“ angepriesen wurden, kamen im gelieferten Gericht gar nicht vor: Statt dessen lugte ein Octopussi aus dem Ei – im Omelett tummelten sich Meeresfrüchte! Natürlich bekamen wir anstandslos eine neue Portion – aber mit zusammen essen war nichts, und beim dann zwar reichlich mit Flusskrebsschwänzen versehenen zweiten Versuch war das Omelett reichlich blass, um nicht zu sagen: es hatte über weite Partien die Pfanne nicht gesehen.

Immerhin ließ der Koch ein „Entschuldigung“ ausrichten – aber als wir später den Chef des Service fragte, wie man denn Flusskrebse mit Meeresfrüchte verwechseln könne, murmelte der nur etwas von „Überarbeitung“ - was keine gute Antwort ist. Auf die Idee, vielleicht den (wirklich sehr guten!) Espresso hinterher aufs Haus gehen zu lassen, kam man auch nicht – Kundenfreundlichkeit hat auch seine Grenzen.

Eine Internetseite hat das Restaurant, natürlich auch – aber sie ist auch ein Jahr nach der Eröffnung mehr Schein als Sein: Nicht mal die Telefonnummer kann man der Seite entnehmen, sie soll, wie andere Inhalte, nachgereicht werden.

Restaurant Brüders
Brüderstraße 1
02826 Görlitz
Telefon: 03581 – 84 55 73
E-Mail: info@restaurant-brueders.de
Internet: www.restaurant-brueders.de



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September 13, 2009

Weinwanderung von Meißen nach Sörnewitz (1)

Beherzt auf die Bosel...

Die Boselspitze
Die Boselspitze
Die Bosel ist ein imposanter Berg - man sieht ihn auf dem Weg nach Meißen aus dem Auto oder vom Schiff und möchte eigentlich immer mal gerne da oben rauf. Bei dem Wunsch bleibt es, meistens: Viele Dresdner(innen) kennen die Bosel - wenn auch nicht unbedingt mit Namen, aber doch wenigstens vom Ansehen her. Aber da oben nuff? Or nöö...

Früher war das anders. Da war die Boselspitze ein beliebtes Ziel für schwangere Jungfrauen - das waren Frauen, die nicht verheiratet aber dennoch schwanger waren. In ihrer Not - und die war so ein Umstand vor hundert Jahren noch! - stürzten sie sich in den Tod: Gerne von der Boselspitze, weil es von da so schön gerade runterging. Wer ob solcher Geschichten den Kopf schüttelt, kann sich erstens daran erfreuen, dass es im Umgang miteinander mittlerweile etwas weniger befremdlich zugeht - und sich zweitens darüber wundern, dass es auch heute noch offensichtlich genug Selbstmordkandidaten gibt, wenn auch aus unterschiedlichsten Gründen: Eine eigene Webseite widmet sich dem Thema, und wer die Seite aus dem Cache bei Google aufruft, sieht auch die Worte Boselspitze und Selbstmord...

Die Elbe bei Meißen
Die Elbe bei Meißen
Die Geschichten rund um diese optisch imposante Bergspitze sind also alles andere als einladend. Der Weg hinauf und ganz normal per pedes wieder herunter lohnt sich aber dennoch - weil dieser Abschnitt des Sächsischen Weinwanderwegs abwechslungsreich und schön ist. Obendrein werden weinaffine Wanderer belohnt: Gaststätten, Besenwirtschaften, Winzer liegen quasi am Wegesrand!

Wir beginnen da, wo wir Teil eins der Wanderung beendeten: in Meißen. Direkt an der Elbe gibt es (am rechten Ufer - unweit des Bahnhofs) einen Parkplatz, der - dass es so etwas noch gibt! - sogar kostenlos zu benutzen ist. Wer mit der S-Bahn kommt: Diese Stelle ist drei bis vier Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt.

Meißen
Meißen
Von hier aus hat man über den Fluss eine wunderbare Sicht auf den Burgberg mit Dom und Albrechtsburg. Schiffe sieht man freilich eher selten - die Elbe ist nicht der Rhein, viel ist hier nicht los. Wobei diese Bemerkung wirklich nur fürs Wasser gilt: Der Weg, der uns ins Spaar-Gebirge führt, ist anfangs ein wenig unschön: Man teilt ihn sich mit den Radfahrern. Und die sind vor allem am Wochenende erstens in Massen und zweitens immer viel zu schnell unterwegs. In der Hackordnung stehen Fußgänger eindeutig weiter unten und müssen schon mal beherzt zur Seite huppen. Unter der Woche allerdings hat man weitgehend seine Ruhe. Nach einigen hundert Metern trennen sich eh die Wege: Weinwanderer ab in die Berge, Radler weiter die Elbe entlang!

Müller-Thurgau
Müller-Thurgau
Wir also in die Berge! Es gibt eine erste Anlaufstelle, das Bauernhäusl. Wir wurden mit einem beherzt-freundlich-abweisenden "Was haben Sie denn noch vor?" begrüßt - und wenn der Mann nicht so nett geguckt hätte, hätten wir den Kaffee schon wieder vor dem ersten Schluck Wein aufgehabt. Aber unserer Bitte, um 14 Uhr doch nur ein Schlückchen Wein vom Fass haben zu wollen, kam er nach: Ein Müller Thurgau war's, von der Winzergenossenschaft. Deren Weine leiden ein wenig (ein wenig?) darunter, dass unter den 1.800 Mitgliedern eben auch Hobbywinzer sind, die ihre Trauben dort abliefern - und ob da alles immer allerbeste Qualität ist, kann man gerne anzweifeln. Andererseits würde es ohne die Hobbywinzer, die zu Zeiten der DDR die Weinberge pflegten so gut sie eben konnten, in dieser Gegend vielleicht gar keinen Wein oder auf jeden Fall weniger davon geben. Unser Müller war spritzig, der Preis OK, der Mann dann doch nicht so raubeinig wie er klang. Alles wird gut!

Sonnenblumen im Weinberg
Sonnenblumen im Weinberg
Unterhalb des Bauernhäusls führt der Weinwanderweg am Kronenberg an Reben der Winzergenossenschaft vorbei. Vier fleißige Männer zogen gerade eine Trockenmauer hoch - das typische Landschaftsbild bleibt so erhalten, die wärmespeichernde Funktion der Steine kommt dem Wein zugute. Um die Ecke herum taucht dann - immer noch in der gleichen Weinbergslage Meißner Kapitelberg - der Untere Domprobstberg auf. Ein sehr gepflegter Weinberg. Oben tuckert ein Winzer mit seinem Minitrecker zwischen den Reben her und spritzt, ansonsten ist es ruhig hier.

Hölzerne Weinpresse
Hölzerne Weinpresse
Unten steht unter einem Holzdach die älteste und größte Holzpresse Sachsens: Gebaut zwischen 1750 und 1800, 1989 von Hobbywinzern vorm Wegwerfen gerettet, zehn Jahre später gundlegend saniert - heute eine Sehenswürdigkeit. An der Presse informiert ein Schild und nennt nette Zahlen: "1889 wurden unter anderem gekeltert zehneinhalb Eimer weißer Wein und vierundzwanzigeinhalb Eimer roter Wein (ein Eimer entsprach nach alter sächsischer Rechnung 67 Liter)." Mehr als doppelt so viel Rotwein als Weißwein!

Waldwanderweg
Waldwanderweg
Weiter geht's ein Stück durch schattigen und wohl riechenden Wald. Der Weg ist steinig wie man das von Römerstraßen kennt (also nur die Älteren werden sich erinnern...). Aber egal, denn das Ziel ist die Juchhöh. Hatte ein Aussichtspunkt je einen schöneren Namen? Wohl kaum. Und auch nur wenige Stellen geben schönere Blicke frei. Kein Wunder: Die Juchhöh ist mit 192 Metern über NormalNull der höchste Punkt des Spaargebirges - die Boselspitze liegt zehn Meter tiefer. Das Spaargebirge, durch das wir nun schon ein geraume Zeit wandern, ist das kleinste in Sachsen: drei Kilometer lang, 200 Meter breit. Niedlich!

Juchhöh
Juchhöh
Natürlich wächst hier auf dem Kapitelberg auch Wein - und nicht nur irgendeiner. Der Kapitelberg gilt als eine der besten Lagen in Sachsen. Es ist eine veritable Steillage, und wer hier Wein macht, ist ein glücklicher Mensch - denn der schmeckt! Von oben hat man einen schönen Blick über die Reben hinunter auf die Elbe - und mit ein wenig Glück tuckert sogar ein Dampfschiff dort lang: Romantik pur!

[Die Karte zur Wanderung]

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September 14, 2009

Weinwanderung von Meißen nach Sörnewitz (2)

Die Bosel entlang und manierlich herunter

Gästehaus Boselspitze
Gästehaus Boselspitze
Von der Juchhöh geht es noch ein wenig landschaftlich schön bergan Richtung Boselspitze. Wein- und Obstbau bestimmen das Bild - und einem Hinweisschild entnehme ich, dass die TU Dresen hier oben sogar einen Botanischen Garten betreibt. Auf dem Weg dahin entdecken wir ein Überbleibsel aus alten Zeiten: Das Gästehaus Boselspitze strahlt den Charme eines FDGB-Ferienheims aus, wir ließen es links liegen. Tatsächlich tobten hier hier seit 1962 im Ferienlager der VEB Braunkohleveredelung Lauchhammer bis zu 300 Kinder gleichzeitig herum. Seit 2002 ist das Gästehaus ein Familienbetrieb - vielleicht ja sogar ein guter mit freundlicher Bedienung. Aber irgendwie wirkt das Ensemble nicht einladend.

Winzerhäuschen Schwalbennest
Winzerhäuschen Schwalbennest
Etwas weiter sah es schon netter aus: Das Winzerhäuschen Schwalbennest im Weinberg der Weinkönigin sieht man auch von unten auf dem Weg nach (oder von) Meißen. Leider hatte die Weinkönigin gerade eine Schwalbe gemacht - wir hätten doch so gerne dort mit ihr ein Gläschen getrunken!

Apropos hätten: Den 200 Meter langen Wall hätten wir ohne Hinweisschild natürlich wieder nicht aussgemacht, aber so wissen wir nun, dass 1000 Jahre "vuZ" (vor unserer Zeit) bzw. "vZw" (vor der Zeitenwende) hier eine bronzezeitliche Siedlung Leben auf den Berg brachte. Über dieses "vuZ" kann ich nur immer wieder nur den Kopf schütteln - vor Christi Geburt (vChr) war für den offiziellen DDR-Sprachgebrauch einfach nicht denkbar. Nur gut, dass sie den Zeitpunkt nicht auch noch versetzt und den Nullpunkt auf Marxens Geburt oder die Oktoberrevolution gelegt haben...

Elbe Richtung Dresden
Elbe Richtung Dresden
Wir sind nun oben an der Boselspitze, und wie so oft: Dass das so ein imposant abbrechender Berg ist, merkt man hier oben gar nicht. Man kann - entsprechendes Wetter und korrekten Sonnenstand vorausgesetzt - weit sehen, das hat auch was. Aber um die Bosel einmal so richtig genießen zu können, muss man schon vom anderen Elbufer oder wenigstens vom Schiff aus gucken.

Auf der Boselspitzen gibt es die schon angekündigte Abteilung des Botanischen Gartens der TU Dresden, die im vergangenen Jahr recht leise ihr 100jähriges Bestehen feiern konnte: Im Dezember 1908 hatte der Landesverein Sächsischer Heimatschutz das Flurstück auf der Bosel gekauft - auf Empfehlung eines Prof. Drude, der sich mit den wärmeliebenden Pflanzengesellschaften Sachsens beschäftigte. Die TU Dresden übernahm 1948 den Boselgarten, der heute auf etwa 2.500 Quadratmetern 850 kultivierte Arten eine Heimat bietet - von denen 200 auf der Roten Liste Sachsens bedrohter Pflanzenarten stehen.

Weinfass
Weinfass
Im September ist der Garten natürlich nicht so spektakulär wie im Mai oder Juni, wenn hier alles blüht - wir müssen also nochmal wieder kommen und gehen vorerst weiter Richtung Sörnewitz an der Elbe. Anders als die schwangeren Jungfrauen wählen wir nicht den direkten Weg, sondern den durch den Wald. Unten angekommen begrüßen uns zwei Strohpuppen und laden zum Besuch der Besenwirtschaft Zum Winzerschoppen ein. Sie liegt - weiter oben! Wir also parallel zum gerade herunter gewanderten letzten Wegstück wieder hoch, aber nicht weit. Die Besenwirtschaft auf halber Höhe inmitten des Weinbergs hat von April bis November je nach Wetter- und Bedarfslage täglich außer montags ab zehn Uhr geöffnet - mit einer auf der Karte zu lesenden Einschränkung: Wenn der Winzer "unaufschiebbare Termine" hat, kann schon mal geschlossen sein...

Klingt gut und locker - und so ist es dann da oben auch. Der Winzer gibt bereitwillig Auskunft, will sich allerdings nicht wirklich festlegen: Als wir ihn fragten, was ER denn nun trinken würde, eierte er ein wenig herum. Nun denn, dann mussten wir eben selbst (für Müller-Thurgau, Kerner und Traminer) entscheiden ;-) Im Angebot sind Weine der Winzergenossenschaft - im Müller Thurgau seien auch Tropfen seiner Trauben drin. Das hat uns nun fast jeder der von uns im Laufe der Jahre angesteuerten Besenwirtschaftswinzer gesagt, und wenn ich das Prinzip richtig verstehe, ist es kein Wunder, dass ausgerechnet hier in Meißen 1796 der Herr Samuel Hahnemann die Homöopathie erfunden hat...

Ausgetrunken
Ausgetrunken
Sörnewitz ist tödlich für Weinwanderer - zu viele Winzer. Den Herrn Schabehorn haben wir uns aufgehoben, obwohl das Weingut am Fuße der Bosel durchaus einladend war. Bei ihm werden wir also demnächst die Fortsetzung der Weinwanderung beginnen... Unser Ziel liegt etwas mehr im Dorfinnern: Das Weinhaus Schuh ist wohl die beste Adresse in Sörnewitz. 1990 neu gegründet, Reben nur in Steillagen - wobei es beim Schuh auch Rotwein gibt: 43 Prozent der 4,5 ha sind mit Rotweinreben bepflanzt. Früh schon hat das Weinhaus Schuh auf Kundenkontakt gesetzt: Zum Weingut gehören eine Vinothek und ein Weincafé, und wer in Sörnewitz hängen bleibt: Gästezimmer gibt's auch...

[Die Karte zur Wanderung]

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September 17, 2009

Ein perfektes Team

Erfreuliche Erlebnisse mit Service und Küche im Winzerhof Golk

Winzerhof Golk
Winzerhof Golk
Dass man als Gast eines Winzerhofs trunken werden kann, ist naheliegend. Dass dieses aber auch ganz ohne Alkohol passiert, keineswegs. Beim Winzerhof Golk ging es uns aber so: Die Blicke von der Terrasse des Hauses in die sanfte rechtselbische Hügellandschaft Richtung Zadel machten schon vor der Bestellung besoffen. Wein gab's dennoch: Der Riesling in unserem Glas wuchs rechts vor uns im Golker Herrengarten – kein großer Wein, aber zum Essen sehr angenehm!

Die Karte ist erstaunlich groß für ein derart abgelegenes Gasthaus – aber irgendwie steckt System dahinter, und man entdeckt Überraschungen. Eine Seite nur Sauerbraten – aber eben nicht nur vom Rind, sondern auch vom Lamm, vom Wildschwein und vom Reh. Und eine Seite Essen vom heißen Stein – nicht außergewöhnlich, aber immer wieder sehr kommunikativ. Und zwischendurch Dinge, die man hierzulande eher selten antrifft, wie beispielsweise Merguez (scharfe Würstchen, ursprünglich aus dem Arabischen) und Kalbsnierchen. Geht das denn, in Deutschland, in Sachsen, in einem Winzerhof? Natürlich: Die Betreiber (es sind die gleichen wie im L'ami Fritz in Diesbar) kommen aus dem Elsass, und da gehören derlei Dinge zum guten Küchenton!

Wir entschieden uns für einen Sauerbraten (den vom Lamm) und die Nierchen als Hauptspeise. Vorab sollten eine Käsesuppe sowie ein Ragout Fin vom Kalb den größten Hunger stillen. Das war einerseits eine gute Idee, weil die Käsesuppe würzig war und dem schon arg säurebetonten Wein sehr schmeichelte und weil das Ragout Fin vorzüglichst bewies, wie dieses so oft als Dosenfutter verkommene Gericht schmecken kann – nämlich fein und pikant sowie kein bisschen nach Dose!

Andererseits war das mit den Vorspeisen eine schlechte Idee – denn die Portionen des Hauptgangs waren dermaßen gut bemessen, dass sie kaum zu schaffen waren. Da aber sowohl das Lamm als auch die Nieren so köstlich waren, mussten wir das Dessert abbestellen: Zum heißen Stein, der die Plinsen liefern sollte, deswegen hier kein Wort (aber was soll man da schon falsch machen?)! Aber natürlich noch Anmerkungen zu den Fleischgängen: Üppig voll waren die Teller – was der Optik schadet, aber nicht dem Geschmack. Der Lammsauerbraten zart und süß-säuerlich, die dazu gereichten Röstis offensichtlich hausgemacht. Und die Kalbsnierchen in Wermutsauce mit den hausgemachten Spätzle erkläre ich zum Geheimtipp für alle, die Innereien mögen: Perfekt gesäubert und gegart, pikant die Sauce. Ein Gericht ganz ohne Wermutstropfen!

Den Service (ein Mädel, ein Mann) kann man gar nicht genug loben: Zuvorkommend, freundlich, kommunikativ, locker, immer da. Als es dunkel wurde, brachten sie Kerzen. Als es kälter wurde, Decken. Als der Koch sah, dass es immer noch ein wenig duster am Nebentisch war, brachte er Extra-Licht. Und als wir zahlen wollten, gab es Trester vom Gewürztraminer aus dem Elsass. Ein perfektes Team!

Winzerhof Golk

Zum Forsthaus 7
01665 Diera-Zehren

Tel.: 03 521 - 73 88 35
Fax: 03 521 - 71 91 52

geöffnet
Montag-Freitag ab 17.00 Uhr
Sa/So/Feiertags ab 11.00 Uhr

[Beitrag zuerst erschienen am 17. September 2009 in PluSZ, Beilage zur Sächsischen Zeitung]

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September 24, 2009

Geschichten aus Sardinien (13)

Von Cala Ganone nach Oliena

Der Weg ist das Ziel. Also wählten wir für den ersten Quartierwechsel die Ost-West-Durchquerung der Insel mit Umwegen. Wie immer, wenn der Weg das Ziel ist, gestaltet sich das hin und wieder als eine Art Fahrt ins Blaue, wenn nicht sogar ins Blauäugige.

Der Anfang der Querung kann als bekannt vorausgesetzt werden - man kommt ja nur auf einem halbwegs schnellen Weg fort von Cala Gonone. Ein letztes Mal also fahren wir bergauf, dann durch das immer noch nicht attraktivere Dorgali, gönnen uns einen Blick - nein zwei: einen nach links, einen nach rechts - auf den Lago del Cedrino und biegen dann schwungvoll von der SP38 ab in Richtung Oliena. Der erste Zwischenstopp sollte die Quelle Su Gologone sein, deren Wasser man getrunken haben soll - weswegen wir eigens leere Flaschen mitgenommen hatten.

Su Gologone
Su Gologone
Auf dem Weg zur Quelle Su Gologone legten wir einen Spontanstopp an einem Olivenhain ein, wobei die Auswertung der Fotos später ergab, dass es da zwar schön, aber nicht berauschend war. An der Quelle selbst muss man das etwas differenzierter sehen! Das Gelände ist touristisch voll erschlossen - was eine nette Umschreibung für: Zäune drumherum, Kassenhaus und möglicherweise Tourirummel ist. Und nun die gute Nachricht: Es gab keine Touristen außer uns. Also zahlten wir gerne, nachdem die Kassiererin sich vom Espresso in der Bar nebenan getrennt hatte, unsere zwei Euro Eintritt und liefen die Wege, die an Wochenenden wohl Tausende abtippeln.

Nostra Signora della Pieta
Nostra Signora della Pieta
Schön ist es dennoch! Es gibt: eine kleine Kirche "Nostra Signora della Pieta", die schlicht und doch ganz reizvoll einen Hügel dominiert. Es gibt weiterhin Wege zur Quelle und solche von ihr fort. Einige sind mit Nachrichten verziert, die sinnige Wege-Architekten aus Muschelschalen gestaltet haben ("Benvenuti a Su Gologoine") - was für eine Überraschung! Und dann ist da natürlich diese Quelle, deren klares Wasser aus dem Fels sprudelt und unten wunderbarer Weise traumhaft grün und klar einen See bildet. Schön schön. Da macht es auch nichts, dass die Leute sich hier, wie an so vielen anderen Orten mit Wasser auf dieser Erde, sich ihres Kleingelds entledigen und glauben, irgendetwas Gutes davon zu haben.

Unterhalb der Quelle staut sich das Wasser zu einem See, und nur etwas weiter ist ein Pumpenhaus zu bewundern. Wenn das geschlossen ist, pumpt die elektrische Pumpe von dort Wasser hoch zu einer Wasserentnahmestelle oben auf dem Parkplatz: Wasser aus Su Gologone! Nun stand aber das Pumpenhaus weit offen, zwei Männer arbeiteten drinnen - und uns schwante Übles. Genau: Weil unten die Pumpe nicht ging, gab's oben kein Quellwasser. Na prima!

Eine Frage der Generationen
Eine Frage der Generationen
Wir also wasserlos nach Oliena. Die machen dort einen hervorragenden Rotwein, aber die Stadt ist befremdlich. Autos brettern wie verrückt durch die Straßen, Häuser verfallen, Bars oder gar Ristorantes gibt es nicht (oder es gibt sie, aber wir haben sie nicht gefunden). Wenig Fußgänger trauen sich auf die Straßen, laufen vorbei an so wunderbaren Etablissements wie der Luxusunterkunft Santa Maria, die mit einem Gitter vor Gästen gesichert ist, passieren Wände mit Wahl-Sudokus und erfreuen uns an hübsch gemalten Sprüchen, die vor knapp 200 Jahren verfasst wurden und vom Fremdenverkehrsverein vor einem Jahr zur Verschönerung der Stadt an allerlei Mauern aufgebracht wurden. Mangels ausreichender Sprachkenntnisse erschloss sich uns die Schönheit der Sprüche nicht vollends, was vielleicht sehr bedauerlich ist, eventuell aber auch eine Wohltat. Wer weiß?

Wahlvorbereitung
Wahlvorbereitung
Etwas oberhalb der Stadt gibt es einen unschuldig schönen Ausblick auf die Umgebung, die so aus der Ferne ganz nett ausschaut. Rote Dächer, Backsteine hier, geputzte Mauern dort. Hin und wieder Wassertanks auf den Dächern, und sogar die eine oder andere Solarzelle. Je weiter die Blicke schweifen, desto harmonischer wirkt Oliena. Doch dann sehe ich runter in den Garten direkt vor uns. Dort rosten zwei Autos still vor sich hin. Oliena bleibt sich treu...

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September 25, 2009

Geschichten aus Sardinien (14)

Keine Banditen in Orgosolo

Kulturlandschaft
Kulturlandschaft
Das Schönste an Oliena ist die Landschaft nach der Ortsausfahrt. Leicht hügelig, Weinstöcke, Olivenhaine, kaum Autos unterwegs auf hervorragenden Straßen - so macht das Reisen Spaß. Das Ziel ist Orgosolo, die Banditenstadt. Es gibt da eine ganz bezaubernd-gruselige Mär und einen Film von Vittorio de Seta, Banditi a Orgosolo. Berühmt ist Orgosolo aber für seine Wandmalereien, die Murales. Aber fast mehr noch als die Wandmalereien interessierte uns, ob es dort etwas zu essen geben könnte, nach dem Restaurantdesaster in Oliena.

Bandit am Straßenrand
Bandit am Straßenrand
Kurz vor dem Ort geht das mit den Furcht erregenden Darstellungen schon los. Unser Wanderfohrer hatte uns in seinem Rundumwissenkompendium (Eberhard Fohrer, Sardinien, S. 618) wissen lassen: "Die meisten neugierigen Touristen fahren .. mit gemischten Gefühlen in das Bergdorf. Einen gewissen Druck in der Magengegend werden die wenigsten los", wegen der Banditen und so. Unsere Gefühle waren nicht gemischt, und der einzige Druck in der Magengegend kam vom Hungergefühl - aber als da drei Kurven vor dem Ort plötzlich ein feister grimmig dreinschauender blauäugiger Bandit uns mitten in einer Kehrtwende auflauert, wird's uns plötzlich doch sehr komisch im Bauch. Tapfer ergreifen wir nicht die Flucht, sondern halten an: Ich bremse auch für Banditen! Zumal wenn sie aus Stein und lustig angemalt sind sowie hinter der Leitplanke im Gras liegen.

Supramonte
Supramonte
Wir schossen aus beiden Kameras und machten uns danach von hinnen, Orgosolo zu besichtigen. Das Dorf machte beim ersten Durchfahren einen unspektakulären Eindruck auf uns - und wir waren schnell wieder draußen, allerdings an einem netten Aussichtsplatz, der eigens für durchrauschende Touristen angelegt zu sein scheint. Von hier aus hat man eine wunderbare Fernsicht ins Supramonte-Massiv - so lange man wirklich in die Ferne sieht. Ein Blick nach unten offenbart ein riesiges Loch, in dem kleine Laster herumkutschieren (also in Wirklichkeit sind sie natürlich groß, aber sie sehen von hier oben klein aus, das kennt man ja). Und noch näher dran erinnert eine rammelige Hütte mit einem vor sich hin rostenden Auto an Oliena.

Zurück im Dorf (Orgosolo hat so um die viereinhalbtausend Einwohner), in dem sich die Einheimischen am Marktplatz gegenüber der Kirche friedlich um einen Broilerwagen versammeln, um dort käuflich ein halbes Hähnchen zu erwerben. Ja bin ich denn in Dresden? Sieben Euro sollte der gegrillte Gockel kosten - wir fanden das sehr unromantisch und beschlossen, erst einmal die Murales zu besichtigen. Es gibt in der Tat viel zu sehen - aber ob das, was da nach 1975 so nach und nach entstand, nun mehr Ausdruck irgendwelcher Proteste sein soll oder nur touristische Anmache? Von der künstlerischen Qualität ganz zu schweigen, aber über Kunst kann man ja immer trefflich streiten.

Banditi a Orgosolo
Banditi a Orgosolo
Irgendwo habe ich gelesen, dass die Wandmalereien quasi ein therapeutisches Abarbeiten räumütiger Banditen seien - aber das glaube ich nicht. Denn die Banditen haben einerseits eine lange Tradition in der Gegend - aber dank so famoser Erfindungen wie der Blutrache hat sich ja auch andernorts schon aus einer bier- oder weinseligen Frozzelei ein generationenlanger messerscharfer Streit zwischen Familien entwickelt. Nicht witzig, aber Realität - und meistens mittlerweile auch überwunden. Vittorio de Setas Film über die Banditen von Orgosolo aus dem Jahr 1961 greift diese Aspekte der Geschichte auf - mit Laiendarstellern und beeindruckenden Bildern.

Murales a Orgosolo
Murales a Orgosolo
Die Murales, die es andernorts auch noch (und nicht mal schlechter, im Gegenteil) gibt, nahmen in Orgosolo 1975 ihren Anfang: Der aus Siena stammende Kunstlehrer Francesco Del Casino initiierte die Aktion - er war Lehrer in Orgosolo und brachte anlässlich der Feiern zur 30jährigen Befreiung vom Faschismus in Italien mit seinen Schülern Politisches auf die Wände. Irgendwannn ging der Künstler heim in die Toskana und die Leute von Orogosolo machten zunehmend folkloristischer weiter. Langfristig ist es eh besser, auf sanften Banditismus zu machen und den Leuten das Geld legal aus der Tasche zu ziehen: Touristen willkommen! Auf Wunsch mit inszeniertem Busüberfall und dem Rest all-inclusive.

Womit wir beim Lieblings-Thema Essen und Trinken wären. In Ermangelung anderer geöffneter Lokalitäten versammelten sich alle Tagestouristen gleich hinterm Broilerwagen, pardon: der mobilen Rosticceria da Tonino in eher rüder Atmosphäre am Caffé Dandana. Die Außenplätze waren fest in deutscher Hand: Ein Motorradclan aus dem Bergischen Land und Köln versorgte alle mit rheinisch-bergischer Frohnaturlaune und den neuesten Geschichten des Beinahe-Unfalls eines Mitfahrers, dann gab es noch ein junges verliebtes und ein altes fotografierendes Paar. Dazwischen wir (nicht mehr jung, noch nicht alt, aber auch verliebt und fotografierend). Zu essen gab es Nudeln aus der Vakuumverpackung, wie man sie im ganzen Land so bekommt. Convenience ist ein sehr schmeichelndes Wort, aber Schlechtes muss nicht billig sein. Dafür waren die beiden Mädels, die den Laden schmissen, sehr aufgeregt, nett und zuvorkommend, wenn auch ein wenig überfordert. Aber immerhin gab es ordentlichen Hauswein vom Fass - wir ließen, weil wir ja nur nippen konnten in der Mittagspause, uns gleich mal eine Literflasche abzapfen und genossen die dann nach unserer Ankunft in Bosa...

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September 27, 2009

Geschichten aus Sardinien (15)

Bosa

Kreuzfahrer auf demTemo
Kreuzfahrer auf demTemo
Bosa ist eine nette Kleinstadt mit etwa 8.000 Einwohnern im nördlichen Westen der Insel. Bosa liegt nicht direkt am Meer, denn die Stadt gönnt sich den Luxus eines Flusses - des einzig schiffbaren Flusses der Insel, wie man überall lesen kann. Der Temo bietet sich nachgeradezu für Kreuzfahrten an! Wenn wir auf dem Balkon unserer Ferienwohnung mit Blick auf den Fluss sitzen, hört man das Gejohle der Schulklassen und teilt die Freude der sardischen Kinder am Erlebnis einer Flussfahrt. Ach, ich vergaß zu erwähnen: Der Temo ist ungefähr zehn Kilometer weit ins Landesinnere schiffbar, aber nur die letzten fünf können genutzt werden: eine eingefallene Römerbrücke verhindert weiteres Flussaufkommen. Die Bootstour, die zum Jubeln führt, beginnt am Hafen von Bosa, der etwa zwei Kilometer von der Mündung entfernt ist. Ein kurzes Vergnügen!

Gerberhäuser
Gerberhäuser
Der Temo hat dennoch großen Einfluss (in dem Wort steckt der Fluss ja schon drin!) auf die Stadt, die sich hauptsächlich am rechten Ufer ausdehnt. Gegenüber steht eine Reihe von Gerberhäusern, die halb dem Verfall preisgegeben ist und halb renoviert. Die Gerberei ist ein harter Job, und wohlriechend ist das Gewerbe auch nicht - weswegen Gerber immer gerne "am anderen Ufer" zu arbeiten hatten (das war in London oder Görlitz so, das war in Bosa so). 1834 hat es noch 28 Gerbereien in Bosa gegeben - 1960 schloss die letzte, die von Sanna Mocci. Warum allerdings heute die Anfang des 19. Jahrhunderts gebauten schnuckeligen Gerberhäuser von "Sas Conzas" direkt am Fluss vor sich hin verfallen und (O-Ton Barbara Branscheid im Baedecker Sardinien) allenfalls "morbiden Charme" ausstrahlen, ist mir ein Rätsel: Allerbeste Lage mit Blick auf die Altstadt!

Boot
Boot
Vor allem in den Spätnachmittagsstunden (zumindest im Mai...) leuchtet ein ganz bezauberndes Licht auf Bosa. Wir stehen an den Gerberhäusern, denn das erste in der Reihe beherbergt einen dieser tollen Supermärkte, in denen man noch richtig bedient wird an den Theken für Brot, Aufschnitt, Käse, Fleisch, Fisch und Gemüse. Der Fluss ist relativ breit und fließt gemächlich und ruhig dem Meer entgegen. Am gegenüberliegenden Ufer dümpeln kleine Boote vor sich hin. Das Kreuzfahrschiff ist dabei, einigen Fischkutterchen, manchmal auch deutlich nicht mehr fluss- oder gar seetüchtige Seelenverkäufer.

Palmenpromenade
Palmenpromenade
Die Uferpromenade ist von Palmen gesäumt, was nicht nur gut aussieht, sondern nachgeradezu zum Flanieren einlädt. Allerdings sorgt direkt neben der Palmenpromenade eine viel befahrene Straße für Lärm und Gestank, was vielleicht auch die weitgehende Abwesenheit von Straßencafés hier erklärt. Die einzige Gelegenheit einiger freier Tische vor dem Ristorantino Enoteca Verde Fiume wurde uns vermiest, weil der Kellner uns mit einem schnöseligen "Wir sind ein Restaurant!" klar machte, dass wir uns keinesfalls nur auf einen Wein dort niederlassen könnten. Sein Pech: Wer uns so anmacht (obwohl alles leer war!), kann mit uns auch nicht als Abendessensgast rechnen.

Ponte Vecchia
Ponte Vecchia
Wir stehen immer noch bei den alten Gerberei-Häusern und sehen nun ein wenig nach rechts. Dort überquert eine steinerne Bogenbrücke den Temo. Die Ponte Vecchio ist alt und schmal, so dass der Verkehr immer nur einspurig hin- oder herüber gelassen wird. Sie führt direkt auf die Kathedrale von Bosa zu, deren eigentliche Größe man am besten von weit weg erlebt - oder von innen, denn die Kathedrale dell'Immacolata fügt sich in das enge Bosa mit seinen schmalen Gassen ein. Hochgucken lohnt, wenn man drinnen ist, denn das prächtige Deckengemälde und die sehenswerte Orgelempore gehören zu den Besonderheiten des weitgehend barocken Baus.

Hinter Fluss-Palmenpromenade-Straße beginnt die Altstadt von Bosa, und die ist nun wirklich durchlaufenswert...

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