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March 1st, 2009

Apulische Augenblicke (24)

SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSssssssttttttttttttttttttttttt

Chairs with a view
Chairs with a view
Strandtag in Vieste – eigentlich eine eher ruhige Angelegenheit. Der Strand ist lang, die Zahl der Touristen und Einheimischen hält sich in Grenzen. So ein Ausruhtag ohne besondere Ereignisse muss auch mal sein! Linker Hand sieht man den Felssporn, auf dem das alte Vieste erbaut ist. So ganz beruhigt können die Anwohner der Häuser an der Felskante nicht schlafen, denn das Meer knabbert immer noch am Felsen. Sagen wir so: Es ist extrem unsicher dort - aber schön!

Dem Meer entstiegen
Dem Meer entstiegen
Das Wasser ist klar und blau, der Strand hat reichlich vom gelben Sand: ohne die Sommertouristen ist das richtig schön - und nicht mal gefährlich. Sylke nimmt ein Bad, ich sehe einem Angestellten zu, wie er Landesflaggen hisst. Er macht das nicht ohne Grund: Heute ist für Vieste nämlich ein großer Tag, der Giro d'Italia kommt auf seiner 6. Etappe von Potenza nach Peschici hier durch. Es ist die längste Tour des Giro, und sie wurde (nach Protesten der Fahrer) schon um 33 Kilometer verkürzt. Geblieben sind aber immer noch 232 Kilometer - nicht schlecht, Herr Specht!

Giro d'Italia
Giro d'Italia
Die Stadt hat ein Halteverbot ausgesprochen und ist ab Mittag für den Verkehr komplett gesperrt. Es regt sich aber keiner drüber auf - man ist wohl eher ein wenig stolz, dass das sportliche Großereignis Vieste berührt. Viele gaaaanz wichtige Menschen laufen herum, darunter gehetzt wirkende Hilfspolizisten, die Absperrflatterbänder entlang Einfahrten und Einmündungen von Nebenstraßen spannten – Straße frei für die Radler.

Doch bevor die kommen, inspizierten erst einmal fette Polizisten auf gemütlichen Motorrädern mit Blaulicht den Weg. Wir hatten es uns, angesteckt von der Betriebsamkeit, im Garten des Restaurants oberhalb des Strandplatzes bei einem Glas Wein gemütlich gemacht. Nebenan äugte ein Paar aus Bayern immer mal wieder auf die Straße. Nichts passierte.

Doch dann plötzlich: "Sie kommen! Sie kommen!" Mit "Sie" waren aber keineswegs die Radfahrer gemeint, sondern die viel wichtigeren Sponsoren in ihren schnellen Autos, die sich – wozu ist schließlich jeglicher anderer Verkehr gesperrt? - im Autobahntempo auf die Stadt zu bewegten. Jede Menge Promotionswagen bieten irgendwas für drei und noch etwas mehr für zehn Euro an – ich habe nicht verstanden was, aber sie rauschten alle vorbei und waren ganz bestimmt wichtig.

Dann erst einmal wieder nichts. Zeit für ein Gespräch mit den Bayern. Sie wohnen - aus unserer Sicht - hinter Vieste im Wohnwagen auf einem der zahlreichen Campingplatz und sind - sehr stilsicher an so einem Tag! - mit dem Rad zum Strand gekommen. Außerdem trinken sie auch gerne Wein und haben einen Geheimtipp, nämlich einen Hersteller mit gutem und günstigen Wein (genau: das ist der in der vorigen Folge beschriebene - ich habe mal die Chronologie ein wenig geändert, so kommt's raus).

"Sie kommen! Sie kommen!" Dieses Mal sind sie es wirklich. Man erkennt die Spitzengruppe des Giro am Hubschrauber dicht über der Straße, aus dem heraus gefilmt wird. Oben geht es also hubschrabschrabschrabschrab und unten macht es
SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSssssssttttttttttttttttttttttt. Und dann sind sie vorbei.

Wieder nichts, dann wieder wichtige schnelle Autos, Blaulicht, nichts und dann das Hauptfeld. Und das war's. Die neuen Bekannten schwingen sich aufs rad und machen gemächlich los gen Feriendomizil. Ohne Blaulicht vorweg und ohne ssssttt. Aber mit der Gewissheit, dass zu Hause ein nettes Glas Rotwein wartet.

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March 4, 2009

Apulische Augenblicke (25)

Von Surfern und Bierhäusern

Liebes Tagebuch!

PittiPlatsch
PittiPlatsch
Heute waren wir am Strand mit den vielen Surfern. Punta Lunga heißt das da, und es gibt Campingplätze en masse, gefährlich viel drahtige Italiener und obendrein eine Menge Bayern, die den ungleichen Kampf mit den Naturgewalten Wasser und Wind aufnehmen wollen. Meistens verloren sie: Es lagen weitaus mehr Surfbretter am Strand und Menschen neben ihren glitschigen Brettern im Wasser als für ein chices Coverfoto gut gewesen wäre. Außerdem schien die Sonne mal wieder kein bisschen, zudem wehte nur ein recht lauer Wind. Und dann auch noch aus der falschen Richtung! Uns war das egal, denn wir liefen nur voyeuristisch den Strand entlang und kamen ohne körperfigurbetonenden Neoprenanzug aus, was vielleicht auch besser so war...

Landestypisches Restaurant
Landestypisches Restaurant
Bayern in Apulien klingt gewöhnungsbedürftig, ist aber offensichtlich sowas von selbstverständlich, dass man auf alles gefasst sein muss. Zum Beispiel auf ein bayerisches Tupferl etwas landeinwärts: Da steht ein Beergarden mit Hofbräu-Bier vom Fass. Da geht unsereins (Weintrinker/in und nicht aus Bayern) doch freiwillig nie rein! Wir taten's dennoch, tapfere Tester im Namen aller nach uns Reisenden – und waren begeistert. Hausgemachtes Brot aus dem Pizza-Ofen, Bio-Olivenöl, gefüllte Artischocken (würzige Brot-Ei-Mischung), vorzüglicher frischer Barsch vom Grill, der (endlich einmal!) nicht nach Holzkohlengrill schmeckte, obwohl die knusprige Haut über dem saftigen Fleisch schon ordentlich Hitze abbekommen hatte. Pane Pomodore als Spezialität erschloss sich uns nicht wirklich als (wie von der Chefin angesagt) etwas Besonderes, aber die Maulbeeren aus dem Garten, mit grünen Blättern geschützt und von Tisch zu Tisch wandernd, waren eine kostenlos gereichte Leckerei zum Abschluss – und der Lorbeerschnaps nach dem Bezahlen hatte es auch in sich.

Am Nachmittag füllte sich das Haus: Lauter total coole Italiener fuhren vor (und parkten uns beinahe zu), alle mit total coolen Klamotten und supercoolen Sonnenbrillen, die sie aber im dunklen Haus abnehmen konnten. Sie kamen, um gemeinschaftlich das Fußballspiel Rom gegen Mailand zu sehen. Der Wirt musste mitgucken, weswegen der Caffee von einer Tittenbraut serviert wurde,die zuvor am Gästetisch saß. (Ich bitte das zweite durch Kursivdruck zurückgenommene Wort zu entschuldigen, aber die Dame hing schon sehr betont an ihrem Busen und betonte die üppige Macht noch durch ein rotes Herz im sonst enganliegenden schwarzen Dress. Und ja: ich habe ein Bild, aber nein: ich werde es nicht zeigen ;-)

Und nun noch die Geschichte, warum im Gargano ausgerechnet Hofbräu gezapft wird.

Der Wirt ist hier in der Gegend geboren, aufgewachsen aber in Mailand. Als er ins wehrpflichtige Alter kam, zog er es vor, auch der erweiterten Heimat vorübergehend ade zu sagen („die Hippiezeit!“ grinst seine Frau, als sie es uns erzählt) – und es verschlug ihn nach England, wo er sie kennen lernte. Beide waren, wenn ich das richtig verstanden habe, noch acht oder neun Jahre gemeinsam in München, bevor er sich wieder nach Italien trauen konnte. Hier betreiben die beiden nun den Beergarden – mit Bier aus München, „weil wir ein Bier vom Fass ausschänken wollten, das auch schmeckt!“ Im Winter besteht die Kundschaft nahezu ausschließlich aus „den Jungs aus Vieste“, die nun hier Fußball gucken. Im Sommer wagt man den Spagat mit den Touristen, die die nahe gelegenen Campingplätze massig anspülen. Chef und Chefin sprechen deutsch, englisch und italienisch, und sie führen ihr Restaurant nach dem Motto „das Beste aus den drei Kulturen“.

Wetten, dass wir am nächsten Abend noch einmal da waren?

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March 9, 2009

Apulische Augenblicke (26)

Die kleine Grottentour

Die kleine Grottentour
Die kleine Grottentour
Weil es so kalt sei, erklärte die Dame in der Biglietteria von di Maso & Figlio in einem deutsch-englisch-italienischem Sprachgemisch, habe man den Badestopp aus der Tour gestrichen und fahre eine halbe Stunde später ab, komme dafür aber auch schon eine halbe Stunde früher zurück. Am Preis freilich hatte man nichts geändert: 13 Euro pro Person für faktisch dann eineinhalb statt drei Stunden, denn es ging noch schneller zurück als angekündigt. Und der Bootsführer, da bin ich mir sicher, ist auch nicht die volle Tour gefahren, denn der Grottenplan der Kommune und die einschlägige Literatur verweisen auf deutlich mehr, als wir gesehen haben.

All People on Board
All People on Board
Was soll's, trotz garganischem Wetter (mit blauem Himmel und Sonne beginnen und dann schlagartig eintrüben zu apulischem Grau in Grau) hat die Tour sich gelohnt. Auch wenn wir anfangs argwöhnten, allein mitfahren zu wollen, waren letztendlich etwa 40 Leute an Bord, woraus man einen guten Stundenlohn für den Skipper ausrechnen kann. Wir saßen ganz hinten: Eine gute Wahl zum Fotografieren (weil ja nach hinten immer freie Sicht ist), eine windige Angelegenheit bei voller Geschwindigkeit des Bootes.

Vieste - Leuchtturm Seeseite
Vieste - Leuchtturm Seeseite
Schon der Beginn der Tour ist bemerkenswert: Man sieht kurz nach der Ausfahrt aus dem Hafen den Leuchtturm, der ja bei geschickter Motivwahl in Vieste nahezu immer auf dem Bild ist, von der anderen Seite. So, wie ihn vom offenen Wasser kommende richtige Fischer, Kreuzfahrtensenioren oder Entdecker sehen: Mit der Aufschrift "Vieste" - damit man weiß, wo man ist! Ebenso spektakulär und ungewohnt ist die Ansicht auf den Felssporn von Vieste, die man nach einem Rechtsschwenk des Bootes genießen kann. Der Skipper, ein eher lustlos drein blickender Italo-Macho mit Sonnenbrille, entpuppte sich als netter Ansager mit einem Hang zum beschleunigten Feierabend - "aber egal", wie Sylke sagen würde...

Trabucco
Trabucco
Die Kalkstein-Küste bietet vom Meer einen grandiosen Anblick, mit bizarren Formen und (wenn die Sonne scheint, wie es ja sein sollte) einem prächtigen Farbenspiel von weiß über alle Schattierungen des Gelben bis hin zu nahezu schwarzen Streifen. Gerne hat das Wasser auch Höhlen in den Fels gefressen, und die Menschen haben dem Drang nachgegeben, diesen Grotten Namen zu geben. Oh Mann, wenn das Wetter nicht langsam ungemütlicher geworden wäre, hätte das richtig Spaß gemacht und Stoff für eine Geschichte gegeben: Die Höhle der zwei Augen! Die Grotte der Sirenen! Die der Schlange, die der Fledermäuse, der Schmuggler - wenn jemand Stoff für einen Roman sucht, hat er hier schon mal ein paar Locations.

Grotta Campana Grande
Grotta Campana Grande
Manchmal fährt dieser Wahnsinnstypi mit der Sonnenbrille auch in so eine Grotte hinein, und die 40 Leute im Boot stehen dann alle auf und machen Bilder. Lustig, wie es da aus den kleinen Kameras herausblitzt! Vor allem das Fotografieren 20 Meter entfernter Höhlendecken mit Blitz kommt gut - so wie das des Mondes, in etwa. Ob mit oder ohne Foto: Was die Natur da so hingezaubert hat, ist schon beachtlich. Aaaahhh! und Ooooohhhhh! sind garantiert, und wie so oft hätte ich jetzt gerne einen Fachmann (oder eine Fachfrau) dabei gehabt, um diese Phänomene mit eine wenig fundiertem Wissen zu erklären. So blieb's beim rein optischen Genuss.

Spitzfindige Bezeichnungen...
Spitzfindige Bezeichnungen...
Wir passieren einen Punkt, der Testa del Gargano, der Kopf des Gargano, genannt wird. Unser Bootsführer erklärte: Der sieht aus wie ein Spitz. Naja, aus einer Position und mit einiger Phantasie kann man das durchgehen lassen. Wir sind auch noch an der "Tomate" vorbei gefahren, aber das habe ich nun gar nicht verstanden. Wie eingangs schon erwähnt: Das Wetter wandelte sich zum Miesen, das Boot drehte (wie ich denke: früher als geplant) um und brachte uns schnell zurück. Wahrscheinlich hatte unser Bootsfahrer es eilig, seinen Caffee in der Hafenbar zu bekommen. Aber, ätsch, die hatte zu.

Alle Apulischen Augenblicke

Karte mit Ortsmarken und der Reiseroute

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March 23, 2009

Zu den Märzenbechern im Polenztal

Märzenbecher
Märzenbecher
Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt. Aber was passiert im Märzen, wenn es kaum noch Bauern, geschweige denn Rösslein gibt? Dann muss man auf ins Polenztal!

Wo bitte ist denn das? Im Osten! Zwischen Langburkersdorf und Porschdorf - zwei Orte, die man beide nicht kennen muss, auch wenn es dort eigentlich ganz hübsch ist. Die Polenz gibt dem Tal den Namen - und eine biologische Besonderheit gibt ihm den Ruhm, zumindest unter Fachleuten und unter Sachsen, die sich da natürlich auskennen: Der Märzenbecher.

Märzenbecher
Märzenbecher
Märzenbecher sind was Seltenes, und wer sie in seiner Gegen hat, wähnt sich offensichtlich gleich als Sieger: "Eines der größten Vorkommen in Deutschland dieser streng geschützten Pflanze ist der Leipziger Auwald (Stadtwald)", schreibt die Wikipedia und fährt fort: "Größere natürliche Vorkommen wildwachsender Märzenbecher innerhalb Deutschlands finden sich auch im Polenztal der Sächsischen Schweiz zwischen Polenz und Hohnstein, am Schweineberg im Stadtforst Hameln, bei Haina (Grabfeld) sowie am Nordabhang der Fränkischen Alb bei Ettenstatt in Bayern."

Das Schild am Eingang zur Märzenbechergegend im Oberen Polenztal ist älteren Datums, wie man an der überschriebenen Staatszugehörigkeit sieht (wo heute "in der BRD" hieß es früher "in der DDR"). Auf dem Schild ist vom "größten Wildvorkommen" Sachsens die Rede - und ich frage mich, ob die Märzenbecher im wunderbaren Leipziger Auenwald zahm sind...

Russigmühle
Russigmühle
Apropos Eingang zur Märzenbechergegend: Deren gibt es zwei, die jeweils auch Ausgänge sind - je nachdem wo man anfängt und aufhört. Wir kamen von der Russigmühle etwas stromab der Polenz. Dort galt es ein paar hübsche Fotos des bestens restaurierten Hauses (1848 gebaut, steht über dem Eingang) zu machen und einen Schatz zu heben. Ersteres wegen der gerade korrekt im richtigen Winkel stehenden Sonne am Anfang der Tour, letzteres am Ende: Geocacher haben's nicht so mit vorbei laufenden Spaziergängern. Doch zu Muggeln und Schätzen später mehr.

Da lang
Da lang
An der Heeselichtmühle - laut Sandsteinrelief neueren Datums von 1561 - warnt ein Schild lieb vor dem Hund. Die alte Mühle ist in Privatbesitz, der Wanderweg führt quer übers Grundstück - da braucht man gute Nerven! Selbst der Hund scheint kapituliert zu haben vor den Menschenmengen - oder er ist heiser vom vielen Besucher melden: gesehen haben wir ihn nicht. Ansonsten ist das ein Haus, an dem immer gewerkelt wird - und sie vermieten Zimmer. Hübsche Lage, aber tagsüber lauter Menschen am Wochenende vor der Tür...

Die Polenz kommt einem munter plätschernd entgegen - nahezu auf Augenhöhe. Märzenbecher sieht man hier kaum - die kommen später. Dann und wann tauchen sie allerdings auf, zum Beispiel in kleinen Brachen zwischen Ästen und Zweigen: das ist die richtige Umgebung für die Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum). Am Wegesrand gibt es aber nicht nur Blumen, sondern auch Rost: Mit Freuden entdeckte ich den Bus, der bereits vor zwei Jahren an der Scheibenmühle vor sich hin rostete. Wie schön, dass es Konstanten im Leben gibt! Die Scheibenmühle ist mittlerweile im eher rüden Stil bewirtschaftet, falls das jemanden interessiert - wir waren nicht drin.

Märzenbecher-Wiese
Märzenbecher-Wiese
Direkt hinter der Scheibenmühle gibt es dann die ersten größeren Märzenbecher-Teppiche. Um die Mittagszeit liegen sie im Schatten, wir sind auf dem Rückweg eigens nochmal hierhin, um sie im Sonnenlicht zu erwischen. Die naturgeschüzten Märzenbecher stehen nämlich am liebsten auf Wiesen, die man aus gutem Grund nicht betreten darf. Hier gab's kein Schild, keine Absperrung und am Rand genug Platz, um sich heranzupirschen, ohne etwas zu zerlatschen. Sylke, die sich für Blumen schon mal flach auf den Boden legt, fand sogar dafür Platz - und wo es zu eng für den flachen Bauchklatscher war, gab Curly die hockende Grazie.

Der Wanderweg verlässt die Flussebene und geht ein wenig in die Höhe, so dass man auf die sich durchs Tal schlängelnde Polenz sehen kann. Muntere Bächlein kommen vom Berg herab, was den Weg manchmal etwas pitschepatschig macht - die meisten Menschen hier wissen das und verzichten auf Stöckelschuhe - und für die ganz verrückten Touristen aus der großen Stadt ist es ja noch nicht die Jahreszeit.

Kleiner Fluss mit großer Schleife
Kleiner Fluss mit großer Schle…
Wenn die Polenz in Schleifen wie die große Schwester Elbe durch die Gegend plätschert, dann gibt es zwangsläufig immer mal wieder einen Richtungswechsel- Beim kalten Märzwetter sind das temporäre Temperaturwechselbäder: In der Sonne ist es schön warm (Jacke auf), im Schatten empfindlich kalt (Jacke zu). Das klingt gemein, aber eigentlich hat die Natur ja doch einen großen und guten Plan, denn während auf der (märzenbecherfreien) Wiese am Waldesrand die Menschen in der Sonne sitzen, lugen auf der (menschenfreien) Aue im Schatten des Waldes die Märzenbecher aus den letzten Schneeresten.

Betreten verboten
Betreten verboten
Kurz vor der Bockmühle kommt das das größte zusammenhängende Märzenbecherareal. Hier wurden wir vor zwei Jahren von einer pensionierten Oberlehrerin angerungst, wiel wir uns zu dritt mit unseren Kameras den zierlichen Naturgeschützten von der Seite her genähert hatten (vgl. Originalbeitrag). In diesem Jahr verwiesen die Eulen der Naturschutzbehör.de darauf, dass das Betreten der Wiese verboten sei - was wir natürlich respektierten. Offensichtlich sind hunderte behende über die Auen hupfende Fotografen im Ergebnis dann doch eher einer Trampeltierherde gleich zu setzen...

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