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August 2nd, 2007

100

100
100
Am 17. Juni kurz nach sechs am Abend schrieb mir Carsten, dass er nun vom Zensurverein zu Ipernity gewechselt sei: "Also mir gefällt Ipernity bisher am besten." Nachdem wir (der und die und der und die und der und die) einen Nachmittag lang bei Spargel und Mousse sowieso über das Thema geredet hatten, ging dann alles Schlag auf Schlag: Mittlerweile sind die intimsten der intimen Dresdner hier versammelt, und zwar, wenn ich das richtig sehe, konsequent umgezogen und nicht so halbherzig als Zweitwohnsitz.

Mir gefällt es hier auch ganz gut, und neben reichlich alten Bekannten habe ich auch neue Inspiration gefunden. Solange es keine Awards und Gruppenzwänge gibt, wird das sicher auch so bleiben...

 

Today I uploaded the 100st picture - and I still like it here ;-)

 

(No, this is not a translation, but I'm not in the mood to translate, so this is kind of an abstract ;-)

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August 5, 2007

Italienisch einkaufen (1)

Das Beste vom Tunfisch
Das Beste vom Tunfisch
So ein Urlaub will ja ordentlich vorbereitet sein -. auch sprachlich. Also schnell noch einen Sprachkurs gekauft und auf den iPod geschmissen, so dass auf dem Weg zur Arbeit und beim Rückweg nach Hause das Hirn quasi subkutan mit Italienischem gefüttert wird.

In unserer Ferienwohnung auf Lipari war die Küche gut ausgestattet, der Platz auf der Dachterrasse himmlisch und das Angebot an Frischem in den Alimentari göttlich. Also beschlossen wir eines Morgens, Fisch zu kaufen. Morgens, weil die örtlichen Fischer ihre Ware dort frisch anboten und meistens schon am späten Vormittag ausverkauft waren.

Sylke empfahl "die beiden Läden am Ende des Hafens" - warum nicht? Wir also hin. Wir also da. Wir zögerten: Läden waren das nicht, eher, sagen wir: finstere Räume mit einer kleinen Tür davor und wiederum davor Männern, die fürchterlich viel und italienisch (was sonst?) palaverten. Gerade vor uns der Laden machte einen den Umständen entsprechenden guten Eindruck, der links daneben einen besseren.

"Oder wollen wir doch lieber in die Stadt und dort...???" hub ich an, doch Sylke machte mir Mut: Ob wir nicht doch hier...???

Dottore Pescatore hatte uns bemerkt, kam und fragte (italienisch, wie sonst), was wir denn wollten und ob er uns helfen und überhaupt... Ich hatte natürlich alle Lektionen vergessen und antwortete fließend im kleinkindlichen Einwortsatz: "Tonno!" Er nickte, ging in die finstere Höhle, ganz tief, noch weiter - und kam dann mit einem kompletten Tunfisch zurück. Wir sahen uns etwas entsetzt an, ich fasste mich und deutete, mehr mit Händen als wohl geformten Worten (wie denn auch: ohne iPod im Ohr???), an: Zwei Tranchen, due fetti, per piacere...

Wir waren ziemlich verunsichert, ob das überhaupt möglich sein würde. Sah mehr aus wie ein Großhandel, dachte ich. "Sieht hier ja mehr aus wie ein Großhandel!", sagte Sylke. Dottore Pescatore übergab den tonno completo einem Kollegen, der ihn (den Fisch), haste-nicht-gesehen-wie-das-blut-spritzt, einen Kopf kürzer machte und uns lächelnd ansah, den kopflosen Tun vor der Brust. Ein englisch radebrechender dritter Mann tauchte auf und fragte, ob wir wirklich zwei Tranchen haben wollten. Er deutete auf die Mitte des Fisches, sagte: Könnten wir natürlich haben. Aber - er deutete auf die Seiten des Fisches - weitaus besser seien diese beiden Teile. Eigentlich würden sie die nie verkaufen, weil sie soooooo lecker seien.

Nun bilden wir beide uns ja bekanntlich ein, einiges vom Essen und Kochen zu verstehen - aber "diese beiden Teile" kannten wir nicht. Aber das uns sechs italienische Männeraugen ehrlich anstrahlten, nickten wir: si, si... Wir zahlten zehn Euro fürs Pfund Seitenlappen, brachten die Tüte in den heimischen Kühlschrank und gingen wandern...

"Es gibt," sinnierte Sylke, "zwei Möglichkeiten: Entweder die lachen sich jetzt ins Fäustchen, wie doof doch Touris sind, den Abfall zu nehmen - oder es ist in der Tat ein tolles Stück!" - Und dann, wenig später: "Aber warum sollten die uns übers Ohr hauen?" - Und dann, noch später: "Glaubst Du, dass das gut schmeckt?" - Und dann, später: "Was ist, wenn das nun nicht gut ist?" - Und dann, später, am Abend, nach dem tonno aus der Pfanne auf den Tisch des Hauses kam: "Der beste Tunfisch meines Lebens!"

(Fortsetzung)

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August 5, 2007

Italienisch einkaufen (2)

Schwertfisch am Mittag
Schwertfisch am Mittag
Ermutigt durch die guten Erfahrungen unseres ersten liparischen Fischeinkaufs wagten wir uns anderntags ein zweites Mal. "Heute gehen wir aber mal in einen richtigen Fischladen, so einen für die Hausfrauen und so!" schlug ich vor. Auch solche gab's unweit der Wohnung, und so stapften wir los, um den morgendlichen panino-Kauf um pesce zu erweitern. Schwertfisch sollte es dieses Mal sein, und mutig bestellte ich due fetti de pesce spada. "Due?" fragte der Fischverkäufer, und wir nickten. Er drehte sich um, schnittt zweimal beherzt zu und präsentierte - Schwertfisch für eine Großfamilie. Sylke sah mich an, ich sah Sylke an, der pescivendolo sah abwechselnd uns und die Waage an. Wahrscheinlich hielt er uns für teutonische Vielfraße, obwohl wir doch beide eigens für den Urlaub und der Möglichkeit des am Strand gesehen werden abgenommen hatten. "Si, si..." sagte ich, und als wir nach Begleichen der üppigen (aber reellen) Rechnung für ein knappes Kilo Schwertfisch nahezu ohne Knochen den Laden verlassen hatten, schwor ich, demnächst noch besser italienisch zu lernen, um Verkäufern von Schwertfisch zweifelsfrei die Mittteilung zukommen zu lassen, dass wir pesce per due brauchen...

Sylke lachte und schlug vor, zwei Mahlzeiten draus zu machen: Eine für den Abend und die andere für den nächsten Tag, falls der Fisch dann noch frisch sei. "Sei man unbesoargt," beruhigte ich sie mit ostfriesisch-nordisch-seemännischem Akzent, "der ist morgen hier noch frischer als du ihn je in Dresden beim Fischhändler hast!"

Schwertfisch am Abend
Schwertfisch am Abend
Und so war es dann auch: Am Abend des gleichen Tages teilten wir uns die eine Scheibe, am Mittag des folgenden Tages die zweite. Auch in Ferienwohnungen und mit wenigen Mitteln können die Geschmacksrichtungen ja variieren, weswegen es abends Rucula, Tomaten mit Kapern (die waren warm, weil in der Pfanne) und einen Salat dazu gab.

Die Mittagsvariante (Bild oben und hier) kam mit mit Zwiebeln, Knoblauch, Öl, Zitronensaft und der Äolischen Kräutermischung aus, die wir im Vorratsschrank hatten. Das ist eine Urlaubs-Mehrzweck-Würzmischung, die mal kräuterig, mal scharf, mal knofelig schmeckt - je nachdem, was man aus dem Vorratsglas fitscht und ans Gericht gibt.

(Folge 1)

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August 10, 2007

Im Kino ist (k)ein Plätzchen frei

Im Kino
Im Kino
Bei den meisten Kinos hier in Dresden kaufst Du eine Karte und erhältst sie mit dem Aufdruck von Reihe und Platz. Du hast also einen reservierten Platz, was von Vorteil ist, wenn man die Werbung schon kennt: Du kannst die Karte am Nachmittag besorgen, essen oder shoppen oder sonstwas gehen, spät kommen und dennoch auf gutem, weil reservierten, Platz sitzen.
Theoretisch.
Praktisch ist das aber im wirklichen Leben hier in Dresden so:
Du besorgst dir die Karte am Nachmittag, gehst essen oder shoppen oder sonstwas, kommst spät - weil ja der Platz reserviert ist - und stellst fest: Da sitzt schon jemand. “Entschuldigung, das sind unsere Plätze!” Entsetzter Gesichtsausdruck bei den dort Sitzenden: “Nun stellen Sie sich doch nicht so an! Nebenan (alternativ: weiter vorne) sind doch noch Plätze frei!”
Klar, das sind die von denen, die nun auf meinem (unseren) Plätzen sitzen. Oder die von anderen, die auch nicht auf ihren ihnen zugewiesenen Plätzen sitzen. “Macht nichts!” säusel ich: “Ich will aber hier sitzen!” (Mit Trotzkopfgesichtsausdruck!)
Missmutig stehen die Reserviertplatzsitzvorwärmer auf, beschimpfen mich (uns) - und setzen sich auf andere, nicht ihnen zugewiesene Plätze…

(Erstmals veröffentlicht am 27.10.2006 bei aufgelesen - und heute prompt wieder so geschehen...)

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August 11, 2007

Regensongs

An anderer Stelle ging es darum, was man an einem regnerischen Tag so alles hören könnte, um sich munter ins Schicksal des Nieselns zu begeben.

Weil mir das für einen Kommentar zu lang ist, hier eine Liste 48 netter regenlastiger Titel mit 3,4 Stunden Spieldauer (229 MB MP3...)

After The Rain Has Fallen Sting Brand New Day
Ain't No Sunshine Eva Cassidy Time After Time
And The Rain Falls Keytones The Keytones Meet Götz Alsmann
Bride Of Raindogs (Instrumental) Tom Waits Rain Dogs
Come In Out Of The Rain Wendy Moten Disc Two
A day without rain Enya A day without rain
Dry The Rain The Beta Band High Fidelity
Es regnet Element of Crime Romantik
Es regnet Nena Nena feat. Nena
Famous Blue Raincoat Leonard Cohen Live in Bonn (WDR)
Flowers Never Bend With The Rainfall Simon & Garfunkel The Hits Collection
Die Flut Witt & Heppner
A Hard Rain's A-Gonna Fall Bob Dylan Jokerman in Europe
Heart Full Of Rain Joe Cocker Organic
Heavy Clouds, No Rain Sting Ten Summoner's Tales
I think it's going to rain today Katie Melua Call Off The Search
It Never Rains Dire Straits Love Over Gold
It Never Rains In Southern California Albert Hammond Flower Power & Woodstock Generation CD 2
Just Walking in the Rain Christian Stern
Kisses In The Rain Rick Braun Kisses In The Rain
Let It Rain Eric Clapton Eric Clapton
More Than Rain Tom Waits Franks Wild Years
Naked In The Rain Crosby & Nash Flower Power & Woodstock Generation CD 3
November Rain Guns N'roses Guns N'Roses Greatest Hits
Over the Rainbow Eva Cassidy Songbird
Rään, Rään, Rään The Piano Has Been Drinking Nachtgedanken
Rain The Corrs In Blue
Rain Jimmy Somerville Read My Lips
Rain Jose Feliciano Flower Power & Woodstock Generation CD 4
Rain Dogs Tom Waits Rain Dogs
Rain On The Roof Lovin' Spoonful Best Of The Lovin' Spoonful
Rain Over Berlin Tomaten Ede und sein Hinterhof-Käsefunk-Ensemble
The Rain Song Led Zeppelin Remasters
Rain Street The Pogues Hell's Ditch
Rainbow High Madonna Evita
Rainbow Man The Pogues Hell's Ditch
Raindrops Keep Falling On My Head B. J. Thomas Forrest Gump The Soundtrack (Disc 2)
Rainy Day John Lee Hooker & Van Morrison
Rainy Day Man James Taylor Flower Power & Woodstock Generation CD 3
Rainy Day Woman Bob Dylan The Times They Are A-Changin'
Regenballade Achim Reichel Regenballade
See the Sky About to Rain Neil Young Live Royal Festival Hall
Singin' In The Rain Taco Puttin' On The Ritz
Somewhere Over The Rainbow Taco Puttin' On The Ritz
Somewhere Over The Rainbow/What A Wonderful World Israel Kamakawiwo'ole Facing Future
Stucking in August Rain Jethro Tull Roots to Branches
Who'll Stop The Rain CCR Petit-Pont
Why Does It Always Rain On Me? Travis The Man Who

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August 13, 2007

Bombige Überraschung

Bombige Überraschung
Bombige Überraschung
Heute brachte uns der Postbote ein Päckchen. Sylke nahm es entgegen und rief mich im Büro an. "Erwartest Du Post?" - "Nein..." - "Ist aber was gekommen. Ein weißer weicher Umschlag. Sieht aus wie eine Bombe, hat so einen Huckel. Und auf dem Umschlag stehen, außer der Anschrift, merkwürdige Anweisungen: NICHT KNICKEN! NICHT HEISS LAGERN! NICHT IN DER NÄHE VON TIEREN LAGERN! NICHT WERFEN!" Ein Absender war auch vermerkt: Ein CH. S. aus irgendwo in Bayern, der Postleitzahl nach zu urteilen. "Zeh Haa Punkt? Kenn' ich nicht!" sage ich, und Sylke - das sehe ich durch den Telefonhörer! – schaut mich ungläubig an. Wir einigen uns darauf, dass sie die Bombe nicht öffnen und mich mich am späten Nachmittag den Held spielen lassen soll.

Stunden später...

...haben wir die Rollen getauscht: Ich zu Hause, Sylke in der BrennNessel arbeiten. Der Umschlag mit der Bombe drin liegt auf dem Tisch. Ich nehme ihn, vorsichtig, ganz vorsichtig natürlich, ans Ohr. Er tickt nicht - moderne Bomben werden immer perfekter. Aber der Umschlag strömt einen sehr angenehmen Duft aus. Betörend! Ich öffne ihn, natürlich immer noch ganz vorsichtig. Es riecht nach Apfel, und heraus rollt ein weißes Rund, das beschriftet ist: maçã, appel, pomme, äpple, manzana, mela, eple, alma, jabloko, omena, apple. Zugenäht oben, mit zwei, drei kühnen Stichen.Und drinnen? Ein Apfel - so, wie es draußen drauf stand!

Mir war es ja schon beim Auspacken wie Schuppen aus den Haaren gefallen - das war die Einlösung eines Versprechens.

Danke! Und natürlich kenne ich Ch. S. aus irgendwo in Bayern! Jedenfalls virtuell, und nun auch vom Apfel!

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