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June 18, 2007

A new Home?

Wanderer, kommst du nach...

Ipernity also. Vielleicht. Wahrscheinlich.

Auf jeden Fall ist ein Pflock geschlagen. Und beim Oberzensor F. Ade gesagt...

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June 20, 2007

Transition in Progress

Aha, das Ippydippy-Team hat schnell reagiert und ein <a href="www.ipernity.com/blog/11832/11917">Greasemonkey-Script</a> beriet gestellt, mit dem man Bilder von Censor-Yahoo hierhin holen kann. Einzeln, aber dafür mit Tags und Bildbeschreibung.

Merci!

Es klappt - und auf diesem weg kann man sich (werde ich mir) die schönsten ja hierhin holen...

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June 21, 2007

Importing from the Censor-Yahoo*-Account

*i know they changed it today, but this is far too late from letting me forget what they did...

Semperoper
Semperoper
I imported this picture from the other account - and it went smooth. But now i would like to delete some of the tags that others made to promote their group (by the way: would be nice if the groups here will be less competetive and not so much craving attention). okay, i click the cross, the tag goies away - but is there the next time i visit the page.

anybody any idea?

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June 22, 2007

Here, there, everywhere

just happened to listen to an old beatles song and looking at some of my favourite german based censor-yahoo friends: a lot of them seem to stick at the old platform, posting here and there and maybe everywhere.

i don't understand that: having left the other platform because they censored us and had bad and ugly communication (if at all) i don't want to give them my pictures anymore.

but i don't want to blame the contacts/friends a made there: so i keep on looking, commenting, favouring. they sometimes even don't know what it's all about - why should they, it's allright.

my pro account there is ending late this year - but i don't care. i left. i'm here. and i enjoy it!

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June 27, 2007

Was macht man ohne DSL?

Ein dummes Gesicht, sieht ja eh keiner!

Schon komisch, was plötzlich alles nicht geht, wenn (nach einem Ausfall bei Gewitter) DSL nicht funzt und die Entstörer sich richtig Zeit lassen...

 

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July 1st, 2007

Wieder online :-)

...sein, heißt (wie ein freund schrieb, der es natülich gleich im "online-status" erkannte), wieder mensch sein!

nun kommt es nur drauf an, Mensch zu bleiben - oder, wie Jürgen von Manger (kennt den außer mir noch jemand???) sagte: Mensch bleiben!

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July 18, 2007

Festliches Dinner mit Harald Wohlfahrt

bean &amp; beluga (4)
bean & beluga (4)


Amuse Geule:

Zweierlei vom Saiblingskaviar

 

Menü

 

Rosette von Sankt Jacobsmuscheln
auf mariniertem Königskrabbenfleisch

 

Leichte Velouté vom Räucherstör
mit Krustentierflan und pochierten Felsenaustern

 

Gänseleberravioli auf grünem Spargelgemüse,
Pfifferlingen und Trüffelbutter

 

Rotbarbe mit Ananas-Mango-Chutney
in leichter Kokosnussnage, Kafirblättern,
Macadamianüssen und Chillifäden

 

Gegrillte Taubenbrust und Confit vom Keulchen
mit Innereiencrouton an Rouennaiser Sauce

 

Schaum vom korsischen Schafskäse
mit feinen Speckwürfeln und Salbei

 

Glasierte Herzkirschen in Sherrysud auf Zimtsablé
mit Amaretto-Karamelleis

 

Bananensorbet mit Kardamon
und Erdnuss-Schokoladenkrümel

Dazu gab es folgende Weine - alle von Winzern der Region, die sich wirklich nicht verstecken müssen hinter den Klassikern:

  • 2006 Müller-Thurgau, Klaus Zimmerling
  • 2006 Weissburgunder&Grauburgunder, Karl-Friedrich Aust
  • 2006 Riesling Spätlese, Schloss Proschwitz
  • 2006 Riesling&Traminer, Martin Schwarz
  • 2004 Spätburgunder, 3 Musketiere
  • 2005 Riesling BA, Klaus Zimmerling
 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
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August 2nd, 2007

100

100
100
Am 17. Juni kurz nach sechs am Abend schrieb mir Carsten, dass er nun vom Zensurverein zu Ipernity gewechselt sei: "Also mir gefällt Ipernity bisher am besten." Nachdem wir (der und die und der und die und der und die) einen Nachmittag lang bei Spargel und Mousse sowieso über das Thema geredet hatten, ging dann alles Schlag auf Schlag: Mittlerweile sind die intimsten der intimen Dresdner hier versammelt, und zwar, wenn ich das richtig sehe, konsequent umgezogen und nicht so halbherzig als Zweitwohnsitz.

Mir gefällt es hier auch ganz gut, und neben reichlich alten Bekannten habe ich auch neue Inspiration gefunden. Solange es keine Awards und Gruppenzwänge gibt, wird das sicher auch so bleiben...

 

Today I uploaded the 100st picture - and I still like it here ;-)

 

(No, this is not a translation, but I'm not in the mood to translate, so this is kind of an abstract ;-)

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August 5, 2007

Italienisch einkaufen (1)

Das Beste vom Tunfisch
Das Beste vom Tunfisch
So ein Urlaub will ja ordentlich vorbereitet sein -. auch sprachlich. Also schnell noch einen Sprachkurs gekauft und auf den iPod geschmissen, so dass auf dem Weg zur Arbeit und beim Rückweg nach Hause das Hirn quasi subkutan mit Italienischem gefüttert wird.

In unserer Ferienwohnung auf Lipari war die Küche gut ausgestattet, der Platz auf der Dachterrasse himmlisch und das Angebot an Frischem in den Alimentari göttlich. Also beschlossen wir eines Morgens, Fisch zu kaufen. Morgens, weil die örtlichen Fischer ihre Ware dort frisch anboten und meistens schon am späten Vormittag ausverkauft waren.

Sylke empfahl "die beiden Läden am Ende des Hafens" - warum nicht? Wir also hin. Wir also da. Wir zögerten: Läden waren das nicht, eher, sagen wir: finstere Räume mit einer kleinen Tür davor und wiederum davor Männern, die fürchterlich viel und italienisch (was sonst?) palaverten. Gerade vor uns der Laden machte einen den Umständen entsprechenden guten Eindruck, der links daneben einen besseren.

"Oder wollen wir doch lieber in die Stadt und dort...???" hub ich an, doch Sylke machte mir Mut: Ob wir nicht doch hier...???

Dottore Pescatore hatte uns bemerkt, kam und fragte (italienisch, wie sonst), was wir denn wollten und ob er uns helfen und überhaupt... Ich hatte natürlich alle Lektionen vergessen und antwortete fließend im kleinkindlichen Einwortsatz: "Tonno!" Er nickte, ging in die finstere Höhle, ganz tief, noch weiter - und kam dann mit einem kompletten Tunfisch zurück. Wir sahen uns etwas entsetzt an, ich fasste mich und deutete, mehr mit Händen als wohl geformten Worten (wie denn auch: ohne iPod im Ohr???), an: Zwei Tranchen, due fetti, per piacere...

Wir waren ziemlich verunsichert, ob das überhaupt möglich sein würde. Sah mehr aus wie ein Großhandel, dachte ich. "Sieht hier ja mehr aus wie ein Großhandel!", sagte Sylke. Dottore Pescatore übergab den tonno completo einem Kollegen, der ihn (den Fisch), haste-nicht-gesehen-wie-das-blut-spritzt, einen Kopf kürzer machte und uns lächelnd ansah, den kopflosen Tun vor der Brust. Ein englisch radebrechender dritter Mann tauchte auf und fragte, ob wir wirklich zwei Tranchen haben wollten. Er deutete auf die Mitte des Fisches, sagte: Könnten wir natürlich haben. Aber - er deutete auf die Seiten des Fisches - weitaus besser seien diese beiden Teile. Eigentlich würden sie die nie verkaufen, weil sie soooooo lecker seien.

Nun bilden wir beide uns ja bekanntlich ein, einiges vom Essen und Kochen zu verstehen - aber "diese beiden Teile" kannten wir nicht. Aber das uns sechs italienische Männeraugen ehrlich anstrahlten, nickten wir: si, si... Wir zahlten zehn Euro fürs Pfund Seitenlappen, brachten die Tüte in den heimischen Kühlschrank und gingen wandern...

"Es gibt," sinnierte Sylke, "zwei Möglichkeiten: Entweder die lachen sich jetzt ins Fäustchen, wie doof doch Touris sind, den Abfall zu nehmen - oder es ist in der Tat ein tolles Stück!" - Und dann, wenig später: "Aber warum sollten die uns übers Ohr hauen?" - Und dann, noch später: "Glaubst Du, dass das gut schmeckt?" - Und dann, später: "Was ist, wenn das nun nicht gut ist?" - Und dann, später, am Abend, nach dem tonno aus der Pfanne auf den Tisch des Hauses kam: "Der beste Tunfisch meines Lebens!"

(Fortsetzung)

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August 5, 2007

Italienisch einkaufen (2)

Schwertfisch am Mittag
Schwertfisch am Mittag
Ermutigt durch die guten Erfahrungen unseres ersten liparischen Fischeinkaufs wagten wir uns anderntags ein zweites Mal. "Heute gehen wir aber mal in einen richtigen Fischladen, so einen für die Hausfrauen und so!" schlug ich vor. Auch solche gab's unweit der Wohnung, und so stapften wir los, um den morgendlichen panino-Kauf um pesce zu erweitern. Schwertfisch sollte es dieses Mal sein, und mutig bestellte ich due fetti de pesce spada. "Due?" fragte der Fischverkäufer, und wir nickten. Er drehte sich um, schnittt zweimal beherzt zu und präsentierte - Schwertfisch für eine Großfamilie. Sylke sah mich an, ich sah Sylke an, der pescivendolo sah abwechselnd uns und die Waage an. Wahrscheinlich hielt er uns für teutonische Vielfraße, obwohl wir doch beide eigens für den Urlaub und der Möglichkeit des am Strand gesehen werden abgenommen hatten. "Si, si..." sagte ich, und als wir nach Begleichen der üppigen (aber reellen) Rechnung für ein knappes Kilo Schwertfisch nahezu ohne Knochen den Laden verlassen hatten, schwor ich, demnächst noch besser italienisch zu lernen, um Verkäufern von Schwertfisch zweifelsfrei die Mittteilung zukommen zu lassen, dass wir pesce per due brauchen...

Sylke lachte und schlug vor, zwei Mahlzeiten draus zu machen: Eine für den Abend und die andere für den nächsten Tag, falls der Fisch dann noch frisch sei. "Sei man unbesoargt," beruhigte ich sie mit ostfriesisch-nordisch-seemännischem Akzent, "der ist morgen hier noch frischer als du ihn je in Dresden beim Fischhändler hast!"

Schwertfisch am Abend
Schwertfisch am Abend
Und so war es dann auch: Am Abend des gleichen Tages teilten wir uns die eine Scheibe, am Mittag des folgenden Tages die zweite. Auch in Ferienwohnungen und mit wenigen Mitteln können die Geschmacksrichtungen ja variieren, weswegen es abends Rucula, Tomaten mit Kapern (die waren warm, weil in der Pfanne) und einen Salat dazu gab.

Die Mittagsvariante (Bild oben und hier) kam mit mit Zwiebeln, Knoblauch, Öl, Zitronensaft und der Äolischen Kräutermischung aus, die wir im Vorratsschrank hatten. Das ist eine Urlaubs-Mehrzweck-Würzmischung, die mal kräuterig, mal scharf, mal knofelig schmeckt - je nachdem, was man aus dem Vorratsglas fitscht und ans Gericht gibt.

(Folge 1)

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August 10, 2007

Im Kino ist (k)ein Plätzchen frei

Im Kino
Im Kino
Bei den meisten Kinos hier in Dresden kaufst Du eine Karte und erhältst sie mit dem Aufdruck von Reihe und Platz. Du hast also einen reservierten Platz, was von Vorteil ist, wenn man die Werbung schon kennt: Du kannst die Karte am Nachmittag besorgen, essen oder shoppen oder sonstwas gehen, spät kommen und dennoch auf gutem, weil reservierten, Platz sitzen.
Theoretisch.
Praktisch ist das aber im wirklichen Leben hier in Dresden so:
Du besorgst dir die Karte am Nachmittag, gehst essen oder shoppen oder sonstwas, kommst spät - weil ja der Platz reserviert ist - und stellst fest: Da sitzt schon jemand. “Entschuldigung, das sind unsere Plätze!” Entsetzter Gesichtsausdruck bei den dort Sitzenden: “Nun stellen Sie sich doch nicht so an! Nebenan (alternativ: weiter vorne) sind doch noch Plätze frei!”
Klar, das sind die von denen, die nun auf meinem (unseren) Plätzen sitzen. Oder die von anderen, die auch nicht auf ihren ihnen zugewiesenen Plätzen sitzen. “Macht nichts!” säusel ich: “Ich will aber hier sitzen!” (Mit Trotzkopfgesichtsausdruck!)
Missmutig stehen die Reserviertplatzsitzvorwärmer auf, beschimpfen mich (uns) - und setzen sich auf andere, nicht ihnen zugewiesene Plätze…

(Erstmals veröffentlicht am 27.10.2006 bei aufgelesen - und heute prompt wieder so geschehen...)

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August 11, 2007

Regensongs

An anderer Stelle ging es darum, was man an einem regnerischen Tag so alles hören könnte, um sich munter ins Schicksal des Nieselns zu begeben.

Weil mir das für einen Kommentar zu lang ist, hier eine Liste 48 netter regenlastiger Titel mit 3,4 Stunden Spieldauer (229 MB MP3...)

After The Rain Has Fallen Sting Brand New Day
Ain't No Sunshine Eva Cassidy Time After Time
And The Rain Falls Keytones The Keytones Meet Götz Alsmann
Bride Of Raindogs (Instrumental) Tom Waits Rain Dogs
Come In Out Of The Rain Wendy Moten Disc Two
A day without rain Enya A day without rain
Dry The Rain The Beta Band High Fidelity
Es regnet Element of Crime Romantik
Es regnet Nena Nena feat. Nena
Famous Blue Raincoat Leonard Cohen Live in Bonn (WDR)
Flowers Never Bend With The Rainfall Simon & Garfunkel The Hits Collection
Die Flut Witt & Heppner
A Hard Rain's A-Gonna Fall Bob Dylan Jokerman in Europe
Heart Full Of Rain Joe Cocker Organic
Heavy Clouds, No Rain Sting Ten Summoner's Tales
I think it's going to rain today Katie Melua Call Off The Search
It Never Rains Dire Straits Love Over Gold
It Never Rains In Southern California Albert Hammond Flower Power & Woodstock Generation CD 2
Just Walking in the Rain Christian Stern
Kisses In The Rain Rick Braun Kisses In The Rain
Let It Rain Eric Clapton Eric Clapton
More Than Rain Tom Waits Franks Wild Years
Naked In The Rain Crosby & Nash Flower Power & Woodstock Generation CD 3
November Rain Guns N'roses Guns N'Roses Greatest Hits
Over the Rainbow Eva Cassidy Songbird
Rään, Rään, Rään The Piano Has Been Drinking Nachtgedanken
Rain The Corrs In Blue
Rain Jimmy Somerville Read My Lips
Rain Jose Feliciano Flower Power & Woodstock Generation CD 4
Rain Dogs Tom Waits Rain Dogs
Rain On The Roof Lovin' Spoonful Best Of The Lovin' Spoonful
Rain Over Berlin Tomaten Ede und sein Hinterhof-Käsefunk-Ensemble
The Rain Song Led Zeppelin Remasters
Rain Street The Pogues Hell's Ditch
Rainbow High Madonna Evita
Rainbow Man The Pogues Hell's Ditch
Raindrops Keep Falling On My Head B. J. Thomas Forrest Gump The Soundtrack (Disc 2)
Rainy Day John Lee Hooker & Van Morrison
Rainy Day Man James Taylor Flower Power & Woodstock Generation CD 3
Rainy Day Woman Bob Dylan The Times They Are A-Changin'
Regenballade Achim Reichel Regenballade
See the Sky About to Rain Neil Young Live Royal Festival Hall
Singin' In The Rain Taco Puttin' On The Ritz
Somewhere Over The Rainbow Taco Puttin' On The Ritz
Somewhere Over The Rainbow/What A Wonderful World Israel Kamakawiwo'ole Facing Future
Stucking in August Rain Jethro Tull Roots to Branches
Who'll Stop The Rain CCR Petit-Pont
Why Does It Always Rain On Me? Travis The Man Who

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August 13, 2007

Bombige Überraschung

Bombige Überraschung
Bombige Überraschung
Heute brachte uns der Postbote ein Päckchen. Sylke nahm es entgegen und rief mich im Büro an. "Erwartest Du Post?" - "Nein..." - "Ist aber was gekommen. Ein weißer weicher Umschlag. Sieht aus wie eine Bombe, hat so einen Huckel. Und auf dem Umschlag stehen, außer der Anschrift, merkwürdige Anweisungen: NICHT KNICKEN! NICHT HEISS LAGERN! NICHT IN DER NÄHE VON TIEREN LAGERN! NICHT WERFEN!" Ein Absender war auch vermerkt: Ein CH. S. aus irgendwo in Bayern, der Postleitzahl nach zu urteilen. "Zeh Haa Punkt? Kenn' ich nicht!" sage ich, und Sylke - das sehe ich durch den Telefonhörer! – schaut mich ungläubig an. Wir einigen uns darauf, dass sie die Bombe nicht öffnen und mich mich am späten Nachmittag den Held spielen lassen soll.

Stunden später...

...haben wir die Rollen getauscht: Ich zu Hause, Sylke in der BrennNessel arbeiten. Der Umschlag mit der Bombe drin liegt auf dem Tisch. Ich nehme ihn, vorsichtig, ganz vorsichtig natürlich, ans Ohr. Er tickt nicht - moderne Bomben werden immer perfekter. Aber der Umschlag strömt einen sehr angenehmen Duft aus. Betörend! Ich öffne ihn, natürlich immer noch ganz vorsichtig. Es riecht nach Apfel, und heraus rollt ein weißes Rund, das beschriftet ist: maçã, appel, pomme, äpple, manzana, mela, eple, alma, jabloko, omena, apple. Zugenäht oben, mit zwei, drei kühnen Stichen.Und drinnen? Ein Apfel - so, wie es draußen drauf stand!

Mir war es ja schon beim Auspacken wie Schuppen aus den Haaren gefallen - das war die Einlösung eines Versprechens.

Danke! Und natürlich kenne ich Ch. S. aus irgendwo in Bayern! Jedenfalls virtuell, und nun auch vom Apfel!

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September 20, 2007

Gruppen

Sunset
Sunset
Boot
Boot

Schön, das es jetzt Gruppen gibt - ich habe (natürlich!) auch sofort eine aufgemacht: La Gomera (was sonst?).

Aber die Chance dieser Gruppeneröffnung nutze ich, um es nochmal klar zu sagen:

Gruppen mit Regeln a la "poste eins und kommentiere x andere" oder gar "Bewerte x andere bevor du eins postest" oder solche die Trophies vergeben, können mir gestohlen bleiben. Gruppen mit Themen, die mich interessieren, wo ich Gleichgesinnte treffe und deren Bilder, sind hingegen hochwillkommen...

[Edit]: Als Nicht-Pro kann man nur zehn Gruppen beitreten. Das ist ja schon eine gute Einschränkung ;-)

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September 25, 2007

Wanderung um die Quohrener Kipse

Wir haben einen Plan...
Wir haben einen Plan...
Wanderung rund um einen Berg, der den schönen Namen "Quohrener Kipse" trägt, wobei "Quohren" eine Ortschaft ist.
Das Auto ist bei der "29" abgestellt, zuerst geht es gemächlich ohne große Höhenunterschiede einen Wirtschaftsweg entlang. Nette Aussichten ins Elbsandsteingebirge sind möglich - wenn es nicht zu dunstig ist, sieht man die einschlägig bekannten Berge, die man von Dresden aus sehen kann, wenn es nicht zu dunstig ist...
Es war mitteldunstig, daher gibt's da kein Foto ;-)

Home of Tell
Home of Tell
Wenig später findet man das Haus von Willi tell - oder so. Siehst du den Apfel dort auf der Stange?
Einen? Ich sehe Dutzende. Da der Apfel nie weit vom Stamm fällt, fanden wir auch den dazu gehörenden Baum: Ein scharfer Blick reichte, den Apfel herunter fallen zu lassen. Er schmeckte mehlig und war zu sauer. Wir legten ihn auf einen zufällig herumstehenden Zaunspfahl.

Fremdenhass fängt klein an...
Fremdenhass fängt klein an...
Dieser Aushang in Quohren wirft ein Licht auf die Mentalität mancher Leute. Trotz warmen Wetters fröstelte es mir bei den Worten: "Ehe wir uns fremde "Städter" aufladen, bieten wir den Garten erst einmal in unserem Ort an."
Eigentlich wollte ich sofort anrufen und mich um den Garten bewerben, aber dann hatte ich doch keine Lust, den Verein aufzumischen...

 

 

Kipse 2007
Kipse 2007
Wer mal ein Hintergrund für seinen Rechner braucht, kann sich hier gerne bedienen. Schöne Blicke wie diesen gab es reichlich. Kurz danach begann der Wald, in dem dann auch noch eine bunte Pilzmischung darauf wartete, mitgenommen zu werden. Die roten mit den weißen Punkten haben wir aber stehen gelassen, den Steinpilzen gegenüber waren wir nicht so nett...

 

Herbstlaub
Herbstlaub
Zum Abschluss der kleinen Wanderung überraschte uns dieser Dreiseithof mit seiner Farbpracht. Der Hof selbst war ein wenig braungrau, wie man es hier in der Gegend gerne hat. Aber die Natur davor wusste das gut zu überbieten.

Die kleine Sonntagswanderung führte übrigens bei der 30 rechts ab zum Punkt b3 (da gab's Pilze!), von dort zur 34 und dann bei der 27 rechts ab bis zur 28. Das letzte Stück zurück zur 29 geht leider entlang der Straße, aber nicht lange...

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October 12, 2007

Steht auf, geht raus und tut was für Eure Unsterblichkeit!

Thomas Brussig liest den Studenten...
Thomas Brussig liest den Stude…
Die “Feierliche Immatrikulation der Studierenden” eines Jahrgangs ist immer eine große Sache - dieses Jahr war sie sogar eine ganz ganz große. Der Audimax, immerhin der größte Hörsaal der Technischen Universität Dresden, war zu klein: Die Erstis und ihre Gäste standen und saßen auch auf den Gängen und einige sogar draußen vor der offenen Tür. Hat sich der Andrang gelohnt, war es ein großartiger Auftakt des Studiums?

Kann man so sagen: Es gab (in der Reihenfolge des Auftretens) einen Senat, der unter den Klängen von Wagner (Tannhäuser, Einzug der Gäste…) einmarschierte. Das Universitätsorchester der TU Dresden unter der Leitung von Steffen Leißner spielte ihn prächtig beschwingt, so dass selbst Klassik-Muffel sich nicht wegzuhören trauten. Beim Einmarsch voran geht, wie sollte es anders sein, der Rektor. Die feierliche Immatrikulation ist aber eine der wenigen Gelegenheiten, wo man Prof. Hermann Kokenge im vollen Amtsornat des Rektors sieht - mit Hermelinumhang und Kette.

Gut gelaunte Studentinnen und Studenten im Audimax
Gut gelaunte Studentinnen und…

Dann die Ansprachen: Sowas kann sehr sehr langatmig werden. Wurde es aber nicht, denn sowohl der Rektor bei seiner Willkommens-Rede als auch Herbert Feßenmayr als Vertreter der Landeshauptstadt Dresden und Michael Moschke als Begrüßer für den Studentenrat hatten was zu sagen und taten das in der nötigen Kürze mit Würze. Den meisten Beifall aber und herzhafte Lacher bis hin zu Glucksern erhielt Dr. Rudolf Pörtner, der Geschäftsführer des Studentenwerkes Dresden für seine Rede. Sie war voller Weisheiten und traf den Nerv der Studierenden. Das Geheimnis? Dr. Pörtner hatte, nach Grundsätzlichem und ein wenig Werbung für das Studentenwerk, einfach Werbebotschaften geschickt aneinandergereiht und sie dadurch aufs köstlichste entlarvt.

Die eigentliche Immatrikulation, die Einschreibung, fand dann quasi pars pro toto statt: Je eine Studentin bzw. ein Studenten der insgesamt 14 Fakultäten schrieb sich tatsächlich in ein Buch ein. Ein Händedruck vom Rektor und ein Schirm als Gastgeschenk für schlechtes Wetter, Beifall von den anwesenden im Saal! Für die Bauingenieure schrieb sich Daniela Lachica aus Mexiko ein - stellvertretend für die 217 Kommilitoninnen und Kommilitonen, die in diesem Semester das Bauingenieurstudium beginnen.

Thomas Brussig
Thomas Brussig
Und dann kam der Mann ans Rednerpult, der - wenn man ihn nicht kennt, eher verwundert angesehen wurde. Etwas verhuscht saß er bis dahin mit unter der Riege der Senatorinnen und Senatoren, mit blauem Rolli und heller Hose, einen weißen Plastikordner in der Hand. Aber er war dann der Star: Thomas Brussig, Schriftsteller und Drehbuchautor. Er sang ein Loblied auf Dresden und die TU, und so wie es klang, war ihm das mehr als leidige Pflicht des Eingeladenen, wenn auch nicht Kür. Die kam im zweiten Teil, in dem es um auch eigene Studienerfahrung ging. So wie er es formulierte, musste man es ihm einfach glauben - und seine Aufforderung am Schluss der Rede traf dann genau die Mischung aus heiterer Ernsthaftigkeit, die den ganzen Festakt prägte: “Steht auf, geht raus und tut was für Eure Unsterblichkeit!”

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October 31, 2007

Umzug vollenden

Der Vorteil von wenig Aktivität hier wegen zu viel Arbeit da ist: Reichlich Speicherplatz am Monatsende. ich nutze das mal aus, um die alten Bilder umzuziehen, die sich auf der anderen Seite angesammelt haben. Wer Carstens Ipernityfox installiert hat (und wer hat das nicht?), wird also im Moment etwas zugestipt. Aber: wat mutt dat mutt!

<i>I'm moving my pictures from the other place to this one, because they will fell more comfotable here ;-). Sorry for flooding your ipernityfox!</i>

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December 4, 2007

Besuch auf dem Striezelmarkt

Herrnhuter Sterne
Herrnhuter Sterne
Eigentlich müsste man ja nachdenklich werden, wenn eine Stadt damit wirbt, dass ihr Weihnachtsmarkt der älteste der Stadt, des Landes, des Universums und überhaupt sei. Aber die Leute lesen das und findes es supertoll, so dass Jahr für Jahr vor allem am Wochenende Unmengen von Touris sich durch die Stadt und über den Striezelmarkt schleppen - 2005 laut Wikipedia 2,5 Millionen Menschen. Wer in Dresden wohnt, muss da nicht unbedingt hin, oder besser doch wenigstens einmal, um dabei gewesen zu sein. Heute war ich dran.

Der 573. Striezelmarkt hat eine neue Heimat, weil auf oder besser unter der alten gebuddelt wird: Eine Tiefgarage auf dem Altmarkt entsteht, der Striezelmarkt geht. Nun findet er auf dem Ferdinandsplatz statt, der nur Platz heißt, aber eigentlich eine Brache ist - aber wer bietet sich schon gern auf Ferdi's Brache (natürlich mit Apostroph) an? Der Umzug bedeutet, dass die Standplätze aller Anbieter neu verwürfelt wurden. Man kann also nicht einfach schnurstracks zu seinem Libelingsglühweinstand laufen, sondern muss ihn suchen (Glühwein vom Winzer an der Ecke bei den Tannen unweit der Pyramide, falls wir uns da mal verabreden wollen). Den hatte ich schnell gefunden, aber wo ist der Stand mit den Herrnhuter Sternen? Ich brauchte einen neuen und bin Gang für Gang abgelaufen, ohne ihn zu sehen (nein, das lag nicht am Glühwein).

Die 254 Stände des Striezelmarktes sind eine bunte Mischung aus den üblichen Verdächtigen futtern, glühweinen, handwerkeln, dem Kitsch fröhnen und Mützen kaufen. Die Anbieter heißen laut der Ausschilderung an den Buden Maronen, Kastanien, Bratwurst und Terrine ("heiße Maronen!", "heiße Kastanien", "heiße Bratwurst!", "heiße Terrine!"). Sie sind sehr beliebt und hart umkämpft. Die anderen Stände sind leer, aber die Verkäufer(innnen) haben ja ein Handy und schwatzen mit der Außenwelt.

Die größte Gemeinheit ist der Stand mit dem Knoblauchbrot, denn das riecht im Umkreis von einigen Metern dermaßen gut, dass man es gleich kaufen möchte. Ob es schmeckt, weiß ich nicht, denn ich suchte ja die Herrnhuter Sterne. Zweimal hätte ich sie beinahe gefunden, aber das waren nur Nippesnachbauten aus dem fernen Osten, wo doch jeder weiß, dass Herrnhut im ganz nahen Osten liegt - grob Richtung Görlitz, im Kreis Löbau-Zittau. Die habe ich natürlich verschmäht und bin einfach nochmal alle Reihen abgeklappert, wobei der kleine Stand zwischen der zweiten und der dritten Umrundung offensichtlich ganz schnell vorne in der Nähe des Eingangs aufgebaut worden ist, denn dann habe ich ihn gefunden und konnte das Bild machen sowie einen Stern käuflich erwerben...

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December 5, 2007

Gomerisches Tagebuch (1)

Sonnenaufgang Pyrenäen
Sonnenaufgang Pyrenäen
Die dümmste Erfindung der Tourismus-Industrie ist, Flieger um sechs Uhr morgens in den Urlaub starten zu lassen. Denn in Zeiten paranoier Sicherheits-Check-ins, in denen in jeder Zahnpastatube Sprengstoff und in jedem Haarspray weiß-bin-Laden-was vermutet wird, muss man mindestens eine Stunde zuvor am Flughafen sein. Also um drei, halb vier aufstehen. Und das nennt sich dann erster Urlaubstag!

Um sechs Minuten nach sechs hätten wir theoretisch bereits sechs Minuten in der Luft sein können, aber der Kapitän des Flugzeugs erklärt gerade sehr nett und informativ, dass es so genannte „Slots“ gibt, in denen man losfliegen kann, wenn denn bis zum Ziel alles rechnerisch und theoretisch glatt geht. der Himmel über Zürich, so der Kapitän, hänge aber offensichtlich so voller Flieger, dass zu unser berechneten Zürichüberfliegzeit nichts mehr geht, weswegen unsereins eben warten müsse, bis auf dem Weg nach Teneriffa Süd über Zürich noch Platz für den Dresdner Flieger sei. Voraussichtliche Abfahrtzeit zur Startbahn: Sechs Uhr einundzwanzig.

Nach der Kapitänsrede geht ein mittelalter Herr mit Vollbart durch den Gang nach vorn und bleibt an der Toilette stehen. Wahrscheinlich will er austreten. Weit gefehlt: er wollte raustreten, und zwar komplett. Wenig später meldet sich wieder „Ihr Kapitän“ mit den Worten, dass es da vorne ein wenig Unruhe gegeben habe, weil sich ein Passagier überlegt habe, gar nicht mehr mitfliegen zu wollen. Und weil Koffer nicht alleine fliegen dürfen, müsse nun sein Koffer aus dem Gepäckbauch des Flugzeugs geholt werden. Das könne dauern. Die voraussichtliche Abflugzeit errechne sich aus den Züricher Slotvorgaben und der Gepäcksuchdauer, wahrscheinlich Sechs Uhr einundvierzig.

Natürlich hatte der Herr sein Gepäck früh aufgegeben, sein Koffer konnte als einer der letzten identifiziert werden. Nun müssten nur noch die ganzen anderen Gepäckstücke wieder eingeladen werden, und dann könne man auch schon starten.

Wider Erwarten kam nichts mehr dazwischen, so dass wir das nieselnasskalte Dresden schwungvoll mit pünktlichen 41 Minuten Verspätung verließen. Die Standardübung der Stewardessen – die uns übrigens mit roten Lackhandschühchen begrüßten, tres chic! – sind die Sicherheitshinweise zu Beginn des Fluges, mit klugen Ratschlägen für den unwahrscheinlichen Fall eines Druckabfalls. Diese wertvollen Hinweise kommen bei Air Berlin mittlerweile vom Band und über Bord-TV, was ihnen den letzten Reiz nimmt. So sah man die Damen mit dem Traumberuf erstmals wieder, als sie Kopfhörer verkaufen wollten. Wir benötigten angesichts des Bordprogramms keine und warten auf ein Wiedersehen, wenn sie das Frühstück brächten, das bei der rot-weißen Airline noch im Flugpreis inbegriffen ist. Den unschönen aber zutreffenden Namen „Saftschubsen“ werden die Flugbegleiterinnen nicht gerne hören. Zumindest könnten sie protestierend anmerken, dass sie auch Kaffee und Tee ausschenken. Aber Wagen mit Saft und gerne auch Kaffee und Tee schubsen sie dennoch gerne durch den Gang. Unsere Mädels trugen zur Uniform mit Po betonenden Hosen weiter oben ihr langes Haar zum Zopf geflochten, was sehr hübsche Flugbewegungen ergab, wenn sie zuerst die links und dann die rechts sitzenden Passagiere nach den Wünschen befragten. Hier wäre vielleicht ein Tonband auch sehr hilfreich, denn wenn man Reihe für Reihe „ein Brötchen oder zwei?“ fragen muss, kann das schon zu Fusseln vorm Mund führen. Auch die Restkonversation verläuft eher monoton. Beispielsweise kommt nach einem Passagierwunsch nach Kaffee immer „Zucker und Milch?“ und nach dem Tomatensaftbegehr „Pfeffer und Salz?“ Was Ordentliches mit den immer um mein Wohl bemühten Hübschen zu reden verbietet sich: sie haben zu tun und mir wird das nur wieder als notorisches Flirten ausgelegt.

Flirten im Flieger verbietet sich aber. Erstens sitzt neben mir die Meine und zweitens steige ich am Ziel aus, während die Saftessen zurück fliegen. Sie haben sich dennoch bemüht, alles geduldig zu ertragen, so dass ich mich beim Hinausgehen artig bedanke: „Danke!“ - „Gerne!“

Auch so eine Antwort, über die man besser nicht nachdenkt: Sagte man nicht früher, vor der Rechtschreibreform und der großen Koalition, einfach „bitte!“, wenn jemand zuvor „danke“ gesagt hatte? Jajaja – früher. Heute sagt man „gerne!“ und meint wohl, dass man alles sehr gerne getan habe, was dem Dankenden zu seiner Äußerung gebracht habe…

Wer's mag...
Wer's mag...
Teneriffa Süd ist der Vorhof zur Hölle, die sich dann wenige Kilometer weiter in Form von Urlaubssilos (jedes Zimmer mit Blick aufs Meer!) und uniform beschirmten Stränden nach Art der Ölsardine aufs Unangenehmste erleben lässt. Der Weg zum Hafen, der sich harmonisch in dieses Ensemble moderner Lebensart einfügt, lässt sich je nach Gusto mit Taxi oder Bus plus Fußweg zurück legen. Theoretisch fährt die 487 auch zum Hafen, aber nie dann, wenn man selbst an der Haltestelle wartet. Auch die verheißungsvolle Aussicht auf einen Hafenzubringerbus nach Plan ist eine Seifenblase, wenn man den Plan ohne Berücksichtigung der hier herrschenden Ortszeit liest und sich die Uhr am Handy nicht automatisch auf die neue Umgebung einstellt. „Dos biletos a puerto, per farvor!“ radebreche ich. „Centro!“ antwortet der Busfahrer, sehr wohl ahnend, dass längere Antworten mir sowieso nicht helfen.

Das Zentrum von Los Cristianos ist ein bezaubernder Busbahnhof, von dem aus man bequem Koffer rollend zum Hafen laufen kann. Erst geht’s über die Straße an einer Deutschen Bank vorbei, dann links runter durch die Haupteinkaufsmeile mit Restaurants, einer kleinen Kirche mit übernetztem Kirchplatz und Kaugummi auf den Sitzbänken (teneriffische Bank). So eine suchte sich Sylke für unsere Brotzeit aus, was zu nicht druckreifen Flüchen und einer versauten Jeans führte. Hätten wir doch nur auf jene um uns besorgten Mitreisenden gehört, die zwei Minuten nach uns an eben jenem Platz kofferrollend vorbei marschierten: „Sie wollten doch zum Hafen?! Dann müssen Sie weiter gehen!“ rieten sie uns und konnten nur schwer verstehen, dass wir exakt hier eine kleine Rast einlegen wollten.

Karten im Meer
Karten im Meer
Am Hafeneingang, den wir mit Blick auf die Fährabfahrzeiten immer noch zu früh erreichten, drubbeln sich noch einmal Restaurants, die man nicht wirklich besuchen sollte, wenn man inseltypisch essen will. Wenig später dann endlich der Verkaufskiosk der Fähre! Doch, schade schade schade: Er hatte geschlossen und die Obrigkeit verkündete per Schild, „dass das ticket verkauf von november 15 in unserem büro im meer station machen wird.“ Oha! Das ist kess, Ticketverkauf im Meer! Aber, ein wenig Restzweifel bleiben bei deutschen Texten im Ausland (naja, zunehmend auch im Inland…) ja immer, weswegen ich mir das spanische Original durchlas und dort herausfand, dass man zum Ticketkauf gar nicht schwimmen muss: In der estación marítima – dem Fährbüro, neudeutsch sales office – könne man sie quasi trockenen Fußes käuflich erwerben…

Garajonay Expres
Garajonay Expres
Der Garajonay-Expres ist eine der drei Möglichkeiten, von Insel zu Insel zu schippern. Die anderen sind langsamer und heißen Armas oder bei gleicher Geschwindigkeit teurer – dann heißen sie Olsen Express. Außerdem bietet der kleine Garajonay-Expres als einziger die Möglichkeit, auf La Gomera neben der Hauptstadt San Sebastián auch Playa de Santiago und das Valle Gran Rey anzufahren. Eigentlich bevorzugen wir ja die langsamen Fähren von Armas, weil man da draußen stehen und schon mal Leute beobachten kann – immerhin ein Hauptgrund, überhaupt Urlaub zu machen, oder? Aber Armas fuhr nicht an diesem Samstag – und wenn sie gefahren wären, hätten wir Scheißwetter gehabt, denn es nieselte gleich nach der Abfahrt von Teneriffas Los Cristianos und regnete bei der Ankunft in San Sebastián de La Gomera.

Na toll.

Leicht unfroh bestiegen wir also nach Verlassen der Fähre unser Mietauto und fuhren ins gomerische Hochland. Wer La Gomera nicht kennt: das ist so ein runder 369,76 Quadratkilometer großer Flecken, der eigentlich nur die Spitze eines großen Berges im Ozean ist. Also steigt er von der Küste recht flott bergan auf rund 1000 Meter Niveau. Einzelne Berge sind natürlich höher – der höchste ist der Garajonay mit 1.487 Metern. Ende der Vorlesung, weiter im Auto. Wir fanden die wabernden Nebelwolken nicht aufregend und genossen die Fahrt durch den Lorbeerwald kein bisschen. Auch philosophische Gesprächsfetzen über die Tatsache, dass der Wald auch Nebelwald oder Regenwald genannt wird, gingen im profanen Fluchen unter. Toller Urlaub, wirklich!

Kurz vor Erreichen des Ziels muss man durch zwei Tunnel fahren. Normalerweise heißt es ja, dass am Ende eines solchen Licht sei – doch dieses Mal war das leicht anders: unten am Ende des Valle glitzerte es! Und als wir die Unterkunft direkt am Meer bezogen hatten, erlebten wir den ersten Sonnenuntergang…

Published at 22:24 / 4 comments / 652 visits
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December 6, 2007

Gomerisches Tagebuch (2)

Vueltas - La Puntilla - La Playa

Vor La Puntilla
Vor La Puntilla
Leider erleben wir prinzipiell nie Sonnenaufgänge (Ausnahmen wie die während der Anreise aus dem Flugzeug heraus sind nicht freiwillig!). Als aber der Herr Morpheus uns aus seinen Armen entließ, stellten wir voller Freude fest: Heute ist nicht nur Sonntag, heute ist ein Sonnentag! „Schon klasse, wie schnell sich hier das Wetter ändert!“ himmelte eine urlaubsbegeisterte Sylke dem Meer entgegen – nicht ahnend, wie recht sie mitttelfristig damit behalten sollte.

Das Schöne an nicht-deutschen Urlaubsaufenthalten ist die Unaufgeregtheit des Einkaufens. Selbst in den katholischsten Gegenden kann man sonntags den Grundbedarf an Frischem stillen. La Gomera kennt glücklicherweise keine großen Supermärkte – was dort Supermercado heißt, ist eher ein Tante-Emma-Laden. Nachteil: superbillig ist da nichts. Vorteil: man wird noch wirklich bedient und kennt die Leute. Nach einem Jahr hatten sich unsere Verkäuferinnen/Kassiererinnen nicht geändert, die eine war immer noch jung und hübsch und muffelig (sie trägt immer den Gesichtsausdruck „eigentlich sollte ich ja ein Filmstar sein oder ein Glamour Girl oder wenigstens hier auf der Insel einen reichen Freund haben“), die andere nicht so jung, nicht so hübsch – aber dafür auch nicht ganz so eingebildet.

Die Zeiten ändern sich allerdings auch auf La Gomera, und so mussten wir etwas betrübt feststellen, dass der Bio-Bäcker und seine von uns so lieb gewonnenen Brötchen und Brote nicht mehr im Angebot waren. Was da jetzt im Korb lag, schmeckte auch, war auch irgendwie Vollkorn – aber eben nicht mehr ganz so gut. Das Haus in El Guro, das vor einem Jahr noch mit dem Bäcker-Yin-Yang verziert war, hatte eine nackschte weiße Wand: er wird also wohl fort sein – schade. Ansonsten eigentlich alles wie gehabt: Butter teuer (2.05 Euro), Milch nur in der nicht-frische-haltbar-Variante, Käse, Obst, Chorizo und Weinangebot ok.

Ebbe
Ebbe
Nach dem Frühstück – natürlich auf der Terrasse direkt am Meer: das ist Urlaub – wollten wir sehen, ob alles noch steht im unteren Teil des Valle. Sonntagsspaziergang nach Vueltas zum Hafen. Der ist klein und beschaulich. Die bunten Boote dümpeln vor sich hin, manchmal kommt und manchmal geht ein Garajonay-Exprés, dann stinkt's nach Diesel. Aber ansonsten geben sich die Fischer die Ehre in der kleinen Hafenkneipe an der Theke. Die Touris erkennt man daran, dass sie draußen am Tisch sitzen. Der Rückweg führt durchs Meer – nicht weil wir Tickets kaufen wollten, sondern weil Ebbe war und man dann über die Klippen strolchen kann. Schon aus purem Eigennutz schaut man da oft runter, man will ja schließlich wissen wo man hintritt, und entdeckt kleine Fische und manchmal auch Krustentiere. Um mehr von denen zu sehen, geht man abends am besten in eins der besseren Restaurants, denn die Fischer machen sich bei ablaufend Wasser mit Gummistiefeln an den Füßen und Eimer in der Hand auf Tour, alle Leckereien aus den Wasserlöchern einzusammeln.

Manchmal auch hoch und zurück blickend muss ich sagen: als Fisch oder Krebs oder Garnele hat man auch eine nette Aussicht (zumindest bis zu dem Augenblick, wo Dir der Fischer ins Auge sieht). La Puntilla mit Palmenpromenade vorne, die mächtigen Berge des Valle Gran Rey links und rechts vom Tal mit den bezaubernden weißen Häusern an den Hängen, die in der Sonne wie Sterne strahlen – und ein fabelhaft kitschigblauer Urlaubshimmel. Nicht schlecht!

Charco del Conde
Charco del Conde
Hinter der Klippe geht’s wieder landein, das heißt: es kommt ein Tümpel, der Charco del Conde. Der Name verrät es (wer's nicht versteht, weil er bei „c“ in der Schule gefehlt hat: Teich des Grafen) – hier badeten ehedem bessere Leute. Nebenan war Platz für den Charco de la Condesa (für die Gräfin, genau!). Heute baden hier alle durcheinander, und vor allem die Kinder freuen sich, endlich mal eine nette kleine Toilette mit zweimal täglicher Meerwasserfrischspülung gefunden zu haben.

Playa de Valle Gran Rey
Playa de Valle Gran Rey
Der nächste Strand gibt mehr her – für mich ist es der schönste in der Gegend (für die einschlägigen Buchautoren ist er es nicht, die loben den dann folgenden mehr). Warum ist er so toll? Weil er viel (schwarzen) Sand und wenig Steine hat – für meine zarten Butterflyfüße ein gewichtiges Argument. Außerdem hat der Strand von La Playa die richtige Größe, um trotz Begängnis das Gefühl von Ruhe zu bieten – er ist knapp einen Kilometer lang, aber nur an den beiden Enden wirklich nett. Muss ich noch erwähnen, dass es keine Liegestühle gibt, weswegen viele Deutsche gar nicht erst kommen, weil sie nicht wissen, wo sie morgens vor dem Frühstück ihr Handtuch hinlegen sollen?

Hautacuperche
Hautacuperche
Am Anfang dieser schönen Bucht steht seit Juni 2007 ein stattlicher Mann. Hautacuperche ist sein Name, und er ist eigentlich schon einige Zeit tot. Aber 1488 lebte er noch und führte einen Aufstand gegen den Feudalherren Hernán Peraza an – nach dem übrigens die Höhe „Degollade de Peraza“ benannt ist, an der im vergangenen Jahr unsere Wanderung nach La Laja begann. „Hautacuperche startete vom "baja del secreto", in der Nähe des Standorts an der Puntilla, aus, nach San Sebastian und führte die "rebelion der gomeros" an. Dieses Denkmal wurde von der directión general de cooperación y patrimonio cultural del gobierno de canarias dort hingestellt“, schreibt der „erfahrene Benutzer“ la rana im Gomeraforum. Nun wissen wir es! Freundlicherweise sieht der überlebensgroße Monsterheld in die Berge, so dass man sich beim Schwimmen nicht beobachtet fühlt. Baden kann man an diesem Strand nämlich vortrefflich – ich erwähnte den zarten Sand und füge hinzu, dass es sanft und stetig ins Wasser geht, dass es Wellen gibt, dass das Wasser klar ist und ich Quallen und anderes störendes Getier in der Bucht „Playa de Valle Gran Rey“ noch nicht erlebt habe.

Playa del Ingles
Playa del Ingles
Weiter zum nächsten Strand, der hinter dem von Touristen befallenen Örtchen La Playa liegt. Er soll, wie geschrieben, der schönste der Insel sein – von wegen! Na klar ist der „Playa del Ingles“ ein Traum, mit der massiven, 600 Meter steil aufragenden Felswand von „la mérica“ im Rücken, die bei Sonnenuntergang so wunderbar rot schimmert! Und erst die wellen, die sich an den Felsen brechen und im Gegenlicht bezaubernd spritzige gischt abgeben! Aber kann mir jemand sagen, wie man da in Ruhe baden soll? Viel zu gefährlich, zumal eine Unterströmung einem den letzten Spaß raubt. So ein bisschen plantschen: ja, das geht. Aber ansonsten ist dies eher ein Ort, wo man sich ungezwungen bis auf die später sicher salzige Haut (die Gischt!) ausziehen und die die Seele baumeln lassen kann.

Published at 23:06 / 1 comment / 564 visits
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