Rolf-Dieter Müller Militärhistoriker sind nicht lustig - so wenig wie der Gegenstand, den sie untersuchen. Prof. Rolf-Dieter Müller, der der Dresdner Historikerkommission zur Ermittlung der Opferzahlen der Luftangriffe auf die Stadt Dresden am 13./14. Februar 1945 vorstand, weiß das wohl. Während des Historikertages stellte er - zusammen mit weiteren Mitgliedern der Kommission - einen Zwischenbericht vor (Erklärung als PDF), in dem es ("so ist das makabre Geschäft mit dem Tod") auch um Brandtemperaturen, Bombenmengen und die Relation von Toten pro Tonne Sprengkraft ging.

Die Kommission mit dem langen Namen war notwendig geworden, weil sehr unterschiedliche Zahlen über die Opfer kursierten: Je rechter die Quellen, desto größer die Opferzahlen - aber auch politisch weniger Verdächtige schienen den makabren Vergleich der Toten einer bombardierten Stadt zu strapazieren, um besonderes Augenmerk auf sich zu lenken.

Pressekonferenz Nun haben also Wissenschaftler festgestellt, was man seit Ende März 1945 hätte wissen können: Damals hieß es, dass bei den Angriffen der Alliierten auf Dresden am 13./14. Februar 22.000 Menschen umgekommen seien - und man fügte an, dass es wahrscheinlich auch bis zu 25.000 sein könnten. Das Ergebnis nun liest sich ähnlich, aber die Untersuchungen haben eine eigene Qualität in die Diskussion gebracht: Durch die Arbeit der Kommission erhalten die Opfer ein Gesicht und einen Namen. Bei 18.000 Opfern der Bombardierung sei dieses bislang gelungen - und die Kommission arbeitet weiter daran, diese Zahl zu vergrößern. Aber auch für sie ist die Zahl 25.000 die Obergrenze der Opfer.

Transparenz ist eins der Ziele der Kommission - um weiteren Spekulationen und damit verbundenen wilden Ausdeutungen vorzubeugen. Daher sollen die Ergebnisse nach Abschluss der Arbeiten im kommenden Jahr veröffentlich werden. Vielleicht dann auch lesbarer als in der oben verlinkten PDF: Die muss man nämlich ausdrucken und dann mühsam zusammensetzen, um die richtige Reihenfolge der Seiten zu erhalten...