Von Pillnitz nach Birkwitz und Kleinzschachwitz
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| Himmelwärts |
Diese Warnung vorab soll ja nur Lust auf Schadenfreude weiter unten im Text machen, denn unsere Wanderung durchs Welterbe Dresden begann (und endete, ein Rundgang sozusagen) am Tag des offenen Weinguts ganz normal in Kleinzschachwitz. Dort kann man sein Auto parken, dorthin kann man mit der Straßenbahn oder dem Bus anreisen und dann mit einer Fährüberfahrt Richtung Pillnitz angemessen die Erkundung dieses Welterbe-Abschnitts beginnen.
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| Löwenkopfbastei Pillnitz |
Schloss Pillnitz
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| Schloss Pillnitz |
Für August den Starken bildete Schloss Pillnitz den “indianischen Auftakt” einer auf 24 Lustschlösser angelegten Konzeption königlicher Zerstreuung, für die da schon nicht mehr Geliebte Gräfin Cosel war der zwangsverordnete Umzug vom Taschenbergpalais nach Pillnitz der Anfang vom langen Ende auf Burg Stolpen. Matthäus Daniel Pöppelmann lieferte die Entwürfe, die ihre Vorbilder sowohl in der Toranlage zum Palast des Kaisers von China als auch im Palastbau von Venedig haben sollen.
An August erinnert heute noch die Gondel im Park, die dem Kurfürsten der Annäherung an Pillnitz über die Elbe diente, an die Cosel nichts mehr...
Der Schlosspark von Pillnitz wartet mit mancherlei Überraschungen auf: Teils folgt er der strengen Formsprache des Barock, teils ist er als englischer Landschaftsgarten gestaltet – und dann gibt es natürlich die Kamelie. Sie gilt als Europas älteste Pflanze dieser Art und blüht nun schon seit 1801 zwischen Februar und April, wenn 35.000 glockenförmige und karminrote Blüten den Frühling einläuten.
Weinbergkirche
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| Weinbergkirche 2008 |
Die Geschichte der Weinbergkirche, die nach 1990 komplett restauriert wurde, kann man auf den Seiten der Kümmerer (leider very old style mit frames) nachlesen. Die Interessengemeinschaft engagiert sich nicht nur, sie bezieht auch Stellung: "Die Mitglieder der IG Weinbergkirche setzen sich auch weiterhin sehr aktiv für den Status "Welterbe Dresdner Elbtal" ein, da die Weinbergkirche ausdrücklich Bestandteil dieser Auszeichnung ist." Also weht die Welterbe-Fahne am Turm - ein netter und wichtiger Farbtupfer!
Wein und Kunst
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| Rysselkuppe |
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| Kunst und Wein |
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| Weinprobe bei Klaus Zimmerling |
Reelle Wegebezeichnungen
In Oberpoyritz laufen wir eine Straße mit dem schönen Namen Viehbotsche entlang, passieren die Feuerwehr (dort geht man dem Feuerwehrmännerlieblingshobby nach und kokelt, gezielt auf dem Grill und hinter dem Einsatzwagen) und gehen dann immer über Wege, die vermuten lassen, dass man früher noch redlich arbeitete: An der Schmiede, Marktweg, Ziegelweg und Schmiedeweg gehen nahtlos ineinander über. Heute müsste man ja dauernd nur umbenennen: New-Economy-Drive in Seifenblasengasse, Dresdner-Bank-Straße in Commerzbankalle und so...
Birkwitz
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| Via Saxonia |
Die Personen-Fähre tuckert nach Bedarf, also faktisch immer hin und her. Am anderen Ufer - Überraschung! - steppt der Bär. Hier wurde nämlich die Beachbar Heidenau errichtet: Also Sand (feiner weißer Sand, schöner als mancherorts am Meer), Liegestühle, Strandkörbe, ein Grill und eine Bar mit Getränken. Voll ist es und alle sind guter Laune, und manchmal kommt sogar ein Schiff vorbei hinter dem Elbradweg, der die Beachbar vom Elbestrand trennt. Der Wein ist natürlich unvergleichlich zum Zimmerlingschen, aber besser als erwartet, und die Ohnmachtsbratwurst, die wir dringend benötigen, trieft zwar etwas vom Eigenfett, ist aber gut gewürzt.
Ein Schild verrät, dass wir knapp vier Kilometer vor Pillnitz und 16 Kilometer vom "Zentrum" entfernt sind - wahrscheinlich meint das Schild Dresden. Eine andere Zeichenorgie warnt uns, dass es hier glatt sein könnte und ein Winterdienst nicht stattfindet, dass man nur als Fußgänger oder Radfahrer hier lang darf - es sei denn, man ist Teil der Fluorchemie, für die der Weg auch frei ist.
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| Elbaue mit Brennnesseln |
Zur Elbinsel
Nicht mehr lang und man sieht die Elbinsel bei Pillnitz. Hier gibt es auf Zschachwitzer (also jetzt "unserer") Seite die Gaststätte "Zur Elbinsel", die ein wundersames Überbleibsel der DDR zu sein scheint. Das Fachwerk nimmt man dem L-förmigen Erdgeschossler mit Beinaheflachdach nicht ab, und die Karte ist üppig: Von der Soljanka (die sogar ganz ordentlich war) über Bratkartoffeln oder Omelett bis hin zu so exotischen Dingen wie Känguruhnuggets oder Froschschenkeln gibt es alles, was das Herz begehrt. Und es sind viele Herzen, denn der Laden ist voll. In der Karte steht, dass alles frisch zubereitet wird, und keiner wundert sich, dass es, auch bei vollem Laden, nicht länger als drei bis vier Minuten dauert. Bedient wird auch draußen im Garten, aber zahlen musst du drinnen bei der Chefin - das hat doch Charme! So wie der Wahlspruch, der auf der Karte steht: "Ihr Wunsch wird unser Service sein, von Party, Fete, bis zum Schwein!"
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Der Spaziergang als Karte bei Google Maps
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lichtundschattenpro says:
stip replies:
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The Guennipro says:
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aber das wird schon noch...
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Blue Silver says:
stip replies:
Aber das Objekt der Begierde lohnt sich ja auch - und nur weil wir hier wohnen, müssen wir es ja nicht doof finden: Es kommen genug Leute von weit weg, um sich das anzusehen (man nennt sie glaub ich Touristen!)...
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