S. Giorgio Maggiore

Der Klassiker Es gibt schöne Tage und es gibt verregnete. Wir hatten das ausgesprochene Glück, beide zu erleben, und so war es uns vergönnt, die Serenissima auch einmal grau in grau zu erleben. Regen ist gut gegen Staub und harte Schlagschatten.

Unser erstes Ziel (zu erreichen mit Booten der Linie 2): Die Klosterinsel Isola die S. Giorgio Maggiore. Sie liegt gegenüber vom Markusplatz und dem Dogenpalast – aber da Wasser zwischen diesen übervölkerten touristischen Anziehungspunkten und der Kircheninsel liegt, ist es hier bezaubernd leer.

Ein früher Escher Dabei hat es die von Andrea Palladio entworfene (und erst nach seinem Tod gebaute) Kirche in sich: Unter anderem drei Bilder von Jacobo Tintoretto, wobei das "Abendmahl" dank der Privatführung durch einen zufällig anwesenden Priester unsere besondere Aufmerksamkeit erhielt. Wir lernten schöne Details durch ihn - zum Beispiel die Einmaligkeit, dass bei diesem Abendmahl auch Frauen auf dem Bild zu sehen sind. Oder dass der Fußboden nicht nur ein wenig an Bilder von M.C. Escher erinnert...

San Giorgio Maggiore Der Geheimtipp auf S. Giorgio Maggiore schlechthin: Die Turmbesteigung. Erstens gibt’s keine Warteschlange (gegenüber auf dem Markusplatz steht man sich mindestens eine halbe Stunde die Füße platt). Zweitens kostet der Aufstieg (was heißt hier Aufstieg? Es geht per Fahrstuhl hoch!) nur drei Euro gegenüber acht am Campanile de San Marco. Und drittens: Von hier aus sieht man den Marcusplatz mit dem Campanile – wenn man den bestiegen hat, ist der ja schlechterdings unter einem und daher nicht wirklich sichtbar. (Das ist übrigens weltweit so ein Phänomen – Dresden-Besuchern rate ich deswegen auch von einer Besteigung der Frauenkirche ab und empfehle alternativ den Hausmannturm am Schloss: Preiswerter und weniger überlaufen ist's da und man sieht mehr! Obwohl es oben auf der Frauenkirche auch schön ist...)

Von der Klosterinsel empfiehlt sich ein wenig Inselhopping, das klassische Venedig immer im besten Fotografierlicht (Sonne im Rücken ist des Fotografen Entzücken): La Giudecca heißt die Insel mit le Zitelle (lohnt sich nicht wirklich) und Redentore. Die beiden Kirchen von San Giorgio Maggiore und Il Redentore haben übrigens mit Andrea Palladio den gleichen Baumeister. Hier könnte man rein (wir haben es nicht gemacht), hier könnte man auch ein wenig bummeln (haben wir auch sein gelassen, obwohl die Häuserreihe durchaus viel versprechend aussah). Was also haben wir gemacht? Wir sind mit der Linie 2 zurück aufs andere Ufer zur Station Záttere gefahren. Natürlich nicht ohne Grund, denn am Vortag sind wir hier ja an zwei Punkten vorbei gekommen, die einen ausführlicheren Besuch lohnen...