Kleiderordnung auf dem Golfplatz

Der gomerische Hai Fred Olsen ist nicht einer von der – vor allem im Osten Deutschlands sehr beliebten – Olsen-Bande. Er ist vielmehr der Chef von La Gomera. Nicht offiziell, natürlich, aber wenn man sich die Olsen-Geschichte anhört, dann spielt der Name schon eine gewichtige Rolle. Wie so oft bei solchen Stories kann man das sehr nett erzählen – und dann wird der olle Olsen zum Wohltäter, weil Arbeitgeber. Man kann das natürlich auch anders, kritischer, deuten, wenn einer die (finanziellen) Schwächen der anderen ausnutzt und Ländereien aufkauft, bis er zum größten Grundbesitzer der Insel wird. Wer mag, kann ihn mannigfaltig unterstützen: Mit einer Fähre der Olsen-Line nach Gomera kommen; im Hotel Jardin Tecina – dem besten der Insel, natürlich! – wohnen und nebenan golfen; im Restaurant Las Rosas bei Agulo speisen...

Man kann es natürlich auch sein lassen, den Garajonay-Expres zur Überfahrt nutzen statt den Olsen-Hai, in privaten Apartementos wohnen und bei den Einheimischen essen gehen. Fred Olsen wird’s nicht merken.

Hinter Gittern Das Hotel ist nett abgeschirmt, eine Schranke mit hübscher Wachfrau sorgt dafür, dass nicht Kreti und Pleti die Ruhe des schönen Ortes oberhalb von Playa Santiago stören. Auch die Golfer gehen hinter Gittern ihrem Vergnügen auf dem akkuraten Grün nach. Sollen sie, gomerisch sieht die künstliche Landschaft trotz Palmen und adretter Blütenpracht eh nicht aus. Jegliche eventuell aufkeimende Lust auf eine Platzrunde kann einem beim Anblick des Kleiderordnungs-Piktogramms sowieso vergehen. Es zeigt vier stilisierte Männlein, die bezeichnenderweise alle gesichtslos sind und nur einen unmarkanten Eierkopf haben. Die zwei Männer links haben oben rum nichts an, die beiden rechts, oha!, stehen unten ohne da. Je ein Männlein der beiden oben bzw. unten ohne Typen hat offenbar was Falsches an, denn so eine Art Parkverbotszeichen quer über dem stilisierten Kleidungsstück signalisiert ein „so nicht!“.

Mit Hosenstall und Kragen Das rechte Männlein trägt offensichtlich ein T-Shirt, was falsch ist: Es sollte schon ein Polo sein, das zwar auch nicht mehr zeigt oder verdeckt, aber immerhin so eine Art Kragen hat und wahrscheinlich auch noch Platz für ein Krokodil auf der Brust, obwohl man das auf dem Bild nicht sieht.

Aber was ist das bei den Hosen-Männern? Der Linke, der mit dem Parkverboten, trägt seine Hosen genau so lang wie der Ordentliche rechts daneben. Nur... der angeblich so Korrekte – hat der nicht sein Geschlechtsteil raushängen, während der Verbotene alles in der Hose behalten hat? Trägt man das jetzt so auf dem Golfplatz Tecina? Es würde natürlich erklären, warum die Herrschaften hinterm Zaun spielen und Gäste nicht allzu nahe rangelassen werden!

Oh, ich höre gerade, dass meine Bildinterpretation nicht stimmt. Was man da sieht, sei gar nichts Anstößiges, sondern die allenfalls etwas unglückliche Darstellung eines so genannten Hosenstalls. Aber bevor ich über dieses Wort weiter nachdenke, beende ich den Beitrag lieber!