In der Straußwirtschaft Schurig gibt es rundum selbst gemachten Wein

Straußwirtschaft Schurig Die Zahl vernünftiger Besenwirtschaften (oder, wer das Wort lieber mag: Straußwirtschaften) in Dresden, Meißen und Radebeul hält sich in Grenzen. Mehr wären schöner, vor allem mehr von der Sorte wie die jüngst besuchte Straußwirtschaft Schurig. Wir hatten entlang des Sächsischen Weinwanderwegs schon bei früheren Wanderungen Hinweiszettel entdeckt, waren ihn aber nicht gefolgt. Bei unserer Pfingst-Wein-Wanderung allerdings kam uns der Hinweis gerade zurecht, war doch der Weg zuvor lang und der Durst auf Neues groß genug.

Die Besenwirtschaft findet im großen, gepflegten Garten des Hauses Barkengasse 36 statt. Hier eine Sitzgruppe unterm Schirm, dort eine am Teich, hinterm Busch wieder eine: Man sitzt nicht allein und doch ungestört. Für den ganz großen Andrang gibt es noch Tische und Stühle unterm Sonnensegeldach. Die Straußwirtschaft, so lesen wir auf der Karte, läuft nun schon die sechste Saison – und Dank guter Enrte im vergangenen Jahr kann man die Weine nicht nur vor Ort probieren, sondern auch auf Flasche gezogen mitnehmen.

Alle Weine stammen aus 0,9 ha in zwei Lagen: vom Johannisberg unterhalb der Wettinshöhe und vom Steinrücken (unterhalb Neufriedstein). Sie werden in der vierten Saison im eigenen Weinkeller selbst ausgebaut. Vor Ort ausgeschenkt werden die Weine - wenn nicht anders gewünscht - in 0,25-l-Karaffen zu Preisen, in denen man andernorts in Sachsen nicht mal 0,1 Liter bekommt (3 Euro für Müller Thurgau, je 3,50 Euro für Riesling, Weißburgunder, Dornfelder und 3,90 für Grauburgunder und Traminer). Die Weine sind nicht sensationell, aber im Einklang mit dem Ort bestens trinkbar. Nicht selbstverständlich und bei warmen Wetter eine große Hilfe: Die Karaffen kamen im Weinkühler!. Uns gefiel der Grauburgunder am besten – und als wir die Chefin beim Bezahlen nach ihrem Lieblingswein fragten, brachte sie gleich einmal noch einen Viertelliter vom hauseigenen Traminier und sagte: "Der - probieren Sie ihn mal!" Soviel Lockerheit und Gastfreundschaft bereitet uns großes Vergnügen!

"Für den kleinen Hunger" steht auf einer Extra-Karte, die die Rast trefflich abrundet, denn sowohl das Stück Zwiebelkuchen (2 Euro) als auch der "Pikante Wurstsalat" (mit sehr knusprigem und frischen Brot! – 4,50 Euro) tun gut bei so einer Weinprobe im Grünen.

Fazit: Eine der schönsten Besenwirtschaften der Gegend, mit eigenen selbst gekelterten Weinen, vorbildliche Gastfreundschaft und ein idyllisches Plätzchen.

Straußwirtschaft Schurig
Holger und Cornelia Schurig
Barkengasse 36
Radebeul

weinbau-holger-schurig.@t-online.de
Tel. 03 51 / 4 11 26 87

Geöffnet:
April – Oktober
Mi und Do 10 – 16 Uhr
Fr. 14 – 21 Uhr
Sa, So und Feiertage ab 13 Uhr

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