Zwei Besuche im Pressecafé Maximus

Maximus Ein wenig ist es wie ein Gang zurück in die Vergangenheit: Im Maximus haben wir in den Jahren nach der Wende gerne gesessen. Es gab ja längst noch nicht so viel Auswahl wie heute! Dann war das Maximus weg, am anderen Ort - und nun ist es wieder da, wo wir es kennenlernten, auch wenn die eigene Webseite es noch im art’otel-Komplex verortet. Nein, es ist gegenüber! Im zeitgeistig coolen Design firmiert es als Pressecafé, was angesichts der Nähe zum Haus der Presse auch irgendwie stimmig ist.

Drinnen ist es gut besucht an diesem Samstag um zehn - die Pensionen der Umgebung ohne eigenen Frühstücksraum schicken ihre Gäste hierhin. Das Büffet verspricht “Erstaunliches zum kleinen Preis”, und dazu gehören vielleicht auch die (ich zitiere einmal die Webseite) “Eier vom Bauern – gekocht, gerührt, gespiegelt”. Hühnereier, am liebsten von freilaufenden aus dem Biohof, hätten es auch getan.

Die nominelle Vielfalt fand (wie gesagt: wir kamen um zehn, es ging noch bis halb zwölf) ihre natürliche Einschränkung im Verbrauch. Orangensaft war gerade aus, wurde aber später nachgeschenkt. Die Aufschnittplatten sahen schon derangiert aus und hielten diesen Zustand durch bis zum Ende - über das traurige Schicksal einer Zierpeperoni könnnte man ein Gedicht schreiben, über die vergessene und von allen verschmähte Scheibe Braten am unteren Ende der Platte ein Essay.

Wir lernten, dass “all inclusive” nur den Kaffee aus der Kanne in hotelüblicher Qualität einschließt, aber keinen Latte Macchiato. Für 8,90 (das ist der “kleine Preis” fürs Büffet in Ordnung, aber es ist dann eben nur nearly all inclusive). Die beiden Bedienungen ließen uns den kompletten Aufenthalt ungestört genießen und fanden es auch nicht befremdlich, dass wir mangels Tischmülleimer den Tisch zum Mülleimer machten und munter die 10-Gramm-Butterstückchen-Verpackungen mit den 7,5-Gramm-Kaffeesahnebehältern und den Schokoaufstrichplastebehältnissen ganz im Sinne moderner Kunst arrangierten. Sie fragten auch nicht nach, ob wir – wie bei unserem Erstkontakt angekündigt – später doch noch gegen Aufpreis einen Latte Macchiato haben wollten, weswegen wir das dann sein ließen.

Wenige Tage später ergab sich die Möglichkeit, das Mittagsangebot zu probieren. Die Karte ist klein, was eine schnelle Bedienung ermöglicht - außerdem wechselt sie (die Karte, nicht die Bedienung!) wöchentlich. Die Kohlroulade mit Kartoffeln und reichlich Soße zeichnete sich durch extrem knackigen Kohl aus (der in der Soße schwimmende war deutlich besser!), und über die Füllung wollten wir dann doch nicht länger nachdenken. Und bei Kartoffeln gibt es bekanntlich solche, die schmecken und andere – was einerseits an der Kartoffelsorte und andererseits an der Zubereitung liegen kann. Naja. Trost suchten wir im Mango-Panna-Cotta, laut Karte mit Cassis-Sorbet und kleinem Espresso. Wir fanden den Trost ebensowenig wie das Cassis-Sorbet, das kommentarlos fehlte (oder in eine Form gepresst wurde, die einer Erdbeere sehr ähnelt und ihr auch geschmacklich nahe kam, so man im Oktober von Erdbeeren noch Geschmack erwarten kann). Der Espresso freilich war richtig gut!

Pressecafé Maximus
Maxstraße 6
01067 Dresden
Telefon: +49 351 810 4100
E-Mail: info@maximus-dresden.de

Geöffnet: Montag bis Freitag 7:00 bis 17:00 Uhr, am Wochenende 8:00 bis 17:00 Uhr

[Besucht am 1. und 5.10.2011 | Lage | Zur Karte der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]