stip Published on March 4, 2009
by stip

stip's blog

Browse posts
Venezianische Impressionen (11)
Posted on April 4, 2009
6 comments (latest 8 months ago)
Venezianische Impressionen (10)
Posted on April 3rd, 2009
6 comments (latest 8 months ago)
Zu den Märzenbechern im Polenztal
Posted on March 23, 2009
6 comments (latest 8 months ago)
Apulische Augenblicke (26)
Posted on March 9, 2009
Apulische Augenblicke (25)
6 comments (latest 9 months ago)
Apulische Augenblicke (24)
Posted on March 1st, 2009
1 comment (latest 9 months ago)
Apulische Augenblicke (23)
Posted on February 27, 2009
13 comments (latest 9 months ago)
Apulische Augenblicke (22)
Posted on February 26, 2009
6 comments (latest 9 months ago)
Apulische Augenblicke (21)
Posted on February 24, 2009
4 comments (latest 12 months ago)

Keyword tags

Apulische Augenblicke
Beergarden

More information

This post is public
Attribution + non Commercial + no Derivs
  1. Read 231 times

Apulische Augenblicke (25)

Wednesday March 4, 2009 at 09:58PM

Von Surfern und Bierhäusern

Liebes Tagebuch!

PittiPlatsch
PittiPlatsch
Heute waren wir am Strand mit den vielen Surfern. Punta Lunga heißt das da, und es gibt Campingplätze en masse, gefährlich viel drahtige Italiener und obendrein eine Menge Bayern, die den ungleichen Kampf mit den Naturgewalten Wasser und Wind aufnehmen wollen. Meistens verloren sie: Es lagen weitaus mehr Surfbretter am Strand und Menschen neben ihren glitschigen Brettern im Wasser als für ein chices Coverfoto gut gewesen wäre. Außerdem schien die Sonne mal wieder kein bisschen, zudem wehte nur ein recht lauer Wind. Und dann auch noch aus der falschen Richtung! Uns war das egal, denn wir liefen nur voyeuristisch den Strand entlang und kamen ohne körperfigurbetonenden Neoprenanzug aus, was vielleicht auch besser so war...

Landestypisches Restaurant
Landestypisches Restaurant
Bayern in Apulien klingt gewöhnungsbedürftig, ist aber offensichtlich sowas von selbstverständlich, dass man auf alles gefasst sein muss. Zum Beispiel auf ein bayerisches Tupferl etwas landeinwärts: Da steht ein Beergarden mit Hofbräu-Bier vom Fass. Da geht unsereins (Weintrinker/in und nicht aus Bayern) doch freiwillig nie rein! Wir taten's dennoch, tapfere Tester im Namen aller nach uns Reisenden – und waren begeistert. Hausgemachtes Brot aus dem Pizza-Ofen, Bio-Olivenöl, gefüllte Artischocken (würzige Brot-Ei-Mischung), vorzüglicher frischer Barsch vom Grill, der (endlich einmal!) nicht nach Holzkohlengrill schmeckte, obwohl die knusprige Haut über dem saftigen Fleisch schon ordentlich Hitze abbekommen hatte. Pane Pomodore als Spezialität erschloss sich uns nicht wirklich als (wie von der Chefin angesagt) etwas Besonderes, aber die Maulbeeren aus dem Garten, mit grünen Blättern geschützt und von Tisch zu Tisch wandernd, waren eine kostenlos gereichte Leckerei zum Abschluss – und der Lorbeerschnaps nach dem Bezahlen hatte es auch in sich.

Am Nachmittag füllte sich das Haus: Lauter total coole Italiener fuhren vor (und parkten uns beinahe zu), alle mit total coolen Klamotten und supercoolen Sonnenbrillen, die sie aber im dunklen Haus abnehmen konnten. Sie kamen, um gemeinschaftlich das Fußballspiel Rom gegen Mailand zu sehen. Der Wirt musste mitgucken, weswegen der Caffee von einer Tittenbraut serviert wurde,die zuvor am Gästetisch saß. (Ich bitte das zweite durch Kursivdruck zurückgenommene Wort zu entschuldigen, aber die Dame hing schon sehr betont an ihrem Busen und betonte die üppige Macht noch durch ein rotes Herz im sonst enganliegenden schwarzen Dress. Und ja: ich habe ein Bild, aber nein: ich werde es nicht zeigen ;-)

Und nun noch die Geschichte, warum im Gargano ausgerechnet Hofbräu gezapft wird.

Der Wirt ist hier in der Gegend geboren, aufgewachsen aber in Mailand. Als er ins wehrpflichtige Alter kam, zog er es vor, auch der erweiterten Heimat vorübergehend ade zu sagen („die Hippiezeit!“ grinst seine Frau, als sie es uns erzählt) – und es verschlug ihn nach England, wo er sie kennen lernte. Beide waren, wenn ich das richtig verstanden habe, noch acht oder neun Jahre gemeinsam in München, bevor er sich wieder nach Italien trauen konnte. Hier betreiben die beiden nun den Beergarden – mit Bier aus München, „weil wir ein Bier vom Fass ausschänken wollten, das auch schmeckt!“ Im Winter besteht die Kundschaft nahezu ausschließlich aus „den Jungs aus Vieste“, die nun hier Fußball gucken. Im Sommer wagt man den Spagat mit den Touristen, die die nahe gelegenen Campingplätze massig anspülen. Chef und Chefin sprechen deutsch, englisch und italienisch, und sie führen ihr Restaurant nach dem Motto „das Beste aus den drei Kulturen“.

Wetten, dass wir am nächsten Abend noch einmal da waren?

translate into English

6 Comments / add your comment?

Curlgirl says:
Das war wirklich eine Überraschung - und wir haben uns erst beim zweiten oder dritten Mal reingetraut, wenn ich mich recht erinnere...sehr nett geschrieben!
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro says:
Die Geschichte hat viele Parallelen zu meiner Familie: Immerhin hat meine Tochter ihren Mann auch in England kennen gelernt ;-)

Ich "lebe" deine Geschichten immer so richtig mit!
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )
stip replies:
ich sollte mal eure familiengeschichten aufschreiben. bilder scheint's ja zu geben ;-)
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro replies:
Ja schon, aber nicht unbedingt oeffentliche ;-)
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )
Cezar /Kaiserpro says:
Ich lese gern, was Du schreibst:)! Danke!
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )
stip says:
Danke für die Komplimente, aber mir macht's Spaß -und es hilft, die erlebten Dinge nicht zu vergessen!
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )

Add your comment

Reply to this comment

Edit your comment

Please sign in to post a comment Sign in now?


rss Latest comments – Subscribe to the feed of comments related to this post.

 

Català | Čeština nové | 中文 | Deutsch | English | Español | Esperanto | Ελληνικά | Français | Galego | Italiano | Nederlands | Português | More...