Ich gehe von dem bearbeiteten, aber noch nicht mit den Abschattungen versehenen Foto "Gewicht des Damokles" aus. Bei beiden Methoden sind die Änderungen zwar bei genauem Hinsehen durchaus sichtbar, IMHO aber eher "fühlbar". Das Foto bekommt - für mich - mehr Tiefe und Authentizität.

Automatische Vignettierung

Die erste, einfache, Methode nenne ich die "automatische Vigenttierung". Sie ist sehr einfach anzuwenden und als Aktion in Photoshop zu realisieren und führt per Knopfdruck zu einer gleichmäßigen Vignettierung von Fotos.

Man benötigt eine Verlaufsfüllebene mit folgenden Einstellungen: Verlauf von Transparent bis Schwarz, Stil: Radial, Winkel: 143,13 Grad, Skalierung 81%, "Umkehren" und "An Ebene ausrichten" abgehakt. Bei Winkel und Skalierung handelt es sich um die Werte, die ich - für mich passend - eingestellt habe, kann natürlich alles individuell angepasst werdenn. Hier ein Screenshot:

Diese legt man über die Hintergrundebene mit dem Foto und stellt als Überlagerungsmodus "Weiches Licht" und als Ebentransparenz "30%" ein (auch mit der transparenz kann dann noch experimentiert und die Vignettierung verstärkt der verringert werden):

Mit dieser Ebene werden die Ecken des Fotos gleichmäßig abgedunkelt. Hier das Ergebnis, einmal nur die Vignettierung selbst, dann mit Foto:

Und dann noch einmal der Vorher/Nachher-Vergleich:

Kaum erkennbar, aber spürbar ;-) Man kann das ganze intensivieren, indem man die Transparenz verringert (bzw. Deckkraft der Verlaufsebene erhöht).

 

Manuelle Vignettierung

Die von mir bevorzugte Methode ist ein wenig komplizierter, man kann aber mehr Einfluß auf das Ergebnis nehmen, was mir sehr wichtig ist:

Man fügt eine Gradationskurvenebene über dem Foto ein und ändert nichts, einfach nur OK klicken.

Dann stellt man den Überlagerungsmodus auf "Multiplizieren" und die Deckkraft auf "50%". Danach fügt man dieser Ebene eine Maske hinzu und füllt die Maske mit der Farbe schwarz.

Dies waren die Vorarbeiten. Nun wählt man das Werkzeug "Verlauf" aus ("Taste "G") mit folgenden Eigenschaften: Linearer Verlauf von Weiss nach Transparenz, Modus "Normal", Deckkraft "100%", "Dither" und "Transparenz" abgehakt. Dann aktiviert man die Maske, indem man sie einmal mit der linken Maustaste anklickt, und fährt mit der Maus auf dem Foto von den Ecken zur Mitte. Dadurch wird die Maske an den Ecken mit weiss gefüllt, die Ecken werden dunkel.

Das Besondere an dieser Methode ist, dass man - abhängig von den Bildinhalten - die Vignettierung individuell anbringen kann, was in den meisten Fällen viel besser aussieht als bei der atomatischen Vignettierung.

Auch hier wieder der Vorher-/Nachher-Vergleich:

Und das endgültige, mit Rahmen versehene Foto:

Hoffe, dieses kleine Tutorial hat die Frage von Vegitill beantwortet und hilft dem einen oder anderen bei der Vignettierung seiner Fotos.