Ich wohne am Waldrand. Direkt hinter meinem Garten sind ein paar Bäume, dahinter ein leicht bewaldetes Moorgebiet und dahinter der richtige Wald mit den wirklich hohen Bäumen.
Jeden Morgen, wenn das Wetter gut ist - also nicht so wie heute, gestern, vorgestern ... - liegt über dem Moorgebiet Nebel. Das sieht sehr beeindruckend aus. Mein Blick geht Richtung Osten, die Sonne geht hinterm Wald auf und zaubert wunderschöne Reflektionen in den Nebel.
Ich habe etliche Male versucht, dieses Bild zu fotografieren, aber alles, was dabei rauskam, war Erbsensuppe.
Der Nebel ist einfach nur eine weiße Wand, die feine Struktur ist nicht zu sehen und das Restbild wirkte auch meist irgendwie ungesättigt. Ich kam schon zu der Überzeugung, dass sich Nebel einfach nicht fotografieren lässt, so wie sich Gold auch nicht scannen lässt.
Jetzt habe ich aber ein Bild von Guarrenzino entdeckt, auf dem man die feine Struktur des Nebels erkennen kann und die mystische Stimmung rüberkommt: www.ipernity.com/doc/guarrenzino/140996
Irgendwas muss ich also falsch machen.
Hat jemand einen Tipp?
Momentan ist natürlich kein Nebel zu sehen, deshalb kann ich nur ein altes Bild als Anschauungsbeispiel zeigen.
|
| Nebel |
Hier ist allerdings der Vordergrund schon bearbeitet, weil er mir auf dem Originalfoto zu unrealistisch vorkam. Der war auch völlig ungesättigt. Das Originalbild finde ich leider nicht. Aber das Nebelproblem ist trotzdem zu sehen: graue Wand, eine Masse. Ich hätte den Nebel gerne feingliedriger, also so, wie er wirklich war. Und wenn man mir erklären kann, wie man den Vordergrund direkt so fotografieren kann, dass er auch auf dem Foto so aussieht, wie er wirklich ist, also so sattgrün, dann wäre ich auch dankbar.
translate into English
Send a message
Search for members

Marcel pro says:
aliena replies:
Es ist ja kein feingliedriger Nebel zu sehen, bei ihr ist auch Erbsensuppe und das Bild wirkt hauptsächlich nicht wegen des Nebels, sondern wegen des Lichts.
Kurz: sie hat Licht fotografiert und Nebel als Stimmungselement benutzt, ich möchte Nebel fotografieren und dabei Licht als Stimmungselement benutzen.
Neben Blenden- und Belichtungszeiten, die ich natürlich ausprobieren kann und auch schon versucht habe (es ist ja nicht das einzige Bild) wären natürlich auch andere Faktoren interessant. Ich fokussiere zum Beispiel hierbei auf die Eiche im Vordergrund, wenn ich hinten auf die Kiefer fokussiere, findet der Autofokus natürlich keinen Punkt, den er fokussieren kann, weil der Nebel davor ist. Das geht also nur per Hand. Den Nebel selbst zu fokussieren, habe ich noch nicht hingekriegt, dafür bin ich irgendwie zu grobmotorisch. Aber wäre vielleicht genau das die Lösung?
Guarrenzino habe ich jetzt mal nach seinen Exif-Daten gefragt, jetzt gehe ich mal auf die Suche, ob ich meine finde.
Aber danke erstmal für die ersten Gedankenansätze. :o)
moritz™ says:
Ich überlege grade mal, was wohl sinnvoller ist: überbelichten oder unterbelichten. Ich denke, du musst das Bild etwas unterbelichten, da der Nebel ja eher in den hellen Bereichen des Histogramms Details zeigt. Das würde ich dann machen: eine Reihe von Aufnahmen immer 1/3 Stufe kürzer belichten und mal sehen was dabei rauskommt.
Aber ohne Nachbearbeitung wirst du wohl nicht auskommen. Kontrast und Helligkeit sind natürlich essentiell bei solchen Bildern.
aliena replies:
Auf dem Bild hier habe ich ja den Vordergrund bearbeitet, das ist zwar nervig, weil ich eigentlich jedes Blatt einzeln hätte maskieren müssen, aber es funktioniert wenigstens. Den Himmel hätte ich jetzt auch einbläuen können, wäre kein Problem gewesen.
Wenn ich jetzt allerdings den Nebel selbst nachbearbeiten will, stoße ich an meine Grenzen, jedenfalls mit den gängigen Mitteln wie Graduationskurven, Tonwertkorrektur, Kontrast, etc. Es wirkt einfach nicht. Entweder verschwindet der Nebel völlig, oder er sieht total unnatürlich aus oder der Hintergrund verschwindet völlig - nämlich dann, wenn ich es übertreibe.
Die einzige, funktionierende Methode, die mir bisher in den Sinn kam, ist die, den vernebelten Bereich mit dem PS-Filter Wolken zu maskieren und dann im filtermaskierten Bereich mit Sättigung, Helligkeit und Kontrast zu spielen.
Aber wenn ich soweit gehe, kann ich eigentlich auch direkt Nebel auf ein normales Foto malen.
Hmm...
moritz™ replies:
Gut, das Bild wirkt jetzt arg übertrieben. Daher nach wie vor: verschiedene Belichtungseinstellungen ausporobieren - etwas unterbelichten, und nicht wackeln ;-)
aliena replies:
Jetzt muss ich also erstmal wieder auf Nebel warten und dann fotografiere ich mal vernünftig, also nicht einhändig mit dem Tele, und dann sehen wir mal weiter.
Achja, welchen Bildteil würdest du fokussieren?
moritz™ replies:
Am besten ist es, wenn du die hyperfokale Entfernung einstellst; wenn dir das zu kompliziert ist, dann ist (und das geht mir ganz schnell so) dann nehme ich die Faustregel: Scharf stellen auf irgendein Objekt, das eher weiter entfernt ist, aber nicht ganz in der "Unendlichkeit" liegt (also dort, wo das Objektiv sowieso schon am Anschlag ist). Bei einer kleinen Blende hat man dann den größten Schärfebereich.
Um es kurz zu machen: Probier folgendes: Stell erst auf die Bäume im Hintergrund scharf, dann auf die Bäume im Vordergrund. Merk dir die Einstellung des Entfernungsrings in beiden Fällen und stell manuell genau auf die Mitte zwischen beiden Einstellungen. Das sollte klappen.
aliena replies:
Kleinere Blende heißt auch längere Belichtungszeit, das wiederum heißt, dass der Nebel mehr Zeit hat, sich zu bewegen. Andererseits muss ich auch unterbelichten, damit hat der Nebel wieder weniger Zeit, sich zu bewegen.
Jetzt muss ich mir noch überlegen, wie ich mein Stativ so hoch kriege, dass ich auch genau den Ausschnitt wieder draufkriege. Und dann muss ich hoffen, dass ich mich frühnebelmorgens auch noch an die Erklärungen erinnere.
Aber zuallererst einmal brauche ich besseres Wetter und Nebel! :D
Ich werde deine Empfehlungen beherzigen, danke!
aliena says:
Habe ich wohl abends fotografiert, was erklärt, wieso keine Sonnenstrahlen zu sehen sind. Die sind aber auch auf den Morgens-Fotos nicht zu sehen. :D
moritz™ replies:
sel says:
im folgenden bild habe ich nur den oberen waldrand retuschiert (abgedunkelt) um eine bessere "nebel"-anmutung zu haben:
www.ipernity.com/doc/15805/154452?from=154540
weiterhin ist typisch dass alles was weiter weg ist auch grauer ist (ach was :P) - deshalb würde ich eine landschaft versuchen, bei der man weit in den Raum sehen kann und die verschiedene "ebenen" mit nebelabstufungen hat.
unter- oder überbelichten? hängt von der situation ab - überbelichten kann auch ganz gut kommen (betont evtl die diffuse lichtstimmung) - einfach versuchen
www.ipernity.com/doc/15805/154453?from=154454
www.ipernity.com/doc/15805/154454?from=154540
www.ipernity.com/doc/sel/154540
aliena replies:
Scheint ja wirklich nicht so einfach zu sein und das perfekte Nebelbild habe ich noch nicht gefunden, wenn auch viele sehr schöne.
Bei deinen habe ich auch eins gefunden, das mir sehr gut gefällt.
Dann habe ich noch rausgefunden, dass es verschiedene Arten von Nebel gibt, wobei ich darauf schon längst hätte kommen können, wenn ich beim Wetterbericht mal besser aufgepasst hätte - Frühnebel, Hochnebel, Bodennebel, Gespensternebel... ;o)
Am besten gefallen mir so Nebelbilder wie zum Beispiel die von Ninsche oder das von dir, für das ich gevotet habe (das vierte), da harmoniert der Nebel mit der Lichtstimmung, der Nebel selbst ist eine diffuse Wand und die Bilder leben vom Licht und von den Farben.
Das sind aber beide Male Nebel, die anders sind als meine, ich habe ja eher Gespensternebel: der Nebel liegt nicht über einem großen Gebiet wie eine Schicht Watte, sondern steigt nur über einer begrenzten Fläche auf. Dort ist er sehr feingliedrig, ein bisschen wie Rauch und der Rest der Landschaft ist klar.
Das dürfte hier daran liegen, dass dieses kleine Stück niedriger Wald ein Feuchtgebiet ist und morgens, wenn die Sonne aufgeht, dampft das ein bisschen.
Dadurch habe ich das Glück, dass diese besonderen Nebelmomente hier recht häufig sind, quasi jeden Morgen, der verspricht, ein schöner, sonniger Tag zu werden. Gegenlicht (ganz, ganz leicht schräg) ist auch immer, weil ich ziemlich genau Richtung Osten gucke.
Nur mit der Landschaft, in die ich weiter reinsehen kann, hapert es hier etwas, ich wollte eigentlich nicht umziehen. :D
Nebelupdate 24. Juni in der Früh: kein Nebel, kein Sonnenschein. Die Sonne kommt erst jetzt raus und da ist der Nebel schon weg. :(
Ninsche pro says:
Die Bilder die ich hier eingestellt habe gehen wirklich in eine total andere Richtung. Die leben tatsächlich hauptsächlich vom Licht. Die sind auch einfach zu fotografieren, man muss nur das Glück haben, Licht und Nebel so vorzufinden, dann ist der Rest eigentlich nur noch knipsen.
Ich hab mich jetzt auch mal hier nach Nebelbildern umgeschaut. Hier wäre eines, das ist zwar von der Richtung immer noch nicht das, was Du haben willst, wenn ich Dich richtig verstanden habe, aber von der Struktur her schon um einiges besser als alles, was ich bisher zustande bekommen hab. Der Nebel hat so ein wenig rauchige Konsistenz...
Ansonsten müssen wir eben mal versuchen ein PiPa-Nebel-Fototreffen zu machen...
Guarrenzino tripping says:
Habe gerade dein Blog entdeckt.
ich wohne auch am Waldrand und wenn ich aus meinem Schlafzimmerfenster gucke und mich etwas aus dem Fenster lehne sehe ich auch den Sonneaufgang..fast. Stattdessen sehe ich ein nebeliges Tal. Ich nehme meinen Fotoapparat, halte mich fest "Point and Shoot."
Ich hoffe, dass du die Metadaten bekommen hast, die ich geschickt habe, und es irgendwie geholfen hat.:-)
aliena replies:
Ich selbst kann nicht viel damit anfangen, ausser, dass ich weiß, dass ich mit ähnlichen Einstellungen fotografiert habe. Darf ich sie hier hinschreiben? Vielleicht kann ja dann Marcel noch was dazu sagen.
Ich bin aber überrascht gewesen über deine Kamera. Ich hab ja fast dieselbe hier liegen - etwas eingestaubt schon. Vielleicht sollte ich die mal wieder auspacken. ;o)
GinArt says:
Vielleicht nimmt die Kamera einfach die zarten Grautöne raus und man könnte es mit Weissabgleich hinbekommen? - Fragt mich nicht, ist für mich ein mystisches Gebiet.
sel says:
gefällt mir wegen der stimmung -
es liegt auch bei nebelschwaden am licht: www.ipernity.com/doc/keessmans/214740
aliena replies:
Das zweite Bild ist klasse. Da rechts unten am Rand, da kann man den Nebel entdecken, den ich meine. Ganz dezent - Geisternebel, ganz feingliedrig!
NicoleB pro says:
Hast Du es mal mit etwas mehr Abstand probiert?
Vielleicht bist Du einfach zu nah dran?
In Ungarn habe ich ein paar Versuche gestartet und in Korea auch.
In KOrea die sind allerdings nur mit Nebeln an den Bergspitzen und in Taelern.
Das hier ist in Ungarn und recht nahe.
Allerdings mehr Suppe, als Nebelschwaden:
www.ipernity.com/doc/14369/229919
Vielleicht zaehlt hier auch wieder: Ueben und probieren :)
aliena replies:
NicoleB pro replies:
Wie waers mit rausgehen und von dort aus verschiedene Winkel probieren? ;)
aliena replies:
Wenn ich runtergehe, sehe ich nur Baumstämme.
lightpaintings says: