robbb Published on December 12, 2007
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Gute Kameraden oder "Die schönste Zeit meines Lebens"

Wednesday December 12, 2007 at 10:54AM
1.

Der Obergefreite Graf, ein großer, kräftiger Kerl aus dem Ruhrgebiet, beinahe schwarze Haare, tief liegende, eng beieinander stehende Augen, kräftigen Schnurrbart, den Hinterkopf immer ein wenig hoch gestreckt und das Kinn zur Brust, konnte brillant den sterbenden Schwan. Meist hatte er dann schon reichlich Dosenbier und auch Schnäpse. Den sterbenden Schwan setzte er in der Regel mit einem Strip auf einem Stubentisch fort, um abschließend die Stube voll zu kotzen und selig lächelnd neben seinem Bett einzuschlafen.

Einmal im Sanitätsunterricht sollte er einen Abschnitt aus der Dienstvorschrift vorlesen. Ging aber nicht. Alle haben es gewusst, nur nicht der Sanitätsfeldwebel. Der wollte OG Graf auch nicht reinreiten. Hat es einfach nicht gemerkt. Also war Graf erst großkotzig: »Nö, son Scheiß les ich nicht!« Der Sani, ein wirklich netter Typ, trotz Einzelkämpferausbildung, irritiert, »na los, Graf, mach schon«. OG Graf konnte aber wirklich nicht und hat drei Mal gesagt: »Ne, mach ich nicht« und hätte dann fast angefangen zu heulen.
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