In einem frühren Blogpost habe ich ja schon sehnsüchtig auf den großen Filter gewartet und damit interessante Reaktionen bei meinen Mit/Usern/Menschen hervorgerufen. Natürlich halte ich diese Art von Zensur auch nicht für Sinnvoll. Außer, das er die Kreativität von Kriminellen und Nicht-Kriminellen beflügelt. Aber mögen die Spiele beginnen. Mal schauen, wie weit man unser Grundgesetz vergewaltigen kann.
Natürlich ist mir klar, dass man ein Verbrechen nicht einfach ausblenden kann. Wer soll es sonst noch zur Anzeige bringen? Aber das mit dem Anzeigen ist in diesem Land auch nicht mehr so einfach. Denn eigentlich darf man diese Inhalte (ob nun gewollt oder nicht gewollt) doch gar nicht sehen.
Stellt euch mal vor, da bewohnt jemand eine Wohnung in der Stadt und schaut jeden Tag durch sein Küchenfenster und entdeckt, dass in der Seitenstraße, welche direkt von eben diesem Fenster einzusehen ist, mit Drogen gehandelt wird. Stellen wir uns mal weiterhin vor, dass es keine direkte Anlaufstelle für diese Art von durch Fenster beobachtete Verbrechen in Seitenstraßen gibt. Er kann also nirgendwo anrufen, um diesen ärgerlichen Vorfall zu melden. Und die guten Betäubungsmittelkonsumenten denken gar nicht daran sich von ihm verscheuchen zu lassen. Dabei geht er ja auch ein nicht gerade geringes Risiko ein.
Nun hat die Polizei mitbekommen, dass in eben dieser Straße immer wieder mit Drogen gehandelt wird. Da gibt es wohl eine Sondertruppe, die solche Orte ausfindig macht. Also erscheint nach ein paar Wochen ein Transporter eines Dienstleisters zur Städtebegrünung und pflanzt eine Hecke so geschickt am Straßenrand, dass man den Ort des Verbrechens nicht mehr einsehen kann. Jetzt ist es schön grün am Straßenrand. Aber der Wohnungsinhaber wird das komische Gefühl nicht los, dass hinter dieser Hecke noch weiterhin mit Drogen gehandelt wird. Bei einem seiner zahlreichen Spaziergänge durch seinen Stadtteil entdeckt er weitere Grünanlagen, die dort vorher noch nicht standen. Natürlich könnte das ganz normal sein. Aber trotzdem hat unser rechtschaffender Bürger wieder das komische Gefühl, dass dort genauso dem illegalen Rausch gefröhnt wird.
So richtig mulmig wird ihm, als er eine der zahlreichen Begrünungen genauer untersucht und feststellt, dass hinter einer der zahlreichen Hecken ein Plakat des "Vereins gegen Steuerbetrug" hängt. Aber das hatte doch gar nichts mit einer kriminalen Handlung zu tun. Die müssen sich geirrt haben. Er redet mit Freunden über das Problem. Doch die glauben ihm nicht eeinmal, dass dieser Verein überhaupt existiert und erklären seine Gedanken zu einer vertitablen Verschwörungstheorie.
Jetzt ist sein Interesse an diesen Grünanlagen geweckt. Er will allen beweisen, dass er Recht hat. Was mag wohl hinter den anderen zahlreichen grünen Inseln stecken? Als er sich eine weitere Grünanlage genauer anschaut, wird unser armer Küchenfenster-Besitzer leider Zeuge eines schweren Falls von Kinderprostitution. Die Polizei, welche alle Grünanlagen von außen überwacht, wird auf diesen Fall des illegalen Zuschauens aufmerksam und verwarnt den Zuschauer mit dem Hinweis, dass zwei weitere Verwarnungen zu einer Inhaftierung führen können. Voller Angst kehrt der Ermahnte in seine Wohnung zurück; schaut aus dem Küchenfenster und erfreut sich an den zahlreichen Amseln, welche auf der Hecke sitzen.
Die mögen wenigstens kein Heroin.
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OR_Upro says:
Und, wie Du schreibst, dienen sie ja zwei Zwecken:
Zum Einen führen sie dazu, dass man jedem, der dahinterschaut, die Absicht unterstellen kann, verbotene Inhalte sehen zu wollen (und somit die Strafbarkeit dieses Unterfangens zu erreichen), zum Anderen kann man auch wunderbar "unbeliebte" Inhalte verdecken, und sich somit die Angst der Bevölkerung vor Verfolgung zunutze machen: Ein grossartiger Mantel des Schweigens für Pornographie, rechte wie linke Propaganda, Parteispendenbelege, Bombenbastelanleitungen, parlamentarische Reisekostenabrechnungen, freie und unabhängie Berichterstattung, usw, usw...
Ein grosser Schritt in Richtung "Unser Land soll schöner werden"! ;-)
patrickhh replies:
rob_visual replies:
Wiki Tangopro says:
Und jetzt kommt ein Fremder in die Stadt und fragt, wo die Kunstaustellung ist..
ein freundlicher Mensch sagt, dass er diese durch die Hecke beobachten kann.
Einmal durch die Hecke geblickt, zack - Knast!
Wieviele Anarchos/Cyberkriminelle/Spammer/Fraudies werden wohl gut getarnte Mails durch Deutschland senden, bei denen hinter Links oder eingebetteten Webgrafiken zensierte Inhalte liegen. Zweck? Unbescholtene DAUs ans Stop-Schild holen, die Zensur die eigenen Bürger fressen lassen...
..das wird a) spannend und b) sehr ekelig.
Und dann kommt ein Fremder in die Stadt und fragt, wo die Demo ist..
da hinter der Hecke - wo die Handschellen warten.
>>>
Freiheit statt Angst - der Trailer from Alexander Svensson on Vimeo.
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Seen in canon home page (?)
twelvetwentynine says:
und dann bekommt eine frau eine email in der sie von einem rechtsanwalt aus england mit kanadischer abstammung, der am telefon eher südländisch klingt, dessen passkopie bereits abgelaufen ist und der auch selbst nicht genau weiß, wie alt er eigentlich ist. sie wird um hilfe gebeten, sich geld überweisen zu lassen, das angeblich einem verstorbenem klienten gehört und sonst einfach den banken zum opfer fallen würde. sie darf selbstverständlich einen ordentlichen teil behalten, aber 55% sollte sie dem herrn überweisen, der selbsterständlich nicht damit in zusammenhang gebracht werden möchte. und 10% gehen dann ganz scheinbar in ein hilfsprojekt. erzählen darf sie davon auch keinem. reich wird sie so schnell, aber ein reines gewissen nie mehr haben. denn eigentlich beteiligt sie sich damit an der geldwäsche und schafft sich somit scheinbare ruhe, die sie mehr quälen wird als beruhigen, denn eigentlich bereichert sie sich durch das geschehen unter dem küchenfenster.
rob_visual replies:
Natürlich kann man die Kanzlei dieses dubiosen Herrn nicht erreichen. Denn die liegt hinter einer Hecke verborgen...hehe!
twelvetwentynine replies:
patrickhh says:
Muhahahahahaha!
patrickhh edited this comment 3 months ago.
rob_visual replies: