rob_visual Published on July 10, 2007
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Cool bleiben...oder wie man den Grabenkrieg ignoriert.

Tuesday July 10, 2007 at 06:49AM

Hamburg St. Pauli High Noon
Hamburg St. Pauli High Noon
Wie schafft man es eigentlich immer cool zu bleiben wie z.B. Bud Spencer oder ein professioneller Poker-Spieler. Gestern ging mir irgendwie mal wieder der Hut hoch. An zu vielen Stellen musste ich nerviges Gerede über Flickr, 23hq und Ipernity lesen. Leider ist auch hier die Häme noch nicht ganz verschwunden. Das ist wirlich nicht sehr konstruktiv. Wir sollten uns lieber auf die Inhalte und das Miteinander konzentrieren, anstatt uns gegenseitig mit Aussagen des Kalibers "Ipernity finde ich iregenwie scheiße" (oder das Originalzitat: "ich hoffe übrigens, Du gehst nicht auch zu scheißipernity...") gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Als ich bei Flickr darauf hinwies, dass man eine Brücke zwischen den beiden Diensten schlagen sollte, wurde von einem Flickr-User so kommentiert:

"...Brücke schlagen? Es geht nicht, nicht mal don Qijote würde das anpacken, aber bitte..."

Schön, wenn ich jetzt noch mit einer (etwas falsch geschriebenen) Figur aus einem Dumas (selber was falsch geschrieben!)Chervantes-Roman verglichen werde. Wer nicht mehr bei uns ist, ist gegen uns.

Danke für diese coole Antwort Sancho Panza. An solche Leute komme ich natürlich nicht heran.

Sorry Leute. Aber dieser peinliche Web 2.0-Peer-Community-Quatsch kann nicht so wichtig sein, dass man sich dazu erniedrigt, jedem seine Meinung zur angeblich besseren Plattform aufzudrücken.

Gut, dass man die heiße Luft im Internet nicht messen kann.

Begeisterung klingt auf jeden Fall anders.

;-)

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25 Comments / add your comment?

Oxymoron says:
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
Danke. Das hier stimmt absolut:

"...die geknüpften Netzwerke bzw. Kontakte, Gruppen, sowie die Kommentare und Verlinkungen zwischen den Usern gehen bei einem solchen Wechsel verloren, Peer Pressure entsteht."
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
chw says:
Hm, wer derlei Peer Pressure wirklich unangenehm als solche empfindet, steckt für mein Gefühl ein wenig zu tief im Virtuellen drin.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
pîxelroibér replies:
naja. ich finde auch, man kann es übertreiben. ein onlinedienst ist eben nur ein onlinedienst.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
{ME} says:
... ganz meine Meinung!
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
manganite says:
Das war schon immer so... Als ich Kind war, da waren es die C64 Nutzer gegen die Atari oder Schneider etc. Computer Nutzer. Dann kam der Kleinkrieg zwischen Atari und Amiga und am Ende verschwanden beiden und es blieb der PC. Dessen Nutzer bekriegen sich nun mit den Mac-Usern.

Man könnte die Liste der Gegnerschaften wohl beliebig fortführen und auch locker über den Computerbereich ausdehen (Gartenzwerge in Nachbarsgarten Fußball, bzw. Sport im Allgemeinen, Musikgruppen, usw.)

Das Spektrum reicht dabei von harmlosen Nicklichkeiten bis hin zu verbalen Ausfällen und beim Sport ja oft bis zur körperlichen Gewalt.

Ich bin keine Soziologe und kann es daher nicht genau erklären, aber Menschen brauchen offensichtlich etwas, mit dem sie sich identifizieren können. Und je nachdedm wie schwach der eigene Charakter, die soziale Einbindung und Enge des eigenen Horizonts, desto stärker ist der Hang zum Fanatismus, der dann alles ablehnt, was anders ist und regelrechte Feindbilder produziert.

Man kann gar nicht anders, da man einen Teil seines Selbstwertgefühls darüber definiert, und wer lässt sich das schon nehmen?
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
Hast ja Recht. Deswegen belasse ich es auch bei diesem Blogeintrag. Es hab aber etwas Befreiendes, wenn man es sich kurz von der Seele schreiben kann ;-)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
manganite replies:
Stimmt! Dafür sind Blogs ideal :)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
chw says:
manganite, Du hast das Wesen von Religion perfekt definiert :-)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
manganite replies:
Nur das Religion sich dessen bewusst ist und, wenn es ideal läuft, das ganze kontrolliert. Ausserhalb davon ist den Konflikten Tür und Tor geöfnet, da keiner ein kontrolle ausübt. Wenn jemand sich verhält, als wäre flickr eine Religion, so ist flickr Staff aber keine Kurie, die über ihre Schäfchen wacht, sondern nur eine Art Architekturbüro, das die Kirche gebaut hat...
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
chw replies:
Du hast ein optimistischeres Bild von (institutionalisierter) Religion als ich.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
manganite replies:
Beschreibe nur, was möglich wäre, nicht was tatsächlich vorhanden ist...
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Agnuspro says:
Ich kann ja verstehen, wenn man sich in gewissem Maße mit einer Computerplattform identifiziert, insbesondere wenn der Computer das Haupt-Hobby darstellt. Und an sich habe ich auch nichts gegen ein paar gesunde Vourteile, denn sonst wäre das Leben vor lauter Harmonie doch ein wenig langweilig. Aber mal ehrlich - wir laden hier Fotos hoch! Da sollte man wirklich die Kirche im Dorf lassen und nicht ein solches Gewese (wie schreibt man das eigentlich?) drum machen. Ich habe doch flickr nicht den Rücken gekehrt weil mir die Gemeinschaft da in irgendeiner Weise nicht gefiel, sondern weil mich das Geschäftsgebahren des Betreibers abgeschreckt hat! Wer dazwischen nicht differenzieren kann offenbart meiner Meinung nach eine ziemliche geistige Unreife.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
pîxelroibér replies:
ich denke, wir müssen alle noch lernen, mit diesem communitydingens umzugehen. solche geschichten helfen dabei. contacts/friends sind eben keine wirklichen freunde. manchmal können sich freundschaften entwickeln, aber eben nur manchmal.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
Genauso sehe ich das auch. Bei flickr gab es auch viele View-Freunde.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
manganite replies:
Tja, das stimmt, aber viele sehen diesen Unterschied nicht...
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro says:
ICH bin begeistert (von deinem Artikel) - ansonsten sehe ich das so wie hier ;-)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
hehe...sehr schön ;-)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Nils Pickertpro says:
<klugscheiss>Don Quijote ist von Cervantes</klugscheiss> Aber du hast da wirklich recht, diese ganze ist besser als Kacke ist echt nervig. Irgendwie führt das tolle Community-Zeugs im wesentlichen nur dazu, andere Communities zu bashen....
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
Stimmt. Immer kriege ich das mit dem Urheber der "drei Musketiere" durcheinander. So kommen die Fehler zustande. Werde es gleich korrigieren. Hehe...so schlägt einem die eigene Pingeligkeit in das erstaunte Gesicht.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Kiezkicker says:
Hm. Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, das Ganze hier. Ich mein - ich habe flickr ja auch in den ersten drei Tagen gebasht, aber irgendwann ist auch mal wieder gut... Und schon deswegen, weil ich in den letzten zwei Wochen kein entsprechendes bashing mehr wahrgenommen habe, hätte mich auch nichts dazu bringen können, einen entsprechenden Blogeintrag verfassen zu können, schon gar nicht auf flickr, da geht das ja nicht einmal. ;-)))))

Und den Punkt mit den "sozialen Kontakten" - den sehe ich nicht. Klar, bei flickr hatte und habe ich welche, und das sind andere wie hier - aber angesichts dessen, dass ich mich hier bei Leuten wohlfühle, mit denen ich bei flickr eher fast bis keinen Kontakt hatte, existiert da doch ohnehin nichts, was irgendwie greifbar wäre. Irgendwie im Reallife getroffen habe ich bisher weder die hiesigen noch die Kontakte von flickr - und dass das verschiedene sind, ist mir egal, zeigt es doch nur die Austauschbarkeit der Personen, denn letztlich gehts mir nur um den Austausch von Gedanken - und ob da der Schreiber xyz oder zxy heisst, ist mir dabei dann letztlich auch egal.

So blöde sich das auch anhört - aber ihr seid doch eh alle austauschbar. ;-) Wechsel ich eines Tages erneut den Diensteanbieter, ändern sich vielleicht die Namen der Leute, deren Beiträge ich mir durchlese - das Themenspektrum wird aber vermutlich ein änliches bleiben, und mir kommt dem eine deutlich höhere Bedeutung zu, als den dahinterstehenden Personen. Ich mein - ich surf doch nicht jeden Tag das Profil der Leute an...
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
Schön gesagt. Wenn richtige Freundschaften über ein solches System entstehen, dann haben diese auch ohne diese Plattform Bestand. Genau das ist es ja, was ich mit meinem Blogeintrag sagen wollte. Sagt "NEIN" zum peer-pressure-hype. Abhängigkeit ist noch keinem gut bekommen. ;-)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
patrickhh says:
ich will auch mal solche Probleme haben.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
rob_visual replies:
Hi Patrick! Schön, mal wieder etwas von dir zu hören!

Stimmt...let´s have a Problem!
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Mona Lisa says:
die beiträge geben wieder einen hübschen querschnitt durch die verschiedenen arten des gebrauchs einer solchen seite. mir z.b. kommt es überwiegend auf die kontakte und den austausch (eben nicht nur über die fotos) mit ihnen an ... und sie sind daher auch nicht beliebig austauschbar. :-)
... und das mit den freundschaften stimmt. ich habe auch schon etliche fotofreunde getroffen ... und diese freundschaften sind nicht mehr an irgendwelche plattformen gebunden. :-)
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )

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