Ein Pfarrer outet einen früheren Spitzel, der sich im Auftrag der Stasi sogar taufen ließ: Ein Rechtsstreit in Sachsen zeigt exemplarisch, wie die Geschichte des DDR-Unrechts weiterwirkt.

 

Hinter IM „Schubert“ verbirgt sich Holm Singer. Das Mitglied der Kirchengemeinde war alles andere als ein harmloser Zuträger. Für das Bespitzeln von Oppositionellen wurde er regelmäßig belohnt. Es gab Geld, eine Reise, kleine Präsente.

In den Akten der Stasi-Unterlagen-Behörde steht zudem, dass er besonders engagiert war. So schreibt sein Führungsoffizier über Holm Singer:
Zitat:
„Durch den IM war es möglich, einen OV – also operativen Vorgang – erfolgreich mit der Festnahme von vier Personen abzuschließen.“

Ex-Snoop Wants His Privacy Protected

The former informant, whose full name SPIEGEL can't mention for legal reasons, has a successful small business in the village where several of his neighbors were victims of the Stasi. He is unavailable for comment. The man who admitted to being informant "Schubert" at the town hall in Reichenbach refuses to discuss any of the details of his case. For this reason, it is also impossible to ask him how someone who insists on his rights to privacy today feels about having violated the same kinds of rights in the past, and in a way that remains shocking even after a 20-year debate over the Stasi.

 

Dürfen wir wissen, wer "IM Schubert" war?

Ein früherer Stasi-Spitzel hat eine Ausstellung in Sachsen gestoppt. Seit gestern wird über den Präzedenzfall verhandelt. VON MICHAEL BARTSCH

 

So kann's gehen:

PROZESS UM EX-STASI-SPITZEL

Gericht deutet Ende der Anonymität an

Ein einstiger Stasi-Spitzel, der gegen die Veröffentlichung seines Klarnamen kämpft, wird vermutlich vor Gericht eine Niederlage einstecken müssen. Die Richterin deutete an, dass IM "Schubert" sich mit der Nennung seines Namens abfinden muss.

 

 

Seit sein Name bekannt wurde - habe ich gelesen - seien ihm zwei Kunden abgesprungen. Sein Anwalt nennt das Pogromstimmung.

 

Schön, wenn es auch in der DDR schon unabhängige Gerichte gegeben hätte, die man hätte anrufen können...