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Das knönen Sie lseen

Thursday June 18, 2009 at 09:28AM

Verschiebt man den Anfangsbuchstaben eines Wortes, liest es sich um fast 100 wpm langsamer. Studien zur Verdrehung von Buchstaben

Von Anne Kirchberg
Wechle Hchöstleiustngen das Gheirn vllobnirgt, bweeist, daß jdeer deisen Satz noch vresthet, owbhol die Bchuastebn tatol dchureinnader gewrfeült sind. Dieses Phänomen wird seit Jahren von Wissenschaftlern erforscht und hat im Internet für mächtig Wirbel gesorgt. Im Sommer 2003 tauchte in E-Mail-Postfächern und auf Webseiten eine Nachricht auf, in der unter anderem stand: »Ncah eienr Stidue der Cmabirdge Uinertvisy ist es eagl, in wlehcer Rehenifloge die Bcuhstbaen in Woeretrn vokrmomen. Huaptschae, der esrte und ltzete Bcuhstbae snid an der rhcitgien Setlle!« Das erstaunte auch die Mitarbeiter der Cambridge University in England, vor allem den Linguisten Matt Davis. Hier gab es damals kein solches Forschungsprojekt. Davis nahm sich der Sache sofort an und erstellte eine Internetseite dazu, wie Menschen Wörter erkennen, also Zugang zu ihrer Bedeutung erhalten. Lange zuvor wußten Wissenschaftler, daß die Erwartungshaltung wesentlich das Leseverständnis bestimmt. Der Linguist Graham Rawlinson wies als einer der Pioniere auf diesem Gebiet 1976 in seiner Doktorarbeit an der Nottingham University nach, daß die Stellung der einzelnen Buchstaben in der Mitte eines Wortes nur wenig Einfluß auf die Lesbarkeit hat. »Das Gehirn speichert Wörter über die Buchstaben, die sie enthalten«, erklärte Rawlinson beim Interview im vergangenen Mai. »Fast alle Wörter haben eine einmalige Zusammensetzung an Buchstaben.«

Wörter werden im Alltag nicht mehr wie beim Lesenlernen Buchstabe für Buchstabe aufgenommen. Um Arbeit zu sparen, hat das Gehirn die meisten Wörter gespeichert und erkennt sie, ohne daß die Reihenfolge der Buchstaben noch einmal geprüft werden muß. Rawlinson rät dazu, das selbst zu testen: »Jeder kann das ganz einfach nachprüfen, indem er selbst etwas schreibt und anschließend die Buchstaben verdreht.«

Allerdings sind hierfür einige Grundregeln nötig: Wörter mit zwei oder drei Buchstaben dürfen genausowenig verändert werden wie Funktionswörter (das, es, und, du). Außerdem darf durch die Verdrehung kein neues Wort gebildet werden (Maus – Saum). Damit bleiben bei Sprachen wie dem Englischen, dem Deutschen oder dem Französischen viele Wörter in ihrer normalen Form. Matt Davis zeigt auf seiner Internetseite, daß das Phänomen mit den verdrehten Buchstaben in vielen, aber nicht allen Sprachen funktioniert. Schwierigkeiten gibt es beispielsweise im Hebräischen und Arabischen, wo Vokale nicht geschrieben werden. Auch Finnen können ihre Buchstaben nicht wahllos durcheinanderwerfen, da ihre Wörter vergleichsweise überlang sind. Komplizierte Schriftzeichen wie im Chinesischen werden bei Veränderung unverständlich, da sie als Ganzes für ein Wort oder Konzept stehen. Als Davis und Rawlinson ihre Arbeiten über verdrehte Buchstaben beendet hatten, forschte der Psychologe Keith Rayner von der University of Massachusetts weiter. In einer Studie ließ er 30 englische Studenten Texte lesen, zeichnete ihre Augenbewegungen auf und stellte anschließend Verständnisfragen. Rayner ermittelte, daß zirka 255 wpm (Wörter pro Minute) gelesen werden, wenn keine Buchstabenverdreher vorhanden sind. Bei Verdrehern innerhalb eines Wortes sind es noch 227 wpm. Die Leseschnelligkeit sinkt weiter, wenn End- (183 wpm) oder Anfangsbuchstabe (163 wpm) nicht mehr an ihrem Platz stehen.

Man kann Wörter mit verdrehten Buchstaben also lesen, aber niemals so schnell und flüssig wie korrekt geschriebene. Erste und letzte Buchstaben sind wichtig. Je weiter Buchstaben vom eigentlichen Ausgangspunkt verschoben sind, desto komplizierter wird es: Darum liest sich Vretauuschnsggard noch einfacher als Vgangreaurstschud. Daß man Buchstaben wild in Wörtern umherpurzeln lassen kann und trotzdem noch versteht, bedeutet zur großen Enttäuschung vieler Schüler keinesfalls, daß Rechtschreibung unnütz ist und bald abgeschafft wird. Auch Rawlinson rät zur Sorgfalt beim Schreiben: »Mit meiner Arbeit habe ich nur das bestätigt, was viele Leute glauben: Ein wenig Disziplin ist immer nötig für Kreativität! Picasso lernte ja auch zuerst das Malen, bevor er sich kreativ austobte!«

weitere Informationen: www.mrc-cbu.cam.ac.uk/people/matt.davis/Cmabrigde/ (Matt Davis)

JUNGE WELT

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2 Comments / add your comment?

Sajakpro says:
das mache ich immer mit "meinen" neuen eltern am anfang der ersten klasse. ist schon irre....
Posted 5 months ago. ( permalink / translate )
stip says:
du bringst mich da auf eine idee...
wenn's was gewesen sein wird, vermelde ich es!

--
Coming from rasch2000 blog (?)
Posted 5 months ago. ( permalink / translate )

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