Als Weihnachtsgeschenk habe ich mir ein Tablet gegönnt. Lange habe ich versucht mich in dem undurchschaubaren Markt zu orientieren und einige Versuche bei ebay gemacht. Am Ende war es das Angebot von Weltbild bei Karstadt am Leopoldplatz: Ein betagtes Gerät, das einst für 180, dann 120 € angeboten wurde. Mit 99,99 € lag es genau unter der magischen Grenze, die ich für mich definiert hatte.

Durch Android bin ich jetzt also auch in die Liga der Linux/Unix-User aufgestiegen, auch wenn man ersteinmal - außer beim Filesystem - von Unix nichts mitbekommt.

Ohne einen Blick in die eher spartanische Bedienungsanleitung zu werfen beginne ich mich zurechtzufinden. Bilder und Videos ansehen geht schon. Auch - nachdem ich einen Mikro-HDMI Adapter beschafft habe - auf dem Fernseher. MediaMarkt wollte dafür 30 €, bei Saturn kommt man mit 8 € davon.
Ich hätte es mir denken können: Bei PEARL bekommt man diesen Adapter für weniger als 4 € und im neuen Katalog sind wieder interessante Kleinigkeiten. Zum Beispiel ein Kästchen, das einen 3G Surfstick als Anbindung für ein WLAN-Netz nutzt. Damit können mehrere Geräte gleichzeitig das Internet benutzen. Nachdem es mit meinem Lidl-Stick unter Android so wunderbar geklappt hat, bin ich dauernd am Umstöpseln. Ein anderes Kästchen macht jeden Kopfhörer Bluetooth fähig.
Es gibt eine Art Explorer für das Deteisystem und je nach Art der Datei öffnet sich eine passende Anwendung. Sogar einen einfachen Texteditor habe ich gefunden. Die Installation einer Office-Suite hat noch nicht geklappt. Ein Viewer für doc, xls und ppt würde ehrlich gesagt genügen. Zum Bearbeiten ist die virtuelle Tastatur doch zu mühsam.

Nachtrag: Offensichtlich hatte ich die ganze Zeit diesen Viewer. Er heißt Office Suite und zeigt die Vorschau von den genannten Formaten an. Er taucht aber nicht in der Liste der Apps oder Widgets auf. Auch eine Software namens "mobogenie" (Freeware) scheint mal installiert worden zu sein. Diese soll dem Abgleich von Daten zwischen dem Tablet und anderen Computern dienen. Viele Features, wenig Innovationen - Mobogenie ist ein umfangreiches Sync-Tool für Android-Geräte, das wenig zu Wünschen übrig lässt, jedoch nicht aus der Masse an Synchtools herauszustechen vermag. meint Chip.
Das muß was anderes gewesen sein. Seitdem ich über 3G Verbindung zum Internet habe, bewegt sich auch bei Mobogenie etwas. Es ist eine Wundertüte voller Apps und habe micht schon kräftig bedient.
Wenn man eine Datei im Explorer anwählt, kann man Office-Suite als Option zum betrachten wählen.
Ich zögere noch, dabei einen Viewer für "immer" zu wählen, solange ich nicht weiß, wie man das wieder korrigieren kann.
Angeblich sollen Bluetooth-Tastaturen und Headsets im Allgemeinen problemlos damit klarkommen. Für skype möchte ich ein solides Gamer-Headset, nicht das Spielzeug für die Telefone.

Daten vom Notebook zu übernehmen ist wahrlich kein Problem. Beim Anschluß des USB-Kabels (lag bei) meldet sich das Tablet als Datenträger (wie ein USB-Stick). Ein PDF-Reader ist auch da.

Die meisten Apps wollen sich immer mit dem Internet verbinden. Klar, Android ist etwas für Smartphones. Es heißt, daß auch ein Surfstick für das Internet erkannt würde. Na mal sehen. Das ist wirklich nicht das Dringendste.
Das funktioniert tatsächlich auf Anhieb
Demnächst mehr

Der erste Versuch eine App herunterzuladen ging schief. Vielleicht weil ich sie direkt auf der eingebauten Speicherkarte abgelegt habe. Ich habe es nochmal versucht mit dem häufig zu findenden Kingsoft Office und es hat auf Anhieb geklappt.

Ich zögere noch, das einen Viewer für "immer" zu wählen, solange ich nicht weiß, wie man das wieder korrigieren kann.

Dummerweise habe ich am Ende der Installation "Schließen" und nicht "Ausführen" gedrückt und die App nicht mehr gefunden. Also habe ich das Ganze eben nochmal darüber installiert und es hat auch problemlos gestartet. Auf den Trick, wie man eine App auf den Desktop bekommt, muß man erst mal kommen: Im Datei-Explorer das Verzeichnis suchen. Doch da ist nichts zu sehen außer anderen Verzeichnissen. "Applications" hingegen zeigt die installierten Anwendungen. Da ist es noch sehr übersichtlich, aber Kingsoft Office ist da. Aber nun bloß nicht auf das Icon flüchtig berühren. Dann startet nämlich die App. Den Finger lange drauf lassen. Dann öffnet sich ein Menü, in dem man unter anderem eine Verknüpfung erstellen kann. Schon ist es auf dem Desktop.

Nachtrag: Inzwischen finde ich auch die Apps. Der Explorer und die OfficeSuite sind bei den System-Apps abgelegt. Ich habe mit das Icon auf den Desktop gelegt. (Verknüpfung erstellen nennt sich das)
Bei Kingsoft Office gibt es Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation. Das werde ich in aller Ruhe mal beim Fernsehen testen.
aber Kingsoft Office ist da.
Nun habe ich auch die Handbewegung gefunden, wie man Apps von der Hauptseite des Desktops in der Mitte auf die beiden anderen Seiten rechts und links schubsen kann. Mit dem Finger fest draufhalten und aus dem Handgelenz nach links befördern. Jetzt sind erstmal die Apps, die eine Datenverbindung begehren, aus dem Gesichtsfeld.

Schon viel übersichtlicher. Ich habe mir auch das Kontrollpaneel, mit dem man WLAN, Bluetooth und die Helligkeit des Displays kontrollieren kann, ganz vorne hingelegt. Wenn ich die Anzeigen unter der Akkulaufzeit richtig deute, dann ist der Bildschirm der größte Stromfresser. Aber ein paar Stunden Dauerbetrieb (Spiel Quadris) hält das Tablet offensichtlich durch.

Ich schaue mir mal die kostenlosen Apps an.

Es gibt sogar einen Android-Emulator für Windows. Daß man so tief sinken kann. Das ist wie ein Porsche-Lenkrad im Trabbi.

Geradezu genial ist die IP-Webcam, mit der das Tablet einen weiteren Nutzen bekommt. Dazu brauche ich aber ein WLAN.

Aber sonst habe ich noch nichts gefunden, was ich wirklich brauchen könnte.

An Kingsoft Office gibt es wenig zu meckern. Die Dokumente vom PC werden anstandslos angezeigt. Sogar PDF. Selbst Animationen in Präsentationen funktionieren. Ich werde damit sicher keine Bücher schreiben, aber zum Korrigieren oder Polieren unterwegs ist es ein nützliches Werkzeug.

Großes Kopfzerbrechen hat mir das Verhalten des Explorers bereitet. Plötzlich war alles ganz groß und ich fand keine Einstellung, um wieder zum Normalzustand zurückzukehren. Das Widget, das Bilder in einem Verzeichnis anzeigen soll, war unschuldig, aber mit Schuld. Ich hatte versucht die Bilder größer zu bekommen (was nicht ging) und dabei eine Einstellung verändert, die Zoomen auf Bildschirmformat bewirken sollte. Da fühlte sich der Explorer auch angesprochen.

Das Widget für die Analoguhr ist traumhaft. Da ist auch gleich der Wecker eingebaut mit verschiedenen sinnvollen Einstellungen, wann er klingeln soll.

Bei thalia im Gesundbrunnen-Center hatte ich zwei Bücher zu Android gefunden. Das meiste war ein bebilderter Katalog von Apps, aber kaum etwas zu den Hintergründen. Was ich brauche, habe ich durch Herumspielen selbst gefunden.

Da gab es den alten Witz:
Der Kunde: Ich möchte ein rchtig kniffliges Computerspiel, das voller Überraschungen ist und einen lange beschäftigt.
Der Händler: Haben Sie es schon mal mit Windows95 probiert?

Heute gibt es Android.

Auf ins Weltnetz

Es gibt tausende von Widgets, aber anscheinden tun aller nur ihr löbliches Werk, wenn man mit dem Internet verbunden ist. Ich finde zwei Dutzend WLAN-Netze in meiner Umgebung, aber leider alle ordentlich abgesichert. Und meist mit so aussagekräftigen namen, wie fritzbox 3298. Offensichtlich da wurde nicht groß konfiguriert.

Es heißt, daß man normale Surf-Sticks für drahtlosen Internet-Zugang anschließen könne. So etwas habe ich bei LIDL für das Notebook gekauft. Es lag ein passender Adapter für USB-Medien bei. Und tatsächlich. Es meldet sich etwas und will eine Geheimzahl wissen. Ich gebe der Code für meinen Surfstick ein und schwupps bin ich im Netz. Super!

Nun bequemt sich der Browser einen Kontakt aufzubauen und die diversen Apps, die mitgeliefert wurden, entpuppen sich als bessere Lesezeichen zu einem Buchversand. Naja, was will man erwarten, wenn es man bei Weltbild erworben hat.

Auch ein IMAP-Konto für die Mails ist flugs eingerichtet.

Bald weiß ich, wo ich draufdrücken soll und wo nicht, wie ich durch umfangreichere Seiten scrollen kann und wo ich gegebenenfalls den Verlauf finde, wenn nur noch das Ziehen an der Reißleine hilft. Bilder kann man lokal abspeichern, indem man im Browser den Finger solange draufläßt, bis ein Menü erscheint.

Ich will meine USB-Sticks benutzen!

Wenn der Surfstick geht, warum sind dann die Daten auf einem normalen USB-Stick nicht im Explorer zu finden? Jedenfalls konnte ich kein Verzeichnis entdecken, als ich es vor einigen Tagen versucht habe.

Doch siehe da: Das inzwischen installierte Kingsoft Office findet jede Menge Dateien und ist bereit sie zu bearbeiten.

Hier macht sich Linux bemerkbar. Ein USB-Stick wird als Laufwerk im Verzeichnis /mnt gemountet, wie sich das gehört. Der Explorer hat aber normalerweise eine Sperre, die verhindert, daß man bis zur root vordringen und etwas kaputtmachen kann.

Hier hat sich der später installierte Total Commander freundlicher gezeigt. Er zeigt einen USB-Stick unter einem extra Punkt an.

Ohne die Sperre ist alles ordentlich an seinem Platz. Auch die Bildergalerie schaut in gemounteten Laufwerken nach. Also wieder mal kein richtiges Problem. Wäre spannend herauszufinden, ob ich mit einem Hub auch mehrere USB-Stick benutzen kann.

Gestern habe ich bei einem kleinen Spazierungang eine Bluetooth-Tastatur bei einem Teleshop in der Luxemburger Straße gesehen. Haben!

Eigentlich macht die Kiste, was sie soll und ich frage mich, wie ich all die Jahre ohne auskommen konnte. Mit der Skype-App könnte ich sogar telefonieren.

Fotografieren

Die eingebauten Kameras habe ich noch nicht erwähnt. Es gibt eine hinten zum fotografieren und eine vorne für Videokonferenzen.

Man kann die Fotos mit dem USB-Kabel auf einen anderen Rechner übertragen. Heute war ich bei Müller und habe getestet, ob man die Bilder direkt als Foto ausgeben kann. Die Automaten von CeWe stellen auf Wunsch eine Bloototh-Verbindung her und wenn die erstmal aufgebaut ist, kann man die Bilder auf Knopfdruck übertragen. Dann erscheinen sie auf dem Bildschirm und man kann sie bearbeiten, direkt ausgeben lassen (teuer) oder an das Labor schicken (preiswerter). Natürlich kann man auch Fotobücher und Kalender machen.

Die Auflösung der Bilder in der Datei ist 1600 x 1200 Pixel. Nicht übel! Damit hat man immer eine Kamera für Schnappschüsse zur Hand.