Michael pravas, ke la teksto iĝas longa. Tial mi komencas novan ĉapritron.
Der erste Teil ist hier zu lesen
Esperanto-Organisationen
Braucht man sie noch oder braucht man sie nicht mehr?
Braucht man sie in dieser Form?
Es gibt nicht eine unversell gültige Form, sondern einen Kosmos von Strukturen.
Manche sagen, Esperanto-Organisationen hätten keine Zukunft.
Man muß unterscheiden zwischen Argumenten, die an dem traurigen Zustand heute in vielen Ländern ansetzen und Argumenten, die auf einen generellen gesellschaftlichen Wandel abheben.
Man nimmt heute allgemein an, daß sich Menschen nicht mehr (wie es früher üblich war) an Strukturen binden (Kirche, Partei, Gewerkschaft, Gesangverein). Das beklagen vor allem die Vertreter dieser organisierten Strukturen. Das führt auch bei Großstrukturen zu einer Schwächung und Mitgliederschwund. Es wird schwieriger Ämter zu besetzen.
Diese Klagen sind nicht ganz neu. Vor 50 Jahren begann man das auf den Einfluß des Fernsehens zu schieben. Oder bei Jugendlichen auf Comix. Nochmal 50 Jahre früher waren der Film und die Tanzcafes schuld. Im Mittelalter hat man vermutlich die Kreuzzüge dafür verantwortlich gemacht.
Aber offensichtlich lockte den Ritter ein Kreuzzug mehr als eine Karriere in der heimischen Tafelrunde. Organisierte Strukturen tun sich immer schwer damit, die veränderten Interessen ihrer Zielgruppe zu akzeptieren. Die Anpassung erfolgt fast immer mit großer Verzögerung und nach kräftigem Widerstand.
Esperanto-Organisationen
Braucht man sie noch oder braucht man sie nicht mehr?
Braucht man sie in dieser Form?
Es gibt nicht eine unversell gültige Form, sondern einen Kosmos von Strukturen.
Manche sagen, Esperanto-Organisationen hätten keine Zukunft.
Man muß unterscheiden zwischen Argumenten, die an dem traurigen Zustand heute in vielen Ländern ansetzen und Argumenten, die auf einen generellen gesellschaftlichen Wandel abheben.
Man nimmt heute allgemein an, daß sich Menschen nicht mehr (wie es früher üblich war) an Strukturen binden (Kirche, Partei, Gewerkschaft, Gesangverein). Das beklagen vor allem die Vertreter dieser organisierten Strukturen. Das führt auch bei Großstrukturen zu einer Schwächung und Mitgliederschwund. Es wird schwieriger Ämter zu besetzen.
Diese Klagen sind nicht ganz neu. Vor 50 Jahren begann man das auf den Einfluß des Fernsehens zu schieben. Oder bei Jugendlichen auf Comix. Nochmal 50 Jahre früher waren der Film und die Tanzcafes schuld. Im Mittelalter hat man vermutlich die Kreuzzüge dafür verantwortlich gemacht.
Aber offensichtlich lockte den Ritter ein Kreuzzug mehr als eine Karriere in der heimischen Tafelrunde. Organisierte Strukturen tun sich immer schwer damit, die veränderten Interessen ihrer Zielgruppe zu akzeptieren. Die Anpassung erfolgt fast immer mit großer Verzögerung und nach kräftigem Widerstand.
Es gibt ein dialektisches Wechselverhältnis zwischen dem Einzelkämpfer und der Organisation (man merkt, wo ich aufgewachsen bin). Im Extremfall halten sich beide für unabdingbar und den jeweils anderen für überflüssig. In Wahrheit kann der eine ohne den anderen nicht leben.
(1) Der Einzelkämpfer kann sehr schnell und direkt vor Ort wirksam werden. Seine Mittel (finanziell, materiell usw.) sind beschränkt. Manchmal verschwindet er auch sehr schnell. Der Klub ist die höchste Organisationsform des Einzelkämpfers. Das Internet kann Einzelkämpfern eine neue Form des Klub-Ersatzes bieten: Die informelle, formlose Gruppe, die einzelne Aktionen kurzfristig über große Flächen koordiniert. Die frühen Esperantisten waren alle Einzelkämpfer mit hoher Effektivität.
(2) Organisationen haben ganz andere Ressourcen, können komplexe und langfristige Aktionen koordinieren, sind schwerfällig, aber stabil. Sie bieten über Zeitschriften und Kongresse ein stärkeres Gefühl der Zusammengehörigkeit (das der EInzelkämpfer nur in geringem Maß braucht).
(3) Wirksamkeit und Bedeutung des Einzelkämpfers wie der Organisation hängen sehr stark von äußeren Bedingungen ab. Bei den Nazis waren die Organisationen verboten, die Einzelkämpfer haben im privaten Kreis weiter gemacht. In der DDR nach 1965 war die Organsiation wichtig und praktisch die einzige Möglichkeit der Arbeit für das Esperanto. Im Dunstkreis des Kalten Kriegs fand sich die politische Auseinandersetzung auch über Organisationen statt - deshalb hatten sie einen hohen Stellenwert in Ost und West. Mit der Wende ist diese Position verloren gegangen. Sie haben es immer noch nicht geschafft, eine neue Aufgabe für sich zu finden, und dümpeln deswegen vor sich hin.
Das finden wir strukturell auch bei Esperanto, nur daß die Analyse dadurch erschwert wird, daß es die Esperanto-Organisationen vehement ablehnen, mit der kommunistischen Partei gleichgesetzt zu werden. Aber es ist ein ähnlicher Dogmatismus (außerhalb der Partei, der Kirche) gibt es kein Heil! Du mußt Dich voll und ganz der edelen Sache verschreiben.
Die Einzelkämpfer können nichts allein machen. Sie brauchen die Strukturen, die Literatur produzieren und verbreiten, die Treffen organisieren und dafür werben. Viele meinen, das Internet würde genügen und alles würde sich von selbst finden. Wer das Internet kennt, weiß das das so nicht funktioniert. Es braucht mehr als eine isolierte Personen um Web-Sites und Blogs am Leben zu halten. Und da sind wir wieder bei der Organisation. Das muß kein klassischer Verein sein. Es gibt andere Formen, aber es braucht Regeln, Absprachen, Ziele.
Auch das Internet ist "nur" Infrastruktur", und z. B. ipernity ist Struktur=Organisation. Der Unterschied zwischen dem Einzelkämpfer und dem Vereinsmitglied (um es zu vereinfachen) liegt u. a. darin, dass eine Organisation immer Ansichten oder Richtlinien oder "das Heil" vertritt, mit denen sich der Einzelkämpfer nicht rumschlagen oder identifizieren will.
Es gab den Begriff des "parteilosen Kommunisten".
Generell sehe ich das Problem darin, daß eine erstarrte Organisation den "Spaßfaktor" gering schätzt. Eine dynamisch wachsende Organsation, wie es auch Esperanto einmal kannte, befriedigt die Sehnsüchte der Mitglieder durch die Tatsache des Erfolgs. Man ist Teil eines erfolgreichen Prozesses und nimmt auch Mühsalen in Kauf.
Eine erfolglose Organisation kämpft an zwei Fronten: Man ist nicht mehr in der Lage bei den eigenen Mitgliedern die "Sinnstiftung" zu realisieren und gleichzeitig muß man den wenigen Mitgliedern immer mehr abverlangen. Das führt zum Sektendasein, denn nur 150%-ige machen das lange mit.
Das Zamenhof-Fest in Berlin ist ein gutes Beispiel. Es wirkt in keinster Weise motivierend. Die wenigen Aktiven haben auch noch die Arbeit am Hals (Kuchen backen, Geschirr spülen) und es gibt keinen Dank. Die Führung hält es für nicht erforderlich, denn wenigen Aktiven explizit für die Arbeit des vergangenen Jahres zu danken, denn sie tun ja weniger als sie könnten oder müßten.
Es ist abzusehen, daß dieses mangels Motivation noch weniger werden, was den Druck weiter erhöht. Das heißt, die Organisation schafft sich ihre Einzelkämpfer selbst.
Ich sehe speziell beim Deutschen Esperanto Bund das Problem, daß Zugehörigkeit über Entrichtung der Beiträge definiert wird. Logisch, der Verein ist knapp bei Kasse und man spart wo man kann. Es ist absehbar, daß es vermehrt zu Austritten kommen wird und diejenigen, die austreten (bzw. einfach den Beitrag nicht mehr bezahlen) abtauchen.
Der nächste Schritt wird dann sein, die Beteiligung an Veranstaltungen von der Mitgliedschaft abhängig zu machen, bzw. Nicht-Mitglieder nicht mehr zu informieren. Das geht Dank Internet nicht mehr so einfach. Mailverteiler kosten nichts und der Abgleich mit der Mitgliederdatenbank ist nicht vorgesehen.
Gegen einen Rabatt für Mitglieder wäre nichts einzuwenden, wenn etwas Eintritt kostet.
Sign-in to post a comment.